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Die Erkrankung verstehen: Abnehmen

Abnehmen und endlich schlank und rank sein...

...das ist für viele ein sehnlicher Wunsch. Denn: Schlank ist schön bei uns jedenfalls. In anderen Kulturen, in denen ab und zu Nahrungsknappheit herrscht, ist Dicksein dagegen ein Schönheitsideal, zeigt es doch einen Menschen, der trotz des Mangels gut genährt ist. So wird die Körperfülle zu einem Signal für Wohlstand und Gesundheit. Aber: Unter natürlichen Bedingungen mit unausweichlicher vorübergehender Nahrungsknappheit sind verschiedene „Bremsen“ eingebaut. Während der natürlichen Fastenzeiten schmelzen die Pfunde wieder dahin. Der Hunger war die natürliche Abnehmhilfe.

Definition

Das steckt dahinter: Überangebot war nicht geplant

Ständig locken verfügbare leckere Snacks und es gelingt nur wenigen Menschen zu widerstehen. Für ein permanentes Überangebot an Nahrung und Bewegungsmangel haben viele Menschen die „falsche genetische Veranlagung“. Ob Übergewicht als Krankheit zu werten ist, darin scheiden sich die Geister. Schließlich hatten bei Hungersnöten Menschen mit guter Speckbildung die besseren Überlebenschancen. Heute jedoch sterben dicke Menschen früher an Zivilisationserkrankungen.

Politikum Übergewicht

Offiziell als Krankheit anerkannt ist Übergewicht in unserem Gesundheitssystem nicht. Das dürfte finanzielle Gründe haben. So müssen die Kassen für Abnehmhilfen nicht bezahlen. Es kündigt sich zögerlich ein Umdenken an, denn schließlich kosten die Folgen und Komplikationen von Übergewicht ebenfalls eine Menge Geld. Die World Health Organization (WHO) jedenfalls hat Übergewicht bereits als Krankheit klassifiziert und auch das Europäische Parlament hat die Mitgliedstaaten zur Anerkennung aufgerufen. Wann kommt das Abnehmen auf Krankenschein?

Formen

Dick: Bin ich gefährdet?

Im Prinzip gilt: Je dicker jemand ist und je länger man dick ist, umso höher sind auch die Risiken. Dennoch ist nicht jedes Fett gleichermaßen schädlich.

Birnentyp: relativ gesund

Liegt das Fett dagegen unter der Haut, an Armen und an den Beinen ist das Risiko durch den Stoffwechsel geringer. Erkennbar ist diese Fettart daran, dass sie meist weich und teigig ist, da es kaum durch Bindegewebe gestrafft wird. Häufig bezeichnet man diese Körperform auch als „Reiterhosen“ oder „Birnenform“. Allerdings sind diese Personen genauso von Gelenkbeschwerden und Schlafapnoe betroffen.

Apfelform: Bauchfett ist negativ

Besonders gefährlich ist das Fett am Bauch, die „Stammfettsucht“. Typischer Weise ist dann die Bauchdecke nach vorne gewölbt – dabei aber relativ straff… auch ein straffer Bauch kann Fett verbergen. Das deutet auf eine Fettleber und Fett zwischen den Eingeweiden hin. Diese Fettart löst durch Botenstoffe eine unterschwellige Entzündung aus. Sie schädigt den ganzen Körper, insbesondere aber die Gefäße (siehe Arteriosklerose). So drohen mit hoher Wahrscheinlichkeit Herz-Kreislaufkrankheiten und Diabetes Typ 2. Abnehmen wäre bei dieser Form besonders wichtig.

Häufigkeit

Mollig ist wieder erlaubt

Übrigens darf man auch heute wieder ein wenig mollig sein. Gertenschlanke Menschen haben bei Krankheiten keine Reserven und versterben häufiger daran. Darum empfiehlt die Ernährungsmedizin gerade älteren Menschen wieder ein wenig mehr. Wenn es dabei bleibt… Leider haben viele Menschen ein Problem damit Ihr Gewicht zu halten. Derzeit gelten 44 % der erwachsenen Männer (BMI ≥ 25) als übergewichtig und ca. 16 % mit einem BMI ≥ 30 als adipös. Bei den erwachsenen Frauen sind die Werte etwas geringer und etwa 29 % sind übergewichtig und knapp 14 % adipös (Werte von 2009). Da besteht echter Handlungsbedarf.

Übergewicht bei Kindern

Speckröllchen bei Kindern sind natürlich gesund. Übergewicht im Jugendalter nimmt aber leider sprunghaft zu. In den westlichen Industrienationen sind bis zu 20 % der Jugendlichen zu dick. Abnehmen würde viel Leid durch Hänseln ersparen!

Ursachen

Übergewicht – Wer ist schuld?

