Blähungen
Beschreibung
Blähungen zählt man zu den Verdauungsstörungen - Dyspepsien oder dyspeptische Beschwerden - ebenso wie Verstopfung (Obstipation), Reizdarm, Reizmagen, Schmerzen im Oberbauch, Völlegefühl, Sodbrennen, Übelkeit und Erbrechen.
Meist handelt es sich bei Blähungen um eine harmlose oder vorübergehende Störung, die in Verbindung mit bestimmten Nahrungsmitteln – wie zum Beispiel Zwiebeln, Bohnen oder Sauerkraut – auftreten. Seltener stehen dahinter Erkrankungen des Magen-Darmtrakts wie Reizmagen und -darm, Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse, der Leber, der Galle oder des Herzens. In diesen Fällen treten die Beschwerden zusammen mit anderen Schmerzen und Symptomen auf. Dann sollten Sie einen Arzt aufsuchen und die Ursache abklären lassen.
In diesem Artikel werden Blähungen beschrieben, die durch Verdauungsstörungen entstehen.
Häufigkeit
Blähungen sind außerordentlich häufig und praktisch eine Volkskrankheit. Bei Kindern, insbesondere Kleinkindern, können sie zu unruhigen Nächten führen und für alle Beteiligten sehr anstrengend werden.
Gastritol
bei Magen- und Darmbeschwerden
Hepacyn Frischpflanzen-Artischocke
gegen Völlegefühl, Magendruck und Blähbauch
Lebenstropfen N
bei Unwohlsein und Verdauungsproblemen
Mutaflor
bei Neurodermitis und Reizdarm
Wichtig ist das Abgehen der Luft. Vom medizinischen Standpunkt aus ist daher Pupsen sowie Aufstoßen erlaubt.
Allgemein zu empfehlen ist eine gesunde und abwechslungsreiche Ernährung.
Bitte beachten Sie
Alle länger anhaltenden Beschwerden im Magen-Darmtrakt müssen gründlich abgeklärt werden. Dabei sollen entzündliche, organische sowie bösartige Erkrankungen ausgeschlossen werden.
Pflanzenheilkunde
Gegen Blähungen setzt man vorwiegend Karminativa ein. Das sind Heilpflanzen wie Fenchel, Anis oder Kümmel, die gegen Gärung und Darmkrämpfe wirken und die Verdauung fördern.
Die meisten Pflanzen haben mehr als eine Wirkung, so dass sie überlappende Anwendungsgebiete haben.
Blähungen mit Völlegefühl und aufgetriebenem Bauch nach dem Essen:
Besonders effektiv gegen Blähungen wirken Fenchelsamen. Neben der entblähenden Wirkung vermindern die ätherischen Öle im Fenchel Krämpfe und wirken anregend auf die Verdauung. Fenchel ist in verschiedenen blähungs-lindernden Tees enthalten.
Weitere Pflanzen, die mit dem Fenchel verwandt sind, wirken ähnlich. Besonders bekannt sind: Anis, Kümmel, Koriander. Auch hier werden die Samen eingesetzt. Sie können nach dem Essen gekaut oder auch als Tee zubereitet werden. Gut sind auch Curcuma (Gelbwurzel) und die unten aufgeführten Bitterstoffe (Amara).
Daneben verwendet man Melissenblätter oder verschiedene Pfefferminzpräparate, wie das Öl oder der Tee aus den Blättern.
Blähungen mit schnell eintretenden Sättigungsgefühl, Appetitlosigkeit und Übelkeit:
Hier sollten Therapeutika verwendet werden, die die Bewegung des Darms anregen sowie die Verdauung. Es eignen sich Präparate mit vielen Bitterstoffen (Amara): Andornkraut, Artischocke, Bitterklee, Chinarinde, Condurangorinde, Enzianwurzel, Isländisch Moos, Löwenzahnwurzel, Orangenschalen, Schafgarbenkraut/-blüten, Tausendgüldenkraut, Afrikanische Teufelskralle, Wegwartenwurzel. Wermutkraut kann ebenso erleichternd wirken, jedoch darf es wegen des enthaltenen Nervengifts Thujon nicht in zu hohen Dosen zugeführt werden. Besonders vorsichtig sollte man mit den alkoholischen Auszügen des Wermuts sein. Pro Tag sollte man höchstens drei Tassen Wermuttee trinken.
