Schwangerschaftsübelkeit

Da hat man sich die Schwangerschaft so sehr gewünscht, doch dann wird die Vorfreude durch Schwangerschaftsübelkeit getrübt. Besonders am Anfang kann sie schwer belasten. Dabei ist Schwangerschaftsübelkeit eigentlich ein gutes Zeichen, zeigt sie doch…

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Durch welche Symptome erkennt man Schwangerschaftsübelkeit?

Die Ausprägung der Schwangerschaftsübelkeit ist ganz unterschiedlich und reicht von einem morgendlichen flauen Gefühl im Magen (bei 2% der Frauen) bis hin zu starker Übelkeit und Erbrechen,…

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Behandlung bei Schwangerschaftsübelkeit: Hausmittel und Heilpflanzen

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    bei Reisekrankheit (Übelkeit, Erbrechen, Schwindel)

Schwangerschaftsübelkeit: Lästig, aber meist harmlos

Einfachste Maßnahme ist die Meidung der Auslöser. Eine ärztliche Behandlung ist in der Regel nicht notwendig, für schlimmere Fälle gibt es jedoch harmlose Medikamente, die weder Mutter noch Kind schaden. Aber nicht immer kann die Pharmazie helfen, manchmal sind es auch psychische Auslöser, welche die Schwangerschaftsübelkeit unerträglich machen. Vielleicht also braucht die betroffene Frau einfach nur Unterstützung.

Naturheilkunde

Hausmittel
In früheren Zeiten gab es keine Medikamente, hier half man sich mit einfachen Hausmitteln, um mit der Schwangerschaftsübelkeit zu recht zu kommen:

  • Teilen Sie die Mahlzeiten in mehrere kleine Portionen auf und essen Sie wenn möglich alle 2 Stunden. Vermeiden Sie bei Schwangerschaftsübelkeit übervollen Magen aber auch leeren Magen.
  • Achten Sie auf Ihren Flüssigkeitshaushalt und trinken mindestens 2 l Flüssigkeit pro Tag (z.B. Pfefferminztee oder Kamille). Trinken Sie bei Schwangerschaftsübelkeit aber nicht zum Essen, da dies den Magen zu stark füllt. Halten Sie zu den Mahlzeiten daher mindestens 30 Minuten Abstand.
  • Respektieren Sie die Reaktionen Ihres Körpers und meiden Sie die Auslöser der Übelkeit (wie Fleisch/Huhn oder Eier, Gewürze oder Gemüse mit starkem Eigengeschmack). Kritisch sind bei Schwangerschaftsübelkeit gegebenenfalls auch stark säurehaltige  Früchte beziehungsweise Fruchtsäfte und sehr fettreiche Speisen.
  • Häufig verspüren die betroffenen Frauen eine Abneigung gegen eisenartige Geschmacksrichtungen. In diesem Fall sollte man auch eine Weile auf eisenhaltige Vitaminpräparate verzichten (sofern keine Blutarmut besteht). Diese können zu einem späteren Zeitpunkt der Schwangerschaft wieder genommen werden. Dann ist meist auch die Schwangerschaftsübelkeit soweit abgeklungen.
  • Gehen Sie nicht mit vollem Magen zu Bett. Lagern Sie sich nach dem Essen mit erhöhtem Oberkörper oder auf der linken Seite, dabei ist ein optimaler Verschluss des Magens zur Speiseröhre gesichert.
  • Legen Sie sich für morgens kohlenhydratreiche Kost bereit (Zwieback, Weißbrot, Knäckebrot, Apfel, gezuckerter Tee). Sie können dann bereits vor dem Aufstehen gegen die Schwangerschaftsübelkeit eine Kleinigkeit essen oder alternativ etwas trinken.
  • Stehen Sie langsam auf.
  • Bei Schwangerschaftsübelkeit nach dem Essen empfiehlt man, die Zähne zu putzen oder ein Pfefferminzbonbon zu lutschen, um Geschmacks- und Geruchsreste zu neutralisieren.
  • Gegen Übersäuerung des Magens kann man Haferflocken kauen oder in kleinen Portionen Nüsse essen.
  • Offensichtlich verschlimmert Stress die Schwangerschaftsübelkeit. Versuchen Sie daher, ausreichend zu schlafen und aus Ihrem Umfeld Unterstützung zu bekommen. Bei anhaltenden Beschwerden kann ein Gespräch über mögliche seelische Belastungen sinnvoll sein.

