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Weitere Therapien: Arteriosklerose

Was sonst noch hilft

Bestehende Gefäßschäden durch Arteriosklerose können nicht mehr rückgängig gemacht werden. Die Schulmedizin konzentriert sich auf die Linderung der Symptome und Begleiterkrankungen. Mit Gefäßoperationen kann man die schlimmsten Schäden in größeren Gefäßen notdürftig beheben. Die naturheilkundliche Therapie konzentriert sich überwiegend auf eine Vorbeugung der Arteriosklerose. Achten sollte man besonders auf die Ernährung:

Ernährung

Durch gesunde Ernährung vorbeugen

Im Gegensatz zu den nebenwirkungsreichen Medikamenten ist eine Umstellung der Ernährung frei von Nebenwirkungen und stärkt dazu noch das Wohlbefinden.

Hier ist das Wichtigste in der Ernährung gegen Arteriosklerose schnell zusammengefasst:

Speisekarte mit sieben Punkten

  1. Obst, Gemüse, Kräuter, Vollkornprodukte und Gewürze haben eine herausragende Bedeutung.
  2. Fleisch und kalorienreiche Lebensmittel sollten begrenzt werden.
  3. Beim Fett muss man auf wertvolle Fette achten und wertlose meiden.
  4. Viel Trinken (falls die Niere noch gesund ist).
  5. Salz und Glutamat begrenzen.
  6. Kleine Portionen schonen die Verdauung (falls die Arterien im Bauchraum geschädigt sind).
  7. Bei Genussstoffen Maß halten.

Mit wenig tierischem Fett kontrolliert man Arteriosklerose

Fette gehen nicht nur Personen mit hohen Cholesterinwerten und Übergewicht etwas an, sondern alle, denn sie spielen bei der Kontrolle von Entzündung eine Schlüsselrolle. Sie müssen nicht auf alle Fette verzichten, das Wesentliche ist, dass Sie zwischen wertvollen und wertlosen Fetten unterscheiden:

Wertlose Fette

Am wichtigsten ist die Reduktion von tierischen und gesättigten Fetten in der Ernährung.

  • Besonderes Augenmerk gilt auch gesättigten Fetten in Butter, Milchprodukten und Backwaren, der Körper braucht sie nicht in hoher Dosis. Nicht mehr als 10% der genossenen Fettmenge sollte daher aus gesättigten Fetten bestehen.
  • Man sollte auch die versteckten Fette in der Nahrung aufspüren (Wurst, Käse, Milchprodukte und Knabbereien).
  • Für Transfettsäuren (Produkte von Wiederkäuern wie Milch) gilt: so wenig wie möglich.
  • Etwas Milch ist durchaus zu vertreten: Nützlich sind die Vitamine (A, D, E, K), die auch gesättigte Fette oft begleiten, gerade in hochwertiger (Alpen-) Milch.

Wertvolle Fette

Omega-3-Fette besänftigen Entzündungen, die Arteriosklerose anheizen. Man sollte daher auch fetten Fisch und hochwertige mehrfach ungesättigte Omega-3-haltige Pflanzenöle (Leinöl, Hanföl, Rapsöl, Perilla) in die Ernährung integrieren.

Auch Omega-6-Fettsäuren (Olivenöl: Ölsäure) sind in Maßen genossen ein wichtiger Ernährungsbestandteil und zwar nicht nur gegen Arteriosklerose.

Achtung:

  • Wichtig ist die Balance zwischen den Fettsäuren: Nach offiziellen Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung sollte das Omega-3:Omega-6-Verhältnis 1:5 betragen.

Nicht zu viel Fleisch

Auch der Konsum von rotem und fettem Fleisch ist zu reduzieren (maximal 3 Mal pro Woche). Es wird eine undogmatische vegetarische Ernährung mit reduzierter tierischer Nahrung, Ei und Milchprodukten vorgeschlagen. Gerade die mediterrane Ernährung ist als lebenslange Arteriosklerose-Vorbeugung gut geeignet und dabei auch noch schmackhaft.

  • Fleisch kann man außerdem durch proteinhaltige Lebensmittel ersetzen, das bringt Abwechslung auf den Speiseplan: Erbsen, Bohnen, Tofu (Sojaprotein), Seitan (Weizenprotein). Nicht nur die asiatische Küche hat ausreichend schmackhafte Rezepte auf Lager.
  • Statt Milch kann man abwechselnd Soja-, Reis- oder Mandelmilch verwenden. Nach der Umgewöhnung kann man es tatsächlich genießen .
  • Außerdem soll ein- bis zweimal pro Woche frischer Fisch auf den Tisch. Fisch ist neben Ei der hochwertigste „Fleischersatz“!

