Silvester-Kater: So beugen Sie vor

PhytoDoc wünscht allen Lesern ein frohes und vor allem gesundes neues Jahr! © Yantra - Fotolia.com
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Artikel vom 28.12.09 von Eva Pantleon

Kaum ist Weihnachten vorbei, naht mit Silvester die nächste Attacke auf die Verdauungsorgane. Hauptbetroffene ist in diesem Fall die Leber, welche sich beim Knallen der Silvesterraketen bereits an die Verarbeitung von diversen Gläsern Sekt, Punsch oder Schlimmerem machen muss.

Die Missetäter: Methanol und Fuselöle

Unschöne Nebenerscheinung: der dicke Kopf am nächsten Morgen. Hauptsächliche Ursache der Kopfschmerzen ist die durch den Alkohol entstandene Dehydration des Körpers. Ein weiterer Missetäter ist der neben dem Ethyl-Alkohol (Trinkalkohol) in alkoholischen Getränken enthaltene Methylalkohol, auch Methanol genannt. Dieser führt im Zusammenspielen mit den so genannten Fuselölen zu den bekannten Symptomen. Fuselöle werden auch „Begleitalkohole“ genannt. Sie sind Nebenprodukte, die bei der alkoholischen Gärung entstehen, und dienen in geringen Mengen als Geschmacksträger. Im menschlichen Körper aber richten Fuselöle plus Methanol allerlei Unheil an: Sie werden zu Giftstoffen abgebaut, die zu einer Verminderung der Herzleistung und zur Unterversorgung des Gehirns mit Sauerstoff führen können. Die Folge sind Kopfschmerz, Übelkeit und Müdigkeit – kurz gesagt, ein kräftiger Kater.

Folglich kann also schon die Wahl des richtigen Getränks helfen, dem Neujahr-Katzenjammer zu entrinnen: Alkopops und andere billig produzierte Alkoholika enthalten nämlich oft besonders hohe Mengen an Methanol und Fuselölen und verursachen daher offenbar einen heftigeren Kater als hochwertige Alkoholgetränke.

Eine weitere vorbeugende Maßnahme ist vor allem die altbekannte Regel, nicht auf leeren Magen zu trinken. Eine handfeste Nahrungsgrundlage – am besten etwas Fettes wie Lachs oder Hering - im Magen verzögert die Aufnahme des Alkohols beträchtlich. Manche schwören auch darauf, vor Alkoholgenuss eine hohe Dosis Vitamin C einzunehmen (1 Gramm). Belegt ist die Wirkung aber nicht.

Entscheidend ist dafür aber, wie man trinkt: möglichst langsam sollte es sein und kräftig mit Wasser nachgespült werden. Faustregel: Auf jedes Glas Alkohol sollte ein großes Glas natriumreiches Mineralwasser folgen. Das gleicht den Flüssigkeits- und Mineralstoffhaushalt aus und beugt so dem dicken Kopf am nächsten Morgen vor.

Ist es aber dennoch geschehen und der Neujahrstag beginnt mit einem Brummschädel, gilt ebenfalls: trinken trinken trinken – und zwar Mineralwasser oder Frucht- oder Gemüsesäfte! Das bringt den Mineral- und Flüssigkeitshaushalt des Körpers wieder in Ordnung. Rote-Beete- und Artischockensaft unterstützen die Leber und damit die Entgiftung des Körpers. Das Frühstück sollte leicht und vitaminreich sein: Vollkornbrot mit magerem Schinken oder Käse, ein paar Tomaten oder frisches Obst dazu oder auch eine heiße, leicht gesalzene Gemüsebrühe sind ideal.

Auch gegen den Kater ist ein Kraut gewachsen: der Feigenkaktus

Wer mag, kann aber auch das homöopathische "Katermittel" Nux vomica testen. Dazu nach dem Aufwachen noch im Bett jeweils 5 Globuli nux vomica D12  dreimal im Abstand von 5 Minuten einnehmen und anschließend (nur falls es dann noch nicht besser ist) im Abstand von einer Stunde noch einmal weiter 5 Globuli.

Wissenschaftlich belegt ist die Wirkung allerdings nicht – im Gegensatz zu einem neuen Pflanzenextrakt aus der Frucht der Opuntia Ficus indica, zu deutsch „Feigenkaktus“. Dieser erwies sich bei einer klinischen Studie als potentes „Katermittel“. Einzelheiten der Studie finden Sie hier >>

Den Opuntia-Extrakt gibt es in Deutschland als Nahrungsergänzung unter der Bezeichnung AleXX HPF-Formula Kapseln (PZN 4181375) in der Apotheke. Für eine bestmögliche Wirkung sollten zwei Kapseln des Opuntia-Extraktes 2-3 Stunden vor Alkoholgenuss eingenommen werden.

Sollten die Kopfschmerzen trotzdem hartnäckig sein, hilft das Einreiben der Schläfen mit einem Mentholstift oder Pfefferminzöl, Wechselduschen, um den Kreislauf in Schwung zu bringen – und vor allem: ein strammer Spaziergang an der frischen Luft!

Hände weg vom "Katerbier"

Worauf Sie allerdings unbedingt verzichten sollten ist das so genannte „Reparier-Bier“ oder „Konterbier“ am Morgen danach.

Dieses bringt lediglich einen „neuen kleinen Rausch, der entspannend wirkt«, sagt Peter Kruck, Autor des Buches „Alcohol. Alles, was Sie darüber wissen sollten“. Dies Wohlbefinden wird allerdings von kurzer Dauer sein. Denn was für den Kater sorgt, ist, wie schon oben beschrieben, vor allem der Methylalkohol, der langsamer abgebaut wird als Ethanol (der „normale“ Alkohol). Kippt man nun Bier nach, gelangt frisches Ethanol in den Körper, das die Leber leichter abbauen kann. Dafür lässt sie den Methylalkohol vom Vortag links liegen. Ist das frische Ethanol aber abgebaut, geht es mit dem Methanolabbau weiter, der Kater kommt zurück – meist sogar schlimmer als zuvor.

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