Hämoriden, Hämorrhoiden

Symptome

Hämorrhoiden können Blutungen und/oder Jucken, Brennen, Nässen und Stuhlschmieren im Analbereich verursachen. Sie können auch das Gefühl einer unvollständigen Stuhlentleerung hervorrufen.

Diagnose

Der Arzt betrachtet die Afterumgebung und tastet After und Enddarm mit dem Finger aus. So können andere Blutungsquellen im Enddarm, wie z.B. Polypen und Tumore diagnostiziert werden; beim Mann wird zusätzlich die Vorsteherdrüse (Prostata) untersucht.

Dann fordert er den Patienten zunächst bei im After liegendem Finger, später bei gespreizten Gesäßbacken zum Pressen und Kneifen auf. So gewinnt der Arzt einen Eindruck vom Zustand des Schließmuskelapparates und der Beckenbodenmuskulatur; er erkennt, ob Hämorrhoiden oder gar der Mastdarm aus dem After vorfallen (Rektumsprolaps).

Was der Arzt keinesfalls fühlen kann, sind Hämorrhoiden! Diese sind so weich, dass sie bei der Untersuchung mit dem Zeigefinger leergepresst werden. Mit einem röhrenförmigen Instrument (Proktoskop) kann der Arzt die Hämorrhoiden beurteilen (Grad I und II). Die Untersuchung mit diesem Gerät, das nur unwesentlich dicker als ein Zeigefinger ist, ist schmerzfrei. Zusätzlich wird der Mastdarm gespiegelt (Rektoskopie).Zum sicheren Ausschluss einer höher gelegenen Blutungsquelle kann die Spiegelung des Enddarms (Rektoskopie) oder des Dickdarms (Koloskopie) erforderlich sein.

Behandlung bei Hämoriden, Hämorrhoiden: Naturheilkunde und Hausmittel

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Am wichtigsten ist, die natürliche Darmbewegung anzuregen.

Basis der Behandlung des Hämorrhoidalleidens ist die Entleerung eines weichen, geformten Stuhls ohne übermäßiges Pressen. Starkes Pressen sollte außerdem bei Arbeit, Sport und anderen Gelegenheiten, vermieden werden, da dies die Enddarmvenenpolster stark belastet und zu weiterer Überdehnung führt. Durchfall ist jedoch kontraproduktiv und zu vermeiden.

Grundsätzlich am wichtigsten sind einfache Pflege- und Vorbeugemaßnahmen, die erfahrene Eltern bereits aus der Kinderpflege kennen.

Kein Stress

Psychischer Stress ist ein wichtiger Faktor für trägen Stuhlgang. Viele Menschen reagieren auf eine Reise mit Verstopfung. Dauerstress, Überforderung, oft in Verbindung mit Ängsten, wirkt meist eher beschleunigend auf den Stuhlgang, bis hin zu Durchfall. Seelische Stressmomente sollte in vernünftigem Rahmen gehalten werden, soweit möglich.

In schweren Fällen verhindert man das Austreten der Hämorrhoiden oder es wird die Entfernung b. z. w. die Verödung angeraten.

Nach Abklingen der Symptome bleiben in solchen Fällen vergrößerter Venenpolster und eine erhöhte Anfälligkeit erhalten.

Naturheilkunde

Pflege
Der Analbereich sollte trocken gehalten werden. Dies verhindert Quellen und Aufreiben (Mazeration) der Haut. Auch Infektionen sind so vermindert. Nach dem Stuhlgang sollte der Analbereich feucht gereinigt werden. Es genügt völlig, Toilettenpapier anzufeuchten, es müssen keine Fertigprodukte gekauft werden, die u.U. auch noch mit belastenden (weil möglicherweise allergenen oder toxischen) Duftstoffen versetzt sind. Die Reinigung sollte gründlich sein, also möglichst alle Stuhlreste entfernt werden. Auch Sitzbäder mit entzündungshemmender, Gefäß-tonisierender (konstriktiver), abschwellender, keimhemmender, abdichtender (adstringierender) und juckreizstillender Wirkung können zeitlich begrenzt helfen. Kleidung sollte luftig und locker sein, nicht zu fest anliegen.

