Neurodermitis
Die Neurodermitis ist eine entzündliche Hauterkrankung, die durch sehr trockene Haut und starken Juckreiz gekennzeichnet ist. Für Neurodermitis existieren eine Reihe an Synonymen wie "Atopische Dermatitis" (atopos = andersartig) oder "Endogenes…
Durch welche Symptome erkennt man Neurodermitis?
Ein Ekzem ist definiert als eine umschriebene Entzündungsreaktion der Haut. Das atopische Ekzem ist in der Regel auf die oberen Hautschichten beschränkt. Das akute Ekzem zeichnet sich durch intensive, unscharf begrenzte Rötungen und Bläschen aus.…
Dermaplant
bei Ekzemen und Neurodermitits
Ekzevowen derma
bei Neurodermitis
Mutaflor
bei Neurodermitis und Reizdarm
Atopische Dermatitis/Neurodermitis ist ein Krankheitsbild, bei dem sich wie bei vielen anderen beim genauen Blick die enge Wechselwirkung Umwelt – Psyche – Lebensweise – Erbe – Immunsystem – Nervensystem – Hormonsystem zeigt.
Insbesondere der Juckreiz und das kosmetische Hautbild kann bei gleichzeitigen seelischen Konflikten und Persönlichkeitsproblemen zu einem chronischen, die Lebensqualität erheblich vermindernden Krankheitsbild führen. In diesem Fall kann eine stationäre Behandlung und mit ambulant weitergeführter Psychotherapie nötig sein. Insbesondere Stress in der Arbeitswelt und der Partnerschaft der Patienten kann immer wieder ein Aufflammen auslösen.
Nur mit einem "ganzheitlichen", also die Fülle der möglichen (Mit-)Ursachen umfassenden, die Faktoren an das Individuum angepasst, verschieden stark wichtenden und die eigenen Werte und Überzeugungen der Patienten ernstnehmenden Konzept, kann eine Linderung oder Heilung dieses komplexen Krankheitsbildes eintreten.
Die Versorgungssituation in Deutschland ist äußerst unbefriedigend, zum Teil weil Betroffene und Ärzte zu wenig über ihre Möglichkeiten und Grenzen informiert sind. Häufig behandelt man die Symptome mit Kortikoiden, da dies einfacher erscheint als ein fachübergreifendes Konzept und Änderung der Lebensumstände (z.B. mit Psychotherapie, Schulung der ganzen Familie (Verhaltenstherapie), passende Lebensweise und Ernährung, Vermeiden auslösender Faktoren und Situationen). In neuerer Zeit bieten verschiedene Kliniken dies als Behandlungspaket an. Eine Schulung von Hausärzten mit einer Besprechung von Problempatienten und Vermittlung von unterstützenden Maßnahmen wäre wünschenswert. Selbshilfeorganisationen und Verbände bieten außerdem wichtige Unterstützung (z.B. Bundesverband Neurodermitiskranker in D e.V., Deutscher Neurodermitis Bund e.V)
Der Nachweis von der Wirkung der verschiedenen Therapien und Maßnahmen ist bei der Krankheiten sehr schwierig zu führen, denn die hohen Spontanheilungsraten und Einflüsse durch plötzlich eintretende Faktoren komplizieren die Studien.
Wichtigstes Standbein der Therapie ist die primäre Prävention, d.h. die Meidung auslösender Faktoren bei Patienten mit allergischer Anlage. Dies setzt die Meidung häufiger Allergene voraus. Wichtig ist die Schaffung einer entsprechenden allergenarmen Umgebung (Hausstaubmilben, pelztragende Haustiere, insbesondere Katzen und Nager, Schimmelpilze) und Vermeidung von Schadstoffen. So soll auf das Rauchen in der Wohnung und im Auto, insbesondere auch schon während der Schwangerschaft verzichtet werden.
Ernährung
Bei Kleinkindern empfiehlt sich die Einhaltung bestimmter Ernährungsrichtlinien: Die Breikost soll nicht vor Ende des 6. Lebensmonats eingeführt werden. Es gibt Hinweise, dass ein früher Kontakt mir Weizen das Risiko für eine Weizenallergie mindern kann.
Bei "Hochrisikokindern", bei denen beide Eltern unter Allergien leiden, sollten Hühnereier im ersten Lebensjahr, gemieden werden. Ausdrücklich empfohlen wird in jedem Fall, die Kinder zu stillen (nur bei einer erheblichen Belastung der Mutter mit Schadstoffen oder Medikamenten soll darauf verzichtet werden). Außerdem soll die Mutter während der Stillzeit auf Milch/-produkte, Eier/-produkte, Nüsse und Fisch verzichten. Die die frühe Behandlung von Mutter und Kind mit Darmflora-aufbauenden Bakterien (Siehe Probiotika) hat sich ebenfalls als günstig erwiesen.
