Verdauungsstörungen

Bei Verdauungsstörungen in Form von einer Verdauungsschwäche ist der Körper nicht ausreichend in der Lage, die Nahrung effektiv zu verwerten. Entscheidend für die Behandlung ist, welche Aspekte der Verdauung gestört sind:

Kompliziert und doch…

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Durch welche Symptome erkennt man Verdauungsstörungen?

Der Patient leidet bei Verdauungsschwäche unter Blähungen, Bauchgrimmen und -schmerzen und stinkendem Stuhl. Es kommt zu Gewichtsverlust, Muskelschwäche, Müdigkeit und Leistungsminderung.

Wenn trotz ausreichender Kalorienaufnahme das Gewicht sinkt,…

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Welche Therapie hilft?
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Bei einer Verdauungsschwäche muss zunächst die Grunderkrankung gefunden und konsequent behandelt werden. Ziel ist es mit einer leichten und an die Erkrankung angepassten Ernährung die Verdauung nicht zusätzlich zu belasten. In bestimmten Fällen reicht die Einhaltung einer Diät zur Behandlung aus (Allergien und Unverträglichkeiten). Mineralien und Vitamine können bei Bedarf entsprechend eingenommen werden. Zudem sind bei Verdauungsschwäche einige Heilpflanzen sehr hilfreich.

Naturheilkunde

Phytotherapie

Kamille: immer richtig
Die Kamille ist nicht nur eine der beliebtesten Heilpflanzen, sie ist auch vielseitig einsetzbar. Mit ihrer Krampf-stillenden und beruhigenden sowie blähungswidrigen Eigenschaft liegt man auch bei Darmerkrankungen immer richtig.

Bitter regt an
Die Verdauung allgemein kann durch Pflanzen gestärkt werden, die Bitterstoffe enthalten, sog. Amara. Die Auswahl der Naturapotheke ist hier enorm groß: Enzian, Wermut, Wegwarte, Tausengüldenkraut, Teufelskralle… Engelwurz, Benediktenkraut, Bitterkleeblätter, Chinarinde, Curcuma, Harongarinde und Ingwer regen sowohl die Darmmobilität als auch die Sekretion von Verdauungssäften an.

Einzunehmen sind sie als Tee (schwächere Wirkung) oder Tinktur (stärkere Wirkung) in der Regel vor den Mahlzeiten. Die Einnahme ist aber bei Beschwerden auch nach den Mahlzeiten sinnvoll.

Gute Würze
Zahlreiche Gewürze dienen nicht nur dem Geschmack, sie unterstützen auch die Verdauung durch ihre anregende Wirkung: Anisfrüchte, Fenchel, Dill, Kümmel, Kardamom, Koriander, Rosmarin, Wacholder, Salbei, Zimt.

Leber
Die Leberaktivität und die Gallenblase werden wirkungsvoll durch Artischocke, Galgant und Gelbwurz unterstützt. Das Schöllkraut empfiehlt sich bei Krampfleiden im Bereich der Gallenblase. Es entspannt die Gallenwege und fördert auch den Gallenfluss. Betain aus der Roten Beete und Extrakte aus Mariendistel und Artischocke unterstützen die Regeneration der Leber.

Entzündliche Erkrankungen
Gerbstoffe bilden eine schützende Schicht auf der Schleimhaut und haben so eine abschirmende Eigenschaft. Die Blutwurz beispielsweise wird als Heilpflanze mit besonders hohem Gerbstoff-Gehalt deshalb gerne bei Durchfällen eingesetzt. Das Baumharz Myrrhe wirkt nicht nur gegen Pilze (wie Candida, Schimmelpilze) sondern auch gegen Entzündungen. Ebenso unterstützt Kamille das Abheilen von Entzündungen.

 

Geliehene Enzyme

Bei Enzymmangelzuständen können Eiweiß verdauende Enzyme genutzt werden wie

  • Bromelain aus der Ananas, Papain aus der Papaya,
  • Pepsin zur Eiweißverdauung (aus Tieren, meist Schweinen)
  • Lipase zur Fettverdauung (aus Tieren, meist Schweinen)
  • Amylasen zur Kohlehydratverdauung (aus Pilzen)

Enzyme müssen pharmakologisch besonders zubereitet werden (Magensaft-resistente Verkapselung), da sie sonst die Passage durch den Magen nicht überstehen.

Ernährungstherapie

Vielseitig und leicht
Die Ernährung muss an die Ursache der Erkrankung angepasst sein. Meist ist es sinnvoll, auf die unverträgliche Nahrung zu verzichten. Schwere, fettreiche Kost und Gebratenes werden häufig schlecht vertragen. Ebenso kann Rohkost Beschwerden bereiten. Leicht verdaulich ist fettarmes Fleisch, z. B. Huhn, gedünstetes Obst und Gemüse. Um Eiweißmangel zu verhindern, sollten regelmäßig kleine Mengen an Fleisch, Fisch, fettarmen Milchprodukten oder eiweißreichem Gemüse verzehrt werden (Bohnen, Erbsen, Soja).

