Halsschmerzen
Ursachen
- Die häufigste Ursache von Halsschmerzen sind Infektionen durch Viren (Erkältungsviren), Bakterien (Streptokokken) oder Pilze (Candida). Daneben kann Halsschmerzen ein Symptom sein für:
- Überbeanspruchung der Stimme
- geschwächtes Immunsystem
- Krebs
- Erkrankungen der Speiseröhre
- Erkrankung des Magens (Sodbrennen)
- Allergien
- Schadstoffe (z.B. Rauchen, Lösungsmittel, staubige Luft)
- Kropf (Struma), Schilddrüsen-Knoten oder Schilddrüsenentzündungen
Kamillosan Mund- und Rachenspray
bei Halsschmerzen
Umckaloabo
bei akuter Bronchitis
Halsschmerzen müssen oft nicht ärztlich behandelt werden. In der Regel helfen einfache Hausmittel und Lutschpastillen. Bei starken Halsschmerzen werden oberflächlich betäubende Mittel eingesetzt.
Die wichtigsten Regeln bei Halsschmerzen sind:
- warm halten und Zug meiden
- Schleimhäute feucht halten: Lutschen von Pastillen, Tee trinken und Gurgeln, Luftbefeuchter
- Stimme schonen. Singen oder langes Sprechen kann dauerhafte Schäden an den Stimmbändern verursachen.
- Immunsystem stimulieren
- Antibiotika meiden: zu häufiger Antibiotikaeinsatz führt dazu, dass dies Arzneimittel in den (schweren) Fällen, bei denen man sie wirklich braucht unwirksam werden. In über 90% der Fälle sind Halsschmerzen durch Viren verursacht. Dagegen wirken keine Antibiotika.
Die Wirkung von keimhemmenden Mitteln (Desinfektionsmitteln) bei Halsschmerzen ist umstritten.
Hausmittel
Halswickel
Feuchte Wickel haben allgemein einen positiven Einfluss auf das Immunsystem und mobilisieren die körpereigenen Abwehrkräfte. Halswickel wirken entzündungshemmend bei Erkrankungen im Hals- und Rachenbereich.
Bei akuten Halsschmerzen und Hitzegefühl sind auch zimmerwarme –„kalte“ Wickel sinnvoll. Sie lindern Hitze, Schmerz und Entzündung.
Achtung: Nur, wenn dem Patienten warm ist (kein Schüttelfrost, keine kalten Füße!).
Quark hat entzündungslindernde Wirkung. Auch er kann als Wickel auf den Hals aufgelegt werden. Man streicht zimmerwarmen Quark auf ein Baumwolltuch und wickelt es um den Hals. Anschließend werden die Ränder umgeschlagen und das Ganze mit einem dicken Schal fixiert. Der Wickel kann wieder abgenommen werden, sobald der Quark trocken ist.
Auch kalte Wickel mit Salzwasser sind möglich.
Bei länger anhaltenden Halsschmerzen ist die Anwendung von warmen Wickeln besonders wirksam: Weit mehr wärmend als ein Schal wirken Wickel mit warmen Kartoffeln. Sie werden nach dem Kochen zerdrückt auf ein Tuch aufgetragen und um den Hals gewickelt. Mit einem Schal wird der Wickel festgebunden.
Aber Vorsicht: nicht zu heiß auflegen.
Heiße Zitrone
Eine Zitrone auspressen und in ein Glas geben. Mit heißem Wasser auffüllen und süßen (z.B. mit Honig). Zitrone sorgt für Schleimproduktion und eine Befeuchtung sowie Reizlinderung. Die Wirkung des alten Hausmittels ist nicht belegt. Bei vorhandenem Vitamin-C-Mangel ist die Zufuhr von Vitamin C sinnvoll.
Zwiebel-Saft
Ein weiteres Hausmittel ist Zwiebel-Zucker-Saft. Dazu werden Zwiebeln in Scheiben geschnitten und mit Zucker bestreut. Das Ganze über Nacht ziehen lassen. Der Saft wird getrunken.
Halsschmerzen: Wie hilft die Phytotherapie?
