Vegetative Dystonie

Wenn das vegetative Nervensystem gestört ist

Unter einer vegetativen Dystonie (dys = fehlreguliert; tonus = Spannung) versteht man ein sehr veränderliches Krankheitsbild, dessen Ursachen in einer gesteigerten Erregbarkeit des vegetativen Nervensystems liegen. Das betrifft also jene Nerven, die nicht willkürlich ansteuerbar sind.

Patienten mit vegetativer Dystonie kommen mit unterschiedlichen Beschwerden zum Arzt. Die Störung im Nervensystem kann in jedes Körperteil ausstrahlen und so von Reizblase über Schwindelgefühle bis hin zu Magen-Darm-Beschwerden viele Symptome haben. Menschen, die unter vegetativer Dystonie leiden, reagieren überdurchschnittlich sensibel und empfindlich auf Stress und andere Einflüsse des Lebens.

Dieses Krankheitsbild wurde lange nicht besonders beachtet oder die Beschwerden als „eingebildet“ abgetan. Erst heute wird nach den Ursachen geforscht, die sehr unterschiedlich sein können.

Suchen Sie sich einen Arzt oder Heilpraktiker, der Sie als Einheit von Psyche, Seele und Körper begreift. Jede seelische Erschütterung kann Spuren und Folgen im Körperlichen hinterlassen und umgekehrt. Die Behandlung sollte daher nicht die warnenden Signale des Körpers zudecken, sondern auf diese eingehen. Dabei helfen verständnisvolle Gespräche und Maßnahmen, die für ein seelisches Gleichgewicht sorgen. Leichte, pflanzliche Beruhigungsmittel unterstützen die Therapie: Baldrian, Hopfen, Lavendel oder Johanniskraut haben sich hierbei bewährt.

Dystonie, vegetative
Die Beschwerden bei vegetativer Dystonie sind vielfältig. Neben Kopfschmerzen kommen auch Verdauungsstörungen und Herzbeschwerden häufig vor. © Kzenon - Fotolia.com

Was tun bei vegetativer Dystonie?

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Moderne Ärzte fordern häufig eine neue Auffassung von Gesundheit und Heilkunst, welche die Erkenntnisse der klassischen, „wissenschaftlichen“ Medizin und der jahrtausendealten Erfahrungsheilkunde kombiniert. Menschen sind als Einheit von Psyche, Seele und Körper zu begreifen. Jede seelische Erschütterung kann Spuren und Folgen im Körperlichen hinterlassen und umgekehrt. Therapien sollten nicht die warnenden Störsymptome des Körpers zudecken, sondern auf diese eingehen, die Ursachen der Störungen erkennen und ein entsprechend gesundes Leben fördern. Die Naturheiltherapie möchte unter anderem die Lebenskraft und die Selbstheilungskraft des Patienten anregen.

Im Allgemeinen kann der Arzt damit am besten helfen, indem er ein verständnisvolles Gespräch führt, Maßnahmen zur Harmonisierung der Lebensführung gibt und leichte (pflanzliche) Beruhigungsmittel verordnet. Wenn die Symptome länger als zwei Wochen anhalten, sollte eine Beratung über das Angebot entspannender, körperlicher und seelischer Therapiemöglichkeiten durchgeführt werden. Falls das nicht genügt, ist das gesamte Repertoire der Naturheilkunde anzuwenden. Erst wenn auch dies nicht in angemessener Zeit (z.B. vier Wochen) zum Erfolg führt, sollte über eine Überweisung zur Psychotherapie gemeinsam nachgedacht werden. Achtung: Dies kann der Patient nur akzeptieren, wenn er dies nicht als (erneute) Zurückweisung oder als Unfähigkeitszeugnis erlebt, vielmehr sollten Arzt und Patient gemeinsam die sinnvollen, nicht endgültigen Schritte überlegen und eine  vertrauensvolle Arzt-Patienten-Beziehung auf Augenhöhe pflegen.

Letztlich definieren Patienten ihre „Gesundheit“ sehr unterschiedlich und es sind auch meist nur individuell angepasste Therapien sinnvoll. Dieses intensive Eingehen auf den einzelnen Menschen ist wohl die größte Stärke der alternativen Medizin und der Naturheilverfahren. Sie sind hier die Methoden der Wahl.

Basistherapien sind

  • körperliches Training,
  • geistiges Training,
  • Ordnungstherapie unter Einschaltung angemessener Ruhepausen,
  • Entspannungsverfahren.

