Menstruationsbeschwerden
Die Beschwerden der Frauen während der Regelblutung (Menstruationsbeschwerden) sind eine Kombination körperlicher und psychischer Veränderungen. Reine Regelschmerzen bezeichnet man auch als Dysmenorrhoe. Das kann verschiedene Ursachen haben:
Primäre…
Durch welche Symptome erkennt man Menstruationsbeschwerden?
Die Beschwerden sind individuell sehr verschieden und auch unterschiedlich stark. Man hat bis heute etwa 100 verschiedene Symptome beschrieben. Dabei können ein oder mehrere dieser Symptome gleichzeitig auftreten:
- Aggressivität
- Akne
- Angst
- Antriebslosigkeit…
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bei Regelbeschwerden und PMS
Hinter Regelbeschwerden stecken selten schwerere Erkrankungen wie etwa Krebserkrankungen. Anhaltende starke Beschwerden, insbesondere Blutungen und andauernde Schmerzen, sollten dennoch immer gynäkologisch abgeklärt werden. Vorsorgeuntersuchungen sollen alle Frauen, gerade auch jenseits der Wechseljahre wahrnehmen.
Eine ganzheitliche Betrachtungsweise ist wie überall auch bei Frauenleiden sehr sinnvoll, um den oft komplexen Problemen der jeweiligen Patientinnen gerecht zu werden. Die Beschwerden können je nach den Ursachen auf verschiedenen Ebenen angegangen werden. Im Prinzip muss jede Patientin selbst entscheiden, was ihr gut tut.
Zur Behandlung der Beschwerden eignen sich insbesondere entkrampfende und beruhigende Pflanzenprodukte oder Phytohormone. Auch die Änderung des Lebensstils und eine Ernährung reich an omega-3-ungesättigten Fettsäuren kann empfehlenswert sein. Daneben kann man entspannende Therapien, entzündungshemmende Medikamente oder Hormonpräparate einsetzen.
Phytotherapeutika gegen prämenstruelle Beschwerden und Dysmenorrhoe
Besonders bekannt geworden sind Präparate mit Mönchspfeffer. Die Kommission E hat die Wirksamkeit gegen prämenstruelle Beschwerden und Brustspannen offiziell bestätigt.
Nachgewiesen ist auch die Wirksamkeit der Traubensilberkerze bei psychischen und nervlichen nicht organischen Beschwerden vor oder während der Regel, sowie die Wirkung von Wolfstrappkraut gegen Brustspannen (Mastodynie).
Omega-3-(hochungesättigte) Fettsäuren (aus Algen, Perillawurzel oder Kaltwasserfisch) vermindert ähnlich wie Aspirin die Herstellung von Entzündungsbotenstoffen (Prostaglandinen) und wirken so der Entstehung von Schmerz entgegen.
Verkrampfungen
Es gibt entspannende Pflanzentees aus Frauenmantel, Gänsefingerkraut oder Schafgarbe. Auch Magnesium wirkt entkrampfend auf die Muskulatur. Es ist vor allem in Nüssen, Vollkornprodukten, Obst und Gemüse enthalten.
Kopfschmerzen
Pfefferminzöl, auf die Stirne aufgetragen wirkt kühlend, gefäßerweiternd und entspannend. Auch Magnesium kann Kopfschmerzen bessern. Ebenso kann Akupunktur in Einzelfällen die Schmerzen lindern. Bei Migränekopfschmerz kann vorbeugend Pestwurz gegeben werden. Dieses Phytopharmakon ist seit der Züchtung frei von den leberschädigenden Pyrrolizidin-Alkaloiden.
Der klassische Hormonentzugskopfschmerz und viele andere der vor und während der Regel möglichen Beschwerden sprechen auf Heilpflanzen mit einem hohen Gehalt an Phytohormonen/-östrogenen an. Zu nennen wären Heilpflanzen wie Rhapontik-Rhabarberwurzel, Mönchspfeffer, Soja, Traubensilberkerze, Hopfen und Rotklee.
Psyche
Autogenes Training, Yoga und andere Entspannungsübungen helfen bei einer bewussten Steuerung krampfhafter Vorgänge. Johanniskraut-Präparate hellen die Stimmung auf und beruhigen gleichzeitig.
Links zu Heilpflanzen und Vitalstoffen, die bei Menstruationsbeschwerden helfen können:
Lebensführung
Eine Wärmflasche oder ein warmes Bad wirken entspannend und lösen die Schmerzen. Es eignen sich auch Sitzbäder mit Zusatz von Kamille und Schafgarbe. Dabei sollte auf die Temperatur geachtet werden, denn durch heißes Wasser oder zu langes Baden werden die Blutungen jedoch stärker.
Regelmäßige sportliche oder körperliche Betätigung verbessert nicht nur die Leistungsfähigkeit, sondern auch die krampfartigen Schmerzzustände. Während der Regel jedoch sollte eine leichte Bewegung ohne schwere körperliche Anstrengung stattfinden.
Vermeiden Sie außerdem Stress und reduzieren Sie Reizmittel wie Nikotin, Koffein und Alkohol. Eine salzarme Kost, reich an Obst und Gemüse erleichtert die Beschwerden bei Wassereinlagerungen.
Links zu Naturheilverfahren, die bei Menstruationsbeschwerden helfen können:
Die Schulmedizin greift zu leichten Schmerzmittel wie Ibuprofen und Aspirin gegen den entzündlichen Effekt des Prostaglandinüberschusses. Wenn keine weiteren Erkrankungen vorliegen und die Wirkstoffe vertragen werden, können diese Medikamente jeden Monat eingenommen werden. Vor regelmäßiger Einnahme anderer Schmerzmittel - auch Paracetamol - hingegen wird gewarnt.
Auch Hormone (die Pille = Ovulationshemmer) haben sich als wirksam erwiesen. Sie eignen sich, wenn keine Schwangerschaft geplant ist.
Ausschwemmende Medikamente (Diuretika) verringern die Beschwerden durch Wasseransammlungen in Fingern, Armen und Beinen. Auch das Spannungsgefühl in der Brust verbessert sich. Bei längerer Einnahme ist jedoch mit Nebenwirkungen zu rechnen.
Stimmungsaufhellende Präparate (Antidepressiva) sollen psychische Beschwerden ausgleichen.
Achtung
Sekundäre Menstruationsbeschwerden können durch eine Krebserkrankung verursacht werden. Neuerdings konnte der Gebärmutterhalskrebs mit einer Infektion mit dem Humanen Papilloma Virus (HPV) in Zusammenhang gebracht werden. Zur Krebsprävention wird seit 2006 eine Impfung gegen die gefährlichen Stämme des Humanen Papilloma Virus HPV 6, 11, 16 und 18 angeboten. Sie ist etwa im Alter von 12 bis 18 vorgesehen, bevor eine Infektion durch Geschlechtskontakt stattgefunden hat.
Die Anwendung und Erstattung der Imfung sind derzeit in der Diskussion. Der Nutzeffekt ist noch umstritten und die Kosten sind sehr hoch: verabreicht werden drei Dosen, die zusammen etwa 500 Euro kosten. Man verspricht einen 100% Schutz gegen die genannten Viren. Die Impfung hat kaum Nebenwirkungen und die ersten epidemiologischen Zahlen waren sehr ermutigend. Jedoch stehen die Zahlen der Langzeituntersuchungen noch aus.
