Erkältung

Literatur

Literatur

  1. AOK: Entzündung des Kehlkopfes und der Luftröhre, akute Laryngitis und Tracheitis: www.aok.de/bund/tools/medicity/diagnose.php, aktualisiert: 06/2007
  2. Baenkler, H.-W., et al.: Innere Medizin, Duale Reihe, Sonderausgabe, Thieme-Verlag, Stuttgart, 2001
  3. Blaschek W. et al. (Hrsg.): Hagers Handbuch der Drogen und Arzneistoffe, Springer-Verlag, Heidelberg, 2004
  4. BR online, Wissen und Bildung, 209.85.129.104/search,
  5. Supercomputer im Kampf gegen den Schnupfen, Computerwoche 47/1988
  6. www.computerwoche.de/heftarchiv/1988/47/1157359/, 18.11.1988
  7. Lexikon der Krankheiten und Untersuchungen, 1. Auflage, Thieme-Verlag KG, Stuttgart, 2006
  8. Schilcher, H., Kammerer, S., Wegener, T.: Leitfaden Phytotherapie, 3. Auflage, Urban & Fischer Verlag, München-Jena, 2007
Welche Therapie hilft?
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Infekte sind sehr lästig, dennoch ist eine gewisse Anzahl von Infekten eher gesundheitsförderlich. Zum Glück handelt es sich bei Erkältungen auch meist nicht um schwerwiegende Erkrankungen und es genügen dann allgemeine Maßnahmen.

Gegen normale Erkältungskeime gibt es bisher keine Impfungen, sie wären auch wegen der hohen Anzahl in Frage kommender Keime kaum praktikabel und zumutbar. Vorbeugenden Maßnahmen kommt daher eine besondere Bedeutung zu. Geeignet sind naturheilkundliche Methoden wie Symbioselenkung, Bewegung, Kneipp-Therapie, Abhärtung durch Sauna, gute Ernährung mit ausreichend Vitaminen, Spurenelementen und Phytotherapeutika.

 

Achtung!
Eine Übertherapie mit Antibiotika und anderen die Entzündungssymptome unterdrückenden Medikamenten ist - nicht zuletzt wegen der möglichen Nebenwirkungen - zu vermeiden.

Leider findet sie jedoch auch heute noch in Deutschland ausgeprägt statt, teilweise weil die ÄrztInnen ihren PatientInnen „Gutes tun“ wollen oder, weil die PatientInnen es so wünschen. Dies ist auch im Hinblick auf die Gefahr, dass Antibiotika im Ernstfall nicht mehr wirken, ein wichtiges medizinisches Problem.

Naturheilkunde

Vorbeugende Maßnahmen:
Besonders wichtig sind gute Abwehrkräfte durch eine körperliche Abhärtung. Hier eignen sich Wasseranwendungen, insbesondere wechselwarme Güsse nach Kneipp oder ein Besuch in der Sauna. Zu beachten ist, dass vor einer Kälteanwendung der Kreislauf richtig in Schwung gebracht werden soll, wie etwa durch Sport oder Bewegung an frischer Luft.

Ein Ausgleich nach Stress durch Entspannung wirkt positiv auf das Immunsystem. Achten Sie auf Erholung mit ausreichend Schlaf.

Selen und Zink stärken den gesamten Organismus, wenn auch die Wirkung noch nicht eindeutig erwiesen ist. Vitamin C soll aber keinen Effekt haben, wie neuere Studien zeigen. Es soll dem Körper lediglich ausreichend zur Verfügung stehen, ein Mangel würde die Abwehr beeinträchtigen. Früher postulierte Megadosen bringen keine Vorteile, eher Nachteile. Die Vitamine A, E und die Spurenelemente Kupfer, Phosphat und insbesondere Eisen können nützlich sein. Eisen jedoch nur im krankheitsfreien Intervall geben, bei Infekten kann Eisen die Vermehrung von Viren und Bakterien begünstigen.

Erkältung: Wie hilft die Phytotherapie?

Für einfache und vorübergehende Schwächung des Immunsystems:
Apfelessig oder Obstessig ist ein echter Fitmacher für das Abwehrsystem. Ebenso Knoblauch. Sie wirken heilend und vorbeugend. Sie sollten regelmäßig verzehrt oder eingenommen werden. Die Wirkstoffe des Knoblauchs sind auch antibiotisch wirksam.

