Schnupfen
Literatur
- Baenkler, H.-W., et al.: Innere Medizin, Duale Reihe, Sonderausgabe, Thieme-Verlag, Stuttgart, 2001
- Blaschek W. et al. (Hrsg.): Hagers Handbuch der Drogen und Arzneistoffe, Springer-Verlag, Heidelberg, 2004
- Homöopathie und Software, Schnupfen, Stand Dezember 2008
- Lexikon der Krankheiten und Untersuchungen, 1. Auflage, Thieme-Verlag KG, Stuttgart, 2006
- Schilcher, H., Kammerer, S., Wegener, T.: Leitfaden Phytotherapie, 3. Auflage, Urban & Fischer Verlag, München-Jena, 2007
Pinimenthol
bei Erkältungskrankheiten
Bei Schnupfen sollte streng auf Hygiene geachtet werden, um nicht die Umgebung anzustecken. Häufiges Waschen der Hände ist in dieser Zeit besonders wichtig. Heftiges Niesen sollte vermieden werden. Dadurch verteilen sich die Viren in der Atemluft. Man sollte sich daher ein Taschentuch vor Mund und Nase halten. Manche Menschen beherrschen es durch einen Verschluss des Gaumensegels das Niesen abzuschwächen.
Gegen normale Erkältungskeime gibt es bisher keine Impfungen. Wegen der hohen Anzahl in Frage kommender Viren wäre sie auch kaum praktikabel und zumutbar. Vorbeugende Maßnahmen sind daher besonders wichtig. Geeignet sind naturheilkundliche Methoden wie Bewegung, Abhärtung, gute Ernährung mit ausreichend Vitaminen, Spurenelementen, Symbioselenkung und Phytotherapeutika.
Eine Übertherapie mit Antibiotika und entzündungsmindernden Medikamenten ist - nicht zuletzt wegen der möglichen Nebenwirkungen - zu vermeiden. Infekte sind sehr lästig, dennoch sind eine gewisse Anzahl von Infekten eher gesundheitsförderlich.
Vorbeugen ist besser
Besonders wichtig sind gute Abwehrkräfte durch eine körperliche Abhärtung. Hier eignen sich Wasseranwendungen, insbesondere wechselwarme Güsse nach Kneipp oder ein Besuch in der Sauna. Zu beachten ist, dass vor einer Kälteanwendung der Kreislauf richtig in Schwung gebracht werden soll, wie etwa durch Aufenthalt in der Sauna, durch Sport oder Bewegung an frischer Luft.
Ein Ausgleich nach Stress durch Entspannung wirkt positiv auf das Immunsystem. Achten Sie auf Erholung mit ausreichend Schlaf.
Meiden Sie große Menschenansammlungen. Eine Ausbreitung kann durch Desinfektion der Hände vermindert werden. Der häufigste Verbreitungsweg von Erkältungsviren sind die Hände, Türklinken, Stifte, EDV-Tastaturen etc. und die Erregerfreisetzung durch Husten und Niesen („Tröpfcheninfektion“).
Nahrungsergänzung
Besonders wichtig ist in den Übergangzeiten des Jahres eine ausreichende Versorgung mit Vitaminen, Mineralien und Spurenelemente.
Selen und Zink stärken den gesamten Organismus, wenn auch die Wirkung noch nicht eindeutig erwiesen ist. Vitamin C soll keinen Effekt haben, wie neuere Studien zeigen. Manche Menschen schwören aber auf gezielte Einnahme von Vitamin C bei den ersten Anzeichen von Erkältung. Es sollte dem Körper immer ausreichend zur Verfügung stehen, denn ein Mangel beeinträchtigt die Abwehr. Früher als nützlich eingeschätzte Megadosen bringen keine Vorteile, eher Nachteile. Die Vitamine A, E und die Spurenelemente Kupfer und Phosphat u.a. sind auch von gewisser Bedeutung bei der Prävention von Erkältungskrankheiten.
Phytotherapie
Abwehrstärkende Präparate
Es gibt außerdem verschiedene pflanzliche Präparate, die die Abwehr stärken und die bei alten und geschwächten Menschen die körperliche Reaktion auf den jahreszeitlichen Wechsel unterstützen. Sie enthalten oft Extrakte aus Wasserdost (Eupatorium), Lebensbaum (Thuja), Wildem Indigo (Baptisia), Taigawurzel (Eleutherococcus) oder Sonnenhut (Echinacea). Zur Vorbeugung soll er am besten früh, bei den ersten Symptomen eingenommen werden, aber er sollte bei Fieber gemieden werden.