Phytotherapie
Ingwer-Tee oder Ingwer-Kapseln sind traditionelle Mittel gegen die Schwangerschaftsübelkeit. Vier von sechs Studien bescheinigen dem Ingwer eine Wirkung gegen Schwangerschaftsübelkeit (Dosierung etwa 1g Ingwerpulver pro Tag). In vergleichenden Studien schnitt der Ingwer sogar besser ab als Vitamin B6. Ingwer hat aber für die Mutter eventuell Nebenwirkungen (Magen-Darmstörungen, Durchfall, Reizung der Mundschleimhaut).

Bei morgendlicher Schwangerschaftsübelkeit wird folgende Teemischung empfohlen:

  • Kamillenblüten
  • Melissenblätter
  • Pfefferminzblätter

Tee mit heißem Wasser überbrühen und 10 bis 15 Minuten ziehen lassen. Über den Tag verteilt bis zu 5 Tassen trinken.

Homöopathie
Bei pharmazeutischen Präparaten bestehen immer auch Bedenken, dass sie die Fötusentwicklung stören könnten. Zudem ist die Sache schwierig zu testen, denn direkte Studien an schwangeren Frauen sind natürlich nicht möglich. Eine Auswegsmöglichkeit gegen die Schwangerschaftsübelkeit ist die Homöopathie. Hier werden die Ausgangssubstanzen so weit verdünnt, dass teilweise nur noch wenige oder keine Moleküle davon in den Präparaten vorhanden sind. Wegen der hohen Empfindlichkeit des Embryos muss natürlich noch mehr als sonst darauf geachtet werden, giftige Substanzen wie Arsen nur in hoher Verdünnung - ab Verdünnunsstufe D12 aufwärts - zu verwenden.

Allerdings braucht es etwas Geschick des Therapeuten, das richtige Präparat für die jeweilige Frau zu finden.

Folgende Präparate wären gegen Schwangerschaftsübelkeit möglich:

  • Arsentrioxid, auch Arsenik (Arsenicum album): Erbrechen nach dem Essen oder Trinken mit „tödlicher Übelkeit“, Erschöpfung und als brennend empfundene Magenschmerzen, Besserung durch warme Getränke, Wunsch nach Wärme. Die Zunge ist weiß belegt. Die Frau ist ruhelos.
  • Brechwurzel (Ipecacuanha): Schwangerschaftsübelkeit besteht ständig. Sie wird als unerträglich empfunden und bessert sich nicht durch Erbrechen. Essen wird gleich wieder erbrochen. Schlechter durch Hinlegen. Es besteht Ekel vor Nahrung oder vor dem Geruch von Nahrung. Die Zunge ist sauber und es bildet sich viel Speichel.
  • Buchenholzteer (Kreosotum): Schwangerschaftsübelkeit, Sodbrennen und Erbrechen begleitet von üblem Mundgeruch. Erbrechen von unverdauter Nahrung morgens. Die Schleimhäute (Mund, Vagina) sind dabei häufig wund oder entzündet.
  • Brechnuss (Nux vomica): Schwangerschaftsübelkeit mit Erbrechen am frühen Morgen, nach dem Aufstehen und dem Frühstück. Beschwerden werden verschlimmert bei Wut, gebessert durch Erbrechen, Wärme und Liegen. Die betroffene Frau ist gehetzt, gestresst, reizbar, ungeduldig, ehrgeizig, überfordert.
  • Tintenfischtinte (Sepia): Schwangerschaftsübelkeit und –erbrechen bessert sich durch Essen kurzfristig; Appetit nach Süßigkeiten und Saurem, Verlangen nach ständigem Essen. Die Frau ist fröstelig, extrem geruchsempfindlich, schon allein der Gedanke an Nahrung verursacht Übelkeit. Bewegung bessert Beschwerden.
  • Tabak (Tabacum): Übelkeit wird als tödlich beschrieben. Der Tagesablauf ist durch die ständige Schwangerschaftsübelkeit und Erbrechen stark beeinträchtigt, bis hin zur Handlungsunfähigkeit. Häufig kommen Kopfschmerzen hinzu.
  • Phosphor: Schwangerschaftsübelkeit mit Verlangen nach kalten Getränken, die aber anschließend wieder erbrochen werden. Magenbrennen, Sodbrennen und Wundheitsgefühl.
  • Küchenschelle (Pulsatilla): Schleimig-galliges Erbrechen, abends und nachts, grünlich-schleimige Durchfälle. Abneigung gegen Fleisch und Fett, Verlangen nach Süßem. Stimmung ist weinerlich. Zunge ist belegt.
  • Schwefel (Sulfur): Schwangerschaftsübelkeit, die nach dem ersten Trimenon weiter besteht. Erbrechen morgens, gegen 11 Uhr flaues Gefühl im Magen, Verlangen nach Süßem, wärmeempfindlich. Mundgeruch.

