Schlafapnoe
Das Schlafapnoe - Syndrom (SAS) ist eine Atemstörung während des Schlafs. In Extremfällen setzt die Atmung bis zu 600 Mal pro Nacht aus. In der Folge sinkt die Sättigung des Blutes mit Sauerstoff, im Gegenzug steigt der CO2-Gehalt. Organe und Gehirn…
Durch welche Symptome erkennt man Schlafapnoe?
Durch den gestörten Schlaf können sich Körper und Geist nicht erholen. Der Patient mit Schlafapnoe hat das Gefühl, nicht ruhig und tief zu schlafen. Oft schreckt er auch aus dem Schlaf hoch…
Behandlung bei Schlafapnoe: Naturheilkunde und Hausmittel
Nur die Symptome der Schlafapnoe können behandelt werden
In leichten Fällen kann man sich noch selber helfen. Gewichtsreduktion, Lebensumstellung und Schlafhygiene reichen oft aus. Die klassische Methode gegen schwere Symptome ist ein Beatmungsgerät während der Nacht. Eine ursächliche Behandlung ist in diesen Fällen nicht oder nur teilweise möglich.
Ordnungstherapie - Hausmittel
Es besteht eine Abhängigkeit der Atemaussetzer mit der Lage des Schläfers: Rückenlage sollte man bei Schlafapnoe eher meiden, denn der zurückfallende Zungengrund kann die Atemwege verengen. Aber es ist nicht ganz einfach, sich die Seitenlage als Schlafposition anzugewöhnen. Manchmal muss man hier zu Hilfsmitteln greifen: Man kann zum Beispiel in das Oberteil des Schlafanzuges im Rückenbereich einen Tennisball einnähen. Auch der Sanitätsfachhandel führt Hilfsmittel, um die Schlafposition zu beeinflussen. Ist Seitenlage nicht möglich, sollte man den Oberkörper hochlagern.
Vermieden werden sollten bei Schlafapnoe auch abendlicher Alkoholgenuss und die Einnahme von Beruhigungs- und Schlafmitteln. Sie fördern einen Kollaps der Atemwege durch Abnahme der Muskelspannung.
Schlafapnoe sollte ein Anlass sein, das Rauchen aufzugeben!
Schlafapnoe ist oft mit Sodbrennen (Reflux) verbunden. Man sollte daher vor dem Schlafengehen keine großen Mahlzeiten einnehmen. Das Abendessen sollte leichtverdaulich und nicht fettreich sein.
Tagverhalten beeinflusst Nachtverhalten
Eine Stärkung der Gaumen- und Rachenmuskulatur soll vermeiden, dass sie während des Schlafs erschlafft. Damit könnte die Ursache der obstruktiven Schlafapnoe beseitigt werden. Doch wie stärkt man diese Muskeln? Wozu braucht man sie überhaupt?
Es gibt insbesondere zwei Betätigungen, mit denen wir aktiv Zunge und Gaumen bewegen: Essen und Sprechen. Beim Bewegen des Speisebreis, beim Schlucken und bei der Artikulation der Gaumenlaute beziehungsweise beim Formen der Vokale ist diese Region höchst aktiv.
Körpertherapeutisch ergibt sich daraus, dass der Patient mit Schlafapnoe angehalten wird, seine Essgewohnheiten zu überprüfen, langsam und gründlich zu kauen, bewusst und ruhig zu schlucken. Das ist einerseits eine ausgezeichnete Antistressübung und andererseits wird die Stellung und Elastizität von Zunge, Gaumen und Schlund gestärkt. Ein wichtiger Faktor bei Schalfapnoe.
Didgeridoo
Beim Didgeridoo-Spielen wird die schwache Muskulatur dank der speziellen Atemtechnik stark beansprucht und trainiert. Eine kleine Studie der Universität Zürich über Schlafapnoe mit 25 Personen konnte zeigen, dass das Instrument tatsächlich einen positiven Effekt bei schwacher Apnoe hatte. Das lässt folgern, dass auch andere Methoden, die auf die Muskulatur zielen, einen Effekt haben dürften.
Therapeutische Atem- und Sprachgestaltung, empfohlen gegen Schlafapnoe von Ralf Unterbusch
Das Berufsbild der Therapeutischen Atem- und Sprachgestaltung gehört in den Zusammenhang der Anthroposophischen Kunsttherapien, die im Berufsverband für Anthroposophische Kunsttherapie (BVAKT) organisiert sind.