Rezept:
Als einfacher Drink zu empfehlen: 2 Teelöffel Knoblauch-Essig in ein Glas Wasser geben und vor den Hauptmahlzeiten trinken.

Es gibt außerdem verschiedene pflanzliche Präparate, die die Abwehr stärken und die bei alten und geschwächten Menschen die körperliche Reaktion auf den jahreszeitlichen Wechsel unterstützen. Sie enthalten oft Extrakte aus Wasserdost (Eupatorium), Lebensbaum (Thuja), Wildem Indigo (Baptisia), Taigawurzel (Eleutherococcus) oder Sonnenhut (Echinacea). Zur Vorbeugung soll er am besten früh, bei den ersten Symptomen eingenommen werden, aber er sollte bei Fieber gemieden werden.

Die Inhaltsstoffe werden auch als homöopathische Arzneimittel angeboten.

Stillen schützt den Säugling vor Infektionen, da er die Abwehrstoffe der Mutter (Antikörper oder Immunglobuline) mit der Milch erhält.


Wenn Sie schon Erkältungsanzeichen wahrnehmen…

…ist es noch nicht zu spät. Sie können dann die Schwere des Krankheitsverlaufs noch beeinflussen.

  • Eine Schwitzkur sollte möglichst am Anfang einer Erkältung gemacht werden. Dazu trinkt man heißen Holunder- oder Lindenblütentee und verpackt sich gut in warmen Decken. Danach kann ein Erkältungsbad mit Eukalyptusöl, Campher, Fichtennadelöl, Thymian oder Rosmarinöl genommen werden, sofern kein Fieber besteht. Gehen Sie anschließend zu Bett und meiden Sie Zugluft.
  • Tee aus Weidenrinde oder Madesüßblüten wirkt gegen Kopf- und Gliederschmerzen. Heißer (nicht zu heißer) Tee befeuchtet die Schleimhäute und regt deren Durchblutung an. Angeboten werden Mischpräparate mit Linden- und Holunderblüten, Mädesüßblüten, Thymiankraut, Malvenblüten, Süßholzwurzel, Weidenrinde, Kamillenblüten, Pomeranzenschalen, Pfefferminzblätter und Jaborandiblätter.
  • Ausreichend Schlaf und leichte Kost unterstützen den Heilungsprozess. Es sollten genügend Vitamine, Flüssigkeit, Salz und Spurenelemente zugeführt werden. Überanstrengen Sie sich nicht.
  • Meiden Sie große Menschenansammlungen. Eine Ausbreitung kann durch Desinfektion der Hände vermindert werden. Der häufigste Verbreitungsweg von Erkältungsviren sind die Hände, Türklinken und die Erregerfreisetzung durch Husten und Niesen.

 


Schnupfen:

Lästig bei Schnupfen sind die ständig laufende Nase sowie das Anschwellen der Schleimhaut, was die Atmung erheblich beeinträchtigen kann. Unter Umständen droht auch eine zusätzliche Infektion der Schleimhäute mit Bakterien.

Folgende Heilmittel sind hier sinnvoll:

