Rheumatoide Arthritis, Rheuma

Mit „Rheuma“ meint man umgangssprachlich Gelenkbeschwerden. Rheumatoide Arthritis (RA) jedoch ist eine entzündliche Erkrankung der Gelenke.

Die Rheumatologie ist ein Spezialbereich in der Medizin. Mittlerweile kennt man mehr als 100 verschiedene…

> mehr

Durch welche Symptome erkennt man Rheumatoide Arthritis, Rheuma?

Rheumatoide Arthritis äußert sich mit Schmerzen überwiegend in den kleinen Gelenken (wie Grund- und Mittelgelenke der Hände und Füße). Daneben können die Ellenbogen oder Sprunggelenke und die obere Halswirbelsäule betroffen sein. Typisch für Rheuma…

> mehr

Welche Therapie hilft?
Produkt
Anzeige
  • Doloteffin
    Doloteffin
    bei rheumatischen Erkrankungen, Gelenkschmerzen

Entzündliche Gelenkerkrankungen sind sehr schmerzhaft und schränken den Alltag erheblich ein. Wichtigstes Behandlungsziel ist die Reduktion der Schmerzen sowie eine Verlangsamung des Fortschreitens. Dazu setzt man chemische Schmerzmittel ein sowie Medikamente, die entzündlichen Vorgänge hemmen, die so genannten nicht-steroidalen-Antiphlogistika (NSAR). Die Rheumamedikamente haben zum Teil starke Nebenwirkungen. Phytotherapie kann hier nur begleitend zum Einsatz kommen, um die benötigte Dosis dieser Medikamente zu reduzieren.

Bewährt hat sich eine Kombination aus

  • äußerlich aufgetragenen Salben
  • physikalischer Therapie
  • innerlicher Anwendung von Heilpflanzen
  • diätischen Maßnahmen

 
Je früher die Erkrankung erkannt und von einem Fachmann behandelt wird, desto besser der Therapieverlauf. Zur Früherkennung wurden „Frühdiagnose-Sprechstunden" eingeführt. Wer diese Sprechstunden anbietet, sehen Sie auf der Rheuma-Landkarte und im Praxis- und Klinikwegweiser. Unter Links Abschnitt Literatur finden Sie die entsprechenden Links und Organisationen.

Naturheilkunde

Phytotherapie
Bei den Pflanzenpräparaten sollte man darauf achten, dass sie gut in die Haut und das Gelenk aufgenommen werden können. Besonders gut geeignet sind sogenannte Emulsionssalben, die aus einer Wasserphase und einer Fettphase bestehen. Beim Auftragen entsteht durch die Verdunstung des Wassers ein Kältegefühl. zusätzlich können die Salben im Kühlschrank bei 4-10°C gekühlt werden.

Klinische Studien liegen für die antientzündliche Wirkung von Weidenrinde, Brennnesselkraut, Guajakholz und Indischen Weihrauch vor.

Hemmung des Schmerzes durch Hemmung der Entzündung

  • Arnikablüten,
  • Brennnesselkraut (Tee, Extrakt)
  • Beinwellwurzel, -kraut,
  • Bittersüßstengel (Tee)
  • Brennnesselkraut und –Blätter (Extrakt, Tee)
  • Guajakholz (Tee, Extrakt),
  • Pappelrinde, knospen und Blätter (Tee, Tinktur, Frischpflanzenauszug),
  • Eschenrinde (Extrakt, Tee)
  • Indischer Weihrauch (Boswellia serrata; Extrakt)
  • Süßholzwurzel (Extrakt)
  • Withaniawurzel (Extrakt)
  • Teufelskrallenwurzel (Extrakt)
  • Weidenrinde, (Tee, Extrakt in Tabletten)

 
Weniger bekannt und seltener eingesetzt werden Stiefmütterchenkraut, Spierblumenkraut (Filipendulae herba), Eschenrinde und Primelwurzel.

Achtung: Die Teezubereitungen enthalten nur wenig Wirkstoff und wirken daher nur schwach entzündungshemmend und haben in größeren Mengen oft Nebenwirkungen.

Wesentlich besser geeignet sind höher konzentrierte und standardisierte Fertigarzneimittel von Qualitätspharmabetrieben.

Weidenrinde hat im Gegensatz zu Aspirin keine gerinnungshemmenden Eigenschaften und eignet sich in der vorgegebenen Dosierung auch für Personen mit Störungen der Blutgerinnung.