In der klassischen Homöopathie wird das Mittel passend für jeden einzelnen Patienten ausgewählt. Die Auswahl hängt von den jeweiligen Symptomen ab und kann in diesem Rahmen nicht dargestellt werden.

Die Wirkung der Homöopathie ist nicht wissenschaftlich bewiesen, aber die intensive Zuwendung durch Arzt und Personal hat oft schon eine bessernde Wirkung auf die Schwangerschaftsübelkeit.

Links zu Heilpflanzen und Vitalstoffen, die bei Schwangerschaftsübelkeit helfen können:

Ernährungstherapie
Viele Frauen reagieren auf verschiedene Gifte ganz heftig mit Schwangerschaftsübelkeit (Kaffee, Zigarettenrauch, Parfüms, Desinfektionsmittel). Absolut tabu sollten Alkohol, Nikotin und rohe Lebensmittel (Milchprodukte: Rohmilchkäse etc., Fleischprodukte: Tartar etc.) sein! Aber auch fette, säuerliche oder stark gewürzte Speisen lösen bei einigen Frauen heftige Schwangerschaftsübelkeit aus. Das geht sogar so weit, dass ehemals bevorzugte Lebensmittel nicht mehr gemocht werden.

Empfohlen wird eine stärkereiche und fettarme Kost. Auch proteinreiche Lebensmittel sollen das Erbrechen reduzieren. Die Deckung des Bedarfs an Vitaminen und Mineralstoffen ist in dieser Zeit besonders wichtig. Daher sollten Sie trotz Schwangerschaftsübelkeit versuchen, ausreichend Obst und Gemüse zu verzehren. Gute Calciumquellen sind Milch und Milchprodukte, aber auch Broccoli und Grünkohl.

Da in den ersten Monaten die Insulinproduktion zunimmt, sollte man eine Unterzuckerung durch langsam verdauliche kohlenhydratreiche Lebensmittel vermeiden. Stellen Sie sich bei Schwangerschaftsübelkeit auf häufige und kleine Mahlzeiten ein.

Orthomolekulare Medizin
Vitamin B6 (Pyridoxin) – in einer Dosis von 10 bis 25 mg dreimal täglich – ist in Studien geprüft und wirksam gegen moderate bis schwere Schwangerschaftsübelkeit.

Hydrotherapie
Besonders Frauen, die frösteln, empfinden warme Anwendungen wohltuend. Auf den Bauch auflegen kann man warme Wickel, Wärmflaschen, Heusäcke oder Fangopackungen. Ein warmer Wickel mit Lavendelöl riecht gut und beruhigt den Magen. Nehmen Sie gegen die Schwangerschaftsübelkeit 12 Tropfen Lavendelöl auf 1 Liter Wasser.

Fußreflexzonenmassage
Bei Schwangerschaftsübelkeit werden die Zone für Magen und Solarplexus beruhigend massiert, aktiviert werden sollen die Zonen für Dünndarm und die untere Wirbelsäule.

