Hörsturz und Ohrgeräusche

Ursachen

Fälschlicherweise werden vor allem laute Musik und Kopfhörer für die zunehmende Verbreitung von Ohrgeräuschen verantwortlich gemacht. Sehr wahrscheinlich sind diese Faktoren aber nur zwei von vielen. Hauptursachen sind wahrscheinlich erhöhte (Dauer-) Stressbelastung und resultierende Verkrampfungen (Spasmen) in der zarten Arteriole, die das Innenohr mit Blut bzw. Sauerstoff versorgt, d.h. Durchblutungsstörungen im Ohr. Seltenere (Mit-) Ursachen sind ein akutes Lärmtrauma oder ein plötzlicher Blutdruckabfall.

Der Tinnitus entsteht direkt im Ohr und bleibt in ungünstigen Fällen zentral durch eine Fehlwahrnehmung und einen unerwünschten Lernprozess im Gehirn bestehen, obwohl die initiale Reizung/Schädigung des Innenohrs meist schon abgeklungen ist. Häufig tritt er isoliert als Symptom auf, kann aber im Kontext stehen mit einer Erkrankung wie Hörsturz oder Morbus Ménière und geht dann einher mit Hörverlust bzw. Schwindel und Erbrechen.

Die Ursachen für einen Hörsturz sind noch nicht genau geklärt. Man vermutet eine Durchblutungsstörung im Ohr, die zu einer Minderversorgung der Haarzellen führt. Die Haarzellen sind die Sinneszellen des Innenohres, die den mechanischen Reiz des Hörens an den Hörnerv als elektrischen Impuls weitergeben.

Den Mechanismus des Hörsturzes stellt man sich ähnlich vor wie bei einem Herzinfarkt: Durch Risikofaktoren wie Rauchen, Diabetes, Bluthochdruck und erhöhte Blutfettwerte kommt es zur Arteriosklerose. Im akuten „Anfall“ kommt es dann zur Verstopfung eines Gefäßes mit einem Blutgerinnsel, der zu einer Sauerstoffunterversorung führt und im Ohr entsprechen zu einer Funktionseinschränkung führt, sprich Hörminderung oder Taubheit.

Als eigentlicher Auslöser für den akuten Anfall wird im Allgemeinen eine erhöhte, meist chronische Stress- oder Lärmbelastung verantwortlich gemacht. Mit dem Stress einhergehend kommt es zu einem erhöhten Sympathikotonus, der eine Verengung von Blutgefäßen fördert. Auch ein akutes Lärmtrauma (Sylvesterknaller u.Ä.) kann Tinnitus auslösen.

Nach Beobachtung des in der Behandlung von Tinnituspatienten erfahrenen Allgemeinmediziners Dr. A. Orth, Speyer (persönliche Mitteilung) liegen nur in drei % HNO-Erkrankungen als Ursache bei Tinnitus vor, fast immer ist die eigentliche Ursache ein erhöhter Sympathikustonus, d.h. eine Überaktivität des Alarm-/Verteidigungsnervensystems bei seelischer Überlastung und Lärmbelastung.

Weitere Hypothesen gehen davon aus, dass der Hörsturz in Zusammenhang mit Virusinfektionen oder Autoimmunerkrankungen steht.

Tinnitus könnte ein typisches Beispiel einer „modernen Krankheit“ sein, die mit der bekannten Reizüberflutung und gleichzeitigem Verlust an Lebenssinn (z.B. Abschaffung von Arbeit, Konsumterror, Verlust eigener Kreativität etc.) der Menschen in globalisierten Industriegesellschaften entstehen.

Es gibt eine Grundaktivität der Sinnesorgane und eine solche des Zentralen Nervensystems (ZNS). Verschiedene neurale Informationen werden im Hirn zusammengeschaltet, abgeglichen, daraus letztlich ein Sinneseindruck „errechnet“.

Nach der „Gate-control“ (die im ZNS eingehenden Reize können über Zugangstore moduliert werden)-Theorie kann die Eingangsempfindlichkeit modifiziert werden, je nach allgemeiner Aktivierung des ZNS (Grad der Wachheit, Aktiviertheit, Ruhe-Angst-Streß-Motivation etc., verschiedenste Einflußgrößen) u.a. Faktoren.

 

Mögliche Entstehung von „Tinnitus“:

Grundaktivität erhöht aus verschiedenen Gründen: Psyche, Infekte (auch mit Entzündung des Gehör- und Gleichgewichtsnerven Neuronitis nervi acustici und vestibularis, meist durch Viren), Erschöpfung, Herde (Zähne), Störung/Reiz des Vegetativums (z.B. Reiz durch eingeengten Rückenmark-(Spinal-)raum bei Halswirbelsäulen-(HWS-)Fehlhaltung, Kiefergelenksstörung (Arthropathie), Anspannungsgrad = Tonus der Kaumuskulatur erhöht).