Ernährung
Der Stuhl sollte zur Vorbeugung ausreichend weich, aber nicht zu weich sein. Bei der Stuhlregulierung helfen können hier Ballaststoffe, also Rohkost, Müsli, wenn vertragen, Gemüse, ausreichende Zufuhr von Früchten, Vollkornprodukte (Getreide, Brot u.a.) und Flüssigkeit (Wasser, Tee, verdünnte Fruchtsäfte).

 

Bewegung und Sport
Positiv wirkt auch Bewegung, um einen Ausgleich für die heute übliche überwiegend sitzende Lebensweise zu schaffen oder Sport (nicht ausschließlich Radfahren, denn auch wieder sitzend!), gut ist insbesondere Laufsport.

Massage
Auch eine Bauchmassage, beim Blick auf den Bauch im Uhrzeigersinn, am besten mit Massageöl, kann den Stuhlgang anregen. Auch feuchtwarme Auflagen wirken entspannend auf den Bauch und können nach anfänglicher Darmruhigstellung, auch über eine entspannende psychische Wirkung, den Stuhlgang anregen.

Hämoriden: Wie hilft die Phytotherapie?

Ihr Naturheil- und Hausarzt kann sie mit zahlreichen Naturprodukten unterstützen. Für Sitzbäder geeignet sind z.B. Hamamelisblätter/-rinde, Kamille, Eichenrinde, Mäusedorn, Pappelknospen, Rosskastanie, Totes Meer Salz u. a. Zur innerlichen Anwendung empfiehlt sich Fenchel, Buchweizenkrauttee, Kalmus, Rosskastanie, Pfingstrose, zeitlich begrenzt Faulbaumrinde und nur mit ärztlicher Begleitung Sennesblätter. Auch Salben und Zäpfchen gibt es mit natürlichen Inhaltsstoffen (Hamamelisblätter/-rinde, Kamille, Mäusedorn, Pappelknospen). Bei leichteren Hämorrhoiden kann Penatencreme, dünn lokal aufgetragen, eine gute Vorbeugung und Behandlung sein.

 
Achtung: Bei der nässenden Form des Hämorrhoidenleidens ist Vorsicht mit Phytopharmaka geboten, da es leichter zu Sensibilisierungen und damit Allergien kommen kann. U.U. Allergietests und gut austrocknende Maßnahmen durchführen lassen. Phytotherapeutika und andere äußerliche und innerliche Therapien können die Beschwerden ab Grad II nur vorübergehend lindern, vergrößerte Hämorrhoiden aber kaum verkleinern.

Schulmedizin

Auch in der konventionellen Therapie setzt man für einen ausreichend weichen Stuhlgang, Sauberkeit und die Anregung der Darmbewegung.

Ihr Hausarzt hilft ihnen gerne mit Salben und Zäpfchen mit pflanzlichen (siehe Naturheiltherapie) oder chemischen Inhaltsstoffen wie Lokalanästhetika, Desinfektionsmittel, u.U. Antibiotika und Kortikoide oder Analtampons.

Bei sorgsamer Lebensweise sind bist Stadium II meist invasivere Maßnahmen noch zu vermeiden. Wenn Hämorrhoiden immer wieder aus dem Analkanal nach außen vorfallen (prolabieren), d.h. ab Stadium III, sind mindestens Gummibandligaturen zu empfehlen.

In weiter fortgeschrittenen Stadien stehen mit der Verödung (Sklerosierungsbehandlung: Einspritzen von Ethoxysklerol) und der Ligaturtherapie (Abbindebehandlung mit Gummiringen nach Barron) bewährte Methoden zur Verfügung. Laser- und Kryotherapie (Kälte) haben sich als nicht geeignet erwiesen. Bei Hämorrhoidalleiden höherer Grade ist meist eine Operation erfolgreicher.


Bei länger anhaltenden Blutungen im Enddarmbereich sollten Sie unbedingt den Arzt aufsuchen. Es können ernste Erkrankungen dahinterstecken wie Darmkrebs, chronische Darmentzündung, Befall mit Parasiten, Lebererkrankungen, Tumoren im Becken-Bauch-Raum u.a. Auch Komplikationen des Hämorrhoidalleidens oder Hämoriden wie Infektionen, Ekzeme, Abszesse, Analvenenthrombosen u.a. können erkannt werden.