Daneben kann man Ingwer, Galgant, Ceylon-Zimtrinde und Pomeranzenschalen einsetzen.
Schmerzhafte Blähungen mit Krämpfen:
Bei Schmerzen treten neben der Luft auch Krämpfe der Muskulatur auf. Hier setzt man Pflanzen ein, die entkrampfend wirken wie Kamillenblüten, Anisfrüchte, Dillfrüchte, Fenchel, Kalmus, Minzöl, Pfefferminze, Pomeranzenschalen, Schafgarbe, Galgant, Wermutkraut oder Zimtrinde. Auch Baldriantropfen mit Kümmelöl entspannen.
Säuglinge – Dreimonatskoliken
Hier können Massagen mit verschiedenen Ölen Erleichterung bringen. Legen Sie den Säugling auf den Rücken und massieren Sie im Uhrzeigersinn den Bauch. Kümmel - oder Kamillenöl haben sich hier bewährt.
Gestörte Darmflora
Ist eine gestörte Darmflora die Ursache der Beschwerden, helfen Probiotika. Im Handel sind zahlreiche Bakterien und Hefen in Tablettenform.
Links zu Heilpflanzen und Vitalstoffen, die bei Blähungen helfen können:
Lebensführung
Reduzieren Sie Schadstoffe wie Alkohol, Koffein und Nikotin und meiden Sie "Fast Food". Trinken Sie zum Essen nur wenig. Größere Mengen Flüssigkeit sollten Sie frühestens eine halbe Stunde nach dem Essen aufnehmen. Auch chemische Stoffen können die Darmflora stören. Nehmen Sie daher chemische Medikamente nur, wenn unbedingt nötig.
Allgemein zu empfehlen ist eine gesunde und abwechslungsreiche Ernährung. Doch beachten Sie: Ballaststoffe werden im Darm nicht durch körpereigene Enzyme zersetzt, sondern durch Mikroorganismen. Eine Vollwertkost mit viel Obst und Gemüse kann daher bei bestimmten Personen blähend wirken. Besser verträglich ist meist gekochtes Gemüse.
Besonders blähend sind Speisen wie frisches Brot, Bohnen, Erbsen, Linsen, Zwiebeln, Kohl. Zu reichliche, zu fette Kost kann ebenso wirken. Meiden Sie auch übermäßig Süßes oder kohlensäurehaltige Getränke. Sahne, Schaumspeisen und Softeis enthalten ebenfalls viel Gas.
Eventuell vertragen Sie bestimmte Nahrungsmittel nicht. Helfen Sie sich selbst, indem Sie beobachten, welche Nahrungsmittel die Beschwerden auslösen und lassen Sie diese in Zukunft weg.
Häufige Erscheinungen sind die Milchunverträglichkeit (Laktoseintoleranz) oder die Klebereiweißunverträglichkeit (Zöliakie, Sprue). Personen mit diesen Beschwerden sind allergisch gegen bestimmte Getreidesorten (wie Weizen und Roggen). Stärkequellen wie Reis, Mais, Hirse, Kartoffeln, Kastanien, Süßlupine werden aber gut vertragen.
Viele der genannten Heilpflanzen können auch als Gewürze eingesetzt werden. Würzen Sie blähende Gerichte passend: Koriandersamen schmecken z.B. zu frischem Brot, Kümmel zu Sauerkraut oder zu Zwiebel-Bratkartoffeln und Curcuma zu Gemüse.
Versuchen Sie in Ruhe zu Essen und Stress sowie andere Belastungen wenigstens in dieser Zeit außen vor zu lassen. Achten Sie darauf, die Nahrung gut einzuspeicheln, gut zu kauen und langsam zu essen und zu trinken. Mehrere kleine Mahlzeiten sind besser als eine große.
Bei psychisch bedingten Bauchkrämpfen kann auch eine entsprechende psychotherapeutische Beratung helfen.
Vor allem bei Kindern kann Wärme durch Bettruhe oder feuchtwarme Umschläge lindernd wirken. Viel Bewegung und Sport regt die Darmbewegung an und fördert das Abgehen der Luft.
