Verdauungsbeschwerden

Beschreibung

Verdauungsbeschwerden (medizinisch "Dyspepsie") äußern sich durch diffuse und vielfältige Missempfindungen im Oberbauch wie Völlegefühl, Blähungen, Aufstoßen, Schmerzen, Bauchkrämpfe, Übelkeit.

Die Ursachen von Verdauungsbeschwerden sind sehr vielfältig und reichen von einer Übersäuerung bis zu Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten, Infektionen und psychosomatischen Problemen ("Reizmagen") oder Bewegungsstörungen von Magen und Darm.

Viele Verdauungsbeschwerden haben keine organische Ursache

Die Besonderheit des Verdauungssystems ist der enge Bezug zur Psyche. Über das vegetative Nervensystem ist es direkt damit verbunden. Tatsache: die Kontrolle der Verdauung entzieht sich unserem Willen. Ob wir wollen oder nicht: Viele Beschwerden der Seele schlagen sich auf den Darm. Wenn man bei Nervosität öfter zur Toilette muss, wird es uns deutlich bewusst. Häufig bleibt die Verbindung von Verdauungsbeschwerden und Psyche jedoch unentdeckt.

Gas im Darm kann bei einigen Patienten schwere Verdauungsbeschwerden auslösen, während es andere gar nicht bemerken. Das Symptom des Aufgetriebenseins ist häufig auf einen empfindlichen Darm zurückzuführen. In Verbindung mit anderen Faktoren wie zum Beispiel Milchzucker-(Laktose-)Unverträglichkeit, Fehlernährung, Zufuhr blähender Nahrungsmittel oder Kohlensäure-haltigen Getränken kommt es dann zu unangenehmen Missempfindungen.

Oft hilft eine große Portion Disziplin

Verdauungsbeschwerden sind eine häufige Erscheinung, in den allermeisten Fällen vorübergehend und harmlos. Einfache Maßnahmen helfen oft schnell über die Beschwerden hinweg. Allerdings sollte man auch mit etwas Disziplin daran arbeiten…

Bei Alarmsymptomen zum Arzt

Auch leichte Verdauungsbeschwerden sollte man ernst nehmen, wenn sie chronisch sind (länger als drei Monate). Schnell reagieren muss man bei Durchfall, Erbrechen (insbesondere blutiges: Hämatemesis) und starken Schmerzen. Besonders wenn Symptome wie Fieber, Krämpfe, Blut im Stuhl, Teerstuhl (schwarzer Stuhl, sog. Melaina) oder Gewichtsverlust auftreten, sollte man immer einen Arzt aufsuchen.

Häufigkeit

Verdauungsbeschwerden sind in allen Regionen und Kulturen eine häufige Erscheinung.

Die Ursachen sind allerdings sehr verschieden. Während in den Industrienationen eine ungesunde Ernährung und Lebensweise Ursache sind, überwiegen in den Entwicklungsländern Infektionen und Parasiten.

In den Industrienationen ist eine Störung der Verdauung meist keine lebensbedrohliche Erkrankung, kann aber die Lebensqualität der Betroffenen stark beeinträchtigen.

Welche Therapie hilft?
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Die Phytotherapie hat gerade bei der Behandlung von leichten, funktionellen und psychosomatischen Verdauungsbeschwerden einen hohen Stellenwert. Bei chronischen Störungen und schweren Beschwerden sind sie eine schonende Ergänzung zur schulmedizinischen Behandlung.

Nicht geeignet ist die alleinige phytotherapeutische Behandlung bei akuten entzündlichen Prozessen, Infektionen mit Helicobacter pylori oder anderen Bakterien, Gastritis mit Blutungen, Morbus Chron, Colitis ulcerosa (Stadium II), Krebs und anderen schweren organischen Erkrankungen.

Viele der Verdauungsbeschwerden sind bereits an anderer Stelle beschrieben.