Die Therapie gegen Schlafapnoe beinhaltet, dass vor allem die im Gaumen gebildeten Laute G, K, H und NG für das Training herangezogen werden. Auch Übungen, in welchen ein energisches „Turnen“ von Zunge und Gaumen gefragt ist, erhöhen effizient die Spannkraft der Gaumensegel und die individuelle Sensibilität der Zunge. Außerdem bezieht man die menschliche Stimme mit ein. Der Vokal, welcher am stärksten den hinteren Gaumen formt und öffnet, ist das A.
Stimmsitz, Klangraum und Gestalten der Stimme sollen bei Schlafapnoe bewusst gemacht werden. Dies bedarf einer starken Kraft und Präsenz des Sprechenden und durchformt und weitet den Gaumen am wirksamsten. Dieser Sprachstil kann mit der plastisch erzählenden Dichtung und hier am unmittelbarsten im Stabreim trainiert werden.
In der Sprache gestalten Sie die Artikulation in Zahn-, Zunge- und Gaumenlauten; die Stimme in Straffung und Wölbung des gesamten Mundraumes und mit dem bewussten ein- und ausströmenden Atem. In diesem großen psychosomatischen Zusammenhang verändert man mit Hilfe der Sprachgestaltung schließlich auch seine Alltagsgewohnheiten.
Physikalische Therapie
Außerdem kann man bei bestimmten Gruppen von Schlafapnoe - Patienten eine Zunahme von Wasser im Gewebe feststellen, der Beinumfang ist ein indirekter Parameter hierfür. Das Wasser verteilt sich nachts auf den ganzen Körper und führt auch zum Anschwellen des Halses, was natürlich auch eine Verengung der Atemwege nach sich zieht.
Eine kleine Studie über Schlafapnoe - Patienten mit Ödemen zeigt, dass die nächtliche Wassereinlagerung in den Beinen wirksam mit Stützstrümpfen bekämpft werden kann. Weniger Wasser im Gewebe vermindert auch das Anschwellen des Hals- und Nackenbereichs. Die Schlafapnoe - Anfälle während des Schlafes verringerten sich um 36%.
Ernährungstherapie
In vielen Fällen ist eine Gewichtsreduktion ein wirksames Mittel gegen die Schlafapnoe. Weniger Gewicht bedeutet weniger Atemanstrengung. Außerdem verengt Fett im Halsbereich die Atemwege und mindert den Atemantrieb. Doch nur wer auch das Gewicht halten kann, hat einen dauerhaften Vorteil!
Bewegungstherapie
Untersuchungen zeigen, dass nachts umso mehr Wasser im Gewebe von Schlafapnoe - Patienten eingelagert, wird, je weniger sich die Betreffenden bewegen. Vermeiden Sie daher eine sitzende Lebensweise. Außerdem unterstützen Sport und Bewegung den Erfolg einer Gewichtsabnahme. Die Beschwerden durch Schlafapnoe sind ein Signal Ihres Körpers: kommen Sie in Bewegung.
Links zu Naturheilverfahren, die bei Schlafapnoe helfen können:
Wichtigstes Prinzip bei der Behandlung der Schlafapnoe ist die Behandlung der Grunderkrankung, wie etwa des Übergewichtes oder einer Herzinsuffizienz. Dadurch bessern sich die Atemaussetzer, mitunter verschwinden sie ganz. Darüber hinaus ist die Beatmungstherapie die gängigste Methode:
CPAP, Continuous Positive Airway Pressure
Man nennt dieses spezielle Verfahren gegen Schlafapnoe auch nächtliche nasale Überdruckatmung. Dabei wird über eine Atemmaske Luft mit erhöhtem Druck in die Atemwege gepumpt. Durch den leichten Überdruck kann man das Kollabieren der Atemwege bei obstruktiver Schlafapnoe effektiv vermeiden. Studien zur Folge reduziert dies nicht nur die Müdigkeit tagsüber, sondern auch die Gedächtnisprobleme und Stoffwechselstörungen (Hyperlipidämie). Die meisten (immerhin 70%) der Patienten profitieren von dieser Therapie, aber die Beatmungstherapie muss dauerhaft erfolgen, beim Absetzten kommt es wieder zu allen Problemen der Schlafapnoe.