  • Myrtol, das ätherische Öl der Myrte (Myrtus communis), hat nachweislich einen abschwellenden Effekt auf die Nasenschleimhaut, sowie eine entschleimende Eigenschaft, es wirkt antientzündlich, antibakteriell, antioxidativ und erweitert die Bronchien. Besonders gut wirkt es bei chronischer Bronchitis zum Schutz vor Rückfällen. Leider klagen relativ viele (etwa 40 %) der Patienten in der Praxis über Nebenwirkungen wie Aufstoßen, Brennen im Magen und Geschmack im Mund und es brechen etwa 20 % der Patienten die Therapie ab. Sollten Sie einen empfindlichen Magen haben, ist das Medikament nicht geeignet.
  • Auch die Kombination von verschiedenen Heilpflanzen wie Eisenkraut, Enzianwurzel, Gartensauerampferkraut, Holunderblüten und Schlüsselblumenblüten ist zusammen mit abschwellenden Nasentropfen zu empfehlen. Dadurch wird der Schleim bei stockendem Schnupfen dünnerflüssig und es kann besser geatmet werden.
  • Die Wirkung des Enzyms der Ananas, Bromelain: Es soll eine abschwellende Eigenschaft haben, was Fachleute aber immer noch kontrovers diskutieren.
  • Für salzhaltige Nasensprays oder salzige Nasenspüllösungen mit erhöhtem Salzgehalt (hyperton) gegenüber dem in Körpersekreten wurden wie auch für Dampfanwendung abschwellende Effekte auf die Nasenschleimhaut gezeigt. Diese Effekte konnte man bisher nicht bei „isotonen“ Kochsalzlösungen, Emser Salz oder Leitungswasser zeigen.
  • Präparate aus Kamillenblüten, Schlüsselblumenblüten, Cineol und Umckaloabowurzel wirken keimhemmend und erschweren eine zusätzliche bakterielle Infektion.
  • Die Substanz Menthol aus der Pfefferminze und das Öl vom Kampferbaum erzeugt in der Nase ein kühlendes Gefühl, was erfahrungsgemäß als angenehm empfunden wird. Eine abschwellende Wirkung konnte aber nicht gezeigt werden. Der Bestandteil Cineol, welcher aus dem Eukalyptusblättern gewonnen wird, konnte die Beschwerden signifikant bessern.
  • Eine positive Wirkung hat erfahrungsgemäß die Inhalation von warmen Dämpfen. Der Zusatz von etherischen Ölen hat aber keine objektiv messbaren Effekte. Subjektiv wird dies aber als angenehm empfunden.
  • Auch die Wirkung von Wärmelampen (Infrarotbestrahlung) wird von vielen Menschen geschätzt. Der Effekt ist bisher aber nicht wissenschaftlich untersucht.
  • Durch die laufende Nase verliert man wichtige Salze und Wasser. Daher ist es wichtig, viel zu trinken. Hier wirkt ein Rezept aus Oma's Küche: eine heiße Hühnerbrühe. Auch Erkältungstees und heiße Fruchtsäfte sind geeignet.
  • Häufiges Putzen der Nase führt oft zu einer wunden Haut. Ein Lippenpflegestift hält die Haut geschmeidig und sollte immer dabei sein.
  • Lagern Sie beim Schlafen den Kopf hoch und befeuchten Sie die Raumluft.

 
Halsschmerzen
Trinken sie viel, aber nicht zu heiß. Saure Obstsäfte, scharfe Gewürze können reizend wirken und den Schmerz verstärken.

Halsschmerzen können unterschiedliche Bereiche betreffen. Dem entsprechend wählt man verschiedene Heilpflanzen.

Mandelentzündung (Tonsillitis)

Mandelentzündungen werden meist durch Viren verursacht. Allerdings besteht hier eine erhöhte Gefahr einer zusätzlichen Infektion mit Bakterien.

„Eitrige Mandeln“ sind für den Laien nicht einfach festzustellen. Ein weißlicher Belag kann, muss aber nicht auf Bakterien hindeuten. Im Zweifel kann der Arzt durch Abstriche, Blutuntersuchungen und Kontrollen die Situation klären. Suchen Sie bei schlimmen Beschwerden einen Arzt auf! Antibiotika sind nicht immer nötig, manchmal sogar schädlich. Häufig genügen Kontrollen und eine Therapie der Symptome ebenso wie bei andere Erkältungskomplikationen wie Mittelohrentzündung (Otitis media), Nebenhöhlenentzündung (Sinusitis), Rachenentzündung (Pharyngitis), Bronchitis.

  • Gegen Bakterien wirken Präparate aus der südafrikanischen Kapland-Pelargonie. Sie fördern den Auswurf von Schleim und erhöhen die Abwehrkraft gegen Viren.
  • Propolis – ein Produkt aus der Imkerei mit Harz, Pollen, Wachs und ätherischen Ölen- wirkt ebenfalls antiviral, antimikrobiell und fördert die Immunantwort.

Erfahrungsgemäß lindernd sind Kombinationspräparate aus:

  • Eibischwurzel
  • Eichenrinde
  • Kamillenblüten
  • Löwenzahnkraut
  • Schachtelhalmkraut
  • Schafgarbenkraut
  • Walnussblättern

 

Entzündung der Rachenschleimhaut (Pharyngitis)

Bei der Entzündung der Rachenschleimhaut treten Schmerzen beim Schlucken zusammen mit dem Zwang zu Räuspern auf. Oft sind die Lymphknoten am Hals geschwollen. Es kann Fieber auftreten.