Finden Sie bitte die ausführlichen Texte unter:

  • Bauchspeicheldrüsenentzündung: gürtelförmiger Schmerz am Bauch und Rücken besonders nach dem Essen, Übelkeit und Erbrechen bei weichem Bauch.
  • Blinddarmentzündung: Anfangs diffuse Oberbauchbeschwerden, Übelkeit, Erbrechen, Schwäche und Fieber; später nehmen die Schmerzen im rechten Unterbauch zu.
  • Blähungen und Meteorismus: schmerzhafte Gasansammlung im Magen-Darmbereich, Blähbauch; weicher, blasiger Stuhl
  • Reizdarm: Krämpfe, Völlegefühl, geblähter Bauch mit Druckschmerz. Schmerzen überwiegend im linken Unterbauch, Blähungen, vermehrt Darmgeräusche.
  • Verdauungsschwäche, Malassimilation (Maldigestion, Malabsorption): Blähungen, Bauchgrimmen, -schmerzen und stinkender Stuhl, chronischer Durchfall, Gewichtsverlust, Muskelschwäche, Müdigkeit und Leistungsminderung, Vitaminmangel
  • Sodbrennen: Aufstoßen, Oberbauchbeschwerden
  • Durchfall, Diarrhö, häufiger Stuhl, krampfartige Schmerzen
  • Verstopfung, seltener und harter Stuhlgang
  • Erbrechen
  • Gallenblasenentzündung, Gallenblasenleiden: Oberbauchbeschwerden, Druck im rechten Oberbauch unterhalb des rechten Rippenbogens, stechende Schmerzen, Ausstrahlung in Schulter und Rücken, Übelkeit, Völlegefühl, Appetitlosigkeit, fettiger Stuhl
  • Leberbeschwerden, Leberentzündung: Abgeschlagenheit, Unwohlsein, Oberbauchbeschwerden mit Appetitlosigkeit, eventuell leichtes Fieber, dunkler Urin und heller Stuhl, Kopfschmerzen
  • Reizmagen: Schmerzen im Oberbauch, Krämpfe, Aufstoßen und Völlegefühl,
  • Magenschleimhautentzündung, Gastritis: Übelkeit und Erbrechen, Oberbauchbeschwerden vor allem nach dem Essen, Hungerschmerzen, schnelle Sättigung
  • Magengeschwür: Oberbauchbeschwerden, Übelkeit und Erbrechen, eventuell Bluterbrechen („Kaffeesatzerbrechen“) und „Teerstuhl“
  • Magenkarzinom: Leistungsknick und Gewichtsverlust, Appetitverlust und Abneigung gegen bestimmte Speisen, besonders Fleisch, Magenentleerungsstörungen mit Übelkeit und manchmal Erbrechen, u.U. „Kaffeesatzerbrechen“ (geronnenes durch Magensäure oxidiertes Blut), Schluckbeschwerden, Völlegefühl nach Mahlzeiten, Bauchschmerzen
Naturheilkunde

Tipps für eine darmgesunde Lebensweise:

Phytotherapie

Die wichtigsten Pflanzen bzw. Wirkstoffe für leichte Beschwerden:

Bauchschmerzen: reizlindernd, schleimhautschützend

  • Schleimstoffe enthaltende Pflanzen (Eibischwurzel, Isländisch Moos, Leinsamen, Malvenblätter)
  • Entzündungshemmend: Kamille, Süßholzwurzel, Ratanhia, u.U. Lecithin, Weihrauch, Myrrhe, Heidelbeere, Tormentillwurzelstock (Blutwurz), andere Gerbstoff-haltige Drogen
  • verschiedene Präparate mit (E. coli-Bakterien, Lactobazillen und Acidophilus)

Verstopfung: Förderung der Darmentleerung

  • Schleimstoffe enthaltende Pflanzen (Leinsamen, Flohsamen)
  • Reizende Pflanzen (nur zeitlich eng begrenzt, in der Regel nicht mehr als einige Tage, Rücksprache mit behandelten Arzt/Ärztin): Aloe, Sennesblätter, Amerikanische Faulbaumrinde, Rhabarberwurzel, Kreuzdornbeeren, Rizinusöl

Verdauungsschwäche: appetitanregend, Förderung von Speichelfluss und Mangensaftsekretion, Förderung des Gallenflusses, Beschleunigung der Magenentleerung, Kräftigung der Muskulatur der Verdauungsorgane, Förderung der Verdauungsqualität