Die Inhaltsstoffe werden auch als homöopathische Arzneimittel angeboten.
Stillen schützt den Säugling vor Infektionen, da er die Abwehrstoffe der Mutter (Antikörper oder Immunglobuline) mit der Milch erhält.
Wenn Sie schon Erkältungsanzeichen wahrnehmen…
…ist es noch nicht zu spät. Sie können dann die Schwere des Krankheitsverlaufs noch beeinflussen.
Tee aus Weidenrinde oder Mädesüßblüten wirkt gegen Kopf- und Gliederschmerzen.
Schleimhäute feucht halten: Heißer (nicht zu heißer) Tee befeuchtet die Schleimhäute und regt deren Durchblutung an. Ein Luftbefeuchter an den Heizungen wirkt zusätzlich.
Spurenelemente und Vitamine unterstützen die anlaufende Körperabwehr signifikant.
Schonung! Überanstrengen Sie sich nicht.
…und wenn es sich nicht mehr vermeiden lässt:
Gegen eine ständig laufende Nase sowie zugeschwollene Schleimhäute, gibt es einfache Mittel, welche die Beschwerden verringern:
Dies wirkt abschwellend oder erleichtert die Atmung
Myrtol, das ätherische Öl der Myrte (Myrtus communis), hat nachweislich einen abschwellenden Effekt auf die Nasenschleimhaut, sowie eine entschleimende Eigenschaft, es wirkt antientzündlich, antibakteriell, antioxidativ und erweitert die Bronchien. Leider klagen relativ viele (etwa 40 %) der Patienten in der Praxis über Nebenwirkungen.
Auch die Kombination von verschiedenen Heilpflanzen wie Eisenkraut, Enzianwurzel, Sauerampferkraut, Holunderblüten und Schlüsselblumenblüten (Sinupret) ist zusammen mit abschwellenden Nasentropfen zu empfehlen. Dadurch wird der Schleim bei stockendem Schnupfen flüssiger und es kann besser geatmet werden.
Für salzhaltige Nasensprays oder salzige Nasenspüllösungen mit erhöhtem Salzgehalt (hyperton) gegenüber dem in Körpersekreten wurden wie auch für Dampfanwendung abschwellende Effekte auf die Nasenschleimhaut gezeigt. Diese Effekte konnte man bisher nicht bei „isotonen“ Kochsalzlösungen, Emser Salz oder Leitungswasser zeigen.
Durch die laufende Nase verliert man wichtige Salze und Wasser. Daher ist es wichtig, viel zu trinken. Hier wirkt ein Rezept aus Oma's Küche: eine heiße Hühnerbrühe. Auch Erkältungstees und heiße Fruchtsäfte sind geeignet.
Häufiges Putzen der Nase führt oft zu einer wunden Haut. Ein Lippenpflegestift hält die Haut geschmeidig und sollte immer dabei sein.
Lagern Sie beim Schlafen den Kopf hoch und befeuchten Sie die Raumluft.
Das wirkt nicht, ist aber angenehm
Die Substanz Menthol aus der Pfefferminze und das Öl vom Kampferbaum erzeugt in der Nase ein kühlendes Gefühl, was erfahrungsgemäß als angenehm empfunden wird. Eine abschwellende Wirkung konnte aber nicht gezeigt werden.
Eine positive Wirkung hat erfahrungsgemäß die Inhalation von warmen Dämpfen. Der Zusatz von etherischen Ölen hat aber keine objektiv messbaren Effekte.
Ausnahme: Der Bestandteil Cineol aus dem Eukalyptus konnte in Untersuchungen die Beschwerden signifikant bessern.
Auch die Wirkung von Wärmelampen (Infrarotbestrahlung) wird von vielen Menschen geschätzt. Der Effekt ist bisher aber nicht wissenschaftlich untersucht.
Die Wirkung des Enzyms der Ananas, Bromelain: Es soll eine abschwellende Eigenschaft haben, was Fachleute aber immer noch kontrovers diskutieren.
Das wirkt gegen die Ausweitung der Infektion
Präparate aus Kamillenblüten, Schlüsselblumenblüten, Cineol und Umckaloabowurzel wirken keimhemmend und erschweren eine zusätzliche bakterielle Infektion.
