Erbrechen

Durch welche Symptome erkennt man Erbrechen?

Plötzliche retrograde Entleerung des Magens, manchmal mit beschleunigter Passage des Darminhalts, in schweren Fällen (z.B. Darmverschluss) als Koterbrechen (Miserere).

Die Untersuchung des Erbrochenen kann Hinweise auf die Ursache geben. Beim Verdacht auf eine Vergiftung muß es aufgehoben werden und gegebenenfalls von einem Labor untersucht werden.

Diagnose

Die Untersuchung des Erbrochenen kann Hinweise auf die Ursache geben.

Welche Therapie hilft?
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    bei Reisekrankheit (Übelkeit, Erbrechen, Schwindel)

In erster Linie muss die Ursache des Erbrechens erkannt und behandelt werden. Giftstoffe müssen vermieden bzw. aus dem Körper eliminiert werden. Nahrung und die Dosierung von Medikamenten müssen adäquat gewählt werden.

Symptomatisch (Stoppen des Erbrechens und der Übelkeit) werden Medikamente gegen Erbrechen (Antiemetika) eingesetzt. Bei lange anhaltendem Erbrechen muß die Austrocknung verhindert werden. Dabei ist es wichtig, die Verluste an Wasser, Kalium, Natrium und Glukose zu ersetzen. In extremen Fällen geschieht das mit Infusionen.

Suchterkrankungen müssen behandelt, seelische Störungen erkannt und therapiert werden.

Erbrechen kann ein sehr quälendes Symptom sein, das die Lebensqualität erheblich beeinträchtigt. Es ist daher von Ärzteseite ernstzunehmen und ausreichend zu behandeln. In schweren Fällen können auch lebensbedrohliche Auswirkungen auftreten wie Kreislaufschwäche, Elektrolytentgleisungen u.a. (s.o.), die rechtzeitig erkannt werden müssen.

Naturheilkunde

Phytotherapie

Erbrechen wird je nach Ursache unterschiedlich behandelt:

  • funktionelle Magenstörungen
    Pfefferminze, bitterer Bauernsenf (Iberis amara)
  • Erkrankungen im Bereich der Galle und Leber:
    Artischocke, Pfefferminze
  • Schwangerschaftserbrechen:
    Pfefferminztee, Artischockenblätter, frisch geriebener Ingwer
  • Übelkeit durch Autofahren, Kinetosen
    Ingwer, Pfefferminze
  • Infektion im Magen-Darm
    Bittere Schleifenblume, Engelwurz, Kamille, Kümmel, Mariendistel, Melisse, Minze, Schöllkraut und Süßholz
  • Erbrechen durch Stress, Nervosität, psychosomatische Reize:
    Baldrian, Melisse, Johanniskraut

 

Erbrechen: Welche homöophatischen Mittel helfen?

Antimonium Tartaricum D4, D6: Übelkeit, Angst, erschöpfendes Erbrechen, Verlangen nach Saurem

Weißes Arsenik (Arsenicum album D12): Ekel vor Essen oder Essensgeruch, unaufhörliches Erbrechen mit brennenden Magenschmerzen, Durst nach kleinen Mengen kaltem Wasser, Übelkeit und Erbrechen nach Eis und Obst, nach Früchten, Saurem oder kalten Getränken, Nahrungsmittelvergiftung, Erbrechen und Diarrhö

Herbstzeitlose (Colchicum D4, D6): Ekel vor Essen oder Essensgeruch, Halstrockenheit aber Speichelfluss, belegte Zunge, anhaltendes Erbrechen, Brennen oder Kälte im Magen, Schmerzen im Magen, Erbrechen und Durchfall

Brechwurzel (Ipecacuanha D4, D6): Erbrechen, auch Erbrechen bei leerem Magen mit Würgen, mit andauernder Übelkeit, keine belegte Zunge, Speichelfluss, Migränekopfschmerzen mit Übelkeit und Erbrechen

Küchenschelle (Pulsatilla D4, D6): Verdauungsbeschwerden, Aufstoßen, Übelkeit, Erbrechen nach fetten Speisen, nach zu reichlichem und schwerem Essen, Magenverstimmung

Weißer Germer (Veratrum D4, D6): Speichelfluss, Schluckauf, reichliches und anhaltendes Erbrechen, Herausschießen des Mageninhalts, gleichzeitig Übelkeit und Erbrechen, kalter Schweiß, Kollapsneigung, Entkräftung, Durst auf viel kaltes Wasser, Gastroenteritis

 

In der klassischen Homöopathie wird das Mittel passend für jeden einzelnen Patienten ausgewählt. Das hängt von den jeweiligen Symptomen ab und ist diesem Rahmen nicht möglich.

