Parodontitis

Symptome

Die Wissenschaft ist sich schon seit längerem darin einig, dass die „Parodontitis marginalis“, wie der wissenschaftliche Ausdruck dieser Erkrankung ist, nicht als isolierte Erkrankung zu betrachten ist, sondern nur ein Symptom innerhalb eines Symptomkomplexes darstellt, das wiederum mit bestimmten Gesundheitsrisiken einhergeht.

So zeigen beispielsweise klinische Untersuchungen, dass mit der Parodontitis

  • eine erhöhte allgemeine Infektionsbereitschaft einhergeht, was auf ein irritiertes Immunsystem schließen lässt. Bakterien aus Zahnfleischerkrankungen, insbesondere aber bestimmte, dort gebildete Entzündungsmediatoren können über das Blut streuen und so systemische Infektionen in allen Körperarealen wie z.B. Gehirn, Herz, Lunge, Leber aber auch in Gelenkprothesen oder Implantaten verursachen.
  • ein deutlich erhöhtes Risiko einer Thrombosebildung verbunden ist. Mögliche Folgen einer Thrombose sind neben einer Unterversorgung von bestimmten Versorgungsbezirken der Blutbahnen ein Loslösen und ein Weitertransport des Blutgerinnsels in die Lunge, seltener (über ein Loch in der Herzscheidewand) in das Gehirn mit der Folge eines Schlaganfalls.
  • eine erhöhte Gefahr für die Herzkranzgefäße bis hin zum Herzinfarkt besteht. Auch andere arterielle Gefäße sind betroffen: Wissenschaftliche Studien belegen, dass beim Vorliegen einer „Parodontose“ das Risiko eines Schlaganfalls um 25 % erhöht ist.
  • Schwangerschaftskomplikationen wahrscheinlicher sind als sonst. So erhöht die „Parodontitis marginalis“ das Risiko einer frühzeitigen Wehentätigkeit und von sogenannten Mangelgeburten, d.h. ein schlechter Zustand des Zahnfleisches einer werdenden Mutter geht auffällig oft mit einem zu niedrigen Geburtsgewicht einher.
    Das Risiko einer Frühgeburt ist siebenmal höher einzustufen als bei nicht an Parodontitis erkrankten Frauen. Bis zu 18,2 % der Fälle von Frühgeburten sind auf Infektionen über das Zahnfleisch zurückzuführen.
    Auch das Risiko eines Abganges der Leibesfrucht ist deutlich erhöht.
  • bei Diabetikern eine schlechtere Kontrolle und Verwertung des zugeführten Insulins besteht. So hat eine erfolgreich durchgeführte Zahnfleischbehandlung fast immer eine Verminderung der Insulingabe zur Folge.
  • Wechselwirkungen und Verstärkungseffekte mit Umwelt- und Genussgiften, mit Schwer- und Leichtmetallen sowie bei systemischen Erkrankungen wie Hormonstörungen, Blutbildveränderungen, Aids oder auch bei Störfeldbelastungen bestehen. Durch eine erhöhte Ausschüttung von Entzündungsmarkern wird die Antwort auf Infektionen teils dramatisch erhöht.
  • Wechselwirkungen mit Medikamenten bei Antidepessiva, Antibabypille, Entzündungshemmern etc. werden beobachtet.
  • wegen der Schadstoffbelastung Rauchen und andere umweltmedizinische Belastungen als entscheidender Risikofaktor für Zahnfleischerkrankungen anzusehen sind.

Somit ist die Parodontitis lediglich ein Symptom für ein ganzheitliches Gesundheitsproblem und damit Ausdruck einer allgemein herabgesetzten Immunabwehr bzw. einer erhöhten Entzündungsbereitschaft.

Voraussetzung dafür, dass es überhaupt zu einer aggressiven Zahnfleischerkrankung mit Zahnfleischschwund kommt, könnten genetische Faktoren sein. Neuere Untersuchungen geben Hinweise, dass bei ca. 30 - 40 % der Bevölkerung genetische Veränderungen bestehen, die im betroffenen Organismus bereits bei sog. Bagatellreizen, z.B. durch parodontale Bakterien, eine überschießende Ausschüttung von Entzündungsmarkern begünstigen, wie z.B.

  • Interleukin-1-alpha
  • Interleukin-1-beta                                      
  • Interleukin-1RN (-Rezeptorantagonist)
  • Interleukin-6
  • Prostaglandin (PG E2)
  • Tumornekrosefaktor (TNF-α),

die zu entsprechenden Entzündungen am Zahnfleisch, und u.U. im gesamten Organismus führen können.