Viel Trinken, Gurgeln
Bei Halsschmerzen ist es wichtig, viel zu trinken. Das befeuchtet die Schleimhaut und bringt die Wirkstoffe direkt an den Ort des Geschehens. Intensiver noch ist Gurgeln. Verwendet werden einfaches Salzwasser oder desinfizierende Lösungen und verschiedene Tees mit antibiotischen/antiviralen Wirkstoffen:
- Thymianlösungen (antiseptisch)
- Salbeitee (antiseptisch, adstringierend)
- Kamillentee (entzündungshemmend, antibakteriell, antiviral, immunstimulierend)
- Schafgarbe (antiseptisch)
Inhalationen
Um den Schleim zu lösen, sind Inhalationen besonders effektiv, da so auch der Bereich des Kehlkopfes gut erreicht werden kann.
Präparate (Konzentrate oder Öle)
- Kamille (keimtötende und entzündungshemmende Wirkung)
- Salbei (desinfizierende Wirkung, besonders bei Infektionen im Hals-Rachenraum)
- Thymian (keimtötend, schleimlösend und auswurffördernd)
- Anis und Fenchel (schleimlösende Wirkung)
Reizlindernd: gegen Kratzen und Schmerzen
- Anis (Tee)
- Isländisch Moos (Tee, Extrakt)
- Eibischwurzel oder Malve (Tee)
- Spitzwegerichkraut (Tee)
Antibiotisch/antiseptisch
- Kamillenblüten (Tee, Extrakt)
- Salbeiblätter (Tee, Extrakt, Öl)
- Umckaloabowurzel (Extrakt)
- Kapuzinerkresse und Meerrettich (Präparate)
- Propolis (Kittharz kauen oder Zubereitungen)
- Pfefferminz (Tee, Extrakt)
- Schafgarbenkraut (Tee, Extrakt)
Entzündungshemmend: gegen Rötung und Schmerz
- Spitzwegerichkraut (Tee)
- Schachtelhalmkraut (Tee)
- Kamille (Tee, Extrakt)
- Salbei (Tee, Extrakt)
- Thymian (Tee, Extrakt)
- Schafgarbe (Tee)
- Myrrhe (Tinktur)
Immunstimulierend
- Sonnenhut (Extrakt)
- Umckaloabo (Extrakt)
Homöopathie
In der klassischen Homöopathie wird das Mittel passend für jeden einzelnen Patienten ausgewählt. Die Auswahl hängt von den jeweiligen Symptomen ab und kann in diesem Rahmen nicht dargestellt werden.
Blauer Eisenhut (Aconitum napellus): Halsschmerzen setzen stürmisch und heftig ein, Beschwerden als Folge von trockener Kälte. Schmerzen sind stechend oder brennend, Haut ist heiß, manchmal auch Fieber, Durst auf kalte Getränke, Schmerzen beim Schlucken, roter und trockener Rachen, heiß und wie zugeschnürt.
Tollkirsche (Bella donna): bewährtes Grippemittel, akute, klopfende Schmerzen, Gesichtsrötung, Fieber. Beschwerden entwickeln sich sehr schnell und sind sehr stark. Schmerzzustände im Hals, Schmerzen wellenförmig und pochend, Halsschmerzen und trockener Husten, Kehle ist trocken, Schluckbeschwerden und rote Mandeln.
Zwiebel (Allium cepa): Hals-, Kehlkopfinfektionen, Entzündungen mit Heiserkeit, Halsschmerzen und schmerzhaften Husten, wässriges Sekret.
Ammoniumbromid (Ammonium bromatum): Pseudokrupp und Heiserkeit
Spanischer Pfeffer (Capsicum): brennende Schmerzen auf den Schleimhäuten, diese verschlimmern sich durch Kälte.
Bienengift (Apis mellifica): Schwellung, stechende Schmerzen, Durstlosigkeit.
Zehrwurzel (Arum triphyllum): Heiserkeit, Stimmlosigkeit und Rachenbeschwerden.
Kaliumdichromat (Kalium bichromicum): bei Nasennebenhöhlen- oder Stirnhöhlenentzündungen, Sekrete gelb und fadenziehend; bei Krupp, Husten und Halsschmerzen, Kehle geschwollen, Mandeln geschwollen, Kehle kitzelt, trockener Husten und zäher Schleim, Schmerzen im Brustkorb.