Unterstützend wirken auch: Biotin, Kieselsäure und Vitamin A (Dosis und Nebenwirkungen beachten). Vitamin B6 ist am Abbau des reizenden Botenstoffes Histamin beteiligt und sollte ausreichend aufgenommen werden.
Ausgewogenheit
Neurodermitis-Patienten sollten auf ihre körperliche und seelische Ausgewogenheit achten. Wichtig ist ein regelmäßiger Rückzug in Ungestörtheit und eine reizarme Umgebung. Stress in jeder Form sollte gemieden werden. Insbesondere Kinder müssen vor einer Überreizung geschützt werden und rechtzeitig, vor Erschöpfung und „Überdrehen“ zum Schlafen in eine kühle, abgedunkelte und ruhige Atmosphäre gebracht werden.
Beschäftigung des Immunsystems
Untersuchungen zeigen, dass Kinder, die auf bewirtschafteten Bauernhöfen groß werden, von Allergien weniger belastet sind. So scheint es, das eine Beschäftigung des Immunsystems mit „Dreck“, Keimen/Infektionen, Parasiten (Würmer) wesentlich zur Vermeidung von Allergien beiträgt. Eine keimarme und staubreiche Umgebung mit Zentralheizung/zu dichten Fenster wird negativ bewertet. Umweltschadstoffe aus Immissions- und Emissions-belasteter Luft tragen dazu bei, dass aus Schwebstoffen aggressivere Pollenantigene werden.
Pflege der Haut
Es wurde außerdem festgestellt, dass Patienten mit Neurodermitis durch einen Gendefekt nicht ausreichend in der Lage sind Hautfett zu Produzieren. Es fehlt das Hautfett γ-(gamma)-Linolensäure. Während eine diätetische Ergänzungen mit Lipiden wie z.B. Nachtkerzensamenöl, Schwarzkümmeöl (Linolen und γ-Linolensäure) oder Fischöl in klinischen Studien keine überzeugende Wirkung zeigten, kann eine Pflegebehandlung der Haut mit omega-3-Fettsäuren erhebliche Erleichterungen bringen. Wirksam sind Öle oder harnstoffhaltige Präparate. Vorsicht ist geraten mit zu aggressiven Seifen und Waschmittel. Tragen sie statt grobmaschiger Kleidung oder Wolle Baumwolle auf der Haut. Scheuern durch Kleidungen oder beim Abtrocknen soll auf jedem Fall vermieden werden. Ebenso kann starkes Schwitzen, schlecht atmende Kleidung und langes Baden negativ sein.
Sekundärpräventive Maßnahmen
Unter sekundärpräventiven Maßnahmen versteht man das Vermeiden individueller Auslöser. Das kann das Unterlassen hautbelastender Tätigkeiten, insbesondere auch eine entsprechende Berufsberatung sein. Bei bekannter Überempfindlichkeit gegen bestimmte Nahrungsmittel soll eine entsprechende Diät eingehalten werden.
Alternativen Therapien, Phytotherapie
Es gibt eine Reihe von alternativen Therapien, die erfahrungsgemäß die Beschwerden lindern können. Dazu zählt z.B. eine Hydrotherapie mit Öl- und Teerbädern. Teer-Produkte sind auch als Shampoo, Creme oder Salbe verfügbar. Zu beachten ist die erhöhte Lichtempfindlichkeit durch diese Produkte. Der Genitalbereich und die Leisten sollten ausserdem nicht damit behandelt werden.
Ein Aufenthalt in einem Reizklima (Gebirgs- oder Meeresklima) kann außerdem helfen. Ursache ist die an Alltags-Allergenen arme Umgebung. Ferner bekommt ein kühles Klima mit einer hohen Luftfeuchtigkeit sowie Baden in Salzwasser vielen Patienten. Die Thalasso-Therapie kombiniert verschiedene Aspekte der Klimatherapie, Bäderheilkunde, Trinkkuren und Behandlung mit Sonnenlicht.
Einige Patienten profitieren auch von einer Behandlung mit Licht oder UV. Diese Therapie sollte aber von einem erfahrenen Dermatologen begleitet werden. Mögliche Nebenwirkungen sind: Rötungen und Sonnenbrand, Verstärkung der Hauttrockenheit und ein erhöhtes Auftreten von Virusinfektionen wie z.B. Herpes simplex Infektionen. Achtung: während einer Behandlung mit Immunmodulatoren (Calcineurininhibitoren) sollte eine UV-Behandlung unterbleiben.
