Reizblase und Blasenschwäche
Blasenschwäche und Reizblase kann die Lebensqualität der Betroffenen oft erheblich einschränken. Dennoch wird das Leiden oft verschwiegen und die Betroffenen meiden Gesellschaft.
Reizblase ist eine typische Frauenkrankheit
Bei einer Reizblase…
Durch welche Symptome erkennt man Reizblase und Blasenschwäche?
Reizblase
Der Patient leidet unter häufigem Harndrang und muss mehr als 8 mal innerhalb von 24 Stunden und mehr als 1mal pro Nacht Wasserlassen, kann aber nur kleine Mengen Urin abgeben, da die Blase nicht gefüllt ist. Es kann ein schwacher…
Arctuvan
bei akuten Harnwegsinfektionen
NemaSabal
bei Erkrankungen der Harnorgane
Prostamed
bei Prostatabeschwerden
Solidago Steiner Tabletten
bei entzündlichen Erkrankungen der ableitenden Harnwege
Das Ansprechen und die Behandlung von Blasenproblemen mögen peinlich sein, aber eine konsequente und frühzeitige Therapie kann den Betroffenen zumindest einen Teil der Lebensqualität zurückgeben.
Einige vorbeugende Maßnahmen sollten beachtet werden:
- Vermeiden sie Dinge, welche die Beschwerden verstärken, wie Nikotingenuss, viel Kaffee bzw. Koffein, Alkohol und Kälte.
- Achten Sie auf eine angemessene Intimhygiene.
- Sorgen Sie für eine vollständige Ausheilung von Blasenentzündungen.
- Nehmen Sie sich Zeit und entspannen Sie sich beim Wasserlassen.
- Verdrängen Sie nicht ihre Beschwerden, sondern lassen Sie diese bei längerem Anhalten abklären.
- Stärken Sie Ihre Abwehr durch ausreichend Obst und Gemüse.
- Bringen Sie ihren Kreislauf auf Trab und härten Sie sich ab.
Binden und Einlagen werden von den meisten Patienten als entwürdigend empfunden. Sie bergen außerdem die Gefahr von Infektionen. Diese kann aber unter Umständen vermieden werden, wenn Sie frühzeitig mit ihrem Arzt sprechen und aktiv an einer Lösung arbeiten!
Reizblase
Wichtig ist es, vorbeugende Maßnahmen zu ergreifen, die Symptome verbessern bzw. wenigstens verhindern, dass sich die Beschwerden verschlimmern.
Zu empfehlen ist eine gezielte Kontrolle des Trinkverhaltens und des Wasserlassens:
Entgegen der häufigen Spontanreaktion der Patienten, weniger zu trinken, um nicht so häufig an Harndrang zu leiden, empfehlen Experten mindestens 1,5 bis 2 Liter zu trinken. Dies verringert die Anzahl der in der Blase wachsenden Keime durch den mechanischen Spüleffekt.
Versuchen Sie, die Blase erst zu entleeren, wenn sie wirklich voll ist (Blasentraining).
Dadurch wird der Blasenschließmuskel trainiert. Bei ständiger Entleerung kleinster Mengen, verliert die Blase die Fähigkeit, größere Mengen zu speichern und sie beginnt sich immer früher zu melden. Das Training erfordert Geduld, Sie sollten über Wochen und Monate konsequent üben, bis sich meist der Erfolg einstellt.
Ordnungstherapie und Verhaltenstherapie
Am Besten gelingt die Umsetzung des Trainings, wenn Sie versuchen, ihren Tagesablauf in eine feste Ordnung zu bringen.
Ordnungstipps bei der Reizblase.
- Stellen sich schon am Morgen die Trinkmenge für den ganzen Tag bereit
- Verhindern Sie, dass ihre Nachtruhe gestört wird, indem Sie morgens viel und am Abend wenig trinken
- Gehen Sie so spät wie möglich zur Toilette. Ermitteln Sie, in welchen Abständen Sie zur Toilette müssen. Stellen Sie sich dann einen Wecker auf eine feste Zeit ein. Üben Sie nur, wenn eine Toilette in der Nähe ist, so dass Sie nicht verkrampfen. Verlängern Sie dann nach und nach die Intervalle.