Man muss aber mit einer Eingewöhnungszeit von etwa zwei Wochen rechnen, einige Patienten gewöhnen sich nur schwer daran. Um das häufig bemängelte Austrocknen der Luftwege zu verhindern, empfiehlt sich ein Luftbefeuchter. Viele Patienten setzen trotzdem die (teuer angeschafften) Geräte wieder ab, weil die Nachtruhe durch die Geräusche oder den lokalen Druck im Gesicht zu sehr gestört wird. Dennoch gilt dieses Verfahren als die beste verfügbare Methode gegen Obstruktive Schlafapnoe.
Unterkieferprotrusionsschiene
Andere Fälle können durch eine Aufbissschiene behoben werden. Damit soll erreicht werden, dass der Unterkiefer nach vorne verlagert wird. Die Folge ist eine Vergrößerung des Rachenraums und eine Anspannung im Gewebe. Die Methode kann aber nur bei leichten Fällen von Schlafapnoe zum Einsatz kommen.
Operative Verfahren
Wenn in Bereich der Nase Verwachsungen oder die Anatomie die Atmung behindern, kann eine Operation die Ursache beseitigen. Behandelt werden können die Schwellkörper in den Nasenmuscheln, eine verkrümmte Nasenscheidewand oder auch Polypen. Ob dadurch alleine die Schlafapnoe behoben werden kann, ist bisher nicht belegt worden.
Bei einem anderen Verfahren gegen Obstruktive Schlafapnoe werden die Gaumenmandeln entfernt, das Zäpfchen verkürzt und der weiche Gaumen gestrafft. Die Erfolgsrate des Verfahrens liegt bei 50%.
Bei schwerwiegenden anatomischen Problemen – wenn der Kiefer sehr klein ist - können Ober- und Unterkiefer operativ nach vorne verlagert werden.
Tracheotomie - Luftröhrenschnitt
Wenn die Hindernisse im Atemraum nicht überwindbar sind, ist ein Luftröhrenschnitt am Hals die beste Lösung. Dabei wird ein Tubus in die Luftröhre geschoben. Tagsüber verschlossen, wird er zum Schlafen geöffnet. Das Verfahren kommt aber seit der Einführung von CPAP nur noch in seltenen und sehr schweren, nicht anders behandelbaren Fällen von Schlafapnoe zum Einsatz.
Elektrische Muskelstimulation
Dieses noch experimentelle Verfahren setzt Stromimpulse ein, um die Muskulatur des Rachens zu aktivieren. Die Technik wird derzeit gegen Schlafapnoe geprüft, ist aber noch nicht ausgereift.
Medikamentöse Therapie
Es gibt Versuche, das Schlafapnoe mit Hilfe von Medikamenten zu beheben. Auch hier fehlen noch die entsprechenden Studien zur Wirksamkeit.
Protriptylin wird in leichten Fällen zur Behandlung von Schlafapnoe eingesetzt. Dieser Wirkstoff, der eigentlich gegen Depressionen eingesetzt wird, verkürzt die Schlafphase mit den meisten Apnoe-Attacken (REM-Schlaf = Traumschlaf). Nebenbei hat es eine kräftigende Wirkung auf die Muskulatur des Halses. Auch mit Atmungsstimulantien wie Theophyllin kann bei Patienten mit Herzinssuffizienz und zentraler Atemproblematik eine Besserung beobachtet werden.
Präparate, die einer Verstopfung der Nase entgegenwirken (Dekongestionsmittel zum Beispiel Schnupfensprays, oder –Gele, Kortison-Nasensprays), eignen sich nicht für einen Dauereinsatz gegen Schlafapnoe.
Blutdrucksenkung:
Bei schwerer Schlafapnoe hat die Druckbeatmung während der Nacht einen senkenden Effekt auf den Blutdruck. In anderen Fällen muss man zusätzlich medikamentös eingreifen. Sinnvoll sind ACE-Hemmer (Captopril, Enalapril, Lisinopril und Ramipril, Achtung: können zu trockenen Atemwegen und chronischem Husten führen), AT1-Blocker (z.B: Losartan, Valsartan), Medikamente zur Gefäßerweiterung wie Calciumantagonisten und Betablocker.
Der Behandlungserfolg sollte bei Schlafapnoe regelmäßig überprüft werden. Am Anfang zweimal im Jahr, später reicht eine Kontrolluntersuchung alle ein oder zwei Jahre aus.


