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Arteriosklerose

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Arteriosklerose: Man ist so alt wie seine Gefäße

Die Schäden durch Arteriosklerose sind nur anfangs umkehrbar. Eine rechtzeitige Vorsorge ist daher entscheidend!

Von: PhytoDoc-Redaktion

Wenn die "Sünden" eines langen Lebens sich bemerkbar machen

Arteriosklerose ist eine langsam fortschreitende Alterserkrankung. Nach und nach häufen sich in einem langen Leben bei allen Menschen minimale Gefäßschäden an. Je nach Anzahl der Risikofaktoren ist das Ausmaß der Arteriosklerose sehr unterschiedlich ausgeprägt: Im Extremfall werden Aderwände zu einer rauen Kraterlandschaft, die den Durchmesser zunehmend verengt, bis schließlich die Versorgung der Gewebe wie Herz, Hirn und Muskeln bedroht ist. Neben der Veranlagung sind es die „Sünden“ bei der Lebensführung, wie etwa Rauchen, die Arteriosklerose fördern. Daneben haben Zivilisationserkrankungen wie Diabetes, Adipositas, Hypercholesterinämie und Bluthochdruck, aber auch Umweltbelastungen einen hohen Krankheitsanteil. Der beste Schutz wäre eine lebenslange Vorbeugung, beginnend in der Kindheit. Aber auch wenn die Krankheit schon eingetreten ist, macht es Sinn, aktiv zu werden, dann schreitet nämlich die Arteriosklerose langsamer fort. Wesentlich sind eine gesunde Ernährung und antioxidativ wirksame Heilpflanzen.

Arteriosklerose: Naturheilkundliche Therapiebausteine

Die beste Therapie: Arteriosklerose vermeiden

Die Schäden durch Arteriosklerose sind nur anfangs umkehrbar, wenn lediglich erste Fettablagerungen vorliegen. Danach werden Gefäßschäden zu dauerhaften Baustellen, die zunehmend größer werden. Wenn man Beschwerden wahrnimmt, ist es zu spät, um den Prozess rückgängig zu machen. Oberstes Ziel ist es, alle schädigenden Einflüsse zu kontrollieren (Ursachen).

Risikofaktoren minimieren, Grunderkrankung behandeln

Bei bereits eingetretenen Schäden müssen die Grunderkrankungen (wie Hypercholesterinämie, Entzündungen, Diabetes und Bluthochdruck) therapiert werden. Rauchen ist einer der schlimmsten und dabei vermeidbaren Ursachen für Arteriosklerose. Durch die Kombination der Therapien (Ernährung, Sport, Stress-Management/psychologische Unterstützung, Rauchstopp) ist bereits nach einem Jahr ein messbarer Effekt auf die Herzgefäße dokumentiert. Für die konventionelle Therapie (Acetylsalicylsäure, Betablocker, ACE-Hemmer und Statine), Gewichtsreduktion, Sport und Rauchverzicht ist eine Lebensverlängerung bereits erwiesen.

Fatale Folgen bei Passivität

Während Arteriosklerose nur leichte Beschwerden bereitet, sind die Komplikationen, wie Herzinfarkt und Schlaganfall, häufig dramatisch. Neue Therapien tragen zunehmend zu einer besseren Behandelbarkeit bei. Jedoch ist eine ursächliche Heilung von Arteriosklerose nicht möglich. Zurück bleiben schwere Einbußen bei der Lebensqualität. Wer selbst aktiv und konsequent dagegen kämpft, hat die besten Karten. Im diesem Spiel teilt man sich selbst die Asse zu.

Heilpflanzen bei Arteriosklerose

Ginkgoextrakte erhöhen die Toleranz der Gewebe gegenüber Sauerstoffmangel, sind Radikalfänger und verbessern die Fließeigenschaften des Blutes, denn das ist bei Arteriosklerose dringend notwendig. Ginkgoextrakte werden auch bei Durchblutungsstörungen im Gehirn erfolgreich eingesetzt. Durch Stabilisierung der Hirnzellen erfolgt ein gewisser Schutz vor Demenz durch Arteriosklerose. Arteriosklerose beeinträchtigt daneben die Herzdurchblutung. Sie kann auch durch Weißdornpräparate gefördert werden. Nicht nur die Naturheilkunde in Europa und Amerika, auch die Traditionelle Chinesische Medizin nutzt eine Weißdornvariante (Crataegus pinnatifida, Fruchtextrakt). Hier wurde zusätzlich zum Arterioskleroseschutz eine Cholesterinsenkung vermerkt.

Knoblauch und Co.