  • Pflanzen mit Bitterstoffen (Tausendgüldenkraut, Wegwartenwurzel, Enzianwurzel, Löwenzahnwurzel, Schafgarbenkraut)
  • Pflanzen mit ätherischen Ölen (Anis, Curcuma, Dillfrüchte, Fenchelfrüchte, Gewürznelken, Ingwerwurzel, Koriander, Kümmelfrüchte, Lavendelblüten, Melissenblätter, Pfefferminze, Rosmarinblätter, Thymiankraut, Wacholderbeeren, Zimtrinde, Kalmuswurzel)
  • Flavonoidhaltige Pflanzen: Mariendistelfrüchte, Pomeranzenschalen,
  • scharfe Pflanzen: Rettich, Zwiebel, Ingwer
  • Enzyme: Bromelain aus Ananas, Papain
  • Harongarinde

Krampfschmerzen, Bauchschmerzen, entspannend

  • Flavonoidhaltige Pflanzen: Kamille (auch als Rollkur zusammen mit Leinsamenschleim), Süßholzwurzel
  • Schafgarbenkraut, Bittere Schleifenblume, Süßholzwurzel
  • folgende Pflanzen sind wegen der Giftigkeit umstritten: Bilsenkrautblätter, Schöllkraut, Boldoblätter, Tollkirschblätter, Erdrauchblätter

Übelkeit, Appetitlosigkeit, Erbrechen

  • Ingwer
  • Artischocken
  • Pfefferminze

Durchfall: keimhemmend, adstringierend, abschließend, schleimhautschützend

  • Gerbstoffe: Eichenrinde, Heidelbeerfrüchte, Odermennigkraut, Salbeiblätter, Taubnesselblüten, Teeblätter (schwarze und grüne), Tormentillenwurzelstock (Blutwurz)
  • Kaffeekohle

psychosomatische Beschwerden, lindernd, beruhigend

  • Hopfenzapfen, Lavendelblüten, Melissenblätter, Kamillenblüten, Baldrianpräparate

Säurereduktion

  • Salbei, Kamille, Süßholzwurzel und Fenchel als Kräutertee, Haferflocken, Kartoffelpresssaft
  • Bicarbonat
  • Milch

Leber- und Gallenbeschwerden

  • Artischocke, Galgant und Gelbwurz
  • bei Krampfleiden im Bereich der Gallenblase: Schöllkraut
  • Regeneration der Leber: Betain aus der Roten Beete, Extrakte aus Mariendistel und Artischocke

Naturheilverfahren

Bewegungstherapie
Bewegung entspannt und bringt die Verdauung in Schwung. Darum sollte man bei Verstopfung erst an Sport denken, bevor man zu Abführmitteln greift. Bei Durchfallerkrankungen sollte man zurückhaltend mit Sport sein, da dann die Verdauung noch beschleunigt werden kann.

Entspannungsverfahren
Für viele ist die Tatsache schwer zu akzeptieren: Beschwerden des Verdauungssystems entstehen häufig durch psychische Stressoren. Der Darm wird durch das unbewusste Nervensystem reguliert, was sich unserer Kontrolle entzieht. . Der Darm wird aktiv, wenn wir zur Ruhe kommen.

Daher sollte bei Behandlung von unspezifischen Verdauungsstörungen den entspannenden Verfahren eine große Bedeutung zukommen.

Ernährungstherapie
Bei einfachen Verdauungsbeschwerden ist die einfachste und erste Maßnahme: kleine Portionen essen und leicht verdauliche Nahrung bevorzugen (gedünstet, nicht gebraten, fettarm).

Da Darmgase bei einigen Menschen starke Beschwerden und das Gefühl des Aufgedunsenseins auslösen, sollte alle Nahrungsmittel die Luft/Gase enthalten (geschlagene Sahne, Speiseeis, kohlensäurehaltige Nahrungsmittel) gemieden werden. Auch Speisen, die blähend wirken (Bohnen, Linsen, Zwiebeln) sollte man gegebenenfalls weglassen.

Achtung: Bei einer Umstellung auf ballaststoffreiche Ernährung kann es vermehrt zu Darmgasbildung kommen.

Meiden Sie künstliche Nahrung (Süßigkeiten, Fertiggerichte) und Reizstoffe (Koffein, Nikotin, Alkohol). Eventuell sollte man auch an eine mögliche Unverträglichkeit denken. In diesem Sinne kann es hilfreich sein, Buch über die Beschwerden und die Nahrungsmittel zu führen.

