Dystonie, vegetative

Vegetative Dystonie wird auch als neurovegetative Dystonie, psychogene Störung, funktionelle Störung, allgemeines psychosomatisches Syndrom, Nervenschwäche, Neurasthenie oder Nervosität bezeichnet. Die vegetative Dystonie (dys=fehlreguliert;…

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Durch welche Symptome erkennt man Dystonie, vegetative?

Es liegen jeweils Symptome einer Störung (Dysregulation) des vegetativen Nervensystems vor. Dieses entfaltet im ganzen Körper seine Aktivität, daher gibt es fast kein Symptom, das auf diesem…

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Behandlung bei Dystonie, vegetative: Naturheilkunde und Hausmittel

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Moderne Ärzte fordern häufig eine neue Auffassung von Gesundheit und Heilkunst, welche die Erkenntnisse der klassischen, „wissenschaftlichen“ Medizin und der jahrtausende alten Erfahrungsheilkunde kombiniert. Menschen sind als Einheit von Psyche, Seele und Körper zu begreifen. Jede seelische Erschütterung kann Spuren und Folgen im Körperlichen hinterlassen und umgekehrt. Therapien sollten nicht die warnenden Störsymptome des Körpers zudecken, sondern auf diese eingehen, die Ursachen der Störungen erkennen und ein entsprechend gesundes Leben fördern. Die Naturheiltherapie möchte unter anderem die Lebenskraft und die Selbstheilungskraft des Patienten anregen.

Im Allgemeinen kann der Arzt damit am besten helfen, indem er ein verständnisvolles Gespräch führt, Maßnahmen zur Harmonisierung der Lebensführung gibt und leichte (pflanzliche) Beruhigungsmittel verordnet. Wenn die Symptome länger als zwei Wochen anhalten, sollte eine Beratung über das Angebot entspannender, körperlicher und seelischer Therapiemöglichkeiten durchgeführt werden. Falls das nicht genügt, ist das gesamte Repertoire der Naturheilkunde anzuwenden. Erst wenn auch dies nicht in angemessener Zeit (z.B. vier Wochen) zum Erfolg führt, sollte über eine Überweisung zur Psychotherapie gemeinsam nachgedacht werden. Achtung: Dies kann der Patient nur akzeptieren, wenn er dies nicht als (erneute) Zurückweisung oder als Unfähigkeitszeugnis erlebt, vielmehr sollte Arzt und Patient gemeinsam die sinnvollen, nicht endgültigen Schritt überlegten und eine  vertrauensvolle Arzt-Patienten-Beziehung auf Augenhöhe pflegen.

Letztlich definieren Patienten ihre „Gesundheit“ sehr unterschiedlich und es sind auch meist  nur individuell angepasste Therapien sinnvoll. Dieses intensive Eingehen auf den einzelnen Menschen ist wohl die größte Stärke der alternativen Medizin und der Naturheilverfahren. Sie ist sind hier die Methoden der Wahl.

 
Basistherapien sind

·        körperliches Training ·        geistiges Training ·        Ordnungstherapie unter Einschaltung angemessener Ruhepausen ·        Entspannungsverfahren.

Naturheilkunde

Phytotherapie
Phytopharmaka eignen sich gut zur Behandlung von vegetativen Störungen. Sie haben darüber hinaus keine schweren Nebenwirkungen und machen nicht abhängig.

Vegetative Dystonie: Welche Phytopharmaka helfen?

  • Baldrian ist beruhigend bei Unruhezuständen, dämpft die Erregung und fördert die Schlafbereitschaft bei nervösen Einschlafstörungen, reduziert nächtliches Aufwachen und verbessert auch die Tagesbefindlichkeit. Er wirkt krampflösend und entspannend bei Gastritis, Reizblase und Bettnässen.
  • Hopfenextrakt ist beruhigend bei Unruhe, Angstzuständen, fördert Speichel- und Magensaftproduktion bei nervöser Appetitlosigkeit und nervösen Magenproblemen, reduziert Beschwerden bei Reizblase und Bettnässen.
  • Passionsblume bei nervöser Unruhe ist angstlösend, schlafanstoßend und wirkt auf die unbewusst gesteuerte Muskulatur (z.B. den Darm) krampflösend.
  • Melisse wirkt bei Magen-Darmstörungen blähungslindernd und krampflösend, antiviral, antibakteriell. Es wirkt beruhigend bei nervös bedingten Einschlafstörungen.
  • Lavendel ist innerlich bei Magen-Darmstörungen blähungslindernd und krampflösend sowie gallentreibend; lindert funktionelle Oberbauchbeschwerden, Unruhe und Einschlafstörungen. Lavendelöl wirkt als Bad bei Kreislaufstörungen.
  • Johanniskrautextrakt beeinflusst den Stoffwechsel neuraler Botenstoffe und ihrer Rezeptoren im Gehirn. Innere Anwendung erfolgt bei depressiven Verstimmungszuständen, psychovegetativen Störungen und Verdauungsbeschwerden äußerlich auch bei Verletzungen und Myalgien.

