Husten
Ursachen
Husten ist ein Symptom für eine Erkrankung.
Besonders häufig tritt er begleitend zu folgenden Erkrankungen auf:
- Infektionserkrankungen (Erkältung, Lungenentzündung, Keuchhusten, Tuberkulose)
- Rauchen, Schadstoffe, Staub, Smog
- Asthma
Seltener ist Husten eine Folge von:
- Abwehrschwäche, Immunsuppression
- Allergien
- Autoimmunerkrankung
- Feuchtigkeit und Kälte
- Haustieren (Ornithose, Papageienkrankheit)
- Herzerkrankungen (Linksherzinsuffizienz)
- Infarkt (Lungenembolie)
- Krebs (Bronchialkarzinom)
- Lungenerkrankungen (Lungenfibrose, Aleveolitis, Kollagenose)
- Magenerkrankungen (Reflux)
- Medikamenten (Blutdruckmittel: ACE-Hemmer, Betablocker, Mittel gegen Herzrhythmusstörungen: Amiodaron)
- Mukoviszidose
- psychosomatische Ursachen
- Schimmelbefall in der Wohnung
- Sinusitis: chronische Entzündung der Nebenhöhlen
- Überreaktion der Bronchien
Umckaloabo
bei akuter Bronchitis
Bei einfachem Husten sind meist eine Inhalation, ausreichende Flüssigkeitszufuhr und eine Behandlung mit Phytotherapie ausreichend. Sie sollte möglichst früh beginnen. Nur bei chronischem Husten oder obstruktiver Bronchitis müssen neben der Phytotherapie auch anderen Maßnahmen eingesetzt werden..
Die Hustenstrategie
- Bei trockenem Reizhusten werden Mittel verwendet, die den Reiz auf der Schleimhaut lindern und den Hustenreflex unterdrücken.
- Ist der Husten mit schleimigem Auswurf begleitet, helfen Präparate, die den Schleim verflüssigen.
- Um zu verhindern dass es zu einer Zweitinfektion mit Bakterien kommt, nutzt man Mittel, die die Immunreaktion fördern oder keimhemmend wirken.
- Am Wichtigsten bei Husten ist: Auslöser meiden (Rauchen, Staub) und Grunderkrankung bekämpfen.
Phytotherapie
Husten kann ganz unterschiedliche Beschwerden auslösen. Es gibt zahlreiche Heilpflanzen, die gezielt gegen bestimmte Erscheinungen wirken. Besonders vielseitig sind Thymian und Efeu.
Trockener Reizhusten: einhüllend
Ursache für trockenen Reizhusten ist eine gereizte Schleimhaut. Verschiedene Heilpflanzen haben eine einhüllende und dämpfende Wirkung auf den Hustenreiz („Mucilaginosa“). Sie beruhigen auch die Auswurfaktivität der Schleimhaut:
- Spitzwegerich
- Eibischwurzel, -blätter
- Huflattichblätter
- Isländisch Moos
- Malvenblätter, -blüten
- Wollblume
Trockener Reizhusten: antientzündlich
Entzündungen der Schleimhäute sind nicht nur schmerzhaft, sie erzeugen außerdem oft Hustenreiz. Bei Entzündung der bronchialen Schleimhaut kann man auch Pflanzen mit antientzündlichen Wirkstoffen nehmen:
- Bibernellwurzel
- Efeublätter
- Isländisches Moos
- Spitzwegerichkraut
- Süßholzwurzel
- Thymiankraut
- Zwiebelsaft/-extrakt
Krampfhusten: gegen Hustenreiz
Besonders nachts kann Husten quälend sein und nicht nur den Kranken wach halten. Hier nimmt man Mittel, die den Hustenreflex unterdrücken (so genannte Antitussiva):
- Efeublätter
- Primelwurzel
- Huflattichblätter
- Süßholzwurzel
- Thymiankraut
- Lindenblüten
- Ammeifrüchte
- schwarzer Tee
Früher verwendete man dazu Opiumalkaloide aus dem Schlafmohn (Codein und Noscapin). Das Mittel war wirkungsvoll, wird aber wegen der hohen Suchtgefahr heute nicht mehr so häufig eingesetzt. Aber auch heute noch wird mit Codein Missbrauch getrieben.
Verschleimung: "produktiver Husten"
Bei zähem, schwer abgehendem Schleim ist es sinnvoll, für eine Verflüssigung zu sorgen und den Abtransport zu fördern:
Saponin-haltige Pflanzen: Efeublätter, Hohlzahnkraut, Primelwurzel, Sanikelkraut, Schlüsselblumenblüten, Seifenwurzel, Senegawurzel, Süßholzwurzel, Königskerze
etherisches Öl enthaltende Pflanzen (Fichtenspitzen, Grindeliakraut, Kiefernsprosse, Quendelkraut, Sternanisfrüchte, Thymiankrau , Anis-, Eukalyptus-, Fenchel-, Fichten-, Kiefernnadel-, Minz-, Pfefferminzöl, Campher)
Verschleimung: keimhemmend
Schleim soll die Schleimhaut schützen. Doch einige Mikroorganismen haben sich auf das Überleben im Schleim spezialisiert. Sie führen zu den gefürchteten „Sekundärinfektionen“.
