Verstopfung
Verstopfung ist zwar sehr lästig, aber häufig harmlos und eine Folge eines ungesunden und bewegungsarmen Lebensstils. Sie kann aber die Befindlichkeit schwer beeinträchtigen.
Die Alternative Medizin sieht in der Verstopfung eine gesundheitliche…
Durch welche Symptome erkennt man Verstopfung?
Erfolgt der Stuhlgang seltener als 3 Mal die Woche und hält dieser Zustand länger als drei Monate an, spricht man von Verstopfung. Der Stuhl ist sehr hart, sieht ähnlich aus wie Schafskot (trockene dunkle Brocken) und es können Schmerzen beim…
Flosine Balance
bei Verstopfung und Reizdarm
Jacobus-Schwedenkräuter Abführtee
bei Verstopfung
Jacobus-Schwedenkräuter-N
bei Verstopfung
Mutaflor
bei Neurodermitis und Reizdarm
Allgemeine Maßnahmen bei Verstopfung
Achten Sie darauf, ausreichend zu Trinken und verzehren Sie ausreichend Ballaststoffe in Form von Obst und Gemüse. Viel Bewegung regt nicht nur die Skelettmuskulatur an, sondern auch die Darmbewegung.
Achtung bei Abführmittel
Nehmen Sie keine Abführmittel (Laxantien) über einen längeren Zeitraum ein. Der Darm gewöhnt sich daran und die Beschwerden verstärken sich statt zu verschwinden. Laxantien können bleibende Schäden bewirken wie Spannungslosigkeit des Darms oder Nierenschädigung.
Alarmzeichen
Stellen Sie fest, dass Ihr Stuhl Blut enthält oder schwarz wie Teer ist, sollten Sie sofort einen Arzt aufsuchen. Auch Gewichtsverlust, anhaltende Beschwerden oder eine plötzliche Änderung im Stuhlverhalten sollte Sie zu einem Arzt führen.
Phytotherapie
Unterstützend zur Ordnungstherapie gibt es harmlose Mittel, die die Gleitfähigkeit des Stuhlgangs unterstützen.
Schleimstoffe
Einige Pflanzenprodukte quellen im Wasser stark auf und werden dabei schleimig. Sie wirken auf mehrere Arten positiv auf den Darm: Sie halten das Wasser im Darm, senken die Reibung und erzeugen beim Quellen einen Dehnungsreiz, der die Darmbewegung in Gang setzt.
Ein besonders verträgliches Mittel, das auch von schwangeren Frauen verwendet werden kann sind Mariendistelsamen (Silybum marianum) oder Indische Flohsamen (Plantago ovata). Auch die Schalen von Leinsamen enthalten Schleimstoffe. Da diese Quellstoffe sehr sanft wirken, sind sie auf für eine Langzeittherapie oder bei Reizdarm geeignet! Sie sollen aber regelmäßig eingenommen werden und wirken nicht sofort.
Achtung: Begleitend zu Schleimstoffen soll viel getrunken werden (mindestens 200 ml pro eingenommenen Esslöffel), damit dem Darm kein Wasser entzogen wird. Ansonsten verstärken sich die Beschwerden!
Meiden sollte man dagegen harntreibende Pflanzen, da sie einen Wasserentzug im Dickdarm verursachen und so die Bewegungsfähigkeit des Kots bremsen.
Laxantien
Als Laxantien im engeren Sinne gelten Pflanzen, die Anthrachinone oder Cucurbitacin enthalten und reizend wirken (in der Reihenfolge der Wirksamkeit/Verträglichkeit)
- Aloe (Aloe ferox)
- Kreuzdornbeeren (Rhamnus catharticus); Achtung, Darmkrämpfe!
- Sennesblätter oder –früchte (Cassia angustifolia); bei Leibschmerzen Dosis reduzieren!
- Faulbaumrinde (Rhamnus frangula)
- Rharbarberwurzel (Rheum palmatum); Mindestdosis 1Tl!
Die genannten Pflanzen wirken nach wenigen Stunden (6-10h) und stehen bei der Selbstmedikation fälschlicher Weise an erster Stelle. Anthrachinon- Verbindungen und Cucurbitacin sind giftig und man sollte sie nicht über einen längeren Zeitraum einnehmen. Laxantien sind dann sinnvoll, wenn der Stuhlgang Schmerzen bereitet (wie bei Analfissuren oder Hämorrhoiden). Die Dosierung muss hier genau eingestellt werden und sollte möglichst gering sein.