Viel Trinken
Es erleichtert nicht nur die Entgiftung, sondern sorgt auch für einen weicheren Stuhl und eine bessere Stuhlbewegung.

Ordnungstherapie
Tatsache: Der Darm liebt Zeit und Ordnung.
Am besten wäre ein Tagesablauf, in dem es feste und vor allem ruhige Zeiten für Stuhlgang gibt. Gehen sie unverzüglich zur Toilette, wenn sich der Darm meldet. Er wartet nicht gerne…

Essen sie morgens mehr als abends. Nehmen sie sich –Zeit zum Essen und Kauen. Die letzte Mahlzeit sollte besonders leicht verdaulich sein.

Physikalische Therapie
Beruhigend und krampflösend wirken warme oder warm-feuchte Auflagen auf den Bauch.

Auch eine leichte Bauchmassage mit Kamillenöl kann reizlindernd wirken.

Heilfasten
Heilfasten gibt dem Darm Zeit zum Regenerieren.

Nach dem Fasten ist es sinnvoll, die verschiedenen Nahrungssorten nach und nach wieder zuzuführen und mit den am leichtesten verdaulichen anzufangen. Gerade nach Fasten bieten sich eine Umstellung auf eine gesunde Ernährung sowie ein der Aufbau einer gesunden Darmflora an.

Symbioselenkung und mikrobiologische Therapie
Bei Durchfall, Verstopfung, Nahrungsmittelunverträglichkeiten sowie entzündlichen Beschwerden im Magen-Darmtrakt, Übelkeit und Befindlichkeitsstörungen kann eine Symbioselenkung Besserung bringen.

Ausleitende Verfahren: Baunscheidtieren
Bei Reizdarmbeschwerden ist es oft möglich, die Beschwerden mit einem „Gegenreiz“ zu lindern. Meist verwendet man Baunscheidtieren oder Schröpfen.

Akupunktur
Akupunktur, Akupressur und Fußreflexzonenmassage können den Darm tonisieren und eine geregelte Verdauung unterstützen.

Manuelle Medizin, Neuraltherapie
Eine Fehlfunktion des Darms könnte auch durch eine Fehlstellung der Wirbel und abgeklemmte Nerven verursacht sein, so die Therapeuten der manuellen Verfahren. Beschwerden könnten daher damit oft gelindert werden.

Orthomolekulare Medizin
Bei dauerhaft mangelnder Verdauung oder chronischem Durchfall, chronischen Erkrankungen, in der Schwangerschaft, im Alter, bei Hochleistung und in anderen besonderen Situationen sollte man auf eine ausreichende Versorgung mit Vitaminen und Mineralien achten:

Vitamine A, D, E und K, Vitamin B12, Folsäure; Kalium, Calzium, Eisen, Zink

Kinesiologie, Bioresonanz
Die alternative Medizin kennt zahlreiche Diagnoseverfahren zur Feststellung von Nahrungsmittelunverträglichkeiten: Kinesiologie, Bioresonanz- und andere elektrische Verfahren (beispielsweise Elektroakupunktur). Diese Verfahren werden von der Schulmedizin als nicht evaluierte Testmethoden abgelehnt. In wissenschaftlichen Untersuchungen wurden Wirkungen bzw. diagnostische Beweiskraft bisher nicht belegt.

Schulmedizin

Verdauungsbeschwerden müssen gründlich abgeklärt werden, um auszuschließen, dass sich eine schlimme Erkrankung dahinter verbirgt. Behandelt wird entsprechend der Grunderkrankung.

Bei akutem Durchfall muss sofort für die Zufuhr von lebenswichtigen Salzen und sauberem Wasser gesorgt werden. Dauert er länger als drei Tage, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Besonders bei älteren Menschen, bei Säuglingen und Kleinkindern kann es rasch zu lebensgefährlicher Austrocknung des Körpers kommen.

Die Schulmedizin setzt bei leichten Verdauungsbeschwerden ebenfalls auf naturheilkundliche Verfahren und eine an die Gesundheitsstörung angepasste Lebensweise.