Durchfall
Wenn mehr als drei Mal pro Tag flüssiger Stuhlgang mit heftigem Stuhldrang auftritt, spricht man von Durchfall oder Diarrhö. Die Auslöser sind sehr unterschiedlich. Eine nicht ausreichende Verdauung oder entzündliche Vorgänge im Darm sowie…
Durch welche Symptome erkennt man Durchfall?
Magen-Darm-Infektion/Magen-Darm-Grippe
Neben den Durchfällen sind weitere Symptome einer Magen-Darm-Infektion häufig Übelkeit, Erbrechen und Appetitlosigkeit. Auch kolikartige Schmerzen und Bauchkrämpfe können hinzukommen. Die Intensität der…
Diarrhoesan
bei Durchfall
Flosine Balance
bei Verstopfung und Reizdarm
Yomogi
bei akuten Durchfällen und Akne
Der Durchfall wird je nach Schwere und Ursache behandelt, in leichten Fällen genügen Kapseln mit dem Hefepilz Saccharomyces boulardii und orale Rehydratationslösungen (siehe Rezept unten, auch als Fertigprodukte erhältlich).
Am wichtigsten ist es, der Austrocknung entgegen zu wirken. Dazu sollte viel Flüssigkeit, mit Mineralien und Zucker angereichert, getrunken werden. Zucker hilft Flüssigkeit besser zu absorbieren, Mineralien (Kalium, Natrium und andere) ersetzen die durch Diarrhoe verlorenen Stoffe.
Zu Beginn keine festen Speisen essen, auch keine Milch. Vom zweiten Tag an sind Schleimsuppen erlaubt. Hat sich der Darm beruhigt, können Sie langsam wieder zur Normalkost übergehen.
Selbsthilfe des Körpers
Durchfall ist eine natürliche Reaktion des Körpers, um Giftstoffe auszuscheiden. Es ist deshalb in erster Linie wichtig, diesen Ausscheidungsprozess auch bis zu einem gewissen Grad zuzulassen und nicht sofort die Darmbewegung durch chemische Medikamente anzuhalten.
Aber wichtig: Bei Durchfall länger als 3-4 Tage unbedingt medizinischen Rat suchen!
Phytotherapie
Gut wirksam ist Blutwurz (Potentilla erecta), eine Heilpflanze mit hohem Gerbstoffanteil und verschiedene Fertigpräparate mit Gerbstoffen. Ein Tee zu gleichen Teilen aus Gänsefingerkraut (Potentilla anserina) und Wurzeln der Blutwurz (synonym: Tomentillwurzel) beseitigt Krämpfe und Koliken im Magen- und Darmbereich.
Bei schwerem Durchfall kann es vorkommen, dass der Körper selbst die Aufnahme von klarem Wasser verweigert. Tee, besonders Kamille, kann da sehr hilfreich sein, den Magen-Darm-Trakt zu beruhigen, um so wieder Flüssigkeit aufzunehmen.
Heidelbeeren: Mehrmals täglich 1 Teelöffel getrocknete Heidelbeeren zerkauen - sie haben keimtötende, entzündungshemmende Eigenschaften.
Früchte des Johannisbrotbaums (Pulverform): Sie sind sehr nährstoffreich und haben eine spezifische Wirkung bei Durchfall.
Quellstoffe (Leinsamen, Flohsamen, geriebene Äpfel, Karottensuppe) nehmen die überschüssige Flüssigkeit auf und sollen auch Toxine binden. Besonders effektiv werden Giftstoffe durch Kaffeekohle absorbiert.
Elektrolytlösung für den Hausgebrauch
Eine hilfreiche Elektrolytlösung für den Hausgebrauch besteht aus 1 Teelöffel Kochsalz, 8 Teelöffel Zucker/Traubenzucker in 1 Liter sauberes (frisch abgekochtes) Wasser, für den Geschmack wird das Getränk mit etwas Orangensaft abgeschmeckt.
Die Weltgesundheitsorganisation WHO empfiehlt folgende Zutaten auf 1 Liter Wasser:
- 4 nicht gehäufte Teelöffel Zucker (20g Glukose)
- 3/4 Teelöffel Salz (3,5g NaCl)
- 1 Teelöffel Bicarbonat/Soda (2,5g NaHCO3)
- 1 Becher Orangensaft (oder 1,5g KCl).
Mit dieser Mixtur werden Elektrolythaushalt und Flüssigkeitsbedarf am besten wiederhergestellt. Kalium sollte zugefügt werden, da es bei Durchfall mit verloren geht und da ein Mangel zu Störungen der Herz-, Muskel- und Darmfunktion führt.
Ernährung vom zweiten Tag an
Zerdrückte Bananen und geriebener Apfel bei Appetit sind einfache, natürliche und leichtverdauliche Nahrungsmittel ohne Fett und deshalb gut geeignet, um die Ernährung zu beginnen.
Ebenfalls ist ein Reisschleim sehr gut verdaulich. Hierbei wird Reis mit viel Wasser solange gekocht, bis die Struktur des Reiskorns vollständig aufgelöst ist. Zugabe von etwas Salz und/oder einer einfachen Sojasauce können dem Geschmack etwas nachhelfen. Auch geriebene Äpfel und ein Mus aus gedünsteten Karotten ist geeignet.
Gut ist schwarzer Tee (Gerbstoffe) mit Zucker (direkte Ernährung der gestressten Darmzellen), wegen des Koffeingehalts jedoch nur bis 15.00 Uhr nachmittags.
Nicht zugeführt werden sollte Milch und Cola, Fettes.
Aktivkohle bindet und deaktiviert Gifte (z.B. bei Medikamenten- und Pflanzenvergiftungen), ist frei erhältlich und praktisch unverderblich. Es sind aber einige Gramm Kohle notwendig um bei einem akuten Durchfall zu helfen. Effekte sind schwach, bei Vergiftung mit Bakterientoxinen („Lebensmittelvergiftung") kann eine Linderung eintreten.
Loperamidhydrochlorid wirkt rein symptomatisch Durchfall-vermindernd, verlängert aber die Verweildauer von aggressiven Bakterien und sollte daher nur zeitlich begrenzt und mit Vorsicht eingesetzt werden.
In schweren Fällen sind bei bestimmten Durchfallformen Antibiotika (nur nach Konsultation eines Arztes) notwendig, besonders bei schweren Salmonellen-, Yersinien-, Campylobacterfällen u.a. und bei der sog. pseudomembranösen Enterokolitis, einer lebendsbedrohlichen Infektion mit Clostridium difficile, die nach Behandlung mit bestimmten Antibiotika auftreten kann und ironischerweise nur antibiotisch geheilt werden kann.