Knoblauch ist ein altbekanntes Mittel gegen Gefäßkrankheiten wie Arteriosklerose mit verschiedenen Ansatzstellen:

  • Er lässt die Blutfette fallen und schützt die Fette vor Oxidation (→ beugt Arteriosklerose-Plaques vor).
  • reduziert die Gerinnungsneigung im Blut (→ wirkt antithrombotisch).
  • erweitert die Adern und reduziert den Blutdruck (→ schützt vor Gefäßwandverletzungen).

Aus der Fülle der Präparate sollte man die wählen, welche sehr schonend hergestellt werden, wie z.B. gefriergetrocknetes Knoblauchpulver oder Dragees und Tabletten. In diesen wurde das empfindliche Allicin nicht abgebaut. Natürlich kann man Knoblauch auch direkt frisch verwenden (1 Zehe, etwa 4g/Tag).

Tipp:

  • Neben Knoblauch werden gegen Arteriosklerose auch andere Lauchgewächse, wie z.B. Zwiebeln und Bärlauch, die ähnliche Inhaltsstoffe enthalten, empfohlen. Naturheilkunde hat manchmal auch eine kulinarische Seite (Ernährung).
  • Andünsten in Zitronensaft oder in verdünntem Essig soll dem Geruch vorbeugen, auch wenn ein Teil der Wirkung verloren geht. Andere schwören auf Kardamomfrüchte, Koriander oder Pfefferminzkaugummi nach Knoblauchgenuss.

Achtung

  • Wenn Antikoagulantien eingenommen werden (z.B. Warfarin oder Fluindione) muss bei konzentrierten Knoblauchprodukten die Blutgerinnung engmaschig kontrolliert werden, da sich die Gerinnungsneigung weiter verringern kann. Zu dünn darf das Blut auch bei Arteriosklerose nicht werden, da sonst Blutungen drohen.

Ob Venen oder Arterien: Buchweizen - der Allrounder

Eigentlich ist Buchweizen ein Klassiker bei Schwellungen (Ödemen) durch Krampfadern. Da Buchweizen aber zahlreiche Effekte vereint, hilft er auch gegen verschiedene Aspekte der Arteriosklerose. Im Tierversuch sprechen außerdem auch Bluthochdruck, die Fett-, Zucker- und Entzündungswerte positiv auf die Therapie an.

Leinsamen für den Stoffwechsel

Leinsamenenthalten nicht nur wertvolle Omega-3-Fettsäuren, dass die Entzündungsneigung kontrolliert. Im Tierversuch zeigten gemahlene Leinsamen eine antiarteriosklerotische Wirkung: Bei Hasen fand man um 40% weniger arteriosklerotische Plaques in den Adern, wenn sie nach einer cholesterinreichen Ernährungsphase mit Leinsamenmehl gefüttert wurden. Wenn die cholesterinreiche Lebensweise beibehalten wurde, kam der Effekt immerhin noch auf 30%. Neben Omega-3-Fettsäuren wirken darüber hinaus Ballaststoffe sehr positiv auf den Stoffwechsel.

Nach den Wechseljahren verläuft Arteriosklerose schneller

Das Sinken des Östrogenspiegels bei Frauen in den Wechseljahren bringt mit sich, dass auch die Arteriosklerose schneller fortschreitet. In experimentellen Situationen im Tierversuch kann man diesen Prozess mit Östrogen oder Phytoöstrogenen aus Pflanzen aufhalten (Rotklee-Isoflavone und Soja). Die Phytoöstrogene schnitten im Vergleich mit den Östrogenen zwar schlechter ab, dennoch sind sie eine mögliche natürliche Variante. Größere Studien müssen aber weiter Belege erbringen, ob auch am Menschen eine signifikante Wirkung gegen Arteriosklerose zu beweisen ist.

Baustelle Psyche

Wer seine nachlassende Leistungsfähigkeit und die zunehmenden Beschwerden wahrnimmt, gerät leicht in eine depressive Stimmung. Umso schlimmer ist dies, da die mangelnde Gehirnversorgung bei Arteriosklerose an sich bereits eine depressive Neigung verursachen kann. Hier ist Johanniskraut ein bewährtes Heilmittel.

Anderes

Weniger gute Belege gibt es für die antiarteriosklerotische Wirkung von Alfalfa-Samen (Luzerne), Artischocke, Ingwer, Shiitake. Hier dürfte ebenfalls das Cholesterin der Hauptangriffspunkt sein.

Homöopathische Mittel

Da Arteriosklerose nicht heilbar ist, muss auch eine homöopathische Behandlung dauerhaft durchgeführt werden.

Arnica (Arnica): Gesicht rot und erhitzt, Bluthochdruck, Schwindel und Benommenheit, Kopfschmerzen vor allem beim Gehen, Beschwerden verschlimmert durch Bewegung.