Was beim Dicksein immer zutrifft ist, dass mehr Kalorien aufgenommen als verbraucht werden. Klar wird aber zunehmend, dass die Gene zumindest beteiligt sind. Die Forschung identifiziert immer mehr davon.

Aber: Die Veranlagung wird zwar ererbt, wie stark sie individuell durchschlägt, hängt aber vom eigenen Verhalten mit ab.

Primäre Adipositas

Wenn man Individuen vergleicht, erhält man ein sehr unterschiedliches Bild. Nicht nur was das objektive Essverhalten betrifft, auch in Punkto Stoffwechsel. Das heißt, wie gut jemand Kalorien verwertet oder wie schnell man bei Kalorienmangel abnimmt ist sehr verschieden.

Warum man zu viel isst

Ob man sich satt fühlt oder nicht, ist ein komplexes Phänomen mit vielen Einflussfaktoren: Gehirn, Nerven und Botenstoffe spielen zusammen, auch die Psyche, Gewohnheiten und erlerntes Verhalten regieren mit. Der Grund, warum das Essverhalten so schwer zu beeinflussen ist, liegt in der Komplexität. Bei manchen Menschen ist Essen eine Sucht wie Nikotin- oder Alkoholabhängigkeit, besonders bei leckeren Kalorienbomben. Das erschwert das Abnehmen oft erheblich.

Sekundäre Adipositas

Eine sekundäre Fettsucht ist mit einem Prozent der Fälle wesentlich seltener. Nur in 1-5 % der Fälle ist eine Krankheit oder ein Medikament an der Entwicklung des Übergewichts schuld.

  • Hormonerkrankungen (Schilddrüsenunterfunktion, Cushing-Syndrom, Testosteronmangel, Somatotropinmangel): Gerade nach den Wechseljahren setzt sich Hüftgold an.
  • Hypothyreose: Die Schilddrüse ist das Gaspedal des Körpers, produziert sie zu wenig Hormone, wird man nicht nur schlapp sondern auch dick.
  • Medikamente wie: Neuroleptika, Betablocker, Antiepileptika, Beruhigungsmittel, Östrogen, Gestagene, Glukokortikoide, Antihistaminika, Antidiabetika- (Insulin, Sulfonylharnstoffe, Pioglitazon)
  • Essstörungen: Die Psyche oder das psychosoziale Umfeld spielen beim Gewicht immer wieder eine Rolle.

In diesen Fällen hilft der Arzt mit der richtigen Therapie beim Abnehmen.

Prävention

Wehret den Anfängen: gesunde Gewohnheiten

Ziel für einen Erwachsenen Menschen ist ein konstantes Gewicht. Bei wem die Waage immer höher ausschlägt und der Hosenbund kneift, der sollte bereits über Abnehmen nachdenken. Am Anfang fällt es immer leichter, die Gewohnheiten zu ändern. Eine gesunde und vielseitige Ernährung sowie regelmäßige Bewegung erübrigt oftmals die Abnehmprozedur.

Vorbeugung in den Kinderschuhen

Die Grundlagen für ein richtiges Essverhalten und gesunde Gewohnheiten wie Sport werden bereits in der Kindheit gelegt. Wenn man die Regeln verinnerlicht hat, fällt die Umsetzung ein Leben lang leichter. Schon Kinder sollten an feste Mahlzeiten und den Geschmack von natürlichen Lebensmitteln gewöhnt werden. Wie süß, wie salzig man später isst, entscheidet die Kindheit mit. Auch das Einüben von Selbstkontrolle ist Erziehungssache. Kinder, die ihrem natürlichen Bewegungsdrang nachgehen, lernen, wie gut sich Sport anfühlt.

Immer mehr Arbeitgeber reagieren bereits und bieten im Arbeitsumfeld Sportgeräte an oder fördern Fitnesskurse. Aber auch Schulen und Kindergärten sind hier gefordert. Je mehr die Bewegung im Alltag Einzug hält, umso vorteilhafter für die Figur.

Zurück zur Natur

In unserer Umwelt wird zunehmend alles bequemer. Es gibt überall Rolltreppen und Autos, selbst das Essen kann man sich fertig vor die Tür bestellen. Hier tut es not, sich auf unsere Wurzeln zu besinnen:

  • Keine Mahlzeit ohne Bewegung.
  • Pflanzliche Nahrung ist die Basis der Ernährung.
  • Zusatzstoffe und raffinierte Nahrung sind unnatürlich.
  • Ab und zu Fastenzeiten machen Sinn.
  • Gegensätzliche Reize aktivieren den Körper: Kälte, Wärme, Stress und Ruhe…

Gewichtskontrolle ist in keinem Fall langweilig und eintönig!

Abnehmen: Verlauf und Komplikationen

Abnehmmuffel: Folgen und Prognose

Große Studien haben gezeigt, dass mit fallendem BMI die Lebenserwartung steigt.