Kühlende Lotionen mit Menthol und Kampfer helfen vorübergehend gegen den Juckreiz. Hier muss sehr darauf geachtet werden, dass die Haut dadurch nicht austrocknet. Juckreiz kann auch durch eine besondere Ernährung reduziert werden. Reizstoffe wie Kaffee, Zitrusfrüchte, Alkohol und Nikotin sollten gemieden werden. Auch Käse und scharfe Gewürze wirken negativ. Erfahrungen lehren dass eine säurearme Kost mit wenig Milch, Zucker und Weizenmehl die Entzündungsneigung reduzieren. Bezüglich der Verträglichkeit von Nahrungsmitteln sind die Menschen jedoch sehr unterschiedlich, so dass jeder einzelne selbst prüfen muss, was ihm bekommt.
Weitere hilfreiche Naturprodukte sind gerbstoffhaltige Pflanzen. Sie wirken adstringierend, antientzündlich und desinfizierend. Auch Aloe vera soll hilfreich sein.
Links zu Heilpflanzen und Vitalstoffen, die bei Neurodermitis helfen können:
TCM/Akupunktur
Die chinesische Medizin begreift Neurodermitis als Allgemeinerkrankung. Die Haut ist nicht der Täter der Immunstörung Neurodermitis, sondern das Opfer. Dem auf der Haut sichtbaren Ekzem liegen Störungen im Infektverhalten zugrunde. Die Therapie von Neurodermitis setzt die Kenntnis der individuellen Krankheitsgeschichte voraus. Es werden individuell komponierte Rezepturen aus Rohdrogen, die zu einem Dekokt abgekocht werden, eingesetzt. In der Akutbehandlung des Neurodermitis-Schubes können Akupunktur-Techniken hilfreich sein. Dies wurde jedoch nicht kritisch mit klinischen Studien untersucht.
Viele Patienten sind von der konventionellen Therapie enttäuscht und suchen in alternativen Methoden Hilfe. Dabei ist zu beachten, dass darunter auch unbelegte, schlecht untersuchte „Therapien“ sind (Beispiel: Bioresonanz, Kinesiologie). Da für einen Patienten eine Spontanheilung und angebliche Heilwirkung dieser Therapien nicht zu unterscheiden ist, können so die Zusammenhänge verschleiert werden. Aufgrund der psychischen Mitverursachung der Krankheit kann die seelische Entlastung durch eine „Heilerpersönlichkeit“ oder ein vertrauensvoller Kontakt eine positive Wendung bringen. Solange kein Schaden angerichtet wird, sind solche „Heilungen“ nicht komplett abzulehnen, doch sollte man immer genau prüfen ob und in welche Hände man sich begibt. Wissenschaftliche Untersuchungen sind bei einigen Methoden rar. Sie sollten aber ein Orientierungspunkt bleiben.
Links zu Naturheilverfahren, die bei Neurodermitis helfen können:
Die konventionelle Therapie behandelt im Wesentlichen die Symptome:
1. Juckreiz
2. Infektionen
3. Rötung, Entzündung
3. Pflege der Haut
Entzündung
Die symptomatische Behandlung besteht in der Gabe von Antihistaminika, und Kortisonpräparaten. Sie können aber schwerwiegende Nebenwirkungen haben (Magen-Darm-Beschwerden, Schwächegefühl, Muskelschmerzen/- schwäche, Appetitsteigerung, Gewichtszunahme, Stimmungsschwankungen, Nervosität, Akne, Infektanfälligkeit, Verschlimmerung eines Diabetes mellitus und verzögerte Wundheilung).
Eine weiter Wirkstoffgruppe stellen die Calcineurininhibitoren dar (z.B. Tacrolimus), die wie das Kortison die Aktivierung des Immunsystems unterdrücken und somit den Teufelskreislauf unterbrechen sollen. Neben der Hoffnung, den Einsatz von Kortisonpräparaten reduzieren zu können, bringen Calcineurininhibitoren eine Reihe anderer Nebenwirkungen mit sich, insbesondere wirken sie stark hemmend auf das Immunsystem, so stark, dass Impfungen parallel zur Therapie nicht mehr anschlagen und können. Auch eine mögliche Krebsgefahr wird diskutiert. Bei Vorliegen von Virusinfektionen (Herpes zoster, Herpes simplex, Eczema herpeticatum oder Windpocken) dürfen Immunmodulatoren nicht angewandt werden. Daher und wegen des hohen Preises sollten sie nur noch im Gesichtsbereich oder bei Unverträglichkeit von Kortikoiden eingesetzt werden.
Juckreiz
Eventuell können Beruhigungsmittel gegen den Juckreiz, halbfette oder fette, kortison- oder teerhaltigen Salben eingesetzt werden. Für eine Dauertherapie eignen sich diese aber nicht, da sie möglicherweise eine Krebserkrankung begünstigen.
Infektionen
Oberflächliche Infektionen bei Neurodermitis werden durch entsprechende Antibiotika behandelt.