Beruhigende Heilpflanzen

Phytopharmaka eignen sich gut zur Behandlung von vegetativen Störungen. Sie haben darüber hinaus keine schweren Nebenwirkungen und machen nicht abhängig.

Vegetative Dystonie: Welche Phytopharmaka helfen?

  • Baldrian ist beruhigend bei Unruhezuständen, dämpft die Erregung und fördert die Schlafbereitschaft bei nervösen Einschlafstörungen, reduziert nächtliches Aufwachen und verbessert auch die Tagesbefindlichkeit. Er wirkt krampflösend und entspannend bei Gastritis, Reizblase und Bettnässen.
  • Hopfenextrakt ist beruhigend bei Unruhe, Angstzuständen, fördert Speichel- und Magensaftproduktion bei nervöser Appetitlosigkeit und nervösen Magenproblemen, reduziert Beschwerden bei Reizblase und Bettnässen.
  • Passionsblume bei nervöser Unruhe ist angstlösend, schlafanstoßend und wirkt auf die unbewusst gesteuerte Muskulatur (z.B. den Darm) krampflösend.
  • Melisse wirkt bei Magen-Darmstörungen blähungslindernd und krampflösend, antiviral, antibakteriell. Es wirkt beruhigend bei nervös bedingten Einschlafstörungen.
  • Lavendel ist innerlich bei Magen-Darmstörungen blähungslindernd und krampflösend sowie galletreibend; lindert funktionelle Oberbauchbeschwerden, Unruhe und Einschlafstörungen. Lavendelöl wirkt als Bad bei Kreislaufstörungen.
  • Johanniskrautextrakt beeinflusst den Stoffwechsel neuraler Botenstoffe und ihrer Rezeptoren im Gehirn. Innere Anwendung erfolgt bei depressiven Verstimmungszuständen, psychovegetativen Störungen und Verdauungsbeschwerden, äußerlich auch bei Verletzungen und Myalgien.

Links zu Heilpflanzen und Vitalstoffen, die bei Vegetative Dystonie helfen können:

Tipps für entspannte Nerven

Es führt kein Weg an einer Würdigung der jeweiligen Körperkonstitution des Einzelnen und seiner Bedürfnisse vorbei. Durch Training lassen sich vorhandene (Über-) Empfindlichkeiten, in einem bestimmten Maß, verringern.

Sicher ist, dass praktisch alle Krankheitsprozesse günstig beeinflusst werden, wenn ein seelisches und nervliches Gleichgewicht herrscht. Innere Ruhe unterstützt jeden Heilungsprozess.

Die Grundproblematik der modernen Lebensweise kann nicht immer behoben werden. Die Symptome sollten ein Anlass zum Überdenken Ihres gesamten Lebensstils sein. Beantworten Sie für sich Fragen wie:

  • Warum genau tue ich das alles?
  • Muss das wirklich alles genau so sein?
  • Was will mein Körper dadurch mitteilen?
  • Welchen Wunsch drückt meine Seele damit aus?
  • Muss das sofort und so schnell gemacht werden?
  • Wie lange kann ich diesen Lebensstil weiterführen?

Das sind Fragen, die oft nur den Beginn  einer Selbstanalyse darstellen. Sie können Einstieg in eine langfristige Arbeit an der Persönlichkeit sein, die das Leben bereichern kann. Jede körperliche Behandlung kann davon profitieren.

Die Ordnungstherapie setzt ihren Schwerpunkt auf einen geregelten Tagesablauf mit Aktivitäts- und Ruhephasen. Die Phasen sollen sich ergänzen und abwechseln und sowohl die Psyche als auch den Körper einbeziehen. Hauptziel dürfte es sein, sich sein Leben so einzurichten, dass Freundeskreis, Partnerschaft und Arbeitswelt so gut wie möglich zur eigenen Konstitution passen, wenn das auch oft nicht einfach ist und Zeit braucht.

Durch diese äußerlich hergestellte Ordnung soll auch das Fließgleichgewicht des Systems „Körper“ erhalten und gefestigt werden, damit Störungen von außen nicht so schnell zu spürbaren Störungen der Körperregulation führen. Besonders geeignet sind entspannende Verfahren wie Yoga, Progressive Körperentspannung nach Jacobson und andere körperorientierte Übungsmethoden, da hier eine Normalisierung und Beherrschung der körperlichen Reaktionen geübt wird.

Mehr Informationen über Naturheilverfahren, die bei vegetativer Dystonie helfen und wie die Schulmedizin diese Erkrankung behandelt, lesen Sie auf der nächsten Seite.

 

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