Gelenkschmerzen

Unter Gelenkschmerzen und -beschwerden versteht man Symptome, die in einem Gelenk oder im Bereich seiner umgebenden Bänder, Sehnen u. Schleimbeutel auftreten. In höherem Lebensalter ist der vorzeitige oder altersentsprechende Knorpelabbau und…

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Durch welche Symptome erkennt man Gelenkschmerzen?

Typische Symptome sind Schmerzen bei oder/und nach Belastung der Gelenke, häufig mit Schwellungen, morgendliche Steifigkeit (insbesondere bei Autoimmunerkrankungen und anderen Entzündungen, da nachts eine vermehrte Immuntätigkeit zu einer Zunahme der…

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Welche Therapie hilft?
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    bei rheumatischen Erkrankungen, Gelenkschmerzen

Wie immer sind als erstes die Ursachen so früh wie möglich zu bekämpfen. Dies sind unter den heutigen Bedingungen der globalisierten Industriegesellschaft in erster Linie einseitige Lebens- und Arbeitsweise, zu wenig Bewegung, dadurch und durch Fehlernährung Übergewicht, zunehmend auch schon bei Kindern. Es handelt sich um Probleme, die die ganze Gesellschaft betreffen und dringend gemeinsam angegangen werden müssten, am besten durch finanzielle Förderung im Kinderkrippen/-gartenbereich statt weiterer Streichungen zugunsten angeblich wichtigerer Bereiche wie der Industrieförderung.

Die Gewinne einer klugen Sozialpolitik, und dazu gehört auch die Frühprävention von Zivilisationserkrankungen, kämen im Gegensatz zu dem größten Teil der Industriegewinne allen Menschen zugute. Ziel ist es, so oft wie möglich Schicksale von Frühinvalidität, aber auch eine Flucht in die Frühberentung zu verhindern, um die Kreativität und Schaffenskraft aller Menschen so lange wie möglich zu erhalten.

Ziel ist es, die Beweglichkeit für alle Situationen im Alltag, beim Sport und am Arbeitsplatz zu erhalten. Schmerzen sollen so gut wie möglich gelindert werden. Seelische Mitursachen müssen immer beachtet und mitbehandelt werden. Auch als Reaktion auf länger anhaltende Gelenkerkrankungen ist mit psychischen Reaktionen zu rechnen (s. a. Kapitel Fibromyalgie). Chronische Stresssituationen fördern Schmerzen am Bewegungsapparat, die soziale Situation muss immer miteruiert werden.

Naturheilkunde

Aus naturheilkundlicher Sicht haben sich Bewegungs-, Physio-, Entspannungs-, Ernährungs-, Ordnungs-, Klima-, Thalasso- (Meeresaufenthalt), Hydro (Wasser)- und Balneo (Bäder, insbesonder Moorbäder)-Therapie, Akupunktur (bei den gesetzlichen Krankenkassen für die Kniearthrose = Gonarthrose zugelassen) und TENS (Transkutane Elektro-Neuro-Stimulation) bewährt.

Gelenkschmerzen: Wie hilft die Phytotherapie?

Folgende Heilpflanzen können eine gute Ergänzung sein: Weidenrinde, Afrikanische Teufelskralle,  Kombination von Zitterpappelblätter-/rinde, Echtem Goldrutenkraut und Eschenrinde, Enzyme z.B. Bromelain (Ananas). Pestwurz (frei von relevanten Mengen PA = Pyrrolizidin-Alkaloide), Nachtkerzensamenöl, Weihrauch, Schwarzkümmel, innerlich bzw. äußerlich Beinwell, Arnika, Hafer, Johanniskraut-Extrakt/Öl, Capsaicin, Rosmarinöl, Pfefferminzöl, Teebaumöl, Schlangengift, Bienengift (nicht bei Bienenallergikern).

Zur lokalen Gelenk-Segmenttherapie: parenterale Mistelzubereitungen (Injektion unter die Haut),

Vitalstoffe

Vitamin C, andere Vitamine und Antioxidantien (Obst- und Gemüse-Extrakte u.a.), Mineralstoffe wie Magnesium, Spurenelemente

Ernährung:

Günstig ist eine Ernährung mit wenig tierischen Fetten, die durch den hohen Omega-6-Fettsäure-Gehalt die Entzündung verstärken können. Omega-3-Fettsäuren sollten möglichst reichlich zugeführt werden, also viel Fisch, insbesondere Kaltwasserfisch gegessen werden (Einschränkung: Umweltbelastung von Fischen).

Perilla-Wurzel-Extrakt kann eine gute Ergänzung/Alternative sein.

Sinnvoll ist auch die Gabe von Gelatine in Form von Gummibärchen (Achtung, Kalorien!) und als Pulver, das mit Joghurt oder einem Glas Getränk eingenommen werden sollte, damit die Aufnahme in den Körper funktioniert und damit keine Magen-Darm-Beschwerden auftreten. Alternativ kann auch das (teurere aber konzentriertere) Glucosaminsulfat in verschiedenen Zubereitungen und Konzentrationen eingesetzt werden.

Schulmedizin

Sind Gelenke bereits schwerer geschädigt oder hochakut erkrankt, können für einen wegen der Nebenwirkungen möglichst kurzen Zeitraum konventionelle Analgetika (erste Wahl Paracetamol) gegeben werden. Nicht Steroidale Antirheumatika = NSAR sollten wegen erheblicher Nebenwirkungen, besonders bei Dauertherapie, nur zurückhaltend und bei mehr als drei Tagen Therapiedauer oder bei empfindlichem Magen von Anfang an schützenden Medikamenten gegeben werden.

Halten die Beschwerden über mehr als vier bis sechs Monate an, müssen u. U. sogenannte „Basis“therapeutika gegeben werden wie Sulfalazin, ggf. Methotrexat, Methocarbamol, Kortisonderivate, u.U. in das Gelenk gespritzt. Letztere haben bei höheren Dosen erhebliche Langzeitnebenwirkungen zur Folge. Vorbeugend müssen unter Kortisontherapie vom Arzt häufig Kalzium und Vitamin D eingesetzt werden. Bei der Neuraltherapie kommen lokal wirksame Betäubungsmittel (Lokalanästhetika) zum Einsatz.

Zur Behandlung von Entzündungen allgemein s. Kapitel Entzündungen. Bei einer Borreliose bedingten Gelenkentzündung (Lyme-Arthritis) müssen Antibiotika eingesetzt werden: Doxy/d Ceftriaxon, Cefotaxin, Penicillin G. Andere chronisch entzündliche Erkrankungen mit Wirkung auf die Gelenke bedürfen ebenfalls teilweise antibiotischer Therapie, einer Sanierung von Herden und u.U. weiterer Maßnahmen.

In schweren Fällen von chronischer Gelenkentzündung mit starken Schmerzen oder Gelenkdeformationen bleibt nur noch die Chirurgie. Neben Resektion von Knochen wird dabei u.U. die Gelenkhaut (Synovialis) teilweise entfernt, um die Entzündung zu verringern. In weit fortgeschrittenen Fällen mit schwerer Arthrose und/oder Gelenkdeformation müssen Gelenke durch Teil- oder Totalendoprothesen ersetzt werden. Ein neueres Therapieverfahren ist die Radiosynoviorthese, bei der Beta-Strahlen (Elektronenstrahl) kurzer Reichweite eingesetzt werden, um die Entzündung an der Synovialis zu stoppen und dadurch auch die Gelenkschmerzen.