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Weitere Therapien: Alzheimer

Was sonst noch hilft

Mit den geeigneten Naturheilverfahren können Sie Alzheimer vorbeugen und das Fortschreiten der Erkrankung verzögern. Ist man jedoch erkrankt, sollte die schulmedizinische Behandlung unbedingt an erster Stelle stehen.

Ernährung

Eine gesunde, pflanzenreiche Ernährung ist eine der wesentlichen Präventionsmaßnahmen gegen Alters- und Zivilisationskrankheiten so wie Alzheimer. Obst, Gemüse, Gewürze, ungesättigte Öle und Nüsse sollten regelmäßiger Bestandteil der Ernährung sein. Reduzieren Sie die Kalorienzahl.

Eine besondere Bedeutung bei der Ernährung bei Alzheimer haben Substanzen, die vor oxidativen Schäden schützen. Unzählige Laborversuche liegen zu dem antioxidativen Potential verschiedener Pflanzen vor:

  • gefärbte Beerenfrüchte (Brombeeren, Blaubeeren, Preiselbeere, Cranberry, Erdbeere, Kirschen, Johannisbeeren): Anthocyanine
  • Grüner Tee: Epigallocathechin-3-gallate
  • Granatapfel: Anthocyane, Proanthocyanidine, Quercetin
  • Schwarzer Tee: Catechine und Theaflavine, Polyphenole
  • Kurkuma (Gelbwurzel): Curcumin
  • Erdnüsse: Resveratrol
  • Rotwein: Resveratrol
  • Rooibostee: Dihydrochalcone Aspalathin und Nothofagin
  • Honigbusch (Cyclopia): Mangiferin
  • Soja: Isoflavone
  • Tomate: Lyco­pin

Man sollte aber diese Stoffe eher nicht in isolierter Form als Tabletten zu sich nehmen. Sowohl die Unschädlichkeit als auch die Wirksamkeit dieser Präparate gegen Alzheimer stehen noch nicht fest. Daher ist es sinnvoller, diese Stoffe in ihrer natürlichen pflanzlichen Form in die Ernährung einzubauen.

Fette

Untersuchungen zeigen, dass Personen, die regelmäßig ungesättigte Fettsäuren (Omega-3-Fettsäuren) in Form von Fisch verzehren, weniger an Demenzerkrankungen leiden. Diese Fettsäure lagert sich in die Membranen der Nervenzellen ein und lindert außerdem entzündliche Reaktionen. Als Vorbeugung gegen Alzheimer sollte also regelmäßig Fisch auf den Tisch.

Genussmittel

Einigen Studien zufolge reduziert der Konsum von alkoholischen Getränken, insbesondere von Rotwein, das Alzheimer-Risiko. Aber ganz unumstritten ist die Tatsache nicht. Eine neuere Studie stellt den Sachverhalt wieder in Frage.

Auch bei Kaffee ist man sich im Bezug auf Alzheimer nicht einig. Immerhin haben 3 von 5 Studien eine schützende Wirkung von Koffein und den begleitenden Polyphenolen im Kaffee bestätigt. Eindeutig war der Tierversuch mit Mäusen. Sie profitieren von Kaffee.

Naturheilverfahren bei Alzheimer

Gymnastik, (körperliche) Aktivität

Sportliche Menschen leiden seltener unter Demenz und Alzheimer. Es ist daher auch vorbeugend sinnvoll, eine Sportart zu betreiben. Am wirkungsvollsten sind Sportarten, bei denen man sich ständig auf sich verändernde Situationen einstellen muss (wie zum Beispiel Gruppensportarten). Aber selbst regelmäßiges Spazierengehen (8 km pro Woche) hatte einen deutlichen Effekt auf das Gehirn. Sowohl das Gehirnvolumen als auch die kognitiven Fähigkeiten nahmen bei den Spaziergängern deutlich langsamer ab.

Aber selbst im Alter ist es nicht zu spät. Sport erhält die Beweglichkeit sowie die körperliche Selbstständigkeit bei Alzheimer. Er beugt außerdem Stürzen und Knochenbrüchen vor.

Kognitives Training

Neues Lernen ist nur noch im frühen Stadium von Alzheimer möglich, später kann man alt Bekanntes beständig wiederholen und trainieren, zum Beispiel über Betrachten von Fotos, Singen von bekannten Liedern oder Wortspiele. Dabei sollten möglichst viele Sinne angesprochen werden, z.B. auch der Geschmacks- und Geruchssinn. Außerdem ist es bei Alzheimer sinnvoll, dem Betroffenen Strategien an die Hand zu geben, um trotz der eingeschränkten Merkfähigkeit im Alltag noch zurechtzukommen. Wenn das regelmäßig praktiziert wird, hat das tatsächlich Auswirkungen auf den Alltag.

