Blähungen

Ursachen

Es gibt eine Reihe von Ursachen für Blähungen. Sie können mehr oder weniger harmlos sein oder auf eine schwerwiegende Erkrankung hindeuten.

Harmlose Ursachen

Kaffee ruft des öfteren Blähungen hervor oder beschleunigt den Stuhlgang. Oft wird beim Essen bzw. Trinken Luft "geschluckt" (Aerophagie). Auch durch den Genuss von kohlensäurehaltigen Getränken wird Gas aufgenommen, welches dann im Darmtrakt freigesetzt wird.

Beim Verdauungsvorgang kann durch Mikroorganismen im Darm Gas entstehen. Dies ist der Fall, wenn der Magensaft und das Sekret der Bauchspeicheldrüse nicht für die Verdauung ausreichen. Dann wird das Eiweiß im Darm durch Bakterien zersetzt und es entstehen übelriechende Gase. Die Gärungsdyspepsie ist dem sehr ähnlich. Hier können bestimmte Kohlenhydrate wie die Ballaststoffe, nicht aufgeschlossen werden. Sie gehen durch die bakterielle Aktivität in Gärung mit Gasproduktion über. Ebenso können bestimmte Zucker (Sacharide) zu Blähungen führen. Besonders häufig ist dies der Fall bei Milchzucker (Laktose), Fruchtzucker (Fructose), Sorbit, Xylit und Maltit.  

Diese nicht ausreichende Verdauung nennt man auch Malassimilation. Dazu gehört die Maldigestion, bei der die Nahrung nicht ausreichend aufgeschlossen wird, sowie die Malabsorption, bei der die Nährstoffe nicht vollständig aufgenommen werden. Die Ursachen für diese Erkrankungen können im Magen, Bauchspeicheldrüse, Leber oder Gallenwege und im Darm selbst liegen.

Auch ein Reizdarm-Syndrom kann sich mit Flatulenz äußern.

Stressfaktoren können zu Verspannungen der Muskeln führen, wodurch das Entweichen der Gase behindert wird und Schmerzen auftreten.

Schwerwiegendere Erkrankungen mit Blähungen sind:

  • die Glutenunverträglichkeit (Sprue, Zöliakie), eine Unverträglichkeit mit allergischer Reaktion auf das Klebereiweiß von Getreiden
  • Milcheiweißallergie
  • akuter Brechdurchfall  bei einer Gastroenteritis durch verschiedene Erreger wie Salmonella enteritdis, Campylobacter jejuni, Yersinia enterocolitica, Shigella dysenteria (Erreger der Ruhr), Salmonella typhi (Erreger von Typhus)
  • Darmverschluss (Ileus)
  • Bauchfellentzündung (Peritonitis),
  • Herzschwäche (Herzinsuffizienz) oder
  • Leberzirrhose (irreversibler, bindegewebiger Umbau der Leber, der letztlich zum Funktionsverlust führt, ausgelöst durch Alkoholmissbrauch oder Leberentzündungen).

Bei den aufgezählten schweren Erkrankungen zeigen sich aber noch weitere Anzeichen wie Durchfall, Gewichtsverlust, Fieber, Schüttelfrost, Hautausschläge, Schmerzen im Bauch, bei Herzschwäche Herzbeschwerden und Ödeme, bei Leberzirrhose Gelbfärbung der Augen, Infekt- und Blutungsanfälligkeit sowie  andere Beschwerden und Symptome.

Welche Therapie hilft?
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Wichtig ist das Abgehen der Luft. Vom medizinischen Standpunkt aus ist daher  Pupsen sowie Aufstoßen erlaubt.

Allgemein zu empfehlen ist eine gesunde und abwechslungsreiche Ernährung.

Bitte beachten Sie

Alle länger anhaltenden Beschwerden im Magen-Darmtrakt müssen gründlich abgeklärt werden. Dabei sollen entzündliche, organische sowie bösartige Erkrankungen ausgeschlossen werden.

Naturheilkunde

Pflanzenheilkunde

Gegen Blähungen setzt man vorwiegend Karminativa ein. Das sind Heilpflanzen wie Fenchel, Anis oder Kümmel, die gegen Gärung und Darmkrämpfe wirken und die Verdauung fördern.

Die meisten Pflanzen haben mehr als eine Wirkung, so dass sie überlappende Anwendungsgebiete haben.

Blähungen mit Völlegefühl und aufgetriebenem Bauch nach dem Essen:

Besonders effektiv gegen Blähungen wirken Fenchelsamen. Neben der entblähenden Wirkung vermindern die ätherischen Öle im Fenchel Krämpfe und wirken anregend auf die Verdauung. Fenchel ist in verschiedenen blähungs-lindernden Tees enthalten.

Weitere Pflanzen, die mit dem Fenchel verwandt sind, wirken ähnlich. Besonders bekannt sind: Anis, Kümmel, Koriander. Auch hier werden die Samen eingesetzt. Sie können nach dem Essen gekaut oder auch als Tee zubereitet werden. Gut sind auch Curcuma (Gelbwurzel) und die unten aufgeführten Bitterstoffe (Amara).

Daneben verwendet man Melissenblätter oder verschiedene Pfefferminzpräparate, wie das Öl oder der Tee aus den Blättern.