Erfahrungsgemäß schmerz- und symptomlindernd sind Präparate mit

  • Isländisch Moos
  • Kamillenblüten
  • Salbeiblätter
  • Spitzwegerichkraut
  • Umckaloabowurzel

 

Entzündung des Kehlkopfs (Laryngitis)

Eindeutiges Kennzeichen einer Kehlkopfentzündung sind Heiserkeit und Schmerzen in der Zone des Kehlkopfes. Oft bestehen Räusperzwang und Hustenreiz.

Erfahrungsgemäß lindernd sind Präparate mit

  • Isländisch Moos
  • Kamillenblüten
  • Salbeiblätter
  • Propolis

 

Entzündung der Luftröhre (Tracheitis)

Sie beginnt mit Heiserkeit, einem trockenen Husten und es bestehen Schmerzen hinter dem Brustbein. Es kann auch zu einer erschwerten Atmung oder Kurzatmigkeit kommen. In weiter fortgeschrittenen Fällen sind die Bronchien mitbeteiligt. Dann kann es zu pfeifenden Atemgeräuschen und quälendem Husten kommen.

Erfahrungsgemäß lindernd sind Präparate mit

  • Kamillenblüten
  • Salbeiblättern
  • Isländisch Moos

 

Husten: welche Pflanze ist die richtige?

Husten kann ganz unterschiedliche Beschwerden auslösen. Es gibt zahlreiche Heilpflanzen, die gezielt gegen bestimmte Erscheinungen wirken.

Bei Hustenreiz, trockenem Reizhusten mit einer gereizten Schleimhaut haben verschiedene Heilpflanzen eine einhüllende und dämpfende Wirkung auf den Hustenreiz. Sie beruhigen auch die Auswurfaktivität der Schleimhaut. Andere lindern die Hustenkrämpfe.

Bei zähem schwer abgehenden Schleim und „produktivem Husten“ kann eine Verflüssigung des Schleims mit Heilpflanzen gefördert werden.

Daneben verwendet man entzündungs- sowie keimhemmende Pflanzenwirkstoffe (siehe Husten).

 

Erholung
Die Erholung (Rekonvaleszenz) kann, je nach Erreger, verzögert ablaufen, manchmal, besonders nach Influenza und Pfeifferschem Drüsenfieber, kann es wochen-, manchmal monatelang dauern, bis der Patient wieder vollkommen hergestellt ist. Zur Unterstützung der Rekonvaleszenz und der Abwehrkraft können Naturheilverfahren sehr effektiv eingesetzt werden (siehe auch Abwehrschwäche). Auch verschiedene Extrakte aus Heilpflanzen können zur Stärkung eingesetzt werden:

Sie enthalten Wasserdost (Eupatorium), Lebensbaum (Thuja), Wilden Indigo (Baptisia) oder Taigawurzel (Eleutherococcus), Ginseng (Panax ginseng), eine Kombination aus Eibischwurzel (Althaea), Eichenrinde (Quercus), Kamillenblüten (Matricaria), Löwenzahnkraut (Taraxacum), Schachtelhalmkraut (Equisetum), Schafgarbenkraut (Achillea millefolium) und Walnussblätter (Juglans).

Schulmedizin

Nasentropfen mit Wirkstoffen wie Naphazolin, Xylometazolin verbessern die Befindlichkeit und lassen die Schleimhäute abschwellen. Sie können aber die Krankheit nicht verkürzen. Achtung: Eine übertriebene Anwendung trocknet die Schleimhäute aus.

Wasserstoffperoxid kann lokal als 0,3 %ige Lösung bei Halsschmerzen eingesetzt werden. Lokalanästhetika lindern die Halsschmerzen.

Hustenblocker werden vor allem gegen quälenden krampfartigen Hustenreiz eingesetzt. Sie enthalten Noscapin oder Codein. Von Codein ist eher abzuraten. Es hat eine gewisse Suchtgefahr und eine erhöhte Nebenwirkungsrate.

Eine pharmakologische Fiebersenkung ist nicht automatisch notwendig. Fieber hat wichtige nützliche Wirkungen im Körper und kann die Infektdauer unter Umständen verkürzen.

Bei Schmerzen, erheblichem Unwohlsein oder auf Wunsch des Patienten ist gegen Paracetamol nichts einzuwenden. Eine Überdosis oder chronische Einnahme ist schädlich.

Acetylsalicylsäure, Metamizol und NSAR (Nicht Steroidale Anti-Rheumatika) haben eine höhere Nebenwirkungsrate und sind daher bei Erkältung nicht Medikamente der ersten Wahl.