Tag der Rückengesundheit am 15. März

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Artikel vom 15.03.08

Rückenschmerz ist die "Volkskrankheit Nr.1": Neben passiven Therapien wie Massage, suchen Rückenschmerz geplagte Patienten immer häufiger Linderung durch ganzheitliche Konzepte wie Feldenkrais, Dorntherapie und Trager, die auf die aktive Mitarbeit des Patienten setzen. Dabei werden physische wie psychische Faktoren berücksichtigt.

Alternative Behandlungsmethoden bei chronischem Rückenschmerz

Feldenkrais-Methode: Lernen in Bewegung
Benannt ist diese Methode nach ihrem Begründer Moshé Feldenkrais. Es ist eine Köperorientierte Lernmethode, in deren Mittelpunkt Bewegungsmuster stehen, die den Lebensalltag eines Menschen prägen und die Möglichkeiten, diese angemessen zu variieren. Sie möchte den Menschen befähigen, über die Wahrnehmung von Bewegungsabläufen seine Bewusstheit zu erweitern und größere physische Differenziertheit zu erlangen. Nachteilige Bewegungs­muster sollen gelöst und neue Bewegungsalternativen aufgezeigt werden. Auf diese Weise kann er schließlich besser erkennen und verstehen, wie er sich selbst wahrnimmt und im täglichen Leben organisiert. Das bedeutet, die Beschwerden werden zu entsprechenden Bewegungs­mustern zurückverfolgt –  Defizite möglichst durch andere, neu erkannte Bewegungsmöglichkeiten überbrückt.

Indem sich der Lernende über das eigene Tun bewusst wird, entsteht neue Beweglichkeit für Körper und Geist. Schon im Verlauf einer Lektion kann der Lernende dabei positive, außergewöhnliche Empfindungen erleben, die unterschiedlich lange nachwirken können. Für Moshé Feldenkrais ist menschliches Denken, Fühlen, Wahrnehmen und Bewegen niemals isoliert anzutreffen. Sie sind vielmehr gemeinsame "Zutaten" des menschlichen Handelns. Bewegung war für ihn Ausdruck der ganzen Person und schien ihm der geeignetste Ansatzpunkt, um Verbesserungen zu erreichen. Entscheidende Idee war für ihn dabei die menschliche Fähigkeit zur Selbsterziehung, einer Erziehung, die nicht durch äußere gesell­schaftliche Umstände bedingt ist, sondern von den Wünschen und Möglichkeiten des Individuums ausgeht. Die Wirkung der Feldenkrais-Methode basiert hauptsächlich darauf, dass man Bewegungen auf eine Art und Weise ausführt, die Fähigkeiten des menschlichen Nervensystems zu lernen optimal nutzt. Dazu ist es notwendig, auf das eigene Körperempfinden für leichte und einfache Bewegungen zu achten und die Lektionen nur im allerleichtesten Bewegungsbereich auszuführen. Wird dieser Aspekt beachtet, können die in Feldenkrais-Lektionen thematisierten Bewegungs­lektionen vom Nervensystem so registriert werden, dass sie auch spontan im Alltag ("unbewusst") benutzt werden und somit effektiv den Alltag erleichtern.

 

Passiv versus aktiv

Körperhaltung, Bewegungsmuster und -abläufe führen also auf die Spur des Symptoms als Erscheinung einer ganzheitlichen Ursache. Nicht nur der Therapeut muss dies erkennen, sondern auch der Patient. Über dieses Erkennen hinaus, ist die Grundlage einiger erfolgreicher Methoden das aktive Mitarbeiten des Patienten. Das bedeutet, er muss das Erlernte praktisch und eigenständig umsetzen. Dies nicht nur während der Behandlung, sondern auch zu Hause und im Alltag. Beispiele dieser Behandlungsansätze sind die Dorntherapie und die Trager-Therapie.

 

Dorntherapie

Mit der Dorntherapie können Fehlstellungen der Wirbel auf sanfte Art und Weise reguliert werden. Im Gegensatz zur Chiropraktik ist diese Methode ohne Risiken.  Der Therapeut behandelt die Wirbel durch seitlichen Druck am Dornfortsatz und am entsprechenden Querfortsatz. Mit dem gleichzeitigen Pendeln der Arme und Beine können die Wirbel in die richtige Position zurückgleiten. Durch sanfte Bewegungen der Gelenke und Wirbel wird eine Heilwirkung auf den gesamten Organismus ausgeübt. Namensgeber und Begründer der Dorn-Therapie ist der Allgäuer Landwirt Dieter Dorn, der in den siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts die Methode entwickelte. Nach seiner Meinung entstehen Funktionseinbußen in bestimmten Bereichen des Körpers durch eine falsche Position von Rückenwirbeln und Gelenken. Fehlstellungen in der Wirbelsäule rühren laut den Vertretern der Dorn-Therapie meist von verschiedenen Beinlängen oder einer Verschiebung des Oberschenkelknochens im Hüftgelenk her. Eine Vielzahl an unterschiedlichen Beschwerden entsteht durch verschobene Gelenke. Beim Zurückführen der Gelenke in die richtige Stellung im Rahmen der Dorn-Therapie spielt die Bewegung eine große Rolle, das heißt, dass der Patient während der Dorn-Therapie im Gegensatz zur Methode der Chiropraktik Bewegungen wie Arm-, Beinschwingungen oder Kopfbewegungen ausführt, welche Schäden von Sehnen, Bändern und anderen Komponenten des Bewegungsapparates entgegenwirken sollen.