Hemmung des Schmerzes durch Reizung der Haut
Dass Hautreizung Schmerzen in mit den Hautarealen assoziierten Organen lindern kann, ist seit langem als "Counter-irritans-Effekt" bekannt. Zum Teil konnten auch die genauen Wirkungsmechanismen aufgeklärt werden.

Produkte aus dieser Kategorie sind:

  • Cayennepfeffer
  • Senföl
  • Terpentinöl
  • Mistelextrakt (als Segmenttherapie lokal gespritzt)
  • Zaunrübe

Produkte mit diesen Inhaltsstoffen führen zunächst zur Rötung und schmerzhaften Reizung, die dann in eine Schmerzlinderung übergeht.

 
Öle zur äußerlichen Anwendung zur Schmerzlinderung
In Laborversuchen geprüft wurde die entzündungshemmende Eigenschaft verschiedener etherischer Öle. Auf der Haut eingerieben, können diese Öle schnell aufgenommen werden.

Die Stärkste Wirkung haben:

  • Nelkenöl
  • Zimtöl
  • Eukalyptusöl

Relativ gering wirken Kamillen-, Rosmarin-, Latschenkiefern- und Kiefernöl.

 
Enzympräparate zur Auflösung abgelagerter Immunkomplexe
Durch Einnahme von Enzymen aus Tieren und Pflanzen wurde ein entzündungshemmender Effekt beobachtet. Bisher ist nicht genau bekannt, wie die Wirkung zustande kommt. Man vermutet, dass diese Enzyme ins Blut gelangen und Immunkomplexe auflösen, die sich in den Gelenken abgelagert haben und stark entzündlich wirken.

Verwendet werden

  • Milchsaft aus unreifen Früchten der Papaya
  • Presssaft aus Ananasstrünken
  • Milchsaft aus Feigenbäumen
  • Verdauungsenzyme von Tieren
  • Verdauungsenzyme von Mikroorganismen

 
Entgiftung
Die alternative Medizin sieht eine entzündliche Reaktion als Ausdruck einer Giftbelastung. Durch eine Durchspültherapie sollen als schädlich angesehene Stoffe ausgeleitet werden. Dazu kann man Tee aus Birkenblättern, Brennnesselkraut und Goldrutenkraut verwenden. Diese Pflanzen haben darüber hinaus auch noch einen entzündungshemmenden Effekt.

  • Birkenblätter (als Tee oder Pflanzenpresssaft)
  • Brennnesselblätter (Frischpflanzenpresssaft, Tees, Brennnesselmuss aus gedämpften Blättern)
  • Echte Goldrute (Tee, Filmtabletten, Extrakt)
  • Schachtelhalmkraut (Tee)
  • Wacholderbeeren (Tee)
  • Queckenwurzel (Tee)

 
Zur Ausleitung von Giftstoffen soll nach den Erfahrungen in der Naturheilkunde auch die Leberfunktion mit Präparaten aus den Früchten der Mariendistel (Silymarin), der Artischocke, des Löwenzahns, der Schafgarbe u. a. unterstützt werden.

Links zu Heilpflanzen und Vitalstoffen, die bei Rheumatoide Arthritis, Rheuma helfen können:

Physikalische Therapie mit physikalischen Faktoren wie Wärme und Kälte

Die Therapie richtet sich nach dem Zustand des Patienten, je nach dem, ob ein akuter Schub oder subakute Aktivität vorliegen.

Akuter Schub
Das Gelenk sollte prinzipiell geschont, d. h. nicht belastet werden, wohl aber passiv bewegt werden. Kälteauflagen reduzieren den Schmerz. Die Auflagen dürfen nicht zu kalt sein, da sonst das Gelenk im Anschluss an den Kältereiz überwärmt. Es können Umschläge aus Quark oder Heilerde aufgelegt werden. Eine kontinuierliche Bewegung verhindert die Entstehung von Gelenkfehlstellungen. Unter Umständen ist auch Bettruhe notwendig.

subakute Phase
Hier sollten sie die Gelenke warm halten. Wohltuend sind warme Bäder und Umschläge. Dadurch verbessert sich die Beweglichkeit der Gelenke. Die Wärmeanwendung ist daher besonders vor dem Bewegungstraining sinnvoll. Achtung: Wärme ist nicht für alle Patienten geeignet. Sie müssen es für sich austesten, ob es Ihnen hilft.