Eine depressive Grundstruktur erleichtert die Krankheitsentstehung deutlich. Insgesamt besteht also eine akute oder/und chronische Störung der zentralen Reizverarbeitung. Durch einen Initialreiz könnte nun der Sinneseindruck des Geräusches entstehen, z.B. durch eine akute Durchblutungsstörung bei Verengung der Endarterie (akuter Streß mit Blutdruck-Erhöhung, Lärmtrauma etc., Arteriosklerose, erhöhte Zähflüssigkeit des Blutes = Hyperviskosität, Fette >), Otitis media, Tubenbelüftungsstörung (Allergiker!), Borreliose, Herpesviren (HSV), Windpockenviren (VZV), Bakterien wie bei Lues (Syphilis, durch Treponema pallidum), Immunschwächeviren (HIV I+II), Umwelttoxine.

Nach etwa 24 Stunden könnte das Hirn das Geräusch „lernen“. Durch erhöhte Aufmerksamkeit (ängstliche Grundstruktur u.a.) könnte so ein bleibender Sinneseindruck entstehen, auch wenn ein Sinnessignal (neuraler Input) nicht mehr vorhanden ist. Langsam können sich körperliche und psychische Folgen bzw. Teufelskreise entwickeln wie sich steigernde Angst, Schlafstörungen etc. und daraus erneuter (Dauer-) Stress erwachsen. Depressionen und Ängste sind neben einem Verlust von Lebenssinn und Bestätigung des Selbstwertes der Hauptgrund für die Entstehung einer anderen Volksseuche: Suchterkrankungen.

Welche Therapie hilft?
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Der Anteil an Selbst- und Spontanheilungen soll teilweise sehr groß sein. Andererseits ist die Aussicht ziemlich erschreckend, auf Jahre mit Hörminderung und Ohrgeräusch (Tinnitus) zu leben. Daher gibt es sehr unterschiedliche Therapieansätze.

Oftmals behandelt man den akuten Hörsturz im Rahmen eines Krankenhausaufenthaltes, um hierdurch Stress und Belastungsfaktoren zu reduzieren. Dies ist wissenschaftlich nie unabhängig auf seine Wirksamkeit untersucht worden. Wir bevorzugen die ambulante naturheilkundliche Behandlung in einer Haus- oder Facharztpraxis.

Naturheilkunde

Nach unserer Beobachtung kann bei Tinnitus und bei Hörsturz eine Dämpfung des Nervensystems mit den unten genannten Heilpflanzen die Wahrnehmung des Geräusches soweit dämpfen, dass das Gehirn das Geräusch „verlernt“.

Naturheilärzte verwenden bei Hörsturz gerne Akupunktur, Farbakupunktur und Laserakupunktur. Ein ähnlicher Wirkmechanismus besteht bei Spritzen an das vegetative Ganglion stellatum - ein Nervenknoten am Hals - mit einem örtlichen Betäubungsmittel (Lokalanästhetikum) als Blocker des Nervensystems. Dieses Verfahren heißt auch Neuraltherapie.

Als allgemeine Maßnahmen sind sinnvoll:

  • Abschirmung von Reizen
  • Sanierung von Herden, z.B. Behandlung vereiterter Zähne
  • Ordnungstherapie, d.h. Aufräumen im Leben
  • Massage
  • Meditation
  • Autogenes Training.

 

Phytotherapie

Fast immer findet der Arzt einen erhöhten Sympathikotonus, d. h. eine Überaktivität des Alarm- und Verteidigungsnervensystems bei seelischer Überlastung und oft auch Lärmbelastung. Daher sollten begleitend

  • Löwenzahn
  • Brennessel
  • Schafgarbe
  • Lecithin und Sojalecithin
  • Rosenwurz
  • Gelée Royal
  • Ginseng
  • Taigawurzel
  • Gingko

zur allgemeinen Stärkung und Stabilisierung eingesetzt werden.

Von den naturheilkundlichen Ansätzen werden die beruhigende Heilpflanzen und das „Retraining“ (verhaltenstherapeutischer Ansatz) noch am ehesten von der Schulmedizin akzeptiert. Letzteres besteht im häufigen Hören von gern gehörter, mittellauter Musik, um dem Hirn die „Abgewöhnung“, das Verlernen des Geräusches zu erleichtern (keine Totenstille, die das Geräusch noch deutlicher hervortreten lässt).

Links zu Heilpflanzen und Vitalstoffen, die bei Hörsturz und Ohrgeräusche helfen können:

Links zu Naturheilverfahren, die bei Hörsturz und Ohrgeräusche helfen können:
Schulmedizin

Da es sich beim Hörsturz – und auch bei Ohrgeräuschen (Tinnitus) vermutlich um eine Durchblutungsstörung handelt, versucht man, die Durchblutung zu fördern. Durch tägliche Infusionen mit Blutplasmaersatzstoffen wird das Blut verdünnt. Mit Blutwäsche (Hämapherese) werden unter anderem Blutfette entfernt, um die Fließeigenschaften des Blutes zu verbessern.

In einer Sauerstoffüberdruckkammer kann ein erhöhtes Angebot an Sauerstoff im Blut bereitgestellt werden. Außerdem wird manchmal Kortison in Form hochdosierter Infusionen angewandt. Bemerkenswerterweise gibt es bei den genannten Therapiemethoden für Tinnitus keine wissenschaftlichen Belege für ihre Wirksamkeit, obwohl sie mittlerweile als Standard gelten.