Besonders heftig und schnell wirken auch
- Rizinusöl (Ricinus communis),
- Koloquithen (Citrullus colocynthis), Achtung, Darmkrämpfe!
- Zaunrübe (Bryonia),
- Jalapenwurzel (Ipomoea purga).
Diese Pflanzen können ebenfalls eine starke Darmreizung, hohe Wasserverluste und Kolikschmerzen auslösen. Sie finden daher zunehmend seltener Verwendung.
Anregung der Verdauung
In der traditionellen Heilkunde verwendet man Mittel, die die Gallenproduktion anregen. Dadurch wird auch ein lahmer Darm in Schwung gebracht und Völlegefühl gelindert. Es eignen sich vor allem Pflanzen mit Bitterstoffen wie
- Wermut (Artemisia absinthium),
- Tausendgüldenkraut (Erythraea centaurium),
- Kornblume (Centaurea cyanus) und
- Gelber Enzian (Gentiana lutea).
Entblähende Heilpflanzen helfen auch, wenn durch die Umstellung auf eine ballaststoffreiche Ernährung Beschwerden auftreten:
- Anis (Pimpinella anisum),
- Fenchel (Foeniculum vulgare),
- Kümmel (Carum carvi) oder
- Koriander (Coriandrum sativum).
Ebenso positiv anregend wirkt scharf gewürztes Essen mit Ingwer (Zingiber) und Galgant (Alpinia officinarum).
Homöopathie
Bei Verstopfung ist es besonders wichtig, dass die Begleiterscheinungen bei einer homöopathischen Behandlung mit berücksichtigt werden. In der klassischen Homöopathie wird das Mittel passend für jeden einzelnen Patienten ausgewählt.
Verwendet wird z. B.
- rote Zaunrübe (Bryonia cretica): Erkrankungen von Galle und Leber, harter trockener Stuhl, trockene Schleimhäute, belegte Zunge, galliger Geschmack im Mund
- Bärlapp (Lycopodium) Lebererkrankung, Verkrampfungen, Blähungen, Schwäche Angst
- Opium: Bettlägerigkeit, Bewegungsarmut, spannungsloser Darm, Blähungen
- Brechnuss (Strychnus nux vomica): Hämorrhoiden, verkrampfte Verstopfung
Schüßler-Salze
- chronische Verstopfung: Graphites (D6, D12), Magnesium chloratum (D6), Natrium chloratum (D6), Plumbum metallicum (D6)
- Kinder: Acidum silicium (D6, D12)
- ältere Menschen: Aluminium oxidatum (D6, D12)
Die Wirkung von Schüßler-Salzen ist nicht wissenschaftlich bewiesen.
Links zu Heilpflanzen und Vitalstoffen, die bei Verstopfung helfen können:
Colon-Hydrotherapie
Die Colon-Hydrotherapie ist eine moderne Methode zur Darmspülung. In mehreren aufeinander folgenden Behandlungen werden angesammelte Stuhl- und Fäulnisstoffe entfernt. Dadurch soll eine generelle Entgiftung des Körpers erfolgen und der gesamte Stoffwechsel aktiviert werden. Die Symptome wie das allgemeine Unwohlsein sollen durch die Behandlung verschwinden.
Bewegungstherapie, Massage
Regelmäßig eingeplante Bewegung bringt auch den Darm in Schwung. Auch eine leichte Bauchmassage mit Öl ist geeignet die Darmbewegung anzuregen. Die Massagewirkung kann durch eine vertiefte Atmung verbessert werden, denn dazu benötigt man die Muskulatur im Bauchraum.
Ernährungstherapie
Zunächst gilt es einen durch Abführmittel gereizten Darm zu beruhigen. Die alternative Medizin empfiehlt dazu häufig eine Fastenkur. Ohne die Umstellung der Ernährung ist aber kein andauernder Erfolg möglich.
Ballaststoffe/Füllmittel
Die Ernährung sollte auf ballaststoffreiche Kost umgestellt werden. Reduzieren Sie den Zuckerverbrauch und stopfende Nahrungsmittel wie Bananen, Schokolade und schwarzer Tee. Der Anteil an Ballaststoffen sollte aber nur langsam erhöht werden, da einige Menschen eine plötzliche Umstellung nicht vertragen, denn Ballaststoffe werden nicht verdaut. Wenn die Bakterien im Darm die Stoffe zersetzen, kann es zu heftigen Blähungen kommen.