Gold (Aurum): Gesicht gedunsen, depressive Neigung bis hin zu Selbstmordgedanken, Unruhe. Beschwerden besser durch Bewegung.

Bariumcarbonat (Barium carbonicum): Arteriosklerose-Beschwerden in Herz (Herzschwäche) und Gehirn (Schwindel, Gedächtnisschwäche, Angst, Depression, Zorn) Erkältungsneigung. Verschlimmerung bei Nass-kaltem Wetter.

Weißdorn (Crataegus): Herzkreislaufbeschwerden: Herzschwäche, Herzunruhe, leichte Angina Pectoris, Bluthochdruck oder zu niedriger Blutdruck, Schlafstörungen.

Johanniskraut (Hypericum): Manifestation der Arteriosklerose im Gehirn: depressive Neigung, dunkle Gedanken, Mutlosigkeit.

Blei (Plumbum metallicum): Bluthochdruck, trotzdem blass, Arteriosklerose in Darmbereich mit Neigung zu Krämpfen, Empfindungsstörungen („Ameisenlaufen“) bis zu Lähmungen, ängstlich und depressiv. Verschlimmerung bei Bewegung.

Mutterkorn (Secale): Heißhunger, aber Abmagerung und Erschöpfung bei welkem, fahlem, blassen Gesicht. Gefühl von Kälte, Angst und Traurigkeit. „Ameisenlaufen“ und Neigung zu Krämpfen oder Gefühllosigkeit.

Silicea (Silicea): Schwäche und Abmagerung. Kältegefühl und kalter, übel-riechender Schweiß. Verdauungsstörungen durch Arteriosklerose von Blähungen bis Verstopfung. Stimmungslage: weinerlich, zornig, wenig selbstbewusst. Verschlimmerung nachts und bei Kälte.

Mistel (Viscum): bei Nervensymptomen durch Arteriosklerose: Kopfschmerz, Schwindel, Unruhe, Schlaflosigkeit, auch bei pektanginösen Beschwerden und Bluthochdruck. Beschwerden besser bei Bewegung und Schweißausbrüchen, nachts verschlimmernd.

Achtung:

  • Die Wirkung der Homöopathie bei Arteriosklerose ist nicht belegt, auch nicht auf längere Sicht.
  • Die homöopathische Behandlung der Arteriosklerose eignet sich nur begleitend zu den anderen Maßnahmen (Naturheilkunde, Ernährung, Phytotherapie) und zur Schulmedizin.

Nahrungsergänzung

Zu bedenken ist, dass viele ältere Personen Probleme mit den Zähnen haben, nicht den Elan aufbringen, für sich selbst zu kochen oder schlicht die Lust am Essen verloren haben, weil die Verdauung beeinträchtigt ist. Die Folge sind Mängel bei Vitaminen, Mineralien und Spurenelemente. Sie müssen unter Umständen ergänzt werden.

Darauf muss man bei Arteriosklerose besonders achten:

  • Fischöl (EPA und DHA) senkt das Risiko koronarer Komplikationen (siehe Omega-3-Fettsäuren).
  • Calcium, Magnesium, Kalium: Studien zeigen einen fallenden Blutdruck durch eine ausreichende Versorgung.
  • Bitte beachten Sie, dass man nicht jedes Supplement wahllos kombinieren kann. Calcium behindert die Aufnahme von Zink, Eisen, Kupfer und vieler B-Vitamine.

Wirkung gegen Arteriosklerose möglich:

  • Coenzym Q10 schützt Membranen und Fette gegen einen oxidativen Angriff. Eine mögliche Wirkung wird angenommen bei Arteriosklerose, Herzerkrankungen, Herzschwäche, hohem Cholesterin und Zuckerkrankheit.
  • Arginin: Die Aminosäure ist essenziell für die Produktion des gefäßerweiternden Stoffs NO. In verschiedenen experimentellen Situationen verbessert es die Durchblutung. Während Arginin vermutlich bei Koronarer Herzerkrankung und Bluthochdruck einen positiven Beitrag leistet, ist ein Nutzen des Langzeiteinsatzes bei schwerer Arteriosklerose und schweren Herzschäden nicht geklärt. Daher sollte Arginin nur bei leichten Formen verwendet werden.
  • Spurenelemente: Erste Studien zeigen, dass Spurenelemente wie Eisen, Zink, Selen und Mangan eine Rolle spielen: Selen hilft gegen oxidative Schäden, sowie die Entzündungsneigung. Chrom verbessert die Hyperlipidämie, sowie die Blutzuckereinstellung. Zink hat gewisse Effekte auf die Oxidantienabwehr, zu hohes Cholesterin und unterstützt begleitend die Bildung neuer Gefäße (Angiogenese).

