Gallenblasenentzündung
Häufige Erkrankungen der Gallenwege und der Gallenblase sind Entzündungen ( Gallenblasenentzündung), die sich bis zu einer Eiteransammlung im Gewebe (Abszess) oder einer Eiteransammlung in der Gallenblase (Empyem) steigern können.
Die Galle dient…
Durch welche Symptome erkennt man Gallenblasenentzündung?
Es gibt kein einzelnes Symptom, das eindeutig für eine Gallengangs- und Gallenblasenerkrankung ist. Auch Symptomkomplexe sind nicht mit Sicherheit einer Erkrankung zuzuordnen.
Eine Gallenblasenentzündung äußert sich mit Fieber (eventuell nur…
Ardeycholan
bei Verdauungsbeschwerden, Galletätigkeit anregend
Marianon Heparhom
bei Leberschwäche mit Störungen des Gallenblasen- und Gallengangsystems
Grundsätzlich kann man bei einer geringen Entzündung und kleinen Steinen die Gallenblase erhalten. Man behandelt die Entzündung und sorgt für den Abgang der Steine (Spasmolytika, Endoskopie). Ist dies nicht erfolgreich, wird in einer Operation der Stein oder die komplette Gallenblase entfernt.
Die Naturheiltherapie eignet sich vor allem für funktionelle Störungen der Galle. Sie soll bei Komplikationen wie einem totalen Verschluss der Gallenwege, Gallenblasenvereiterung, schweren Leberfunktionsstörungen und schweren entzündungsbedingten Infektionen höchstens adjuvant eingesetzt werden.
Gallentreibende Mittel dürfen bei akuter Entzündung, Gallenverschluss (Steine oder Tumore) und schweren Leberfunktionsstörungen nicht genommen werden!
Gallenblasenentzündung: Wie wirkt die Phytotherapie?
Es gibt viele Heilpflanzen, die meist mehrere Aspekte des Krankheitsbilds lindern helfen. Man unterscheidet entkrampfende, beruhigende, schmerzlindernde, sekretionsanregende, gallentreibende und antibiotische Wirkung.
Entkrampfend und beruhigend wirken:
- Artischocke (auch gallentreibend!)
- Berberitzenwurzel (wirkt zusätzlich antibiotisch, gallentreibend!)
- Boldoblätter (gallentreibend!)
- Erdrauchkraut (vermindert starke und steigert schwache Gallensaftproduktion)
- Galgantwurzelstock
- Pfefferminzöl (auch antibakteriell und gallentreibend!)
- Schöllkrauttinktur (wirkt zusätzlich schmerzlindernd, auch gallentreibend!)
- Tinktur aus Mariendistel, Mariendistelfrüchte
- Wermutkrauttiktur (regt zusätzlich die Gallensaftproduktion an)
Nur schwach krampflösend sind Gelbwurz (Curcuma), Löwenzahn, Scharfgarbe und Wermut.
Sekretion
Allgemein förderlich für die Gallen- Bauchspeicheldrüsen- und Magensaftsekretion sowie die Darmbewegung sind auch Pflanzen mit Bitterstoffen: Artischocke, Enzianwurzel, Benediktenkraut, Löwenzahn, Scharfgarbe und Wermut.
Achtung: Die Förderung der Gallensaftproduktion ist bei einem vollständigen Verschluss der Gallengänge verboten! Fragen Sie vorsichtshalber vorher ihren Arzt.
Antibakteriell wirken:
- Berberitzenwurzel
- Gelbwurz (Curcuma)
- Pfefferminzöl
- Rettich
- Schafgarbe
- Wermut
Zu beachten gilt, dass diese Pflanzen auch gallentreibend sind.
Viele der genannten Pflanzen sind in Gallentees enthalten.
Extrakte aus der giftigen Tollkirsche und ähnlich wirkende krampflösende Heilpflanzen (mit einer hemmenden Wirkung auf Teile des vegetativen Nervensystems = Parasympatholyse) können bei Gallengangskoliken mit der notwendigen Vorsicht ärztlicherseits entkrampfend eingesetzt werden.
Links zu Heilpflanzen und Vitalstoffen, die bei Gallenblasenentzündung helfen können:
Vorbeugung und Ernährung
Da Gallensteine aus Cholesterin entstehen können, ist fettarme, ballaststoffreiche Ernährung empfehlenswert (Milchprodukte, Obst und Gemüse). Meiden Sie gebratene und gebackene Speisen sowie Nahrungsmittel, die Sie - Ihrer Erfahrung nach - nicht vertragen. Fette und Eiweiß sollen eher in der ersten Tageshälfte verzehrt werden. Nehmen Sie kleine Mahlzeiten etwa sechs pro Tag zu sich, reduzieren den Alkoholkonsum. Abnehmen, mehr Bewegung und Umstellung des Lebensrhythmus ist außerdem von Vorteil.
Achten Sie darauf, dass Sie langsam und vernünftig abnehmen.
Achtung: Bei Steinleiden ist striktes Fasten nicht sinnvoll!
Zur Gallensteinprophylaxe wird auch Lezithin z.B. aus Soja empfohlen. Auch Weizenkleie (20 bis 40 Gramm pro Tag) wirkt einer Steinbildung entgegen.
Wärmeanwendung
Kolikschmerzen im rechten Oberbauch werden durch Wärmeauflagen gelindert. Diese Behandlung ist nicht geeignet bei einer Gallenblasenetzündung!
Links zu Naturheilverfahren, die bei Gallenblasenentzündung helfen können:
Bei Gallenblasenentzündung mit Fieber empfiehlt sich Bettruhe und eventuell eine Behandlung der Infektion mit Antibiotika (Ceftriaxon, Mezlocillin ggf. in Kombination mit Metronidazol)
Bei Koliken werden krampflösende und schmerzlinderne Medikamente eingesetzt (z.B. Butylscopolamin, was verwandt mit dem Inhaltsstoff der Tollkirsche ist sowie Metamizol). Sie müssen frei von Opiaten sein, da diese zwar schmerzlindernd wirken, aber die Anspannung (den Tonus) der glatten Muskulatur, also auch des Gallengangs, erhöhen.
Liegen die Gallensteine im Gallengang, kommt es zu Gallenkoliken, es wird ewentuell ein Krankenhausaufenthalt notwendig und gelegentlich muss operiert werden (siehe auch Gallenwegserkrankungen). Symptomatische Gallensteine sind der häufigste Grund für eine Gallenoperation. Normalerweise versucht man aber erst die Entzündung in den Griff zu bekommen, da so weitere Komplikationen, die insbesondere bei einer sofortigen Operation auftreten könnten, vermieden werden können. Erst dann entfernt man je nach Symptomatik unter Umständen die ganze Galle oder den Stein. Bei der Methode der „Schlüsselloch-Chirurgie“ (Endoskopie) muss nicht mehr die ganze die Bauchhöhle geöffnet werden, sondern es genügen einige (mindestens zwei) kleine Zugänge in der Bauchdecke.
Alternativ versucht man eine Auflösung der Steine (Litholyse) mit dem Medikament Ursodesoxycholsäure. Leider gelingt das nicht immer. Daneben gibt es die Methode der Steinzertrümmerung (Lithotripsie). Bis der Stein in kleinere Fragmente zerfällt, sind meist mehrere Sitzungen (in der Badewanne mit Hochenergie-Schallwellen) nötig.
Operiert werden auch die Porzellan-Gallenblase, sowie schnell wachsende oder sehr große Polypen (größer als 1 cm) die Ursache einer Gallenblasenentzündung sein können.