Am sinnvollsten ist es, die Umstellung mit Vollkornprodukten zu beginnen.
- Essen Sie dabei langsam und kauen gründlich.
- Für die Mahlzeiten sollte ausreichend Zeit eingeplant werden.
- Außerdem wirken mehrere kleine Mahlzeiten günstiger als eine große.
- Trinken Sie viel, vor allem zwischen den Mahlzeiten.
Ballaststoffe haben viele positive Eigenschaften: Sie reinigen den Darm und nehmen Giftstoffe auf. Produkte aus Hafer sollen außerdem erniedrigend auf den Cholesterinspiegel wirken.
Beispiele für Ballaststoffe
- Kleie aus der Schale des Getreidekorns
- Pektin und Faserstoffe aus Obst
- Inulin aus Topinambur, Chicoree und Lauchgewächsen
- Lignin aus Getreide und Gemüse
Aktivierung der Darmflora – prä- und probiotische Nahrungsmittel
Günstig auf den Darm wirkt eine natürliche Keimzusammensetzung, denn bei Darmträgheit und Laxantieneinnahme ist die Darmflora oft gestört.
Sauermilchprodukte, Sauerkraut und Milchzucker, sowie Produkte mit Bifidobakterien, E. coli Nissle 1917 sowie Lactobacillus casei Shirota sorgen für ein leicht saures Milieu im Darm und verhindert damit das Ansiedeln von krankmachenden Keimen.
Ordnungstherapie
Der Darmkanal besteht aus Muskeln, die trainiert werden können, so dass der Stuhlgang zu gewissen Zeiten erfolgt. Nehmen Sie sanfte Abführmittel wie Leinsamen zu festen Zeiten ein und planen Zeit für den Stuhlgang ein. In der Regel ist der Darm morgens und vormittags aktiver als zu anderen Zeiten. Das kann auch bedeuten, dass Sie früher aufstehen müssen!
Lesen am „stillen Örtchen“ fördert vor allem bei psychosomatischen Beschwerden die Entleerung und das natürlichen Zusammenspiel der Enddarmmuskulatur. Es entspannt und nimmt den Leistungsdruck, den Personen mit chronischer Verstopfung empfinden.
Auf keinen Fall sollten Sie Stuhlgang unterdrücken (auch wenn das bei vielen Terminen und Autofahrten schwierig ist). Auch starkes Pressen beim Stuhlgang kann zusätzlichen Schaden anrichten (Hämorrhoiden).
Links zu Naturheilverfahren, die bei Verstopfung helfen können:
Ärzte verordnen häufig Einläufe, Klistiere, Zäpfchen oder Trinklösungen. Sie enthalten Stoffe wie
- Gleitmittel: Glycerin in Form von Zäpfchen oder kleinen Einläufen (Klistier), Paraffinöl (zum Einnehmen)
- Stuhlaufweichende Mittel wie Bisacodyl (Dragées, Zäpfchen) und Natriumpicosulfat (Dragées, Zäpfchen, Tropfen)
- Wasser anziehende Salze wie Magnesiumsulfat, Natriumsulfat (Lösung zum Trinken), Natriumhydrogencarbonat + Natriumdihydrogenphosphat (Klistier), Sorbitol + Natriumcitrat + Natriumlaurylsulfoacetat (Klistier)
Zäpfchen, die Gase freisetzen wirken im Enddarm als Dehnungsreiz, wie es bei natürlichem Stuhlgang passieren würde. Auch dies ist eine schonende Methode, den Darm zu aktivieren. sowie Gleitmittel wie Paraffinöl.
Hat der Patient Laxantien eingenommen, ist der erste Schritt eine Entwöhnung des Darms sowie einer Regernation der Darmschleimhaut.
Ein chirurgischer Eingriff erfolgt nur bei einigen Ausnahmefällen (wie einem Tumor, Darmausstülpungen und anderen krankhaften Darmveränderungen). Auch bei einem langjährigen Missbrauch von Laxantien kann ein operativer Eingriff notwendig werden, da der Darm funktionslos werden kann.