Achtung:

    • Selen und Chrom sollte man nicht kombinieren, das schmälert den Effekt.
    • Eine Überdosierung insbesondere von Selen verschlimmert Arteriosklerose.
    • Kieselsäure: Man vermutet, dass Silicium zur Elastizität und Festigkeit der Aderwände beiträgt. Die Datenlage dazu ist nicht eindeutig.

Die Vitamindiskussion

Antioxidative Vitamine (insbesondere Vitamin C, Vitamin E, aber auch Vitamine A bzw. beta- Carotin, B-Vitamine, Vitamin D und Vitamin K) sollten idealer Weise über die Ernährung gedeckt werden. Die höchsten Mikronährstoffgehalte liegen in frischem Obst und Gemüse. Ob darüber hinaus ein Effekt bei künstlicher Supplementation auf den Verlauf besteht, ist unsicher. Eine Heilung von Arteriosklerose durch Vitamine ist nicht möglich. Aktuelle Empfehlungen sehen eine Vitamineinnahme wieder sehr kritisch, da Vitamine auch schädliche Wirkungen haben können.

  • Vitamin A ist in höherer Dosierung giftig, insbesondere leberschädigend, Studien von Medizinern in den USA zeigten, dass zu viel Vitamin C (>300mg) bei Diabetikerinnen und Vitamin E (400-800 IE) offensichtlich das Todesfallrisiko erhöhen.
  • Vitamin E: Bei bereits ausgebrochenen Herz-Kreislauferkrankungen ist ein positiver Effekt umstritten. Im Tierversuch kann Vitamin E Arteriosklerose nicht rückgängig machen oder aufhalten. Hoch dosiertes Vitamin E verstärkt Arteriosklerose ab einer Dosis von mehr als 400 IE pro Tag.
  • Beta-Carotin: Die meisten Studien berichten über keine Risikominderung bei behandlungsbedürftigen Herz-Kreislauffällen. Beta-Carotin in hohen Dosen verursacht bei Rauchern in erhöhtem Maße Krebs.
  • Zu hoch dosierte Vitamine erhöhen den oxidativen Stress immer (kurz-, mittel- und langfristig).
  • Auch eine Wirkung konzentrierter Extrakte (zum Beispiel aus Rotwein, Grünem Tee oder Granatapfel) ist nicht erwiesen.

Hausmittel und Tipps für den Alltag

Was Sie selbst tun können

  • Rauchen ist für die Gefäße sehr gefährlich. Beim Rauchen entstehen mehr arteriosklerotische Gefäßschäden als durch überhöhte Fettwerte. Rauchverzicht kann Ihnen und Ihrer Umgebung nachweislich signifikant helfen: Im Vergleich trifft Arteriosklerose aktive Raucher deutlich häufiger als Exraucher.
  • Wer 20 Jahre geraucht hat, hat auch 20 Jahre irreparable Schäden angesammelt. Ein Rauchstopp ist rechtzeitig in Erwägung zu ziehen, denn die Dosis zählt: Der Konsum von 25 oder mehr Zigaretten täglich erhöht das Risiko für eine arteriosklerotische Verschlusskrankheit um den Faktor 13!
  • Wer die Sucht begrenzt, hat einen Vorteil: Je länger die rauchfreie Zeit ist, desto größer der Profit. Bei 20 „rauchfreien“ Jahren ist das Risiko für Arteriosklerose bei Exrauchern „nur“ noch leicht erhöht gegenüber Nichtrauchern (Faktor ca. 1,4).

Der Lohn für ein vernünftiges Leben ist Lebensqualität im Alter

Eigentlich muss man auf nichts verzichten. Das richtige Maß ist das Geheimnis bei der Arteriosklerose-Vermeidung.

  • Ein Glas Alkohol pro Tag genügt.
  • Was zählt ist außerdem ein bewegtes Leben: Kälte und Wärme, Essen und Fasten, Bewegung und Ruhe.
  • Extreme meidet man besser, das gilt insbesondere für Dauerstress. Leidet man darunter, dann ist es Zeit, über Entspannungsverfahren und eine Umstellung des Lebensstils nachzudenken (Naturheilkunde).
  • Arteriosklerose kontrolliert man auch über den Stoffwechsel: Wer die Heizung in der Wohnung ein paar Grad kälter stellt, verbrennt mehr Kalorien bei der Wärmeproduktion.
  • Für den Stoffwechsel ist es nachweislich besser, einmal pro Stunde aufzustehen und ein paar Schritte zu gehen oder gar Treppen zu steigen. Bewegung ist das natürlichste Mittel, um den Stoffwechsel zu aktivieren. Wer gute Zucker- und Fettwerte hat, minimiert sein Arteriosklerose-Risiko.
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