Mundgeruch

Verlauf, Komplikationen, Formen

Mundgeruch verursacht - außer den sozialen Folgen – keine Komplikationen. Manchmal steckt hinter dem Symptom aber eine tatsächliche Erkrankung dahinter. Bei einem unerkannten Diabetes zum Beispiel riecht der Atem wie Nagellackentferner nach Azeton.

Abzugrenzen sind zwei Sonderformen die Pseudohalitosis, bei der der Patient einen Mundgeruch bei sich wahrnimmt und die Halitophobie, bei der der Patient unter einer übertriebenen Angst leidet, andere mit seinem Mundgeruch zu belästigen. Bei beiden aber kann kein Mundgeruch diagnostiziert werden. Sie sollten durch eine Psychotherapie behandelt werden.

Welche Therapie hilft?
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    gegen Mund- und Körpergeruch

Die Behandlung hängt von der den Mundgeruch auslösenden Ursache ab. Vor einer Behandlung sollte zuerst festgestellt werden, ob wirklich eine Halitosis beim Patienten vorliegt, da es auch psychisch bedingte Formen gibt.

Wird bei der Diagnose Mundgeruch festgestellt, erfolgt zu Beginn der Behandlung eine umfangreiche Mundhygiene, unter Verwendung von Zahnseide und täglicher Reinigung der Zunge. Auch durch eine veränderte Ernährung lässt sich der Mundgeruch abschwächen oder ganz verhindern. Nur in sehr seltenen Fällen ist eine Operation einer chronisch entzündeten Nasennebenhöhle oder eines Zwerchfellrisses zur Beseitigung des Mundgeruchs notwendig.

Heilkräuter, homöopatische Mittel und die TCM können auch helfen, den Geruch zu beseitigen.

Prophylaxe durch Mundhygiene und pflanzliche Mittel

  • Mindestens zweimal täglich Zähneputzen und Reinigen der Zahnzwischenräume mit Zahnseide
  • Reinigen der Zunge bei der täglichen Mund- und Zahnpflege am besten mit einem Zungenschaber
  • Kaffee, Bier und Wein, sowie sämtliche Lebensmittel, die zu einem schlechten Atem führen, meiden.
  • Herausnehmbare Prothesen unbedingt am Abend herausnehmen und am Morgen vor dem Wiedereinsetzen gründlich reinigen.
  • Regelmäßiger Besuch Ihres Zahnarztes 
  • Tee von Pfefferminze, Anis, Zimt, Kümmel aber auch Grüner Tee helfen gegen Mundgeruch.
  • Chlorophyll-Dragees beseitigen Mundgeruch
  • Gewürznelken, Fenchelsamen oder Anissamen wirken hervorragend - zwischen den Mahlzeiten kauen.
Naturheilkunde

Phytotherapie

Heilkräuter oder Mischungen daraus werden wie Pfefferminze oder Kardamom verwendet, um den Geruch zu überdecken. Um die geruchsintensiven Stoffe zu binden oder zu zerstören, kommen Chlorophyll, Epigallokatechin oder Tee-Extrakte zum Einsatz. Chlorophyll kann die Aktivität bestimmter eiweiß- spaltender Enzyme vermindern und auf diesem Wege die Bildung übler Gerüche hemmen.

Tee-Rezepte

  • 20 g Bockshornklee, 15 g Schafgarbe, 10 g Kalmus, 5 g Kamille
    Tee-Zubereitung: 1Eßl. der Mischung mit ¼ Liter kochendem Wasser übergießen, 10 Min. ziehen lassen, abseihen, 2 mal täglich 1 Tasse trinken.
  • 10 g Kamille, 10 g Salbei, 10 g Pfefferminze
    Tee-Zubereitung: 1Eßl. der Mischung mit 1 Tasse kochendem Wasser übergießen, 10 Min. ziehen lassen, abseihen, 3mal täglich mit dem  lauwarmen Tee gurgeln.
  • 35 g Salbei, 35 g Beinwellwurz, 35 g Zinnkraut, 15 g Frauenmantel Tee-Zubereitung: 1 Eßlöffel der Mischung mit ¼ Liter kochendem Wasser übergießen, 10 Min. ziehen lassen, abseihen, mehrmals täglich den Mund spülen.

Links zu Heilpflanzen und Vitalstoffen, die bei Mundgeruch helfen können:

TCM

Kardamom

1 ganze Kardamomkapsel, Pfefferminzöl
Wirkung: Gegen Mundgeruch und beugt Zahnfleischbluten vor.
Abends vor dem Schlafengehen die Kapsel kurz zerbeißen, über Nacht in der Backentasche liegen lassen.
Morgens den Mund mit lauwarmem Wasser, dem ein Tropfen Pfefferminzöl zugefügt wurde, ausspülen.
 

Ernährung

Kaugummi mit Zusatz von Zink, Epigallokatechin, Tee-Extrakten oder Chlorophyll reduzieren die geruchsintensiven Stoffe oder binden sie. Zusätze wie Menthol, Pfefferminze oder Eukalyptus sorgen für frischen Atem.

Schulmedizin

Technische Hilfsmittel
Mit einer Zungenbürste kann die Oberfläche der Zunge und damit ein vorhandener Belag mechanisch entfernt werden. Zungenbürsten sind in der Apotheke oder Drogerie erhältlich.


Medikamente

Die Medikamente zur Behandlung der Halitosis spalten die geruchsintensiven Stoffe, bremsen das Bakterienwachstum oder töten die Bakterien und Mikroorganismen ab. Die Verwendung von Antibiotika wird bei Mundgeruch eher abgelehnt, um eine Immunisierung der Körperflora gegenüber dem Antibiotikum zu vermeiden.

Medikamente, die die geruchsintensiven Stoffe bei Mundgeruch spalten und das Bakterienwachstum bremsen:

  • Präparate mit Zink
  • Wasserstoffperoxid-Lösung
  • Kaliumpermanganat
  • Chlordioxid
  • Sauerstofffreisetzende Mittel


Medikamente, die Bakterien abtöten:

  • Chlorhexidin-Lösung (bei Langzeitgebrauch Nebenwirkungen)
  • Antibiotika

Operationen bei

  • Chronischer Entzündung der Nasennebenhöhlen
  • Zwerchfellriss  (Hiatus Hernie)