  • die allgemeine Sterblichkeit sinkt um etwa > 20 %
  • das Risiko, an Diabetes zu versterben, fällt um etwa > 30 %
  • die Wahrscheinlichkeit an Krebs zu versterben verringert sich um > 40 %

Problem allerdings ist, dass die meisten nach dem Abnehmen wieder zulegen. Darum muss betont werden, wie wichtig eine dauerhafte Umstellung von Ernährung und Bewegung ist.

Verlauf

Die Uhr dicker Menschen tickt schneller

Jede Kalorie, die durch den Stoffwechsel gelaufen ist, hinterlässt Schäden, das ist leider eine Folge unserer Biochemie: In den Minikraftwerken in den Zellen („Mitochondrien“) entsteht immer auch oxidativer Schaden bei der Energieproduktion. Abnehmen ist ein Beitrag zum Anti-Aging.

Daneben erzeugt Fett eine entzündliche Neigung, die ebenfalls zu einer beschleunigten Alterung beiträgt. Die Organe, die am meisten von der Alterung betroffen sind, sind die Leber/Bauchspeicheldrüse und die Gefäße. So leiden dicke Menschen häufiger bereits in jungen Jahren unter Diabetes und Arteriosklerose und Herz-Kreislauferkrankungen.

So ist insgesamt bei dickeren Menschen schon früh im Leben mit Alterserkrankungen zu rechnen.

Komplikationen

Welche Folgeerkrankungen drohen nach langjährigem Übergewicht?

Wer sich vor dem Abnehmen drückt, der riskiert Diabetes, Bluthochdruck und Arteriosklerose und Herz-Kreislauferkrankungen.

  • Das Gewicht beansprucht das Skelett und es treten Beschwerden, zum Beispiel an der Wirbelsäule und Kniegelenken, auf. Die Gelenke verschleißen schließlich. Die Betroffenen plagen über Gelenkschmerzen, Fersensporn und Wirbelsäulensyndrome.
  • Fettleibige Personen neigen zur Bildung von Krampfadern.
  • Durch Gerinnungsstörungen treten bei großen Fettdepots häufiger Thrombosen, Herzinfarkte und Schlaganfälle auf.
  • Dicke Menschen leiden psychisch unter ihrer Erkrankung und ziehen sich häufig zurück. Gerade Kinder werden von anderen Kindern gehänselt oder aktiv ausgegrenzt. Es liegt auf der Hand, dass hier oft seelische Probleme, Depressionen, und Vereinsamung die Situation verschlimmern. Abnehmen kann die Seele heilen.
  • Die Fettpolster drücken auf die Organe. Bei der Lunge kommt es zu Kurzatmigkeit, allgemeiner Müdigkeit. Dies fördert in einem Teufelskreis körperliche Trägheit. Nachts verursachen die Atemprobleme bei einigen Betroffenen eine Schlafapnoe. Abnehmen lindert die Situation deutlich.
  • Auch die Blasenfunktion leidet. Bei dicken Männern mit metabolischem Syndrom haben etwa 90 % Blasenbeschwerden. Problematisch ist die Größenzunahme der Prostata (Prostatahyperplasie). Sie engt den Harnleiter ein und behindert das Wasserlassen. Auch Inkontinenz ist eine gefürchtete Nebenwirkung des Gewichts.
  • Bei entsprechender Veranlagung sind auch die Harnsäurewerte im Blut zu hoch (Hyperurikämie), die Folge ist eine Neigung zu Gicht.
  • Auch die Wahrscheinlichkeit, an Krebs zu erkranken oder daran zu versterben, steigt.
  • Daneben leidet die Leber. Das Gewebe wandelt sich um und verfettet (Fettleber).
  • Dicke Menschen neigen zu Gallenentzündung und Gallensteinen (Cholezystolithiasis) und entsprechend schmerzhaften Gallenkoliken, wenn ein Stein in Bewegung gerät.
  • Ein typisches Problem für Übergewichtige ist die starke Schweißproduktion und der sich entwickelnde Körpergeruch.
  • Fettzellen produzieren Hormone und führen zu Hormonstörungen. Generell ist zu viel Östrogen vorhanden, das führt zu Zyklusstörungen bei Frauen und Brustansätzen bei den Männern. Daneben sinkt der Testosteronspiegel bei Männern. Dann schwinden Muskeln und die ganze Figur wird weiblicher und ist auch manchmal die Ursache mangelnder Libido und/oder Erektionsstörungen. Übergewicht kann unfruchtbar machen. Muskelaufbau wird behindert – ein Teufelskreis.
  • Im Schnitt bekommen dicke Menschen häufiger Demenz.

Bei der Länge dieser Liste wird ganz klar, wie wichtig das Abnehmen für eine gute Lebensqualität sein kann!

Quellen/Weitere Informationen

Quellen