Potenzstörung

Potenzstörung (Impotenz im weiteren Sinn) ist die Sammelbezeichnung für Störungen der Sexualfunktion. Dazu gehören Erektions-, Ejakulationsstörungen und Zeugungsschwäche beim Mann und sexuelle Erregungsstörungen, vaginale Trockenheit und Sterilität…

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Durch welche Symptome erkennt man Potenzstörung?

Von Impotenz spricht man erst, wenn über einen längeren Zeitraum von mindestens 6 Monaten das Unvermögen besteht, den Geschlechtsverkehr auszuüben (70% gescheiterte Versuche), bedingt durch…

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Behandlung bei Potenzstörung: Naturheilkunde und Hausmittel

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    bei sexuellen Störungen des Mannes, Erschöpfungszuständen

Wichtigste Maßnahme bei Impotenz ist die Diagnose und Behandlung der Grunderkrankung.

Die psychische Komponente der Erkrankung wird häufig mit einer Psychotherapie, Verhaltenstherapie, Sexualberatung oder Sexualtherapie angegangen. Einbeziehung der Partner verbessert das Therapieergebnis (Paartherapie).

Sind Medikamente die Ursache, kann man diese oft gegen andere, nebenwirkungsärmere Präparate austauchen.

Weiblicher Sexualstörungen sind schlecht untersucht.

 

Für Frauen gibt es bisher nur wenige Möglichkeiten zur Behandlung, eine Psychotherapie ist hier bei seelischer Veranlassung natürlich genauso sinnvoll. Medikamente wie Sildenafil wirken bei Frauen meist nicht. Die weibliche Sexualität ist offensichtlich auch komplexer: Zärtlichkeit, Vertrauen, Sicherheit, Bindung und Situation spielen bei den meisten Frauen eine größere Rolle als bei Männern.

Naturheilkunde

Phytotherapie

Es sind zahlreiche pflanzliche Heilmittel auf dem Markt. Die frei verkäuflichen sind allerdings häufig unterdosiert.

Yohimbin ist ein Alkaloid aus der Rinde des Yohimbebaumes. Da es die Beckenorgane verstärkt durchblutet und die Erregbarkeit der Reflexe im Nervensystem steigert, wird es als sexuelles Stimulans eingesetzt, vor allem bei psychogenen Erektionsstörungen, aber auch bei Harninkontinenz. Verglichen mit Viagra ist die Wirkung dieses Naturheilmittel allerdings gering. Mittel aus Yohimbin-Extrakt haben teilweise deutliche Nebenwirkungen wie Unruhe, Bluthochdruck und Herzrhythmusstörungen und sind daher verschreibungspflichtig.

 

Bei Beschwerden die durch Durchblutungsstörungen hervorgerufen wurden (Arteriosklerose) kann man Ginkgo-Extrakt versuchen. Auch hier ist die Wirkung nicht belegt.

 

Allgemein gegen Erschöpfung und nachlassende Leistungskraft wirken nach der ostasiatischen Tradition die Ginseng- und Eleuterococcus-Wurzel. Auch hier ist die Wirkung nicht belegt.

Links zu Heilpflanzen und Vitalstoffen, die bei Potenzstörung helfen können:

Orthomolekulare Medizin:

Zinkmangelzustände können zu Impotenz führen. Er kann über eine mindestens dreimonatige Gabe von 10 bis 40mg Zink ausgeglichen werden.

Es kann außerdem versuchsweise das Spurenelement Molybdän (75-100 µg) gegeben werden. Auch andere Spurenelemente werden mit der Fruchtbarkeit assoziiert (z. B. Selen). Insgesamt haben die meisten Erkenntnisse bisher nur Hinweischarakter und sind nicht eindeutig belegt.

 

Ordnungstherapie und Sexualtherapie

Das Leben umkrempeln?
Sexualität hat mit Lebensfreude zu tun. Die Evolution sieht vor, dass unter Stress die Lebenserhaltung absoluten Vorrang hat. Es ist daher nicht verwunderlich, dass „es“ unter zu viel Druck eben nicht funktioniert.