- Versuchen Sie beim Wasserlassen die Blase so vollständig wie möglich zu entleeren und nehmen Sie sich Zeit dazu.
- Setzten Sie sich nicht unter Druck.
Physiotherapie
Beckenbodentraining für Männer und Frauen
Der Arzt wird Ihnen auch eventuell ein Beckenbodentraining empfehlen. Es gibt Übungen für Männer und Frauen. Ziel der Therapie ist es, die Muskeln zu stärken, den Harndrang besser zu kontrollieren und einen unwillkürlichen Harnabgang zu vermeiden.
Oftmals führt das Training zu einer Heilung, zumindest zu einer Besserung der Beschwerden.
Die Anleitung durch einen erfahrenen Physiotherapeuten ist zu empfehlen.
Vaginalkugeln und Konen für Frauen
Auch der Blasenmuskel kann direkt trainiert werden. Dazu setzt man Hilfsmittel (sog. Vaginalkugeln und Konen) ein. Es handelt sich hierbei um Gewichte, die in die Scheide eingeführt werden. Durch gezieltes Anspannen sollen sie am Herausfallen gehindert werden.
Genauere Informationen finden Sie unter:
Elektrotherapie
Reizblase und Belastungsinkontinez können mit Elektrotherapie behandelt werden. Hier werden die Muskeln mit elektrischem Strom gereizt und zur Kontraktion gebracht. Das führt ebenfalls zu einer Stärkung der Muskulatur. Nebenbei werden auch die Reizempfindungen gelindert. Wenden Sie sich dazu an Ihren Arzt.
Informationen finden Sie unter:
Biofeedbackmethoden für Frauen und Männer
Hier wird die bewusste Wahrnehmung der Muskulatur durch den Patienten trainiert, so dass die Aktivität der Beckenbodenmuskulatur besser kontrolliert oder korrigiert werden kann.
Um die Muskelaktivität sichtbar zu machen, benötigt man einen Sensor. Er wird bei der Frau in der Vagina platziert, beim Mann im Anus. Durch einen Computer stellt man die Muskelarbeit dar und der Patient kann nach und nach lernen, wie es sich anfühlt, wenn die richtigen Muskeln aktiv sind und kann schließlich die Kontraktion bewusst herbeiführen.
Wasseranwendungen
Wenn Sie unter kalten Füßen leiden, sind anregende Wasseranwendungen wie Kneippverfahren geeignet. Achten Sie darauf, dass bei Kaltwasseranwendungen der Kreislauf vorher auf Trab kommt.
Entspannende Wärmeauflagen oder ein Saunabesuch werden von vielen als angenehm empfunden.
Phytotherapie
Werden die Reizbeschwerden durch eine Blasen- oder Nierenentzündung verursacht, sind Präparate aus der Bärentraube angebracht. Diese Heilpflanze enthält einen antibiotisch wirksamen Stoff, der im Harntrakt wirkt und den Harnfluss steigert. Brunnenkresse-Extrakt wirkt ebenfalls keimhemmend. Sonnenhutextrakte sollen das Immunsystem anregen.
Unter den harntreibenden Heilpflanzen ist die Echte Goldrute besonders empfehlenswert, da sie auf die Harnwege krampflösend wirkt, die Harnbildung anregt und dennoch die Häufigkeit des Wasserlassens senken kann. Einen ähnlichen Effekt haben auch Kürbissamen. Auch Baldrian und Johanniskraut wirken bei einer chronischen Reizblase entspannend.
