Allergien

Eine Allergie ist eine krank machende Überempfindlichkeitsreaktion des Körpers auf bestimmte Stoffe aus der Umwelt. Der Körper hat hier gegen einen harmlosen Stoff eine Immunreaktion gestartet, als ob der Stoff ein gefährlicher Erreger wäre.

Wie bei…

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Durch welche Symptome erkennt man Allergien?

Von einer Allergie können sowohl verschiedene Organe als auch Gewebe betroffen sein: Eine Allergie äußert sich entweder als Hautausschlag (Neurodermitis und "Nesselausschlag" = Urtikaria), Heuschnupfen (Pollinosis), als asthmatische Beschwerden oder…

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Welche Therapie hilft?

Allergiker wollen ein möglichst normales Leben führen, essen, was sie wollen und möglichst wenig Medikamente einnehmen. Die störenden Symptome sollen möglichst gering sein.

Mit moderner Medizin ist dies teilweise zu erreichen. Der Preis dafür kann aber hoch sein, je nach Schwere der Allergie. Insbesondere oral eingenommene Kortisonpräparate können schwere und bleibende Nebenwirkungen auf den ganzen Organismus haben.

Es gilt daher in der Medizin neben einer symptomatischen Behandlung, die Ursachen der Zunahme von Allergien zu verstehen und Fehler der modernen Lebensweise und Kultur zu korrigieren:

Ansatzpunkte wären:

  • weniger keimverarmte Nahrung (schädliche Keime sollen natürlich nicht in unser Essen), also harmlose oder sogar nützliche Mikroorganismen in den Lebensmitteln belassen.
  • keine Überbehütung von Kindern, also ausreichend Kontakt mit ihresgleichen und mit der Umwelt, auch in Form von Keimen und leichten Erkrankungen
  • Gesundes, d.h. „artgerechtes" Wohn-, Lebens- und Arbeitsklima, am besten adaptiert an die verschiedenen Typen und Konstitutionen der Menschen.
  • Reduktion von Umweltbelastungen auf ein nachhaltiges Maß.
  • adäquater Einsatz von medizinischen Maßnahmen, vernünftiger Einsatz von Antibiotika und anderen stark wirksamen und potentiell schädlichen Medikamenten, die den menschlichen Organismus schwächen und die Keimflora negativ verändern können.
  • keine übertriebene Desinfektion
  • ausreichende Zufuhr von gesundheitsfördernder Lebensmittel in ausreichender Qualität und Frische, Tiefkühl- und Dosenkost reduzieren
  • nicht zu jeder Jahreszeit alles kaufen
  • sinnvolle Impfungen durchführen
  • Allergie-Entwicklung früh erkennen und adäquat behandeln
  • Zusammenhänge von Umwelt und allen Lebewesen grundlegend erforschen, Förderung der Umweltmedizin, Erkennen psychosomatischer Zusammenhänge
Naturheilkunde

Allergien werden vermutlich durch ein „unterbeschäftigtes" Immunsystem gefördert und können vermutlich durch eine physiologische Beanspruchung des Immunsystems wieder gebessert werden. In der Evolution der Lebewesen spielte die Parasiten- und Erregerabwehr immer eine große Rolle.

Haustiere schützen

Neuere Untersuchungen weisen darauf hin, dass offensichtlich übertriebene Sauberkeit Auslöser von Allergien sein kann. So zeigen Studien, dass Kinder, die auf dem Land auf bewirtschafteten Bauernhöfen aufwachsen oder mehr als 2 Haustiere haben, von Allergien weniger betroffen sind als als andere. Das gilt auch für Kinder, die viele Kontakte zu anderen Kindern haben.

Die Auswirkungen der Haustierhaltung auf die Allergieentwicklung bei Kindern aus Risikofamilien sind derzeit nicht eindeutig abzuschätzen. Für die Anschaffung von Pelztieren zur Allergievermeidung (insbesondere Katzen) gibt es derzeit keine Empfehlungen!