Sozialkontakte fördern eine komplexe Gehirnaktivität. Allein Lebende haben ein doppelt so hohes Risiko an Alzheimer zu erkranken, als Menschen in einer Partnerschaft.

Verhaltenstherapie

Depression und Rückzug des Kranken folgen auf einem Mangel an Aktivität und Ermunterung. Der verhaltenstherapeutische Ansatz bei Alzheimer möchte über die Verstärkung des erwünschten Verhaltens durch Belohnung eine Umstimmung herbeiführen. Am Anfang steht vor allem die Depression im Zentrum der Therapie. Aber auch Vermeidungsverhalten ist typisch bei Alzheimer-Patienten. Dadurch beschleunigt sich der Abbau. Der Patient muss ermutigt werden, aktiv zu bleiben. Außerdem werden in der Therapie Methoden vermittelt, die helfen, den Alltag trotz Einschränkungen zu meistern.

Erkrankte können Ihre Gefühle nur schwer kontrollieren. Auch die Aggressivität und die Wutausbrüche bei Alzheimer führen bei den Pflegenden zu Frustration oder Überforderung. Auch dabei kann man therapeutisch lindernd eingreifen.

Die Angehörigen sollten in das Training miteinbezogen werden. Auch sie brauchen Hilfe zum Umgang mit den Verhaltenssymptomen bei Alzheimer! Es ist nicht einfach, aber mit den Kranken sollte man ruhig und geduldig umgehen. Demenz-Patienten leben in ihrer eigenen Welt, darauf geht man am besten ein. Die Betroffenen sind häufig rat- und orientierungslos oder wiederholen Fragen zahllose Male. Das erfordert unglaublich viel Geduld.

Die Wohnung sollte auf den Alzheimer-Patienten eingestellt werden. Stolperfallen und Dunkelheit verursachen Stürze. Der Weg zur Toilette sollte einfach kurz und nachts beleuchtet werden.

Musiktherapie, Kunsttherapie, Aromatherapie, Massage und sanfte Berührungen haben eine positive Wirkung auf den Alzheimer-Patienten und verringern Aggressionen. Die Beschäftigung während des Tages fördert Schlaf, denn gerade die nächtliche Aktivität der Patienten ist für die Betreuenden unglaublich belastend (gestörter Tag-Nacht-Rhythmus).

Ordnungstherapie

Alzheimer-Patienten können sich nicht auf neue Umstände einstellen. Der Tagesablauf ist daher sinnvollerweise immer ähnlich und gut strukturiert. Bewegung so oft wie möglich stattfinden lassen und die Mahlzeiten sollten regelmäßig und klein sein.

Naturheilverfahren, die bei Alzheimer helfen können

Schulmedizin

Alzheimer ist mit Medikamenten nicht heilbar. Manche Medikamente können lediglich eine leichte Linderung bewirken. Dementsprechend betont auch die klassische Schulmedizin Vorbeugung und betreute Aktivität bei Alzheimer.

Frühes Stadium

Ein wichtiger aktivierender Botenstoff der Nerven und des Gehirns ist das Acetylcholin. Bei Alzheimer-Patienten ist seine Konzentration erniedrigt. Das Symptom kann aber durch Medikamente reduziert werden, die den Abbau dieses Stoffes unterbinden (Donepezil, Galantamin, Rivastigmin). Die Arzneimittelkommission der Deutschen Ärzteschaft hat diese Medikamente als Mittel der ersten Wahl gegen Alzheimer eingestuft. Man kann aber nicht generell zu diesen Medikament raten: Nicht jeder spricht gleich gut auf diese Maßnahme an, nur 25 bis 30% der Alzheimer-Patienten profitieren davon, wenige davon in nennenswertem Ausmaß. Dabei sind die Nebenwirkungen oft schwerwiegend: Sturzgefahr, Kollaps, Durchfall, Übelkeit und Erbrechen. Außerdem wird eine Erhöhung der Sterblichkeit unter der Medikamentierung diskutiert.

Die medikamentöse Therapie kann die Überweisung in eine Pflegeeinrichtung in Einzelfällen um ein bis zwei Jahre verzögern. Die große Mehrheit der Alzheimer-Patienten profitiert aber kaum bis gar nicht von den teuren Pillen (Donepezil, Galantamin, Rivastigmin).