Eine Schienung der Gelenke kann die Beschwerden erleichtern.

Sind bereits Gelenksveränderungen vorhanden (Beugekontrakturen), sind ein Übungsprogramm und Stützverbände in gestreckter Lagerung notwendig.

Wärme darf nicht angewendet werden bei Gefäßentzündungen, Durchblutungsstörungen, Ödemen, Blutungen sowie Blutungsneigung!

Weitere Informationen finden Sie hier.

 
Bewegungstherapie, Krankengymnastik, Ergotherapie, Massage
Bleiben Sie in Bewegung. Schonhaltungen oder Schonung sind nur während eines akuten Schubs sinnvoll. Bewegung und regelmäßiges Funktionstraining stärken Muskeln und Knochen und erhalten die Bewegungsfähigkeit des Gelenks.

Beachtet werden sollte aber:

Nur leichte Aktivitäten sind geeignet. Die Bewegung sollte nicht zur vollständigen Ermüdung der Muskeln führen.

Gelenke sollen weitgehend entlastet und geschützt werden: Dazu können technische Hilfsmittel wie ein Gehstock oder orthopädische Gelenkstützen eingesetzt werden. Sinnvoll sind auch orthopädische Schuhe oder Sportschuhe mit gepolstertem Fersenteil und Fußbett.

Bewegung soll sinnvoll sein und Spaß machen. Hier kann eine Beschäftigungstherapie (Ergotherapie) den nötigen Anreiz bieten. Zusammen mit anderen geht vieles leichter.

Besonders wichtig ist eine Therapie, die auf die Bewältigung des Schmerzes ausgerichtet ist. Wenn der Patient bemerkt, dass er selbst etwas unternehmen und den Schmerz ein Stück weit zurückdrängen kann, bessert sich auch das Gefühl der Hilflosigkeit. Auf dem Markt gibt es zahlreiche Angebote, die man nutzen kann:

  • Tai Chi
  • Autogenes Training
  • Yoga
  • Feldenkrais
  • Qi Gong
  • Musik- und Kunsttherapie
  • Progressive Muskelentspannung nach Jacobson

Wichtig ist, dass Sie die Methode mögen und sie Ihren Möglichkeiten entspricht.

 
Ernährungstherapie

Die alternative Medizin setzt auf eine basenreiche Kost mit viel Obst und Gemüse und wenig Fleisch und Fett. Auch Milchprodukte sind in moderaten Mengen erlaubt. Öle und Fisch reich an Omega-3-Fettsäuren haben eine antientzündliche Wirkung und tragen zu einer Linderung bei.

Falls als Medikament Methotrexat eingesetzt wird, ist eine Vitamin B9-reiche Ernährung (Folsäure) sinnvoll. Vitamin B9 ist in grünem Blattgemüse (ca. 60-150 µg/100 g), Weizenkeimen (520 µg/100 d), weißen Bohnen (190 µg/100 g), Kichererbsen (340 µg/100 g), Nüssen (ca. 50-170 µg/100 g) und Rinderleber (240 µg/100 g) enthalten. Bei starken Nebenwirkungen ist eine Einnahme von 1mg Vitamin B9 pro Tag sinnvoll.

Übergewicht belastet die Gelenke zusätzlich, weswegen eine langsame und kontrollierte Gewichtsabnahme Priorität hat. Die alternative Medizin empfiehlt bei Rheuma häufig auch eine Fastenkur oder Rohkostdiät. Diese sollten aber wegen möglicher Risiken besonders beim ersten Mal ärztlich begleitet werden. Beim Fasten wegen Übergewicht droht zudem der „Jojo-Effekt“, d. h. die erneute Gewichtszunahme über das vor dem Fasten bestehende Körpergewicht hinaus, weil durch Fasten die um so stärkere Nahrungsaufnahme und –speicherung nach Abschluss des Fastens angestoßen wird. Es kann so in einem Teufelskreis zu immer höheren Gewicht und Frust bei den Patienten trotz anfänglicher Fastenerfolge kommen. Dauerhafter Erfolg bei Übergewicht ist möglich, wenn dauerhaft ein maßvolle Ernährungs- und Lebensweise im Alltag verankert wird und Genuss über andere Kanäle als Essen ermöglicht wird.