Parasiten

Auch über Parasiten hat man in diesem Zusammenhang interessante Beobachtungen gemacht: Der Kontakt mit Parasiten wie Würmern scheint eine überschiessende Immunreaktion zu bremsen. Dies wird z.B. bei Colitis ulcerosa und Morbus Crohn, den beiden wichtigsten entzündlichen Darmerkrankungen bereits therapeutisch genutzt: Eine Arbeitsgruppe in den USA hat vielversprechende Ergebnisse mit der Verabreichung von Wurmeiern des Schweinepeitschenwurm Trichuris suis erzielt. Die Eier können sich im im menschlichen Darm zu Würmern entwickeln, gleichzeitig reduziert sich die Entzündung. Doch sterben diese Würmer nach 14 Tagen ab. Dann flammt auch die Entzündungsreaktion wieder auf.

Allergien: Weitere Möglichkeiten zur Vorbeugung

Probiotika

Auf denselben Mechanismus spielen Untersuchungen mit Bakterien an: Die Hygiene-Hypothese besagt, dass ein geringer Kontakt mit Mikroorganismen im frühen Lebensalter Ausgangspunkt für Allergien sein kann. So spielt vermutlich auch die Darmflora eine wichtigere Rolle:

Inzwischen gibt es verschiedene präklinische und klinische Studien, die zeigen konnten, dass Probiotika („lebendige Bakterien“) wie Lactobacillus rhamnosus GG die Darmflora stabilisieren und vor bestimmten Allergien schützen können:

In einer doppelblinden Placebo-kontrollierten Studie wurden Schwangere ausgewählt, die mindestens einen nahen Verwandten (oder Partner) mit atopischem Ekzem, Heuschnupfen oder Asthma hatten („Hochrisikogruppe“). Den Schwangeren wurde vor der Geburt Lactobacillus rhamnosus GG verabreicht. Nach der Geburt wurden den Säuglingen bis 6 Monate lang das Probiotikum gegeben. Kinder in der Probiotika-Gruppe erkrankten bis zum 2. Lebensjahr nur halb so häufig am atopischen Ekzem. Bei der Nachbeobachtung bis zum 4. Lebensjahr zeigte sich, dass der Effekt anhielt.

Leider gibt es auch Studien ohne diesen positiven Effekt. Von offizieller Seite gehören Probiotika daher nicht zu den Empfehlungen.

Ungesättigte Fettsäuren

Auch Fischöl – welches reich an ω-3 ungesättigten langkettigen Fettsäuren ist – soll gegen Allergien schützen. Tatsache ist, dass Enzyme des Körpers aus Omega-3-Fettsäuren Stoffe mit entzündungshemmender, gefäßerweiternder und gerinnungs­hemmender Eigenschaften bilden. Vor allem Asthmatiker können davon profitieren.

Fisch in der Ernährung der schwangeren/stillenden Mutter und dem Kind im ersten Lebensjahr schützt nachweislich vor Allergien.

Patienten mit Neurodermitis bilden zu wenig Hautfett mit dem Bestandteil γ-Linolensäure. Sie ist in Ölen verschiedenen Pflanzen enthalten (Borretschöl - 20% des Öls, Gemeine Nachtkerze 6-14%, Wahlnuss 6%, Hanfsamenöl 2-4%, Schwarzkümmel 0,2%).

 

Hautpflege

Bei Allergien die sich in Ekzemen äußern besteht immer die Gefahr von Infektionen mit andern Krankheitserregern, da die Barriere-Funktion der Haut gestört ist. Es empfiehlt sich hier eine konsequente Pflege der Haut. Zahlreiche pflanzliche Fettsalben mit entzündungshemmenden Bestandteilen sind auf dem Markt. Geeignete Pflanzen wie –

  • Weide (Salix spec.), welche die Entstehung von Entzündungen vermindert.
  • Zaubernuss (Hamamelis virginiana) und Eichenrinde, welche Gerbstoffe enthalten und den Wundverschluß fördert.
  • Lein (Linum usitatissimum), welcher Schleimstoffe enthält die äußerlich wie innerlich entzündungshemmende Umhüllungen bilden 
  • Kamille (Matricaria recutita), welche antiseptisch, entzündungshemmend und beruhigend wirkt
  • Weizenkeim-, Soja- und Maisöl, welche durch Phytosterole entzündungshemmend sind
  • Stiefmütterchen (Viola tricolor) und Bittersüßer Nachtschatten (Solanum dulcamara), welche Saponine enthalten, die wie Kortikoide wirken
  • Produkte mit γ-Linolensäure, welche das fehlende Hautfett ersetzen

 

Phytotherapie

Die Pflanzenheilkunde setzt auf Umstimmung und Entgiftung.