Gegen Infektionen mit krankmachenden Keimen kann man sich mit keimhemmenden Pflanzen zur Wehr setzen:
- Efeublätter: Extrakt
- Thymiankraut: Fluidextrakt oder Tee
- Propolis - Zubereitungen: im Mund/Rachen einwirken lassen (z.B. auf Zuckerwürfel geträufelt und langsam zergehen lassen, schlucken)
- Salbeiblätter, Tee oder Extrakt: gurgeln, trinken
- Brunnenkresse, Kapuzinerkresse: Fertigpräparate
- schwarzer Rettich, Meerrettich: einnehmen
Immunstärkend: vorbeugend und begleitend
Zur Stärkung des Immunsystems können begleitend eingenommen werden:
- Sonnenhut
- Kapuzinerkresse und Meerrettich
- Umckaloabo
- Propolis
Herzstärkend
Husten ist mitunter ein Hinweis auf ein schwaches Herz (Lungenstauung). Präparate mit Weißdorn stärken die Kontraktionskraft und das Schlagvolumen des Herzens. Herzbeschwerden lassen sich so lindern.
Homöopathie
In der klassischen Homöopathie wird das Mittel passend für jeden einzelnen Patienten ausgewählt. Die Auswahl hängt von den jeweiligen Symptomen ab und kann in diesem Rahmen nicht geleistet werden.
Zaunrübe (Bryonia): Husten schmerzhaft, trocken und hart. Schleim ist zäh. Beim Husten kommt es zu Würgen und Erbrechen
Metallisches Kupfer (Cuprum metallicum): Hustenanfälle lang anhaltend, heftig, krampfartig, Krampfhusten mit Erstickungszeichen, Keuchhusten, Zusammenschnüren der Brust
Khellin (Ammi visnaga): spastische Bronchitis, Krampfneigung, entspannend
Lobelie (Lobelia inflata): nächtliche Hustenanfälle mit Angst, Atemnot bei Anstrengung
Carbo vegetabilis: Husten mit kaltem Schweißausbruch gefolgt von Erschöpfung und Schwäche, Atemnot.
Ätzkalk (Causticum): Husten in Folgen von Grippe oder Erkältungen, Wundgefühl in der Brust, Schleim kann nicht hoch gehustet werden.
Die Wirkung der Homöopathie ist nicht wissenschaftlich bewiesen.
Links zu Heilpflanzen und Vitalstoffen, die bei Husten helfen können:
Physiotherapie, Atemtherapie
Patienten mit chronischem Husten können bestimmte Atem- Räusper- und Hustentechniken erlernen. Sie erleichtern den Auswurf. Des Weiteren unterstützt eine Brustkorbgymnastik die Entschleimung.
Good Vibrations
Brummen bei vorgehaltener Hand erzeugt Schwingungen im Brustkorb, die den Schleim lockern und den Auswurf erleichtern. Schwingungen könne auch durch vorsichtiges Abklopfen oder Massagegeräte ausgelöst werden.
Günstig wirkt jede Form von Bewegung, am besten leichte Ausdauersportarten wie Wandern und Radfahren. Dabei ist zu beachten, dass die Belastungsgrenze nicht überschritten wird. Besonders bei bettlägerigen und schwachen Patienten ist darauf zu achten, dass sie sich trotzdem etwas bewegen und des Öfteren bewusst tief atmen um alle Lungenabschnitte zu belüften.
Ernährungstherapie
Um die Verflüssigung des Schleims zu unterstützen, sollte man viel Hustentee trinken (1,5 bis 2l). Das fördert auch die Befeuchtung der Schleimhäute bei trockenem Reizhusten.
Bei Bronchitis stellt sich oftmals auch Appetitlosigkeit ein. Die Ernährung sollte leicht sein und reich an frischem Obst und Gemüse.
Süß ist erlaubt
Die Geschmacksknospen der Zunge die auf „süß“ reagieren, fördern auch die Sekretion der Bronchien. Hustentees und Säfte dürfen und sollen daher gesüßt werden, am besten mit Honig.
Achtung: Milch fördert die Verschleimung!
Über den Darm behandeln
Husten/Asthma kann einen allergischen Auslöser haben. Die Lunge ist entwicklungsgeschichtlich ein Anhängsel des Darms und ist daher auch mit dem Darmkanal verbunden. Hier kann eine Überprüfung der Ernährung notwendig werden. Die Komplementärmedizin sieht als Ursachen von Asthma häufig auch eine Störung der Darmflora und behandelt durch Darmsymbioeselenkung.