Vielleicht sollten Sie auch weniger Rauchen und ihren Alkoholkonsum einschränken. Eine gesunde Ernährung und entgiftende Maßnahmen geben dem Körper die Kräfte zurück, die er ansonsten für die Schadensbegrenzung verbraucht. Ungesunde Lebensgewohnheiten machen zwar nicht sofort impotent, aber Bewegungsmangel, Fast Food und Übergewicht fördern die Potenz auf Dauer nicht.

 

Therapie: Psychotherapie, Verhaltenstherapie, Sexualberatung oder Sexualtherapie,

Reden und Überdenken
Bei Potenzproblemen sollte man sich über einiges klar werden, zum Beispiel wie viel Freiheiten man hat bzw. wie viel davon man sich zugesteht.

Oft bringt es auch etwas, grundsätzliche Fragen zu klär

  • Was bedeutet Sex und Liebe für Sie?
  • Gibt es in der Beziehung negative Gefühle wie Aggressivität, Leistungsdruck Abweisung und Verletzung?
  • Ist die Einstellung zum eigenen Körper positiv?
  • Pflegen Sie Ihren Körper und Ihre Beziehung?
  • Was erwartet man in der Beziehung?

 

Vielleicht kann es auch Druck aus der Beziehung nehmen, wenn man bewusst für einige Zeit auf Sex verzichtet. Ein Sexual- oder Paartherapeut kann bei festgefahrenen Mustern eventuell neue Wege aufzeigen. Bei jüngeren Männern sind es überwiegend psychische Probleme welche die Erektion stören, in der Regel sind es depressive Gedanken. Mit Medikamenten und Therapie lässt sich die Situation häufig entschärfen.

 

Massage und manuelle Medizin:

Körperlichkeit und neue Impulse
Sexualität ist auch ein psychischer, aber auch zutiefst körperlicher Bereich. Es geht um Körpersprache, Spiel, Berührung und auch Phantasie. Es gibt auf dem Wellnessmarkt verschiedene Angebote zu stimulierenden Partnermassagen („Tantramassage“). Sie können durchaus einem eingeschlafenen Sexualleben zu neuen Impulsen verhelfen.

In Einzelfällen kann es sein, dass Nervenbahnen der Wirbelsäule beeinträchtigt sind. Verfahren wie Manuelle Therapie, Chirotherapie, Dorn-Breuss-Behandlung, oder Cranio-Sakraltherapie sind dann einen Versuch wert.

 

Entspannungsverfahren

Vorzeitiger Samenerguss wird häufig durch eine nervliche Fehlregulation ausgelöst. Auch hier kann man häufig mit einfachen Mitteln weiterhelfen: mit Atmungskontrolle und Muskelentspannung, kombiniert mit Imaginationsübungen überwindet man „taktische Fehler“.

 

Hydrotherapie

Klingt zwar altmodisch, aber: Wechselwarme Anwendungen wecken die Lebensgeister. Sie wirken auf den ganzen Körper, den Stoffwechsel, insbesondere die vegetativen Nerven stimulierend. Anschließend fühlt man sich warm, entspannt und aktiviert.

Achtung: vor den Anwendungen sollte der Kreislauf aktiviert werden.

 

Akupunktur

Die Wirkung von Akupunktur bei Impotenz ist nicht bewiesen, die chinesische Medizin setzt sie jedoch seit Jahrtausenden gegen Impotenz ein.

Akupunktur ist übrigens auch eines der wenigen Mittel, das auch bei Sexualstörungen der Frau helfen soll. Studien gibt es leider keine.

 

Neuraltherapie

Sie wird insbesondere bei Narben im Genitalbereich (Damm- oder Kaiserschnittnarbe) eingesetzt. Ebenso soll die Neuraltherapie helfen, wenn die Durchblutung im Becken gestört ist. Bewiesen ist dies jedoch nicht.

 

Homöopathie

Mönchspfeffer (Agnus castus). Eine übersteigerte Libido soll mit hohen Dosen gedämpft werden. Zur Steigerung der Potenz verwendet man hohe Verdünnungen.