Umstimmend wirken: Bittersüßer Nachtschatten, Brennnessel, Löwenzahn, Stiefmütterchen und Wacholder.

Entgiftend sind so genannte Aquaretika zur Steigerung der Nierenausscheidung und Pflanzen, die die Ausscheidung über Leber, Galle und Darm fördern (z.B. Brennnessel, Goldrute, Kaffeekohle, Leinsamen, Flohsamen, Löwenzahn, Mariendistel, Chlorella)

Links zu Heilpflanzen und Vitalstoffen, die bei Allergien helfen können:

Bei Allergien bewährt hat sich die Behandlung mit:

  • Ernährungstherapie
  • Darmsanierung
  • Entgiftung und Entsäuerung
  • Akupunktur
  • Homöopathie
  • Eigenblut
  • umstimmende und ausleitende Verfahren

Achtung!
Bei Allergikern muss man die verwendeten Pflanzen besonders sorgfältig auswählen.

Pflanzen, die besonders häufig Allergien oder entzündliche Hautreaktionen auslösen, finden  Sie hier:

Nesselausschlag

Der Nesselausschlag zeigt sich als juckende Quaddeln und Bläschen.

Auslösende Pflanzen sind: Korbblütler (Chrysantheme, Kamille, Arnika, Sonnenhut), Lorbeergewächse und Primelgewächse. Der Kontakt mir diesen Pflanzen in Form von Heiltees, Salben oder Kosmetika soll gemieden werden, wenn eine Allergie bekannt ist.

Photodermatitis

Hier rufen die Substanzen nur in Verbindung mit UV-Licht eine Hautreaktion hervor. Meist zeigt sich eine Photodermatitis mit Rötungen, Quaddeln, Juckreiz und Verbrennungsreaktionen.

Auslösende Pflanzen: Bärenklau, Zitrusfrüchte, Engelwurz, Diptam, Feigenbaum, Johanniskraut, Schafgarbe, Karotte, Kerbel, Liebstöckel, Pastinake, Petersilie, Sellerie.

Phytodermatitis

Pflanzen,  Hautreizungen auslösen (Rötungen, Blasen und Pusteln), ohne dass allergische Reaktionen  vorliegen: Osterglocken, Tulpen, Hyazinthen, Arnostab, Hahnenfußgewächse, Wolfsmilchgewächse, Brennnessel, Agave.

Schulmedizin

Das wichtigste bei der Allergiebehandlung ist die Vermeidung der allergieauslösenden Substanzen.

Durch verschiedene Medikamente (Antihistaminka, Kortisone) kann die Reaktion des Körpers auf die Allergie unterdrückt werden. Diese Medikamente müssen regelmäßig eingenommen werden, da sie nicht die Ursache der Allergie bekämpfen, sondern nur die Symptome unterdrücken. Kortinsone können erhebliche Nebenwirkungen haben. Inhalative Kortikoide sind bei richtiger Anwendung meist weniger gefährlich.

Da ein anaphylaktischer Schock lebensbedrohlich sein kann, müssen Patienten bei bestimmten Allergietypen (z.B. Wespen- bzw. Bienenallergie) immer eine Notfallausrüstung dabei haben. Dazu gehören meist ein Spray zum Inhalieren, Kortison und ein Medikament, das antiallergisch wirkt (Antihistaminikum).

Durch die Hyposensibilisierung wird versucht, den Körper weniger empfindlich gegen den Auslöser zu machen. Dabei wird die allergieauslösende Substanz in sehr verdünnter Konzentration unter die Haut gespritzt oder geschluckt. Im Verlauf der Behandlung wird die Konzentration dieser Substanz gesteigert. Dadurch soll der Körper eine Toleranz entwickeln. Nach abgeschlossener Behandlung prüft der Arzt durch Allergieexposition, ob Sie tatsächlich eine Toleranz entwickelt haben.

Zur Behandlung der Symptome einer Allergie werden folgende Stoffe gegeben: Fexofenadin, Ranitidin, Kortison äußerlich/innerlich, Doxepin