Bei Unverträglichkeiten (Laktose, Gluten) ist eine strenge Diät einzuhalten. Dabei ist darauf zu achten, dass nicht sekundär durch die Diät Mangelerscheinungen auftreten.

 

Ordnungstherapie

Bei Malabsorption sollte man sich keine starken Anstrengungen zumuten. Achten sie auf regelmäßige, kleine und verträgliche Malzeiten. In der ersten Tageshälfte sollte man mehr essen als in der zweiten. Besonders die letzte Malzeit sollte leicht verträglich sein.

Essen Sie bewusst und nehmen Sie sich Zeit zu gründlichem Kauen.

 

Orthomolekulare Medizin

Malassimilation ist eines der klassischen und sinnvollen Anwendungsgebiete der Orthomolekularen Medizin, denn bei einer schlechten Verdauung gehen dem Körper viele Mineralien verloren und Vitamine werden nicht ausreichend aufgenommen. Es kann daher notwendig sein, Nährstoffe zusätzlich aufzunehmen:

  • Mineralien, insbesondere Magnesium, Calcium und Kalium
  • Vitamine, vor allem die fettlöslichen Vitamine A, D, E, K und Vitamin B12
  • Spurenelemente unter anderem auch Zink und Selen

Allerdings nützt bei fehlender Aufnahme auch die Zufuhr großer Mengen Oral oft wenig. Es muss zusätzlich die Ursache der Verdauungs- und Aufnahmestörung behandelt werden.

 

Mikrobiologische Therapie (Symbioselenkung)
Die Folge einer gestörten Verdauung ist häufig auch eine nachhaltige Störung der Darmflora. Eine gesunde Darmflora ist besonders in Hinsicht der Abwehr krankmachender Keime von Bedeutung.

Für Durchfälle geeignet sind Lactobazillen und Bifidobakterien sowie die Hefe Saccharomyces boulardii (Synonym: Saccharomyces cerevisiae var. boulardii).

 

Homöopathie

Durchfall:
Aethusa
, Hundspetersilie: bei Brechdurchfall, Krämpfe und Milchunverträglichkeit, Verkrampfungen und Reizbarkeit.

Pulsatilla, Küchenschelle: Verdauungsbeschwerden, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, kein Durst. Wirkt am besten bei sanften, angepassten Menschen, die konfliktscheu sind.

Chamomilla, die Kamille: Durchfall mit oft plötzlichen schmerzhaften Koliken und Unruhe, Patient krümmt den Rücken und wälzt sich hin und her. Durchfall stinkt und ist blass-grünlich. Oft mit Ärger, Hitze oder Schweiß.

China officinalis, die Chinarinde: gelblicher Durchfall und Blähungen, geschwächte Menschen, nicht vertragen werden Brot, Milch, Butter, Obst, Tee. Windabgang und Aufstoßen bringen keine Erleichterung, kalte Schweißausbrüche, bitterer Mundgeschmack.

Podophyllum, der Wurzelstock des Maiapfels: bei explosionsartigen, spritzenden Durchfällen ohne Schmerz Es poltert und gurgelt im Bauch.

 

Beschwerden der Galle und der Leber:

Leptandra Virginischer Ehrenpreis: bei Versagen der Verdauungssäfte, wirkt auf Galle, Leber und Darm. Schmerzen im Oberbauch, in den Rücken ausstrahlend. Es besteht ein Schwächegefühl. Durchfälle mit teerartigen stinkenden Stühlen. 

Magnesium muriaticum wirkt bei Verdauungsschwäche, Leberstörungen und Verstopfung bei ängstlichen, missmutigen und unruhigen Menschen.

Chelidonium, das Schöllkraut: Bei Beteiligung der Galle, heller Stuhlgang. Schmerzen liegen im rechten Oberbauch und sind drückend, stechend, und strahlen zur Schulter aus. Patient leidet unter Übelkeit und Erbrechen, besonders nach fettigem Essen.

Dioscorea, die Yamswurzel: wird bei krampfartigen Bauschmerzen eingesetzt, bei Gallenkoliken, Schmerzen strahlen in alle Richtungen aus. Zusammenkrümmen lindert Schmerzen nicht, Besserung bei aufrechter Haltung.

 

Völlegefühl, Übelkeit

Nux vomica, die Brechnuss: Folgen von Alkohol, scharfem, verdorbenem Essen, Überessen, Medikamenten, Ärger, Stress, unregelmäßiger Lebensweise. Völlegefühl Stunden nach dem Essen. Gewichtgefühl im Magen. Schmerzhafte Koliken, saures Aufstoßen. Magen druckempfindlich. Aufgeblähter Bauch.