Ein Wort zur Stärke: Volles Korn

Bei der Stärke muss man darauf achten, dass nicht zu viel Cholesterin (Nudeln mit Ei und fetten Soßen), Fett und Zucker enthalten ist (Backwaren). Dafür sollten vermehrt Kalorien in Form von komplexen Kohlehydraten, wie Kartoffeln oder Reis aufgenommen werden. Beim Brot sollte man, sofern verträglich, die Vollkornvarianten wählen. Auch Frühstückscerealien mit Haferflocken sind sinnvoll, sie senken das Cholesterin.

Obst und Gemüse: Wertstoffe und Ballaststoffe inklusive

Pro Tag soll die Nahrung 30–45 g Ballaststoffe bereitstellen.

Gerade die Vitamine aus Obst und Gemüse sind positiv für die Gefäßgesundheit. Dabei zählen besonders die antioxidantien-reichen Früchte wie beispielsweise rote Beerenfrüchte (Heidelbeere, Holunderbeere, Apfelbeere (Aronia), Granatapfel, Preiselbeere, Cranberry, Erdbeere, Himbeere), rote Trauben, Citrusfrüchte oder rote Grapefruit. Beim Gemüse ist grünes Gemüse wie Broccoli, Spinat, Salat und Mangold besonders wichtig. Aber auch hier zählt die Abwechslung: Mangold und Spinat enthalten Oxalsäure, die im Übermaß zu Nierensteinen führen kann.

Faustregel

  • Obst: 200 g/Tag, 2–3 Portionen
  • Gemüse: 200 g/Tag, 2–3 Portionen
  • Kräuter und Gewürze liefern nicht nur Antioxidantien, sie stärken auch die Verdauung
  • Nüsse enthalten wertvolle Öle und Mineralien, Mandeln wirken sich positiv auf die Gefäße aus. Wirksam ist schon eine Menge von 50g/Tag.

Tipp

  • Zum Naschen sind getrocknete Früchte und Nüsse (Mandeln, Macadamia-, Walnüsse) und wertvoller als Süßigkeiten, sofern man die Kalorien und Salzmenge im Auge behält.
  • Wenn Sie etwas Obst und Gemüse roh essen, sind mehr Vitamine enthalten als in der gekochten Variante.
  • Dünsten macht Obst und Gemüse verträglicher und setzt viele nützliche Bestandteile erst frei. Es hat daher auch seinen Platz in der gesunden Küche.

Achtung:

  • Beim Dünsten gehen viele Wertstoffe wie Mineralien (z. B. Kalium) und Spurenelemente ins Kochwasser über. Verwerten Sie das Kochwasser (zum Beispiel als Suppe).

Nur die Suppe nicht versalzen

Eine Salzreduktion von durchschnittlich 6,5-10 g pro Tag auf 3,5-6 g wäre optimal, so das Bundesinstitut für Risikobewertung. Experimentell führt eine Reduktion unter 5 g bei einem Drittel der Hochdruckpatienten zu einer Blutdrucksenkung. Aber auch Personen, deren Blutdruck nicht anspricht, profitieren, denn zu viel Salz im Blut schädigt die Gefäßwände und erhöht den oxidativen Stress.

  • Am besten in der Hand haben Sie die Salzmenge, wenn Sie selbst kochen. Bei Fertigprodukten ist die genaue Salzgmenge leider nicht immer auf der Packung angegeben. Schon durch eine Fertigmahlzeit kann der Salztagesbedarf gedeckt sein!

Auch Genussstoffe können positiv wirken

Eine besondere Bedeutung bei Arteriosklerose haben Antioxidantien z.B. aus dunkler Schokolade, Kakao, vielen Heilpflanzen und Nahrungsmitteln. Auch roter Traubensaft oder Rotwein enthalten reichlich davon.

  • Einmal täglich Schokolade bitte

Bei Einnahme von täglich 400-900 mg Kakaoflavanolen für mindestens 4 Wochen verbesserte sich die Gefäßfunktion, das belegen einige Studien. Daneben ließ sich die Empfindlichkeit für Insulin anheben, was bei Diabetes relevant ist. Und: Kakao regt durch Theobromin (ähnlich wie Koffein) die Kalorienverbrennung an.