Ordnungstherapie
Damit die Hustentherapie anschlagen kann, sollte man zusätzlich für optimale Bedingungen sorgen:
- keine Schadstoffe (wie Rauchen, Staub, Lösungsmittel oder Smog)
- frische Luft und Bewegung an der Sonne
- trockene Heizungsluft meiden (Luftbefeuchter)
- häufig Lüften (kurz aber heftig)
- Unterkühlung vermeiden
- reichlich trinken (2 Liter pro Tag)
Physikalische Therapie
Wärme
Bei chronischer Bronchitis ist Wärme wohltuend. Heiße Wickel können im Bereich der Brust und des Rückens aufgelegt werden. Man nimmt hier Heublumensäcke, Senfmehl, Kartoffelbrei. Auch ein Saunabesuch, etwa 1-2 mal die Woche, hilft beim Entschleimen und regt das Immunsystem an.
Achtung: Bei akuter Bronchitis bzw. akuten Erkältungen ist Sauna nicht sinnvoll, da sie hierbei eher schwächt und Herz und Kreislauf belastet.
Inhalationen
Einreibungen oder Inhalationen mit ätherischen Ölen lösen den Hustenkrampf und fördern das Abhusten. Inhalation von heißen Dämpfen kann auch die Vermehrung von Erkältungsviren hemmen.
Es werden zum Inhalieren auch Ultraschallgeräte angeboten, welche die Luft mit feinsten Tröpfchen (Aerosole) anreichen. Hier können Medikamente oder einfaches Kochsalz zugesetzt werden, um die Entschleimung zu unterstützen.
Achtung: bei Säuglingen und kleinen Kindern sind ätherische Öle nie im Bereich des Gesichts anzuwenden! Nur Präparate verwenden, die auch für die Alterstufe geeignet sind!
Wärme und Kälte
Bei Infektanfälligkeit empfiehlt sich eine abhärtende Therapie mit warmen und kalten Wasseranwendungen.
Achtung: nur in den anfallsfreien Phasen!
Balneotherapie/Kur
Bei chronischem Husten ist ein Kuraufenthalt in reiner oder salzhaltiger Luft zu empfehlen. Es eignen sich mildes Seeklima oder Sole-Anlagen in Mittelgebirgsklima. Empfohlen wird Natriumhydrogencarbonat- und Natriumhydrogenchlorid-haltiges Heilwasser.
Ab- und ausleitende Verfahren
Die traditionelle Medizin behandelt Bronchitis und Asthma mit Schröpfen der Nackenzone oder des Brustbereichs. Dadurch sollen die Beschwerden gelindert werden sowie Schadstoffe ausgeleitet werden.
Ist eine Immunschwäche Ursache für Hustenanfälligkeit, kann in den Infekt-freien Zeiten eine Baunscheidt-Behandlung des Rückens durchgeführt werden. Dabei wird die Haut verletzt und reizendes Öl eingerieben.
Links zu Naturheilverfahren, die bei Husten helfen können:
Die medizinische Behandlung richtet sich in der Regel nach der Grunderkrankung. Ansonsten werden die Symptome behandelt:
Sekretolytika (Ambroxol oder Acetylcystein) lösen den Schleim bei produktivem Husten. Die Wirkung ist umstritten, sie können bei chronischer und chronisch obstruktiver Bronchitis jedoch sinnvoll sein). In bestimmten Situationen mit starker Sekretbildung kann der Schleim auch abgesaugt werden. Bei trockenem Husten werden hustendämpfende Mittel (Antitussiva) eingesetzt.
Entzündliche Reaktionen kann man mit Antihistaminika oder Kortikosteroiden kontrollieren.
Anstrengung, Aufregung, reizende Gase, Allergene u.a. Faktoren können bei Asthma bronchiale Atemnot auslösen. Hier verschreibt der Arzt oft Betamimetika und zur Lösung von Krämpfen in der Muskulatur Bronchospasmolytika. Auf längere Sicht setzt man Glukokortikosteroide ein.
Bei akutem Sauerstoffmangel wird die Atemluft mit Sauerstoff angereichert.
Infektiöse bakterielle Lungenerkrankungen werden antibiotisch versorgt. Dabei sollte aber vorher abgeklärt werden, um welchen Keim es sich handelt (Bakterien, Mykobakterien, Pilze, Parasiten).
Schmerzlindernde Medikamente (Parazetamol) sind nur gelegentlich notwendig.
Achtung: Auswurffördernde Mittel und Antitussiva dürfen nicht gemeinsam angewendet werden!
Viele Asthmatiker reagieren auf ASS (Aspirin), Nicht Steroidale Entzündungshemmer (NSAR) oder Betablocker mit einem Anfall.
Menschen die Husten, benötigen eine besonders intensive Betreuung wenn Sie Vorerkrankungen bzw. chronischen Erkrankungen haben, wie
- Erkrankungen der Atmungsorgane
- Nierenerkrankungen
- Leberzirrhose
- Diabetes
- kardialen Erkrankungen (Herzerkrankung)
- Immundefekten