Viele Alzheimer-Patienten haben gerade am Anfang der Krankheit Depressionen. Sie werden mit den verfügbaren Antidepressiva behandelt. Auch hier sind die Effekte eher gering, bei oft erheblichen Nebenwirkungen.

Spätes Stadium

Der Botenstoff Glutamat steht mit dem Absterben von Nervenzellen in Verbindung. Man hat daher Medikamente entwickelt, welche die Wirkung von Glutamat blockieren (so genannte Metamine). Diese Stoffe werden zumeist im späteren Stadium von Alzheimer eingesetzt. In Studien wurde durch das Medikament die Verschlechterung des Zustands ein wenig verlangsamt. Auch die Unruhezustände wurden gelindert.

Kritiker merken immer wieder an, dass die Wirkung auf das Verhalten und die Alltagstauglichkeit von Alzheimer-Patienten minimal sei. Zudem seien Studien, die negativ ausfielen, nicht veröffentlicht worden.

Ob das Medikament eine Wirkung bei leichten Alzheimer-Stadien aufweist, ist ebenfalls noch nicht geprüft.

Neue Ansätze:

Gefäßschäden tragen entscheidend zum Krankheitsbild Alzheimer bei. Kombinierte Maßnahmen zu Schutz der Gefäße wie Ernährung, Kalorienrestriktion, eine möglichst gute Einstellung von Blutdruck, Blutzuckerwerten und Blutfetten wirkte sich positiv auf die kognitive Leistung aus, selbst bei bestehendem Alzheimer.

Die bei Alzheimer-Patienten im Gehirn gebildeten Ablagerungen aus dem Beta-amyloiden Protein sind giftig für die Nervenzellen. Man versuchte daher, durch eine Impfung den Körper anzuregen, diese Ablagerungen wieder aufzulösen. Was im Tierversuch eindrücklich funktionierte, versagte leider in der Praxis: Zu viele der Patienten (etwa 6%) erlitten daraufhin eine Gehirnentzündung. Es bestehen aber noch erhebliche Hoffnungen. Die Methode wird derzeit in abgewandelter Form erprobt.

Man schrieb Aspirin und anderen nicht-steroidalen entzündungshemmenden Medikamenten eine schützende Wirkung zu (Beispiele: Aspirin, ASS, Ibuprofen). In Studien konnte aber nur Rofecoxib schwache Effekte gegen Alzheimer verzeichnen. Die Medikamente sind nicht gut verträglich und es gab hohe Ausfallraten. Rofecoxib und andere Coxibe erhöhen das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und sind daher nicht ratsam.

Zu hohe Fettwerte über lange Zeiträume verschlimmern das Krankheitsbild Alzheimer. Man erwartete daher, dass Medikamente gegen Hypercholesterinämie (Statine) auch das Alzheimerrisiko senken würden. Bisher gibt es nur noch für den Wirkstoff Atorvastatin Hoffnungen.

Ein niedriger Östrogenspiegel bei Frauen jenseits der Wechseljahre wurde mit der Entwicklung von Alzheimer in Verbindung gebracht. Eine Studie an Frauen mit milden bis moderaten Alzheimersymptomen zeigte keine Besserung durch Östrogen.

Eine weitere Studie untersuchte ein Kombinationspräparat aus Östrogen und dem Progesteronanaloga Progestin. Wegen des erhöhten Risikos für Brustkrebs wurde der Teil der Studie vorzeitig abgebrochen. Im Verlauf von vier Jahren war das Risiko für eine Demenz bei diesen Frauen erhöht.

Studien mit Hormonen an noch gesunden Frauen oder zu früheren Zeitpunkten im Lebenslauf sind in Arbeit. Auch über die Verabreichungsform (Haut/Magen) und das Präparat (synthetisch/natürlich) besteht noch Forschungsbedarf.

Unruhige und aggressive Alzheimer-Patienten erschweren die Pflege. In vielen Pflegeeinrichtungen werden die Patienten daher mit Neuroleptika ruhig gestellt. Allerdings zeigen Statistiken, dass diese Medikamente das Todesrisiko beinahe verdoppeln (plötzlicher Herztod und Infektionen wie Pneumonie).

Für die Nootropika Piracetam, Nicergolin, Hydergin, Phosphatidylcholin (Lecithin) und Nimodipin liegen nur mangelhafte Studien vor. Wegen der nicht ausreichenden Wirknachweise werden sie bei Alzheimer nicht empfohlen.