Prostatavergrößerung

Die Prostata (Vorsteherdrüse) ist ein Drüsenorgan unterhalb der Harnblase, welches einen Teil der Samenflüssigkeit bildet. Sie hat etwa die Größe und Form einer Kastanie und umschließt die Harnröhre. Reguliert wird sie vorwiegend über die Hormone

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Durch welche Symptome erkennt man Prostatavergrößerung?

Bei der Benignen Prostatahyperplasie (BPH) vergrößert sich die Innenzone der Prostata im Bereich um den Harnleiter (periurethral), daher kommt es zu einer Einengung der Harnröhre.

Prostatakarzinome dagegen entstehen eher peripher im Außenbereich und…

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Welche Therapie hilft?
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Durch eine konsequente Therapie kann das Vorschreiten der Vergrößerung verlangsamt oder sogar gestoppt werden. Es stehen Medikamente zur Verfügung, welche den Hormonhaushalt beeinflussen, sowie Entzündungshemmer und krampflösende Stoffe.

Teilweise kann sich die BPH sogar in gewissem Ausmaß zurückbilden. Das Prostatakarzinom bedarf einer konventionellen Therapie, Naturheilverfahren können hier nur begleitend (Komplementärmedizin, Integrative Medizin) eingesetzt werden (siehe auch unter Krebserkrankungen).

Naturheilkunde

Im Gegensatz zur FDA (Food and Drug Administation) hält man in Europa eine Behandlung der Prostatahyperplasie mit pflanzlichen Arzneimitteln (Phytotherapeutika) für sinnvoll. Der Vorteil: Pflanzliche Medikamente haben wesentlich weniger Nebenwirkungen und können auch vorbeugend eingesetzt werden (z.B. Kürbissamen). Am wirksamsten sind Kombinationen aus Brennesselwurzel und Sägepalmenextrakt.

Anwendung in der Behandlung der Prostatahyperplasie finden beispielsweise Kürbissamen-, Brennesselwurzel- und Sägepalmextrakte. Diese verkleinern zwar meist nicht die Prostata, aber können das Wachstum stoppen oder wenigstens verlangsamen und lindern die Beschwerden wie den häufigen Harndrang, einen abgeschwächten Harnstrahl und das Nachträufeln. Daneben wirken sie auch entzündungshemmend.

Die Wirksamkeit von Kombinationspräparaten aus Brennessel und Sägepalme wurde in einer Studie nachgewiesen und ist mit der bei den gegenwärtig verfügbaren synthetischen Medikamente (s.u. Schulmedizin) vergleichbar. Bei einem Vergleich mit dem Schulmedizinisch verwendeten Präparat Finasterid gingen die Beschwerden unter Sägepalmen-Extrakt um 37%, unter Finasterid um 39% zurück.

Auch werden Roggenpollen und die Afrikanische Pflaume (Pygeum africanum) eingesetzt. Dabei schätzt man die entzündungshemmende Wirkung, sowie eine Reduktion der Blutfülle in der Prostatadrüse (antikogestiver Effekt). Mit Roggenpollen wurde in zwei Studien eine signifikante Verbesserung erzielt, bei der afrikanischen Pflaume liegen keine ausreichenden Daten vor.

Nach der Östrogenhypothese wird der Hormonhaushalt bei älteren Männern zu Gunsten des Östrogens verschoben. Dieses Homon löst dann die Vergrößerung der Prostata aus. Substanzen aus Pflanzen, die Phytoöstrogene, sind offenbar in der Lage, diese Östrogenwirkung im Körper zu blockieren. In Studien fanden sich gegenüber Plazebo mit dem Phytosterol beta-Sitosterin eine Symptomenverbesserung von 35%.  beta-Sitosterin wird beispielsweise aus Sojabohnenextrakt, Sägepalmenextrakt, der Afrikanischen Knolle (Hypoxis rooperi) oder verschiedenen Nadelbäumen isoliert.