Buschmeisterschlange (Lachesis): Halsschmerzen, Hals purpurrot und geschwollen, Schmerzen sind wie Splitter, vor allem auf der linken Seite.
Phytolacca (Kermesbeere): bei Entzündungen im Hals, rote Schleimhäute, bei Mumps und verhärteten Drüsen, bei Mandelentzündungen mit harten und entzündeten Halslymphknoten, bei Schluckbeschwerden und bei entzündeten Ohrspeicheldrüsen.
Die Wirkung der Homöopathie ist nicht wissenschaftlich bewiesen.
Links zu Heilpflanzen und Vitalstoffen, die bei Halsschmerzen helfen können:
Ernährungstherapie
Bei Schluckbeschwerden ist flüssige Nahrung besser geeignet.
Scharf gewürzte Speisen und saure Fruchtsäfte wirken reizend. Ausnahme: stark verdünnter Zitronensaft.
Die alternative Medizin empfiehlt bei Kindern mit Neigung zu Rückfällen und Lymphschwellung, Milch und Zucker in der Ernährung zu reduzieren.
Logopädie
Personen die beruflich viel sprechen müssen, leiden besonders leicht an Heiserkeit. Die Ursache ist hier aber oft nicht infektiös, sondern liegt in einer falschen Sprech- oder Singtechnik. Hier hilft ein professionelles Sprech- oder Gesangstraining weiter.
Links zu Naturheilverfahren, die bei Halsschmerzen helfen können:
Lutschtabletten, Gurgellösungen und Sprays mit betäubenden, entzündungshemmenden und antiseptischen Wirkstoffen helfen die schlimmsten Beschwerden wenigstens zu lindern. Bei hohem Fieber werden fiebersenkende Medikamente eingesetzt.
Atemnot
Bei zusätzlichem Schnupfen und Ohrenschmerzen sind abschwellende Nasentropfen nützlich. Bei akuter Atemnot reduziert ein Kortison-, in schweren, lebensbedrohlichen Fällen ein Adrenalinpräparat die Schwellung.
Bei starken Atembeschwerden muss der Notarzt verständigt werden. Er verabreicht ein Beruhigungsmittel und leitet eine künstliche Beatmung ein. Wenn es auf Grund der Schwellung nicht möglich ist, einen "Atemschlauch" (Tubus) in die Luftröhre zu legen, ist bei lebensbedrohender Atemnot ein Luftröhrenschnitt die Methode der Wahl.
Schmerz
Übliche schmerzlindernde Wirkstoffe sind z.B. Benzocain, Lidocain sowie der auch als Hustenlöser eingesetzte Wirkstoff Ambroxol. Ihre Wirkung ist aber nur oberflächlich. Systemisch schmerzlindernd ist Paracetamol (gegen Halsweh, Kopf-, Gliederschmerzen und Fieber).
Antibiotika, Desinfektion
Bei einer bakteriellen Infektion der Mandeln wird in schwereren Fällen mit Antibiotika -Präparaten behandelt.
Desinfektionsmittel (in vielen handelsüblichen Gurgelmitteln) sind im Halsbereich eher schädlich als nützlich, da die schützende normale Atemwegsflora durch die Desinfektion mindestens so geschwächt wird wie krankmachende Keime. Die Schleimhaut wird zudem gereizt und es können Unverträglichkeiten auftreten.
In schweren Fällen kann 0,3%-ige H2O2 (Wasserstoffperoxid-) Lösung gegurgelt werden.
Operative Versorgung
Treten Mandelentzündungen immer wieder auf (mindestens 5-mal pro Jahr) oder wenn sie chronisch sind, wird meist eine operative Entfernung der Gaumenmandeln erwogen. Vor einer möglichen Operation sollte aber genau abgeklärt werden, was zu den ständig wiederkehrenden Halsschmerzen führt. Eine Entfernung der Mandeln ist leider Garantie dafür, dass in Zukunft keine Halsschmerzen mehr auftreten.