Diagnose

Im Zentrum der schulmedizinischen Betrachtung stehen deshalb die Identifizierung der Entzündungserreger und deren Bekämpfung. Im Gegensatz zu einer Person mit einem gesunden Zahnfleisch finden wir in der Zahnfleischtasche eines erkrankten Patienten eine Reihe verschiedener krankheitsauslösender Keime in hoher Konzentration. Auf der Basis einer genetisch bedingten Störung ist die Zahnfleischerkrankung u.U. von der Entgleisung des bakteriellen Gleichgewichts im Mund geprägt. Je nachhaltiger die Symbiose der Mundflora gestört ist, umso massiver sind deren Auswirkungen.

Behandlung bei Parodontitis: Naturheilkunde und Hausmittel

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Die komplementärmedizinische Therapie versucht neben schulmedizinischer Methoden eine zusätzliche Verminderung der Erreger durch die Optimierung der bestehenden Rahmenbedingungen wie z.B. Elimination allgemeiner Milieu-Belastungen und Stimulierung des körpereigenen Immunsystems zu erreichen.

Das geschieht über eine Milieu-Änderung durch Behebung oder Besserung der Punkte:

  • Stress, Lebensführung, falsche Ernährung, u.U. Entgleisung des Säure-Basen-Haushalts und Medikamente (Antibiotika, Immunsuppressiva, Antidepressiva mit Verminderung der Speichelbildung u.a.)
  • lokale Säurevermehrung in der Mundhöhle
  • Verdauungs- und Enzymschwäche durch Umwelt-, Schwer- und Leichtmetallbelastungen
  • Genussgifte
  • daraus resultierende Vitamin- und Mineralstoff-Defizite
Naturheilkunde

Herstellung einer Symbiose und Optimierung des Immunsystems, z.B. durch Einsatz von Heilpflanzen-Kombinationen mit Salbei, Nelke, Myrrhe, Ratanhia, Minze, Sonnenhut, Propolis, in kleinen Mengen und verdünnt Teebaumöl, Bakterienlysate als naturheilkundliche „Schluckimpfung“, Ginseng, Taigawurzel.

Links zu Heilpflanzen und Vitalstoffen, die bei Parodontitis helfen können:

Reduktion weiterer immunsuppressiver Einflüsse wie z.B.

  • Stress, psychische Belastungen
  • Rauchen
  • Bewegungsmangel, Schlafdefizite
  • Störfelder 

Dadurch werden die Selbstheilungskräfte des Organismus optimiert. Die Gefahr eines Rezidivs einer Parodontitis ist somit deutlich minimiert.

Ziel der systemischen Therapie der Parodontitis

Wiederherstellung der Stoffwechsel-Harmonie und der Selbststeuerungskräfte im Organismus.

Schulmedizin

Der schulmedizinische Therapieansatz ist gekennzeichnet von der Reduktion der Bakterien und deren Stoffwechselprodukte, durch Plaque-Kontrolle, Scaling und Wurzelglättung etc. sowie durch Medikamente (Chlorhexidin-Digluconat, Tetracyclin-Fäden, lokale und systemische Antibiose etc.). Scaling und Wurzelglättung ist das Entfernen von Entzündungsgewebe in der Zahnfleischtasche verbunden mit einem Säubern und Glätten der Wurzel durch feine Küretten.

Dadurch kommt es meist zu einer Verminderung der Erreger, aber nicht immer zu einer anhaltenden Änderung des lokalen Milieus zwischen Bakterien und Wirt. Das bedeutet, dass die Erkrankung u.U. nur von außen gesteuert wird – bedeutet aber in der Konsequenz, dass der PA-Patient wegen der bestehenden Rezidivgefahr ein lebenslanger „Pflegefall“ ist.

Sinnvoll sind natürlich allgemeine Pflegemaßnahmen wie Zahnzwischenraum-Bürsten, Zahnseide, Zahnpflege und zahngesunde Ernährung.

Immer berücksichtigt werden müssen allgemeine Faktoren der Knochenfestigkeit.

Auch an systemische Immunerkrankungen wie HIV, Krebs-, Autoimmunerkrankungen, angeborene Immunstörungen uvam. muss gedacht werden und entsprechend ist auch die Therapie der Parodontitis auszurichten.