Auch die Senföle aus Kapuzinerkresse und Meerrettich haben eine antimikrobielle Wirkung. Sie sind eine sehr natürliche Alternative zu Antibiotika.
Homöopathie
Camphora (Kampfer): die Nase fließt oder ist verstopft. Schnupfen im ersten Stadium mit Niesreiz oder Kitzeln. D1 - D4
Cepa (Allium cepa, Küchenzwiebel): Reichlicher und wässriger Schleim, die Nasenlöcher sind wund. Beschwerden sind bei Wärme schlimmer und bei Kälte besser. D2 - D6
Euphorbium (Milchsaft aus Euphorbia resinifera): Es besteht wegen einer trockenen und gereizten Schleimhaut ein starker Niesreiz und die Nase ist stark geschwollen. Dazu kommen Stirn- und Schläfenkopfschmerzen. Bei Fließschnupfen: Das Sekret ist wässrig, scharf und brennend. Es besteht ein Trockenheitsgefühl trotz starker Schleimproduktion. D4 - D12
Luffa operculata (Luffaschwamm): Trockenes und borkenbildendes Sekret. Es besteht ein ausgesprochenes Trockenheitsgefühl auf der Schleimhaut. Verschlimmerung in Wärme, Besserung im Freien. D3 - D12
In der klassischen Homöopathie wird das Mittel passend für jeden einzelnen Patienten ausgewählt. Das hängt von den jeweiligen Symptomen ab und ist in diesem Rahmen nicht möglich.
Schüßler-Salze
Folgende Schüßler-Salze können bei "Fließschnupfen" genommen werden:
- Natrium chloratum D6 (Nr. 8) alle paar Minuten eine Tablette
und bei "Stockschnupfen":
- Natrium chloratum D6 (Nr. 8) halbstündlich eine Tablette
- Kalium chloratum D6 (Salbe Nr. 4) mit einem Wattestäbchen dünn auf der Schleimhaut in der Nase verteilen.
bei weißem Nasensekret
- Kalium Chloratum D6 (Nr. 4.)
bei gelben Nasensekret
- Kalium sulfuricum D6 (Nr. 6)
Die Wirkung von Schüßler Salzen ist nicht wissenschaftlich bewiesen.
Links zu Heilpflanzen und Vitalstoffen, die bei Schnupfen helfen können:
Links zu Naturheilverfahren, die bei Schnupfen helfen können:
Schnupfen kann auch durch die Schulmedizin nicht bekämpft werden. Es lassen sich lediglich die Beschwerden lindern: Nasentropfen mit Wirkstoffen wie Naphazolin, Xylometazolin lassen die Schleimhäute abschwellen. Sie können jedoch die Krankheit nicht verkürzen. Zu beachten gilt, dass eine übertriebene Anwendung dieser Sprays die Schleimhäute austrocknet. Solche abschwellend wirkenden Nasensprays können zu Gewöhnung, u.U. Sucht führen und nach einer Verwendung länger als sieben Tage zu anhaltenden oder bleibenden Schäden an der Nasenschleimhaut führen, da sie die Durchblutung stören.
Acetylcystein wird von Ärzten vor allem bei stockendem Schnupfen als nützlich angesehen, weil es eine Verflüssigung des Schleims bewirken soll. Belege für diese Wirkung stehen jedoch noch aus. Fraglich ist auch, ob die Dauer von Erkältungen dadurch verkürzt werden kann. Es sind Nebenwirkungen möglich.
Bei Schmerzen, erheblichem Unwohlsein oder auf Wunsch des Patienten ist gegen die Einnahme von Paracetamol nichts einzuwenden. Eine Überdosis oder chronischer Konsum sind, insbesondere für die Leber schädlich. Besondere Vorsicht ist bei Patienten geboten, die gelegentlichen Alkoholmissbrauch betreiben („Wochenendsäufer“), weil gerade bei ihnen durch Paracetamol schwere Leberschäden bis zum Leberkoma ausgelöst werden können.
Antibiotika sind bei Schnupfen fehl am Platz! Lediglich bei Komplikationen wie hohem Fieber, starken Kiefer- oder Stirnhöhlenschmerzen u.a. ist der Einsatz von Antibiotika gerechtfertigt.
Sollten die Beschwerden über zwei Wochen andauern, andere Symptome wie starke Stirnkopfschmerzen oder Ohrenschmerzen oder weitere Komplikationen eines Schnupfen hinzukommen, sollte man einen Arzt aufsuchen.