Homöopathie
Komplexmittel mit

  • Zaunrübe (Bryonia) bei berührungsempfindlichen, heißen und geschwollenen Gelenken Berberitze (Berberis) bei wandernden Schmerzen und zur Ausleitung
  • Kermesbeere (Phytolacca) bei Rheuma der Gelenke im Zusammenhang mit einer Mandelentzündung, bei nächtlichen Schmerzen

Eine Zusammenstellung der Konstitutionsmittel gegen Rheuma finden Sie hier: Homöopathie bei Rheuma

In der klassischen Homöopathie wird das Mittel passend für jeden einzelnen Patienten ausgewählt. Das hängt von den jeweiligen Symptomen ab und kann in diesem Rahmen nicht dargestellt werden.

 
Schüßler-Salze
Salzmischung für eine Rheumakur von einer Dauer von 3-6 Wochen:

  • Kalium chloratum D6
  • Natrium sulfuricum D6
  • Manganum sulfuricum D6
  • Calcium carbonicum D6
  • Silicea D12
  • Magnesium phosphoricum D6

 
Jeweils 2-4 Tabletten in ¼- ½ l heißem Wasser auflösen, abkühlen lassen und über den Tag verteilt in kleinen Schlücken trinken. Achtung: vor dem Trinken schütteln!

Die Wirkung von Schüßler-Salzen ist nicht wissenschaftlich bewiesen.

 
Mikrobiologische Therapie und Ausleitung
Die alternative Medizin macht für entzündliche Erkrankungen u. a. Herde und Störfelder verantwortlich. Sie finden sich häufig unerkannt in den Zähnen, den Mandeln oder dem Darm.

 
Es kann daher eine Darmsymbioselenkung mit verschiedenen präbiotischen Bakterien (Escherichia coli, Saccharomyces boulardii oder Saccharomyces cerevisiae, Lactobacillus acidophilus, Bifidobacterium bifidum) im Rahmen einer Darmsanierung erwogen werden.

 
Orthomolekulare Medizin
Eine Einnahme von hochdosiertem VitaminE (300mg) wird empfohlen.

In den entzündeten Gelenken laufen oxidative Prozesse ab, die das Gewebe schädigen. Vitamin E kann Radikale abfangen und soll diese Prozesse abfangen helfen.

Viele weitere sog. „Radikalfänger“ können sinnvoll sein. Es ist jedoch zu bedenken, dass eine gewisse Menge Radikale im Körperstoffwechsel nützlich und notwendig ist, u. a. zur Abwehr von Krankheitserregern und zur Zellregulation. In erster Linie sollten die gegen Radikale wirkenden Antioxidantien mit der Nahrung aufgenommen werden. In besonderen Situationen wie bei chronisch Kranken, also auch bei Rheuma, kann die erhöhte Zufuhr über einen gewissen Zeitraum auch in Form von Fertigmedikamenten sinnvoll sein. Über die nötige Dosis herrscht aber noch keine Klarheit. Es gibt auch noch keine ausreichend validen Tests, um die richtige Dosis anhand von Bluttests zu bestimmen. Daher muss die Therapie in erster Linie am Wohlbefinden und am Verhalten der Entzündungsreaktion ausgerichtet sein.

 
Omega-3-Fettsäuren wirken antientzündlich und können den Bedarf an Rheuma-Medikamenten, insbesondere an Nicht Steroidalen Antirheumatika (NSAR), senken, die die Magendarmschleimhaut, die Nieren und andere Körpersysteme auf Dauer erheblich belasten.

Substanzen, welche das Immunsystem anregen, sind nicht geeignet, da es mit einer Immunstimulation zu einer Verstärkung der Entzündungsreaktion kommen kann.

 
Neben Vitamin E werden die Vitamine A, C, D, u.U. die Spurenelemente Selen und Zink als sinnvoll angesehen. Dabei ist jedoch zu beachten, dass die Zufuhr in höheren Dosen über längere Zeit häufig unnatürlich (unphysiologisch) ist und schädlich sein kann, sowohl im Hinblick auf Rheuma als besonders für den Gesamtorganismus.