Blähungen mit schnell eintretenden Sättigungsgefühl, Appetitlosigkeit und Übelkeit:

Hier sollten Therapeutika verwendet werden, die die Bewegung des Darms anregen sowie die Verdauung. Es eignen sich Präparate mit vielen Bitterstoffen (Amara): Andornkraut, Artischocke, Bitterklee, Chinarinde, Condurangorinde, Enzianwurzel, Isländisch Moos, Löwenzahnwurzel, Orangenschalen, Schafgarbenkraut/-blüten, Tausendgüldenkraut, Afrikanische Teufelskralle, Wegwartenwurzel. Wermutkraut kann ebenso erleichternd wirken, jedoch darf es wegen des enthaltenen Nervengifts Thujon nicht in zu hohen Dosen zugeführt werden. Besonders vorsichtig sollte man mit den alkoholischen Auszügen des Wermuts sein. Pro Tag sollte man höchstens drei Tassen Wermuttee trinken.

Daneben kann man Ingwer, Galgant, Ceylon-Zimtrinde und Pomeranzenschalen einsetzen.

Schmerzhafte Blähungen mit Krämpfen:

Bei Schmerzen treten neben der Luft auch Krämpfe der Muskulatur auf. Hier setzt man Pflanzen ein, die entkrampfend wirken wie Kamillenblüten, Anisfrüchte, Dillfrüchte, Fenchel, Kalmus, Minzöl, Pfefferminze, Pomeranzenschalen, Schafgarbe, Galgant, Wermutkraut oder Zimtrinde. Auch Baldriantropfen mit Kümmelöl entspannen.

Säuglinge – Dreimonatskoliken

Hier können Massagen mit verschiedenen Ölen Erleichterung bringen. Legen Sie den Säugling auf den Rücken und massieren Sie im Uhrzeigersinn den Bauch. Kümmel - oder Kamillenöl haben sich hier bewährt.

Gestörte Darmflora

Ist eine gestörte Darmflora die Ursache der Beschwerden, helfen Probiotika. Im Handel sind zahlreiche Bakterien und Hefen in Tablettenform.

Lebensführung
Reduzieren Sie Schadstoffe wie Alkohol, Koffein und Nikotin und meiden Sie "Fast Food". Trinken Sie zum Essen nur wenig. Größere Mengen Flüssigkeit sollten Sie frühestens eine halbe Stunde nach dem Essen aufnehmen. Auch chemische Stoffen können die Darmflora stören. Nehmen Sie daher chemische Medikamente nur, wenn unbedingt nötig.

Allgemein zu empfehlen ist eine gesunde und abwechslungsreiche Ernährung. Doch beachten Sie: Ballaststoffe werden im Darm nicht durch körpereigene Enzyme zersetzt, sondern durch Mikroorganismen. Eine Vollwertkost mit viel Obst und Gemüse kann daher bei bestimmten Personen blähend wirken. Besser verträglich ist meist gekochtes Gemüse.

Besonders blähend sind Speisen wie frisches Brot, Bohnen, Erbsen, Linsen, Zwiebeln, Kohl. Zu reichliche, zu fette Kost kann ebenso wirken. Meiden Sie auch übermäßig Süßes oder kohlensäurehaltige Getränke. Sahne, Schaumspeisen und Softeis enthalten ebenfalls viel Gas.

Eventuell vertragen Sie bestimmte Nahrungsmittel nicht. Helfen Sie sich selbst, indem Sie beobachten, welche Nahrungsmittel die Beschwerden auslösen und lassen Sie diese in Zukunft weg.

Häufige Erscheinungen sind die Milchunverträglichkeit (Laktoseintoleranz) oder die Klebereiweißunverträglichkeit (Zöliakie, Sprue). Personen mit diesen Beschwerden sind allergisch gegen bestimmte Getreidesorten (wie Weizen und Roggen). Stärkequellen  wie Reis, Mais, Hirse, Kartoffeln, Kastanien, Süßlupine werden aber gut vertragen.

Viele der genannten Heilpflanzen können auch als Gewürze eingesetzt werden. Würzen Sie blähende Gerichte passend: Koriandersamen schmecken z.B. zu frischem Brot, Kümmel zu Sauerkraut oder zu Zwiebel-Bratkartoffeln und Curcuma zu Gemüse.

Versuchen Sie in Ruhe zu Essen und Stress sowie andere Belastungen wenigstens in dieser Zeit außen vor zu lassen. Achten Sie darauf, die Nahrung gut einzuspeicheln, gut zu kauen und langsam zu essen und zu trinken. Mehrere kleine Mahlzeiten sind besser als eine große.

Bei psychisch bedingten Bauchkrämpfen kann auch eine entsprechende psychotherapeutische Beratung helfen.

Vor allem bei Kindern kann Wärme durch Bettruhe oder feuchtwarme Umschläge lindernd wirken. Viel Bewegung und Sport regt die Darmbewegung an und fördert das Abgehen der Luft.

Schulmedizin

Bei Blähungen werden Präparate eingesetzt, die Luftbläschen auflösen und die Wirkstoffe Dimeticon oder Simeticon enthalten.