Unterstützend kann in der Wirbelsäulengegend eine Massage nach Rudolf Breuß erfolgen, die mit Johanniskrautöl durchgeführt wird und eine Verbesserung des Bandscheibenzustandes bewirken soll. Eigeninitiative ist hier nicht nur gefragt, sondern ein Muss. Der Vorteil dieser Methode ist es, das unter Anleitung des erfahrenen Therapeuten die Betroffenen Übungen und „Hausaufgaben“ aus der Praxis mit nach Hause nehmen. Mit speziellen Bewegungen und den in der Therapie erlernten Druckpunkten können Betroffene sich selbst einfach und schmerzfrei von ihren Beschwerden befreien.

Buchtipp:

Die Methode Dorn, erstmals von ihrem Begründer selbst vorgestellt. Ein Anleitungs- und Selbsthilfebuch für Laien und Therapeuten.

Bei vielen Menschen mit Rückenproblemen hat sich die Methode Dorn hat sich in den letzten Jahren als wahrer Geheimtipp herumgesprochen. Mit dieser sanften, jedoch sehr wirkungsvollen Behandlung von Wirbelsäule und Gelenken kann der geübte Therapeut binnen Minuten einen Patienten von akuten oder chronischen Beschwerden zu Heilung oder überraschender Linderung verhelfen. Erstmals erklärt und vertieft Dieter Dorn nun selbst zusammen mit Gerda Flemming die Theorie und Praxis seiner sanften Therapie. Schritt für Schritt wird aufgezeigt, wie die Wirbel behutsam zu behandeln sind und welche Wechselwirkungen zu anderen Regionen des Körpers, zu den Organen und zur Psyche bestehen. Damit ist die Dorn-Methode mehr als nur eine einfache Wirbelkorrektur, denn sie zeigt einen ganzheitlichen Ansatz zur Behandlung des Menschen, die Körper, Geist und Seele gleichermaßen berücksichtigt. 


Trager-Therapie: die sanfte Alternative zur Massagetherapie

Für Patienten mit Problemen am Bewegungsapparat bietet sich die scho­nende Al­ternative zur üblichen Massageprozedur an, die zudem noch umfassendere Wirkung erzielt. Diese wenig be­kannte Variante aus der großen Auswahl physikali­scher Therapiemethoden wird nach ihrem geistigen Vater, einem amerikani­schen Physiotherapeuten und späteren Arzt Dr. Milton Trager, "Trager-Therapie" ge­nannt.

 

Aktive Körperarbeit statt passiver Massage

Bei der rund anderthalbstündigen Therapie liegt der Patient leicht bekleidet auf einem weich gepolsterten Tisch in ei­ner warmen, angenehmen Umgebung. An­statt die schmerzenden Körperpartien in gewohn­ter Weise mit Muskelkraft zu dehnen, zu klopfen und zu kneten, geht der Therapeut mit Hilfe von sanften Berührungen – etwa Rollen, Schwingen und Schütteln von Hals, Armen und Beinen – auf den jeweiligen Rhythmus ein, jedoch ohne einzugreifen. Das Wesentliche dabei: Durch Tausende leichter, rhythmischer Kontakte können sich tiefsitzende Blockaden auflösen und neue Bewegungsmuster entstehen, verbunden mit einem Gefühl von Leichtigkeit, Freiheit und erhöhter Beweglichkeit. Der Trager-Therapeut versucht, dem Kranken durch die Art seiner Be­rührung in­tuitiv zu ver­mitteln, wie sich die verspannten, schmerzhaften Körperteile gesun­derweise anfüh­len sollten. So lernt das Gehirn, wieder wirklich zu entspannen bis in alle Körpermuskeln hinein.

Tragern hilft bei Kopfschmerzen ebenso wie bei Gelenkbeschwerden. Die Methode, die die NaturaMed Vitalclinic als bisher einzige Klinik in Deutschland prak­tiziert, hat sich bei vielen ver­schiedenen Krankheitsbil­dern als sehr wirkungsvoll er­wiesen. Hierzu zählen u.a.:

Rehabilitation nach chirurgischen Eingriffen oder Unfällen, zum Bei­spiel nach Einsetzen eines künstlichen Hüftge­lenkes oder nach Bandscheibenoperationen

  • Rheuma, Multiple Sklerose, Kinderlähmung
  • Asthma und Lungenerkrankungen
  • Störungen des Stoffwechsels, Immun- oder Hormonsystems
  • Herzrasen, Unruhe, Schlafstörungen, Schwindel
  • Kopf- und Rückenschmerzen

"Wichtig für den Er­folg der Trager-Therapie ist vor al­lem der Lern­prozess beim Patienten, aktiv loszu­lassen", sagt Dr. Mansmann, "und so auf die Be­rührungssignale des Therapeuten mit Entspannung zu reagieren".

Was die Trager-Therapie bewirken kann:

  •      Vertiefung der Atmung
  •      Normalisierung eines gestörten Herzrhythmus
  •      Verbesserte Durchblutung in inneren Organen und der Muskulatur
  •      Anregung des Stoffwechsels
  •      Stimulation des Immunsystems
  •      Regulierung eines gestörten Hormonhaushaltes
  •      Verbesserter Abfluss von Lymphflüssigkeit
  •      Aktivierung der Ausscheidungs- und Entgif­tungsfunktionen
  •      Gewichtsregulation
  •      Schmerzlinderung- oder -befreiung
  •      Aktivierung von Heilungsprozessen im Körper­gewebe
  •      Förderung von Beweglichkeit und Koordination
  •      Selbsterfahrung mit Stärkung des Selbstwert­gefühls und der Lebensfreude
  1. Tag der Rückengesundheit: www.forum-schmerz.de
  2. Aktion gesunder Rücken: www.agr-ev.de
  3. Feldenkrais: www.feldenkrais.de
  4. Dorntherapeutensuche: www.dornfinder.org
  5. Trager Verband Deutschland: www.trager.de
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