Psychotherapie, Gesprächstherapie, Kriseninterventionen
Quälend empfundene Schwangerschaftsübelkeit kann anzeigen, dass psychische Probleme vorliegen. Die Ausprägung von Schwangerschaftsübelkeit ist auch vom Stress oder der emotionalen Unterstützung aus dem privaten Umfeld abhängig. Gegebenenfalls ist eine psychosomatische Betreuung durch einen Psychologen oder einen Arzt sinnvoll. Optimal für die Frau wäre es, wenn sie die Schwangerschaft glücklich annehmen kann und sich in der Lage sieht, die Verantwortung für sich und das Kind zu übernehmen. Vielleicht also müssen Sie verschiedenes klären und sich Hilfe organisieren!

Akupunktur/Akupressur
In der Zwischenzeit sind einige Studien zur Akupressur bei Schwangerschaftsübelkeit erschienen, die überwiegend einen positiven Effekt auf die Symptomatik beschreiben. Diese Methode ist eine Variante der Akupunktur, nur dass die Nadeln durch den Druck der Finger ersetzt werden. Der häufig verwendete P6-Punkt (Neiguan, auch KS6) liegt in der Pulsregion drei Finger breit unter dem Handgelenk (an der Speichenkante). Sinnvoll ist nach ärztlicher Erfahrung gegen Schwangerschaftsübelkeit auch der Punkt Le8 (Innenseite des Knies am Ende der Falte, die bei Kniebeugung am Kniegelenk entsteht.)

Die Ergebnisse entsprechender Studien mit Elektroakupunktur und Akupressur-Armbändern zeigen zumindest eine anfängliche Besserung der Schwangerschaftsübelkeit um 50%. Allerdings hatte auch die Placebobehandlung eine Wirkung, aber was letztendlich zählt, ist die Verbesserung, egal wie sie zu Stande kommt! Akupressur ist völlig unschädlich und allemal einen Versuch gegen Schwangerschaftsübelkeit wert.

Links zu Naturheilverfahren, die bei Schwangerschaftsübelkeit helfen können:
Schulmedizin

Die Schwangerschaftsübelkeit ist im strengen Sinne keine Erkrankung, sondern eine „schwangerschaftsspezifische Veränderung“. Sie muss also nicht behandelt werden.
Nur wenn ein erheblicher Flüssigkeits- und Elektrolytverlust besteht, wird durch Infusionen Salz und Zuckerlösungen zugeführt. In seltenen Fällen ist eine dauerhafte intravenöse Ernährung notwendig. Schwangerschaftsübelkeit mit einer Entgleisung der Elektrolyte wird stationär betreut.

Zusätzlich kommen Antazida bei Schwangerschaftsübelkeit in Betracht. Sie verhindern eine Schädigung der Speiseröhre durch die aggressive Magensäure. Um die natürliche Bewegung der Magen und Darmmuskulatur zu fördern setzt man Metoclopramid ein.

Eine Behandlung der Schwangerschaftsübelkeit erfolgt nur in den schlimmeren Fällen mit:

  • Pyridoxin (=Vitamin B6; 3 x 20 mg, oral)
  • Anticholinergika wie Dimenhydrinat (1-4 Mal täglich 50mg) und Diphenhydramin (3 Mal 25-50mg intravenös oder oral)
  • niedrig dosierte Antibrechmittel (Antiemetika) wie Meclozin (nicht mehr in Deutschland verfügbar; 25-100mg oral, 2-4 Mal pro Tag), Metoclopramid (4x10mg pro Tag).
  • Nur bei Bedarf kommen Serotoninantagonisten zum Einsatz: Ondansetron (2-4mg intravenös, alle 6-8 Stunden).
  • Promethazin (ein Neuroleptikum, 12,5-25mg  oral oder intravenös bis zu 6 Mal pro Tag)
  • Corticoide (zum Beispiel Hydrocortison) werden nur dann eingesetzt, wenn alle anderen Maßnahmen keine Wirkung zeigen.

 

In den meisten Fällen reicht die naturheilkundliche Behandlung der Schwangerschaftsübelkeit aus.