Pulsatilla, Küchenschelle: Verdauungsbeschwerden, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, kein Durst. Wirkt am besten bei sanften, angepassten Menschen, die konfliktscheu sind.

Carbo vegetabilis: Auch einfache Mahlzeiten sind nicht bekömmlich und es kommt zu Blähungen und aufgetriebenen Bauch nach dem Essen. Bei Erschöpfung und Schwäche mit kaltem Schweiß und mit kalten Händen und Füssen. Die Blähungen sind mitunter sehr stark und führen zu Atemnot und Herzdruck.

Chelidonium, das Schöllkraut: Bei Beteiligung der Galle, heller Stuhlgang. Schmerzen liegen im rechten Oberbauch und sind drückend, stechend, und strahlen zur Schulter aus. Patient leidet unter Übelkeit und Erbrechen, besonders nach fettigem Essen.

Colchicum, die Herbstzeitlose: bei Übelkeit („speiübel“) mit Überempfindlichkeit auf den Geruch von Essen. Blähungen, Durchfall ist wässrig, gelb, schleimig Bauchschmerzen mit Krümmen und Kältegefühl.

 

Blähungen

Natrium carbonicum: Magen- oder Sodbrennen, Magen-Darm-Gärung mit saurem Aufstoßen.

Carbo vegetabilis: Auch einfache Mahlzeiten sind nicht bekömmlich und es kommt zu Blähungen und aufgetriebenen Bauch nach dem Essen. Bei Erschöpfung und Schwäche mit kaltem Schweiß und mit kalten Händen und Füssen. Die Blähungen sind mitunter sehr stark und führen zu Atemnot und Herzdruck.

Argentum nitricum: Blähungen nach Genuss von Zucker, Salzigem und Käse.Verlangen nach Süßem, Stimmung ist ängstlich und nervös.

Lycopodium, der Bärlapp: Verdauungsstörungen durch blähende Nahrungsmittel oder zu spätem Essen. Der Bauch bläht sich auf, es herrscht grummeln im Darm. Der Patient hat Hunger, der aber sofort nach dem ersten Bissen wieder verschwindet, dazu Übelkeit, Erbrechen, Verstopfung, Versagensängste.

 

In der klassischen Homöopathie wird das Mittel passend für jeden einzelnen Patienten ausgewählt. Das hängt von der Konstitution und den jeweiligen Symptomen ab und ist diesem Rahmen nicht möglich.

 

Schüßler-Salze

Mangel an Verdauungssäften:
Magensäuremangel:
Natrium chloratum D6 auch im Wechsel mit Ferrum phosphoricum D6

Störung der Bauchspeicheldrüse und Fettverdauung:
Natrium sulfuricum D6 und Natrium bicarbonicum D6 eine halbe Stunde vor dem Essen einnehmen: 3-5 Tabletten in heißem Wasser auflösen und Schluckweise trinken. 

Bauchschmerzen und Krämpfe
Magnesium phosphoricum D6: 10 Tabletten in heißem Wasser auflösen und Schluckweise trinken. Eventuell wiederholen oder Calcium carbonicum D6 versuchen. 

Übelkeit
mit Magen-Darm-Verstimmung, Unverträglichkeit von Nahrungsmitteln:
Magnesium phosphoricum D6

mit Erbrechen:
Magnesium phosphoricum D6

mit Druck im Bauch, Völlegefühl: Kalium sulfuricum D6, häufig einnehmen

Kleinkinder, Bauchschmerzen, Aufstoßen, Blähungen und Blähkoliken: Magnesium phosphoricum D6 10 Tabletten in heißem Wasser auflösen und Schluckweise trinken.

Blähungen und Durchfall:
Fäulnisherde im Darm, stinkende Blähungen, stinkender Stuhl: Kalium phosphoricum D6.

Beschwerden durch Blähungen, die nicht abgehen: Natrium sulfuricum D6; 10 Tabletten in heißem Wasser auflösen und Schluckweise trinken. Eventuell wiederholen

bei akuten Beschwerden Natrium phosphoricum D6

Blähungen mit Krampfschmerzen: Lithium chloratum D6

Blähungen und allgemeine Verdauungsstörungen: Manganum sulfuricum D6

Sauer riechende Durchfälle: Natrium phosphoricum D6

Die Wirkung von Schüßler-Salzen ist nicht wissenschaftlich bewiesen.

Schulmedizin

Die Schulmedizin stützt sich im Wesentlichen auf die Diagnostik und behandelt die Malassimilation nach der bestehenden Grunderkrankung.

Akute Erscheinungen wie Störungen des Wasser- und Elektrolythaushalts begegnet man mit Infusionen.

Der bestehende Mangel an Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen wird mit Tabletten oder Injektionen ausgeglichen.