Ginseng (Panax ginseng D1, D2): sexuelle Schwäche, nervöse Erschöpfung, Impotenz infolge körperlicher oder geistiger Anstrengung, vorzeitiger Erguss.

Schierling (Conium): bei Schwindel, Muskelschwäche, Schwellungen der Lymphknoten, Impotenz, Vergesslichkeit und Prostatabeschwerden.

Selen (Selenium D6 - D12): Tagesschläfrigkeit, Schwächezustände, rasche Ermüdbarkeit, fehlende Erektion, Schwäche nach dem Erguss.

Bärlapp (Lycopodium clavatum): Lycopodium ist ein wichtiges Mittel bei Impotenz, Stress, Erwartensangst, vorzeitiger Alterung, Nierenproblemen und Verdauungsstörungen.

Schwefel (Sulphur): bei Impotenz, wenn der Penis schmerzt oder juckt, bei Penis- und Prostataentzündung.

 

In der klassischen Homöopathie wird das Mittel passend für jeden einzelnen Patienten ausgewählt. Das hängt von den jeweiligen Symptomen ab und ist diesem Rahmen nicht möglich.

Die Wirkung der Homöopathie ist nicht wissenschaftlich erwiesen.

Schulmedizin

Die Behandlung von Impotenz wurde durch Potenzmittel wie „Viagra“ revolutioniert. So kommt es auch, dass man die diagnostischen Verfahren eher seltener anwendet und erst versuchsweise Viagra einsetzt.

  • Medikamente: Sildenafil (Viagra), Vardenafil (Levitra) und Tadalafil (Cialis) Durch die neuen Medikamente aus der Familie der Phosphodiesterase-5-Hemmer ist die Behandlung der Impotenz sehr viel einfacher geworden. Sie senken bei einer vorhandenen sexuellen Stimulation die Reizschwelle für eine Erektion und wirken bei schweren Störungen zu 40%, bei leichten Formen bis zu 80% der Fälle. Die Medikamente haben jedoch Nebenwirkungen: es können Kopfschmerzen, Sehstörungen, Verstopfung der Nase und Schwindel auftreten. Bei Herzbeschwerden, Diabetes und anderen Vorerkrankungen ist besondere Vorsicht angeraten. Phosphodiesterase-5-Hemmer dürfen nicht mit nitrathaltigen Herzmedikamenten und verschiedenen Aids-Medikamenten zum Einsatz kommen!
    Die natürliche Aminosäure L-Arginin kann Phosphodiesterase-5-Hemmer zwar nicht ersetzen, sie fördert aber deren Wirkung.
  • Schwellkörperautoinjektionstherapie (SKAT)
    Der Patient selbst kann sich vor dem Verkehr Medikamente (Prostaglandine) in den Schwellkörper spritzen. Sie führen zu einer Erweiterung der Gefäße und mit dem Bluteinstrom wird der Penis steif. Diese Behandlung funktioniert unabhängig von der sexuellen Stimulation. Allerdings ist die Injektion etwas schmerzhaft, kann als Nebenwirkung eine verlängerte und schmerzhafte Erektion (Priapismus) bewirken und eine Infektion verursachen.
  • Transurethale Applikation (MUSE). Die Medikamente werden als Zäpfchen in die Harnröhre eingebracht. Hier sollte jedoch ein Kondom benutzt werden um Reizungen der weiblichen Scheide auszuschließen.
  • Vakuumpumpe  Eine Vakuumpumpe wird auf den Penis aufgesetzt und erzeugt Unterdruck, wodurch das Blut in den Schwellkörper gezogen wird. Ein Gummiring an der Peniswurzel verhindert das Abschwellen. Der Ring muss nach dem Verkehr abgenommen werden (nicht einschlafen!).
  • Prothesen
    Nur in Einzelfällen sind als Ultima Ratio Schwellkörperimplantate aus Kunststoff indiziert. Ein kleines Flüssigkeitsvolumen im Bauchraum wird durch Druck auf ein Ventil in die Schwellkörper geleitet.