Fettwerte, erhöhte

Fettwerte, erhöhte
Eier gerieten als "Cholesterinbomben" in Verruf. Doch diese Sicht ist überholt. © stock.xchng

Ursachen

Genetisch bedingte, sog. primäre Hyperlipoproteinämie ist seltener als die durch Ernährung, Lebensweise oder andere Grundkrankheiten hervorgerufene.

Die Lipide werden mit der Nahrung zugeführt, aber auch im Körper selbst synthetisiert.

Welche Therapie hilft?
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Die angestrebten Grenzwerte für LDL und Cholesterin sind Gegenstand einer andauernden Debatte. Korreliert werden die Grenzwerte sinnvollerweise zu Alter, Geschlecht und Vorerkrankungen und bewegen sich zwischen 70 und 180 mg/dl LDL-Cholesterinanteil, je nach Anzahl der Risikofaktoren. (Je mehr RF, desto niedriger der angestrebte Wert.)

Anormale Cholesterinspiegel verursachen keine Schmerzen, sind nur in schwereren Fällen als gelbliche Hautablagerungen an Lidern oder in der Handfläche sichtbar und werden daher leicht übersehen.

Eine Umstellung der Lebensweise ist fast immer sinnvoll und nötig.

Wie Diabetes, Bluthochdruck, Übergewicht, Leberschäden uvam. sind auch hohe Fettwerte häufig durch Zivilisationseinflüsse mitbedingt und nur durch Anpassung an die menschliche Natur letztlich nachhaltig in der Gesamtbevölkerung positiv zu beeinflussen. Immer spielt aber das Erbe auch eine verschieden wichtige Rolle.

Naturheilkunde

Diät, einerseits als fettreduzierte Kost bzw. Austausch der Nahrungsfette (Ernährung reich an Kaltwasserfischen, arm an tierischen Fetten, Bevorzugung von Omega-3-Fettsäuren, auch pflanzlichen Ursprungs), andererseits als Zufuhr von Nahrungsergänzungsmitteln erweist sich als sehr effektive Form, die Fettwerte zu regulieren und kann die medikamentelle Behandlung ersetzen oder verzögern.

Außerdem körperliche Arbeit, Bewegung und Sport.

Schulmedizin

Für bestimmte Patientengruppen mit hohem Risiko (primäre Prävention) oder zur sekundären Prävention (d.h., wenn bereits Herz-Kreislauf-Gefäßerkrankungen vorliegen) kann es sinnvoll sein, Lipidsenker (Statine, Fibrate), Vitamine der B-Gruppe oder Nicotinsäure (in retardierter Form) einzusetzen. Weitere Tipps siehe Zuordnung zu „Fettwerte, erhöht".

Entscheidend ist die Einstufung des individuellen Risikos bei der Indikation zur medikamentösen Therapie oder anderer Maßnahmen. Die Summe der genetischen, anamnestischen und aller medizinischer Daten bestimmt darüber, bei wem ab welchem Punkt welche Therapie notwendig ist. Ein starres Vorgehen nach Leitlinien ist nicht sinnvoll. Immer ist der Nutzen (NNT = Zahl der Patienten, die behandelt werden müssen, um einen Patienten vor einem Krankheitsereignis zu retten) und der Schaden (NNH = Zahl der behandelten Patienten, bei der ein Schadensereignis durch die Behandlung eintritt) gegeneinander abzuwägen. Außerdem ist mit dem Patienten vorzugehen, seine Lebensweise, seine Werte und seine eigenen (Therapie-) Entscheidungen sind zu respektieren, eine Aufklärung sollte offen und fair sein. Angst, die oft von verschiedenen Interessengruppen geschürt wird, ist meist ein schlechter Berater.

Der Netto-Nutzen medizinischer Interventionen bei erhöhten Fettwerten ist oft geringer, als die Patienten gemeinhin denken.