 

Schüßler-Salze

Nr. 3. Ferrum Phosphoricum: Infektionskrankheiten mit Erbrechen, Röte, schneller Beginn

Nr. 5. Kalium Phosphoricum: übel riechende und faulige Ausscheidungen, Erschöpfung, nervliche Störungen

Nr. 8. Natrium Chloratum: Bei gestörtem Flüssigkeitshaushalt, zur Entgiftung und gegen Blutarmut, Magenbeschwerden, Sodbrennen, brennende Schmerzen, Verlangen nach gesalzenem

Nr. 10. Natrium Sulfuricum: Übelkeit durch Fehlernährung, Völlerei oder Alkoholmissbrauch, Schwäche der Verdauungsorgane, Reinigung des Darms

Nr. 14. Kalium bromatum: Nervöse Unruhe, nervöses Erbrechen

Maximal drei Salze zur gleichen Zeit auswählen!

Dosierung:
3 bis 6 mal täglich 1 - 3 Tabletten
Akutdosierung: Alle 1 bis 10 Minuten 1 Tablette

Die Wirkung von Schüßler-Salzen ist wissenschaftlich nicht bewiesen.

Links zu Heilpflanzen und Vitalstoffen, die bei Erbrechen helfen können:

Ernährungstherapie

Bei Erbrechen wehrt sich der Mangen gegen Nahrung. Auf feste Nahrung verzichtet man daher zunächst vollständig.

Die Flüssigkeits- und Mineralverluste sollte man – wenn möglich – ergänzen und zumindest Schluckweise trinken (Kamillentee oder stilles Mineralwasser). Man kann die Getränke auch süßen (z.B. Traubenzucker oder Honig). Manchmal wird auch (fettfreie) Gemüsebrühe vertragen.

Zu meiden ist zu Kaltes oder zu Heißes oder Getränke mit Kohlensäure.

Wenn das Erbrechen beendet ist, beginnt man vorsichtig mit einem Kostaufbau:

  • Bananenpüree
  • geriebene Äpfel
  • Zwieback und Kamillentee

Später kann man versuchen:

  • gedünstete Karotten
  • gekochte Kartoffeln


Fett wird sehr schlecht vertragen und sollte daher generell weg gelassen werden.

Bei Vergiftungen setzte man früher oft medizinische Kohle und Heilerde ein. Diese Stoffe haben ein hohes Absorptionsvermögen und binden Giftstoffe.

Bei Magen-Darminfektionen ist eine mikrobiologische Therapie mit Hefen oder bestimmten Bakterien sinnvoll.

 

Orthomolekulare Medizin

Bei längeren Magen-Darmbeschwerden ist es sinnvoll Mineralien und Vitamine zu ergänzen. Das verkürzt das Schlappheitsgefühl und bringt die Patienten schneller wieder auf die Beine.

Schulmedizin

Bei schwerem Erbrechen gibt es heute sehr wirksame und meist gut verträgliche Medikamente, die auch bei „unstillbarem“ Erbrechen (z.B. durch Chemotherapie) sicher helfen. Manchmal sind dazu Kombinationen, u.U. mit Kortikoiden, Ondansetron (u.a. 5-HT-Antagonisten) u.a. notwendig.

Bei vielen Medikamenten tritt (u. U. nur vorübergehend) Übelkeit auf, besonders häufig bei Opiumderivaten wie Morphinhydrochlorid („Morphium“). Hier ist es ausnahmsweise sinnvoll, der Nebenwirkung durch anfängliche prophylaktische Gabe von Antiemetika vorzubeugen (wie auch gegen die Darmverstopfung, die diese Medikamente nahezu regelmäßig auslösen, Darmbewegung-anregende Medikamente gegeben werden). Das Erbrechen als Nebenwirkung einiger Medikamente verliert sich meist nach einiger Zeit.