Hörsturz und Ohrgeräusche

Beschreibung

Der Begriff Tinnitus aurium (lat. tinnitus Geklingel; aures Ohren) bezeichnet ein anhaltendes Hören von Tönen (Pfeifen, Brummen, Klingeln, Rauschen), welche im Ohr meist ohne akustischen Auslöser von außen selbst entstehen. Es handelt sich dabei aus medizinischer Sicht nicht um eine Erkrankung sondern um ein Symptom.

Der so genannte Hörsturz ist ein plötzlich auftretender Hörverlust, meist verbunden mit einem Ohrgeräusch (Tinnitus) und einem Taubheitsgefühl auf dem betroffenen Ohr. Eine sofortige Behandlung ist dringend notwendig, um einem dauerhaften Hörschaden vorzubeugen und das Hörvermögen wiederherzustellen, ein Hörsturz wird als HNO-ärztlicher Notfall eingestuft. Die meisten HNO-Ärzte verarbreichen keine wissenschaftlich belegte Therapie. Bei Patienten unter 50 Jahren heilt der Hörsturz meist mit und ohne Arzt folgenlos aus.

Als Auslöser vermutet man eine erhöhte Stressbelastung und eine Durchblutungsstörung im Ohr. Der genaue Krankheitsmechanismus ist aber noch nicht überzeugend belegt.

Häufigkeit

Fünf Prozent der Bevölkerung leiden unter einem dauerhaften Tinnitus, darunter zunehmend auch Jugendliche.

In Deutschland erleiden etwa 15.000 Menschen pro Jahr einen plötzlichen Hörverlust. Das Durchschnittalter der Patienten liegt bei etwa 40 Jahren. Tinnitus war einige Jahre „in Mode“. Wie oft in solchen Fällen, erhöhte sich damals die Prävalenz (Zahl der betroffenen Patienten pro 100.000 Einwohner) scheinbar, das von bestimmten Lobbies gewünschte Ziel war erreicht. Schlimmer: Gerade Hörsturz und Tinnitus sind Beispiele von Krankheiten, die erst durch erhöhte mediale Aufmerksamkeit und „Aufklärung“ (die eben durchaus auch schaden kann!) an Schärfe, Bedrohlichkeit und „Bedeutung“ gewinnen.

Näheres dazu in den Kapiteln Krankheitserfinder und Gesundmacher. Gerade bei Tinnitus ist es wichtig, den Patienten Mut zu machen, die häufig eintretende Selbstheilung zu betonen, katastrophisierendes Denken zu meiden und die Selbstbestimmung über den eigenen Körper bei den PatientInnen zu lassen. Es sind alle Maßnahmen zu einer schrittweisen Umstellung der Lebensführung hin zu mehr Erholung und Entspannung zu unternehmen und es darf nicht auch noch von Arztseite Druck ausgeübt werden.

Welche Therapie hilft?
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Der Anteil an Selbst- und Spontanheilungen soll teilweise sehr groß sein. Andererseits ist die Aussicht ziemlich erschreckend, auf Jahre mit Hörminderung und Ohrgeräusch (Tinnitus) zu leben. Daher gibt es sehr unterschiedliche Therapieansätze.

Oftmals behandelt man den akuten Hörsturz im Rahmen eines Krankenhausaufenthaltes, um hierdurch Stress und Belastungsfaktoren zu reduzieren. Dies ist wissenschaftlich nie unabhängig auf seine Wirksamkeit untersucht worden. Wir bevorzugen die ambulante naturheilkundliche Behandlung in einer Haus- oder Facharztpraxis.

Naturheilkunde

Nach unserer Beobachtung kann bei Tinnitus und bei Hörsturz eine Dämpfung des Nervensystems mit den unten genannten Heilpflanzen die Wahrnehmung des Geräusches soweit dämpfen, dass das Gehirn das Geräusch „verlernt“.

Naturheilärzte verwenden bei Hörsturz gerne Akupunktur, Farbakupunktur und Laserakupunktur. Ein ähnlicher Wirkmechanismus besteht bei Spritzen an das vegetative Ganglion stellatum - ein Nervenknoten am Hals - mit einem örtlichen Betäubungsmittel (Lokalanästhetikum) als Blocker des Nervensystems. Dieses Verfahren heißt auch Neuraltherapie.

Als allgemeine Maßnahmen sind sinnvoll:

  • Abschirmung von Reizen
  • Sanierung von Herden, z.B. Behandlung vereiterter Zähne
  • Ordnungstherapie, d.h. Aufräumen im Leben
  • Massage
  • Meditation
  • Autogenes Training.

 

Phytotherapie

Fast immer findet der Arzt einen erhöhten Sympathikotonus, d. h. eine Überaktivität des Alarm- und Verteidigungsnervensystems bei seelischer Überlastung und oft auch Lärmbelastung. Daher sollten begleitend

  • Löwenzahn
  • Brennessel
  • Schafgarbe
  • Lecithin und Sojalecithin
  • Rosenwurz
  • Gelée Royal
  • Ginseng
  • Taigawurzel
  • Gingko

zur allgemeinen Stärkung und Stabilisierung eingesetzt werden.

Von den naturheilkundlichen Ansätzen werden die beruhigende Heilpflanzen und das „Retraining“ (verhaltenstherapeutischer Ansatz) noch am ehesten von der Schulmedizin akzeptiert. Letzteres besteht im häufigen Hören von gern gehörter, mittellauter Musik, um dem Hirn die „Abgewöhnung“, das Verlernen des Geräusches zu erleichtern (keine Totenstille, die das Geräusch noch deutlicher hervortreten lässt).

Links zu Heilpflanzen und Vitalstoffen, die bei Hörsturz und Ohrgeräusche helfen können:

Links zu Naturheilverfahren, die bei Hörsturz und Ohrgeräusche helfen können:
Schulmedizin

Da es sich beim Hörsturz – und auch bei Ohrgeräuschen (Tinnitus) vermutlich um eine Durchblutungsstörung handelt, versucht man, die Durchblutung zu fördern. Durch tägliche Infusionen mit Blutplasmaersatzstoffen wird das Blut verdünnt. Mit Blutwäsche (Hämapherese) werden unter anderem Blutfette entfernt, um die Fließeigenschaften des Blutes zu verbessern.

In einer Sauerstoffüberdruckkammer kann ein erhöhtes Angebot an Sauerstoff im Blut bereitgestellt werden. Außerdem wird manchmal Kortison in Form hochdosierter Infusionen angewandt. Bemerkenswerterweise gibt es bei den genannten Therapiemethoden für Tinnitus keine wissenschaftlichen Belege für ihre Wirksamkeit, obwohl sie mittlerweile als Standard gelten.