Frühjahrsmüdigkeit - Bei mir nicht!
Artikel vom 12.04.09
In Deutschland erleben circa 50 bis 70 Prozent die Frühjahrsmüdigkeit als körperlichen Kraftakt. Mit unseren Tipps starten Sie fit in den Frühling.
Typische Symptome der Frühjahrsmüdigkeit können sein: Kreislaufbeschwerden, Erkältungen, Schlaflosigkeit. Dr. Vinzenz Mansmann, Naturmediziner erläutert für PhytoDoc: "Verantwortlich ist das Wetter. Der Winter hat arg an unserer Immunabwehr gezerrt. Jetzt, wo es endlich besser zu werden scheint, muss der Körper erst wieder auftanken. Dann folgen die Wetterkapriolen – mal ist es Winter, dann wieder Sommer. Der ständige Wechsel belastet unseren Organismus. Gerade, wenn es schön warm wird, weiten sich die Blutgefäße, mit dem Ergebnis, dass der Blutdruck absinkt und wir müde werden. Scheinbar ist man diesem Hin und Her hilflos ausgeliefert. Aber Achtung: die Mär von der Frühjahrsmüdigkeit als Krankheit und der Hormonumstellung hat ausgedient. Tatsächlich gibt es dafür andere Übeltäter.
März/April: Tiefpunkt für die Leber
Denn tatsächlich kann man den Verursacher an einem bestimmten hochempfindlichen Organ ausmachen. Unsere Leber hat im Jahreszyklus im Frühjahr und Herbst ihren Tiefpunkt. Grund für die Frühjahrssymptome ist die kalorien- und fettreiche Nahrung im Winter, gleichzeitig wird oftmals nicht genügend Vitamin aufgenommen. Vitamin B regeneriert zum Beispiel die Leber, kann jedoch nicht lange gespeichert werden. Dazu kommen Bewegungs- und Sonnenmangel. Die Leber verschlackt. Typische Symptome sind Mattigkeit, Gereiztheit, Gliederschmerzen, Antriebslosigkeit, verringerte Leistungsbereitschaft, Müdigkeit trotz ausreichender Schlafdauer.
Kommen noch Medikamente und Alkohol ins Spiel ist es meist vorbei mit der erholsamen Nachtruhe. Viele Menschen zum Beispiel wachen regelmäßig zwischen ein und drei Uhr nachts auf. Nach der Organ-Uhr der chinesischen Akupunktur ist dies die Hauptarbeitszeit der Leber.
Ist die Funktion dieser menschlichen Entgiftungszentrale gestört, fallen nach naturmedizinischer Vorstellung schädliche Stoffwechselprodukte im Organismus an, die den Schlafenden aufwecken. Menschen, die an Durchschlafstörungen leiden, wird empfohlen, sich von einem naturmedizinisch erfahrenen Arzt untersuchen und wenn nötig mit einer Leberaufbau-Therapie behandeln zu lassen.
Für die natürliche Entgiftung der Leber empfiehlt der Experte:
- Vitamin B und C für Leber und allgemeine Abwehrsteigerung
- Kurzurlaube: Sonne und die Jodluft am Meer regen die Leber an
- 1-2 x wöchentlich Sport und regelmäßige Saunagänge
- Gute Eiweiße und pflanzliche Aminosäuren wie Naturamin
- Entschlackungskur für die Leber: mit Löwenzahn und Löwenzahnsalat, Brennnesselspitzen (einfach über die Wiesen laufen und die Stängel der gelben Löwenzahnblüten abbeißen und essen. Schmeckt zwar bitter, ist aber für die Leber sehr gesund.)
- spezieller Kräutertee regeneriert die Leber, Rezept siehe Blogbeitrag
Allgemeine Tipps bei Frühjahrsmüdigkeit:
Zuerst einmal sollte man akzeptieren, dass der Körper nach den langen Wintermonaten nicht sofort auf Hochtouren laufen kann. Kleine Pausen, wenn wir uns schlapp fühlen, und auch ein kurzes Nickerchen am Mittag könnte schon helfen. Schlafverhalten: Der Bio-Rhythmus des Menschen passt sich im Frühjahr nur langsam den veränderten Tages- und Nachtzeiten an. Als kleiner Trick hat sich bewährt, das Schlafzimmer abzudunkeln.
Man kann auch aktiv vorbeugend etwas gegen das alljährliche Unwohlsein tun. Dr. Berthold Musselmann, Arzt für Naturheilkunde in Wiesloch, empfiehlt zuerst einmal, die Kost umzustellen. Dr. Musselmann erläutert: „Im Winter essen wir eher zu fett und zu viele Kohlenhydrate – damals bei den Jägern und Sammlern war das sinnvoll. Unser Immunsystem braucht heutzutage aber unbedingt Unterstützung, besonders die Vitamine B und C, die der Körper nicht lange speichern kann. Außerdem leicht verdauliche und hochwertige Proteine wie Kartoffel und Ei, Mais und Bohnen, Soja, Milchprodukte – und das am besten gut über den Tag verteilt."
Ein regelmäßiger Tagesablauf ist wichtig. Also nicht: „Ich ruhe mich jetzt mal richtig aus“, sondern: immer wieder kleine Pausen und die Einschlaf-/Aufstehzeit langsam aber stetig der Tageshelligkeit entsprechend verschieben. Denke Sie auch an andere wichtige Faktoren wie Spurenelemente. Diese kann Ihr Arzt für Naturheilverfahren im Blut analysieren und überprüfen und nachsehen, „wie viel der Winter noch übrig gelassen hat.“
Hinter 2% der Müdigkeitspatienten stecken aber auch schwerer wiegende Erkrankungen. Wenn Ihre Müdigkeit also bleibt: Lassen Sie sich bei Ihrem Hausarzt/Naturheilkundler durchchecken.
Sauna: Der Saunagang ist nicht nur gut für die Durchblutung, sondern stärkt auch jetzt im Frühjahr das arg ausgelaugte Immunsystem, genauso wie kalt-warme Wechselduschen und Kneipp’sche Anwendungen.
Unser Organismus ruft nach Licht und frischer Luft: Um den Kreislauf in Schwung zu bringen, helfen schon ein paar gymnastische Übung am Morgen. Auf dem Weg zur Arbeit oder zum Einkauf sollte man das Auto lieber stehen lassen und zu Fuß gehen oder das Fahrrad benutzen.
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