Schulmedizin

Für Krankheiten, die wie entzündliches Rheuma bleibende Schäden verursachen können, werden Medikamente eingesetzt, die die Krankheitsentwicklung soweit unterdrücken, dass die Schadensentwicklung so gering wie möglich ist.


medikamentöse Therapie

Nichtsteroidale Antirheumatika NSAR
Häufig gibt man hier Acetylsalicylsäure in Kombination mit ähnlich wirkenden Mitteln (z. B. Diclofenac, Ibuprofen, Naproxen, Celecoxib). Eine Schmerzlinderung durch NSAR ist zwar möglich, die Medikamente haben aber keinen Einfluss auf den Gelenkverschleiß und das Fortschreiten der Krankheit;

NSAR haben unangenehme Nebenwirkungen wie Magen-Darmbeschwerden und –blutungen, Kopfschmerzen, Verwirrtheit und andere Nervensymptome, Störungen der Nierenfunktion. Selten sind allergische Reaktionen gegen Acetylsalicylsäure.

 
langwirksame Antirheumatika (LWAR) = „Disease Modifying Antirheumatic Drugs“ oder DMARD
Das Fortschreiten der Krankheit kann durch langwirksame Antirheumatika bei Zweidritteln der Patienten verlangsamt werden. Diese Antirheumatika können in günstigen Fällen sogar eine bereits eingetretene Gelenkschädigung rückgängig machen und eine Reparatur einleiten. Sie haben aber oft unangenehme Nebenwirkungen und führen nur mittel- und langfristig zu einer Reduktion der Entzündung. Oft kann erst nach einem halben Jahr Therapiedauer entschieden werden, ob die Therapie angeschlagen hat oder nicht. Das ist für den Patienten häufig belastend.

Meist werden verschiedene Medikamente aus dieser Gruppe kombiniert (Hydroxychloroquin, Sulfasalazin, Methotrexat, Leflunomid, “parenterales Gold”, z. B. Auranofin, Cyclophosphamid, Ciclosporin, Chloroquin, Azathioprin). Häufigste Nebenwirkungen sind deutlich erhöhte Infektanfälligkeit, Störung der Blutbildung, Leberschäden und Symptome der Haut. Die Anfälligkeit für Krebserkrankungen kann sich erhöhen.

 
Kortikosteroide: systemisch oder intraartikulär
Können Knochenabbau verlangsamen, jedoch kann kein Stillstand erreicht werden. Mit der Zeit verringert sich die Wirksamkeit zu n. Kortikosteroide können 3-4-mal im Jahr direkt ins Gelenk gespritzt werden und können die Beschwerden bei massiv betroffenen Gelenken vorübergehend deutlich vermindern. Die Medikamente dürfen bei bestimmten Grunderkrankungen nicht gegeben werden (Magengeschwür, Bluthochdruck, Diabetes, Infektionen sowie Grünem Star).

Die Nebenwirkungen sind erheblich, wenn Kortikoide nicht nur lokal eingesetzt, sondern länger als eine Woche eingenommen werden. Es kommt dann zu Körpergewichtszunahme, erhöhten Blutzuckerwerten, u. U. zu Blutdruckanstieg, zur Verdünnung der Haut (Hautatrophie), Verschlechterung der Körperabwehr, Anfälligkeit für Infektionen, auch durch Pilze und langfristig zur Auftreibung von Gesicht und Nacken und zu Knochenschwund (Osteoporose).

 
Substanzen, die das Immunsystem unterdrücken:
Hiermit ist eine deutliche Reduktion der Symptome möglich, allerdings sind diese Medikamente auch sehr giftig und verursachen mitunter ein erhöhtes Karzinomrisiko (Cyclophosphamid). Nebenwirkungen auf Niere, Blutdruck und Magen-Darm sind möglich.


Neue Medikamente
sind nicht chemische Moleküle, sondern Eiweiße (Proteine, hier Antikörper), die auf ein bestimmtes Ziel, einen entzündlichen Botenstoff, neutralisierend wirken (z.B. Adalimumab, Anakinra, Etanercept, und Infliximab). Auch hier müssen Grunderkrankungen sorgfältig abgeklärt werden. Erhebliche Nebenwirkungen sind auch hier häufig.

Weitere Informationen zu Medikamenten finden Sie hier

 
operative Eingriffe
Bei chirurgischen Eingriffen sollten die Vor- und Nachteile gründlich abgewogen werden. Eventuell ist bei vollständigem Funktionsverlust der Gelenke ein künstliches Gelenk erforderlich wie zum Beispiel Hüft- und Knieprothesen. Um die Funktion der Hand oder des Fußes wiederherzustellen, kann ein operativer Eingriff notwendig sein.