Bei Phytopharmaka sollte man auf standardisierte, ausreichend dosierte und wissenschaftlich ausreichend untersuchte Präparate achten. Billigpräparate sind häufig unterdosiert und nicht von ausreichender pharamakologischer Qualität. Präparate selbst auf dem Gebiet der Phytopharmakologie forschender Pharmaunternehmen sind meist überlegen.

Allerdings werden die Phytopharmaka seit dem 1.1.2004 nicht mehr von den Gesetzlichen Krankenkassen erstattet, so dass einige Patienten zur Anwendung von synthetischen Arzneimitteln genötigt sind und auf die nebenwirkungsarmen und wirksamen Phytopharmaka verzichten.

Links zu Heilpflanzen und Vitalstoffen, die bei Prostatavergrößerung helfen können:

Lebensführung:

Vermieden werden sollte alles, was Druck auf die Prostata auslöst: Achten Sie auf regelmäßigen, nicht zu harten Stuhlgang. 20-30 Gramm Ballaststoffe pro Tag in Form von Obst und Gemüse sind ausreichend.

Vermeiden Sie langes Sitzen und machen Sie Bewegungspausen. Gehen oder Wandern wirkt sich positiv aus. Reduzieren Sie Ihr Körperfett und trainieren Ihre Muskeln.

Ernähren sie sich mit wenig tierischem Fett. Pflanzliches Fett mit ungesättigten Fettsäuren soll bevorzugt werden: zum Beispiel Oliven-, Leinsamen- und Sojaöl. Außerdem kann man pflanzliche Margarine statt Butter verwenden.

Positiv wirkende Phytoöstroge sind vorallem in Sojaprodukten und Leinsamen enthalten.

Links zu Naturheilverfahren, die bei Prostatavergrößerung helfen können:
Schulmedizin

Wirkstoffe:

Ein konventioneller Wirkstoff  der Schulmedizin ist das Finasterid (5-α-Reduktase-Hemmer). Es hemmt die Umwandlung des freien Testosteron zum in der Zelle wirksamen 5-α-Dihydrotestosteron, welches das Wachstum der Drüse bewirkt. α-Blocker wie zu Beispiel Tamsulosin und Alfuzosin entspannen die Muskulatur der Prostata und der Harnröhre und erleichtern auf diesem Wege Blasenentleerung. Ein Therapieversuch mit 5-α-Reduktase-Hemmer wird nur empfohlen, wenn Phytopharmaka nicht ausreichend wirken.

Konventionelle Prostatamittel haben oft viele Nebenwirkungen und sind teurer als Kombinationen aus Brennesselwurzel und Sägepalmenextrakt. Es treten auch Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen und erektile Dysfunktion bei 5-α-Reduktase-Hemmern auf. Ein weiterer Nachteil von Finasterid ist, dass der Wirkungseintritt auch bei regelmäßiger Einnahme bis zu einem halben Jahr auf sich warten lassen kann.

Wenn die medikamentöse Behandlung nicht ausreicht (z.B. bei Harnverhalt und häufigen Harnwegsinfektionen oder Nierenschäden) muss bei manchen Patienten eine operative Teil- oder Komplettentfernung (Totalresektion) der Prostata durchgeführt werden.

Bei der sogenannten transurethralen Resektion der Prostata (TUR-P) wird Prostatagewebe durch die Harnröhre abgetragen. Möglich, aber noch umstritten sind die Laserbehandlung, d.h. die Entfernung von Prostatagewebe mittels Laser und die transurethrale Thermotherapie. Hier wird mit einer Radio - Frequenz - Therapie das Gewebes auf bis zu 50°C erwärmt, was zu einem Absterben führt. Die meisten Kassen bezahlen das jedoch nicht.

Prostatakrebs muss meist operiert und oder bestrahlt werden. Falls das nicht möglich ist, kann eine Therapie mit Stoffen, die die Hormonwirkung aufheben (Antihormonen, "chemische Kastration") erfolgen. Das ist auch zusätzlich zu einer Operation oder Bestrahlung möglich. Die Operation hat die besten Aussichten auf eine Langzeitheilung, aber auch die höchste Nebenwirkungsrate.