Lippen-Kiefer-Gaumenspalte

Beschreibung

Eine Lippen- Kiefer oder Gaumenspalte entsteht bei abnormaler Entwicklung, z.B. durch Folsäuremangel bei vegetarischer Ernährung der Mutter oder toxische Einflüsse (Alkohol, Rauchen, Medikamente, Umweltgifte) in der Schwangerschaft und durch angeborene Fehlbildung (selten vererbt, häufiger durch Neumutation) während der Embryonalentwicklung.  Es handelt sich zusammen mit dem „offenen Rücken“ (Neuralrohrdefekten, Myelomeningozele) um die häufigste der sog. Hemmungsmissbildungen, d.h., ein natürlicherweise in der Embryonalzeit stattfindender Prozess des Verwachsens anatomischer Strukturen wird durch verschiedene Faktoren gehemmt. Um solche Entwicklungsstörungen weniger wahrscheinlich zu machen, sollten Frauen, die eine Schwangerschaft planen oder bei denen sie eintreten könnte, ausreichend mit Folsäure versorgt sein, wenn nicht durch Ernährung, dann durch Zusatz in der Nahrung oder in Tablettenform. Folsäure gehört zu den Vitaminen, die bedenkenlos auch in höheren Dosen eingenommen werden können. Davon gibt es nur wenige Ausnahmen, z.B. wenn bestimmte Krebs- (Zytostatika-) bzw. Rheuma-Medikamente eingenommen werden.

Häufigkeit

Die Lippenspalten (1:1.000) sind die häufigsten Spalten, die bei Jungen häufiger als Mädchen sind. Wenn die Eltern gesund sind, beträgt die Wahrscheinlichkeit für Lippenspalten nach einem betroffenen Kind beim nächsten Kind etwa vier %. Wenn ein Elternteil betroffen ist und sie ein Kind mit Lippenspalte haben, beträgt die Wahrscheinlichkeit beim nächsten Kind 17%.

Die Gaumenspalten sind nicht so häufig wie Lippenspalten (1:2.500). Sie sind häufiger bei Mädchen. Das Alter der Frauen bei der Schwangerschaft hat keinen besonderen Einfluss auf die Entstehung von Spalten. Ähnlich wie bei Spalten im Rückenbereich (Neuralrohrdefekt, Myelomenigozele) kann aber ein Folsäuremangel in der Schwangerschaft (Vegetarismus, Hellhäutige, Folsäure-arme Ernährung; starke Sonnenexposition, die zum Abbau von Folsäure in den Hautkapillaren führt, eben besonders stark bei Hellhäutigen, dazu führen.

Welche Therapie hilft?

Vorbeugung vor/während der Schwangerschaft. Besonders empfindlich ist das wachsende Kind in der 5. bis zur 12. Schwangerschaftswoche.

  • Schadstoffe meiden (Medikamente, Alkohol, Nikotin)
  • radioaktive Strahlen meiden (ständige Flugreisen, Röntgenuntersuchungen)
  • Belastungen der Mutter reduzieren (Stress, Anstrengungen, Infektionen)
  • optimale Nährstoffversorgung (Folsäure und Multivitamine/Mineralien)


Folsäure sollte schon vor Beginn einer geplanten Schwangerschaft eingenommen werden.  Veganerinnen und Vegetarierinnen haben ein erhöhtes Risiko, da sie mitunter nicht optimal ernährt sind.

Achtung: Man sollte auch nicht zu viel "synthetische" Vitamine (Vitamine A und E) einnehmen. Entscheidend ist die natürliche Bilanz.

Naturheilkunde

Links zu Heilpflanzen und Vitalstoffen, die bei Lippen-Kiefer-Gaumenspalte helfen können:

Links zu Naturheilverfahren, die bei Lippen-Kiefer-Gaumenspalte helfen können:
Schulmedizin

Für die Behandlung der Lippenspalten sollen die Spalten im Alter von 3 bis 6 Monaten durch eine Operation verschlossen werden. Für eine erfolgreiche Therapie müssen HNO-Arzt, Kieferchirurg, Kieferorthopäde und Logopäde zusammenarbeiten. Bei der Behandlung der Gaumenspalten kann man in den ersten Lebenstagen mit Hilfe von Platten das Kieferwachstum steuern. Im Laufe der Zeit werden die Spaltenränder angenähert und schließlich verschlossen. Je nach Art der Spaltbildung gibt es verschiedene Operationsmethoden. Oft müssen die Patienten aus kosmetischen Gründen, teilweise mehrfach, nachoperiert werden. Die Traumatisierung dadurch und die psychische Beeinträchtigung durch die Entwicklungsstörung inkl. der Stigmatisierung sind nicht zu unterschätzen. Die Betroffenen brauchen hier einfühlsame Unterstützung um die Lippen, Kiefer oder Gaumenspalte zu akzeptieren.