Links zu Heilpflanzen und Vitalstoffen, die bei Dystonie, vegetative helfen können:

Ordnungstherapie
Es führt kein Weg an einer Würdigung der jeweiligen Körperkonstitution des Einzelnen und seiner Bedürfnisse vorbei. Durch Training lassen sich vorhandene (Über-) Empfindlichkeiten, in einem bestimmten Maß, verringern.

Sicher ist, dass praktisch alle Krankheitsprozesse günstig beeinflusst werden, wenn ein seelisches und nervliches Gleichgewicht herrscht. Innere Ruhe unterstützt jeden Heilungsprozess.

Die Grundproblematik der modernen Lebensweise kann nicht immer behoben werden. Symptome, wie sie oben beschrieben wurden, sollten ein Anlass zum Überdenken Ihres gesamten Lebensstils sein. Beantworten Sie für sich Fragen wie:

  • Warum genau tue ich das alles?
  • Muss das wirklich alles genau so sein?
  • Was will mein Körper dadurch mitteilen?
  • Welchen Wunsch drückt meine Seele damit aus?
  • Muss das sofort und so schnell gemacht werden?
  • Wie lange kann ich diesen Lebensstil weiterführen?

Das sind Fragen, die oft nur den Beginn  einer Selbstanalyse darstellen. Sie können Einstieg in eine langfristige Arbeit an der Persönlichkeit sein, die das Leben bereichern kann. Jede körperliche Behandlung kann davon profitieren.

Die Ordnungstherapie setzt ihren Schwerpunkt auf einen geregelten Tagesablauf mit Aktivitäts- und Ruhephasen. Die Phasen sollen sich ergänzen und abwechseln und die Psyche als auch den Körper einbeziehen. Hauptziel dürfte es sein, sich sich sein Leben so einzurichten, dass Freundeskreis, Partnerschaft, Arbeitswelt so gut wie möglich zur eigenen Konstitution passen, wenn das auch oft nicht einfach ist und Zeit braucht.

Durch diese äußerlich hergestellte Ordnung soll auch das Fließgleichgewicht des Systems „Körper“ erhalten und gefestigt werden, damit Störungen von außen nicht so schnell zu spürbaren Störungen der Körperregulation führen. Besonders geeignet sind entspannende Verfahren wie Yoga, Progressive Körperentspannung nach Jacobson und andere körperorientierte Übungsmethoden, da hier eine Normalisierung und Beherrschung der körperlichen Reaktionen geübt wird.

Orthomolekulare Medizin

Eine gute Versorgung mit Mineralien, Antioxidantien und Spurenelementen ist ebenfalls wichtig. Dabei ist eine vernünftige Dosierung zu wählen und eine Überdosierung zu vermeiden.

 

Homöopathie und Traditionelle chinesische Medizin
Diese alternativ ausgerichtete Heilmethoden teilen nach Knochen-, Muskelbau und Temperament in verschiedene konstitutionelle „Typen“ ein und empfiehlt ihnen ganz gezielt verschiedene Therapien. Dabei können mehrere Therapieverfahren miteinander kombiniert werden.

Typen und Therapien
Bei Menschen mit betontem Knochen und Muskelbau sowie verhaltenem Temperament werden Ab- und Ausleitungsverfahren empfohlen. Auch eine „säfteverdünnende“ Phytotherapie mit körperorientierter Psychotherapie wie Autogenes Training, Progressive Muskelrelaxation und Bioenergetik sind angemessen.

Bei einem grazilen Körper, einer schmale Erscheinung mit dünnen Haare und zarter Haut, einem scheu, nach innen gekehrt und distanzierten Temperament würde man eher sanfte zu Anwendungen, Osteopathie, Atemtherapie und Bach-Blütentherapie raten. Auch eine Psychotherapie zur Lösung von festgefahrenen Verhaltensmustern kann hier helfen.

Ist der Körperbau gedrungen, das Naturell aufgeschlossen und gesellig, aber auch wankelmütig, mit wechselnden Stimmungen sollen ausgleichende therapeutische Maßnahmen eingesetzt werden: Akupunktur, Akupressur, Fußreflexzonenmassage, Kneippanwendungen und Hydrotherapie sollen erfahrungsgemäß helfen.

Schulmedizin

Patienten mit funktionalen Beschwerden suchen in den meisten Fällen einen Allgemeinmediziner auf. Zunächst steht eine angemessene aber gründliche Untersuchung im Vordergrund. Dabei soll ein übertriebener apparativer Aufwand vermieden werden, er belastet das Budget und verzögert eine angemessene ganzheitliche/psychotherapeutische Behandlung. Damit besteht die Gefahr der Chronifizierung der Beschwerden. Dies ist ein Drahtseilakt, der oft nicht zur Zufriedenheit der Beteiligten abläuft.

Besonders wichtig in diesem Zusammenhang ist es auch, dass der Arzt den Patienten mit seinen Beschwerden ernst nimmt. Keinesfalls sollte der Patient mit Bagatellisierungen oder oberflächlichen Aufheiterungen abgefertigt werden. Vielmehr sind die Beschwerden des Patienten Hilferufe, die aber – völlig ungewollt – in die falsche Richtung führen beziehungsweise, eher vom Arzt falsch „gelesen“ werden.