Für Männer mit Prostatahyperplasie sind Kürbissamen-, Brennnesselwurzel- und Sägepalmenextrakte empfehlenswert. Sie machen die Vergrößerung zwar nicht rückgängig, können das Wachstum aber stoppen oder wenigstens verlangsamen. Sie lindern zudem die Beschwerden wie den häufigen Harndrang, einen abgeschwächten Harnstrahl und das Nachträufeln. Daneben wirken sie auch entzündungshemmend.
Links zu Heilpflanzen und Vitalstoffen, die bei Reizblase und Blasenschwäche helfen können:
Psychotherapie
Manchmal ergibt das „Miktionstagebuch“, dass seelische Auslöser wie Konflikte oder Stress für die Störungen in Frage kommen. Ein Psychotherapeut kann hier bei der Analyse und Bereinigung der Situation helfen. Therapeuten und ihre Methoden sind sehr verschieden. Wählen Sie einen Arzt bei dem sie sich wohlfühlen, denn viel wichtiger als die Methode ist eine positive Beziehung zum Therapeuten.
Entspannungstechniken
Liegen psychische Auslöser vor oder mit vor, so sind auch verschiedene Entspannungstechniken sinnvoll. Angeboten werden sehr viele Methoden (wie Autogenes Training nach I.H. Schulz oder Progressive Muskelentspannung nach Jacobson, Meditation). Wichtig ist auch hier, dass Sie „Ihre“ Methode finden und diese auch regelmäßig anwenden.
Akupunktur
In manchen Fällen hilft bei einer Reizblase auch Akupunktur.
Links zu Naturheilverfahren, die bei Reizblase und Blasenschwäche helfen können:
Neben technischen Hilfsmitteln gibt es verschiedene Medikamente. Operiert wird nur in Ausnahmefällen. Konventionelle Medikamente helfen bei der Reizblase in der Regel nicht oder kaum besser als naturheilkundliche, haben aber meist erheblich mehr Nebenwirkungen und sind teurer. Ausnahme sind Antibiotika, die eingesetzt werde müssen falls eine Infektion nachgewiesen ist.
Technische Hilfsmittel
Man setzt Pessare für Frauen mit überdehntem und schlaffem Beckenboden ein bei dem es zu einer Absenkung der Gebärmutter kommt („Deszensus uteri“) ein. Sie sind in Ring oder Würfelform verfügbar und werden von der Betroffenen selbst in die Vagina eingeführt, um die Harnröhre kurzzeitig bei körperlicher Belastung mit Muskelkraftverschließen zu können. Wenn es sich nicht um Wegwerfprodukte handelt, müssen sie natürlich regelmäßig gereinigt werden.
Informationen zur Wirkung und Anwendung dieser Hilfsmittel finden Sie hier: Blasenzentrum Frauenfeld
Weibliche Hormone
Bei Frauen kann der Hormonmangel in den Wechseljahren Schmerzen und Schwächung bzw. Senkung im Beckenbodenbereich auslösen. Diese Beschwerden sind mit einer Hormonbehandlung zu verbessern. Entweder verabreicht man die Hormone oral, in Cremezubereitungen in die Scheide oder als Scheidenzäpfchen.
Medikamente
Neuerdings gibt es auch Medikamente zur Behandlung der Reizblase.
Sie sollen entspannend auf die Muskulatur wirken, welche die Entleerung der Harnblase bewirkt. Zu den Medikamenten mit dem größten Behandlungserfolg gehören die so genannten Anticholinergika und Spasmolytika. Sie wirken auf die Übererregbarkeit des Blasenmuskels dämpfend.
In manchen Fällen wird auch das Antidepressivum Imipramin verschrieben, das zu der Gruppe der Psychopharmaka gehört.
Operation
Sollten die verschiedenen Trainingsmethoden keinen Erfolg zeigen, kann bei bestimmten Formen als letzte Option eine Operation durchgeführt werden. Hierbei wird je nach Ursache die Blasenlage korrigiert, die Harnröhre mittels eines Gummibands gestärkt oder die Prostata entfernt.