  • Kakaogetränke enthalten zu viel Zucker und zu wenig Wirkstoff.
  • Besser geeignet ist Bitterschokolade mit hohem Kakaoanteil (ab 70%), die allerdings häufig nicht gut akzeptiert wird und in seltenen Fällen zu Verdauungsstörungen führt…Flavanole machen den bitteren Geschmack aus, das ist die bittere Wahrheit am Ende der Studien.
  • Eine Wirkung kann man bereits bei Mengen von 7,5 - 50 g Bitterschokolade pro Tag zeigen.
  • Es muss natürlich mit eingerechnet werden, dass auch bittere Schokolade Kalorien (Fett!) enthält, wenn auch deutlich weniger als Milchschokolade.
  • Wenn schon Alkohol, dann Rotwein

Polyphenole, Flavonoide, und Resveratrol aus Rotwein schützen Herz und Gefäße. Sie sind antioxidativ, verhindern die Bildung von oxidiertem Cholesterin und fangen außerdem schädliche Radikale ab, um nur einige antiarteriosklerotische Mechanismen zu nennen. In Maßen genossen ist davon eine positive Wirkung zu erwarten.

Tipp

  • Überrascht hat alle die Tatsache, dass der Alkohol alleine schon eine gewisse schützende Rolle bei Herzkreislauferkrankungen hat.
  • Abgesehen vom Alkohol ist aber Rotwein das vorteilhafteste Gesamtpaket, obwohl auch dem Weißwein ein gewisser Nutzen zugesprochen wird.
  • Natürlich kann man die Trauben auch roh essen oder roten Traubensaft trinken.
  • Bier wirkt wenig antiarteriosklerotisch.

Und ganz klar ist auch:

  • Bei größeren Mengen Wein am Tag (z.B. über ein Viertel bei Männern, über ein Achtel bei Frauen), noch mehr bei hochprozentigen Getränken, überwiegt die schädliche Wirkung.
  • Wein reduziert den Blutdruck nur für einige Stunden, danach ist er erhöht! Besonders Personen mit Bluthochdruck sollten den Alkoholkonsum beschränken.
  • Bei Gicht gilt: Kein Rotwein.
  • Beachten sie außerdem die Wechselwirkungen bei Einnahme von Medikamenten!

Genießen wie die Chinesen

Auch die Catechine aus dem Grünen Tee punkten bei der Prävention der Arteriosklerose. Obwohl einzelne Studien sehr variierende Ergebnisse erbrachten, kann man von einer Wirkung ausgehen.

  • Die Zubereitung ist einfach: 1 Teelöffel Blätter pro Tasse für 10 Minuten in heißem Wasser ziehen lassen (pro Tag 3 Tassen). Die Zugzeit ist wichtig, da nur bei langer Dauer ausreichend Inhaltsstoffe aus den Blättern gelöst werden.
  • Wer Probleme mit den bitteren Gerbstoffen hat, gießt den Tee nur mit wenig kochendem Wasser auf und schüttet den ersten Aufguss nach 30 Sekunden weg. Der zweite Aufguss kann dann länger auf den Blättern ziehen. Er ist verträglicher und kaum bitter.
  • Ähnlich empfehlenswert ist Rooibostee. Weniger aktiv ist halbfermentierter (Olong) oder Schwarzer Tee.
  • Wem der Geschmack von grünem Tee nicht behagt, kann ihn auch mit anderen Tees mischen.

Keine Null-Diät

Wichtig ist, dass ausreichend Vitamine und ausgeglichene Nährstoffe zur Verfügung stehen. Besser als eine Null-Diät ist daher bei Arteriosklerose ein geregeltes Heilfasten. Die Maßnahme kann außerdem die Risikoerkrankungen Fettstoffwechselstörung und Bluthochdruck positiv beeinflussen. Zielgruppe sind also vor allem Personen mit Übergewicht und Hypercholesterinämie. Sinnvoll ist Fasten als Kur oder unter ärztlicher Begleitung.

Achtung: Fasten erhöht die Empfindlichkeit gegenüber vielen medikamentösen Wirkstoffen. Daher muss die Dosierung eventuell angepasst werden, eine erfahrene Fastenbegleitung ist sinnvoll.

Naturheilverfahren bei Arteriosklerose

Naturheilverfahren können gut in der Vorbeugung oder bei leichten Beschwerden bei Koronarer Herzkrankheit begleitend zur Schulmedizin eingesetzt werden.

Ordnungstherapie: Alle mit ins Boot

Eine Neuanpassung der Lebensweise ist vor allem schon vor Eintreten von Arteriosklerose-Beschwerden notwendig. Dabei sollen gesunde Gewohnheiten fester Bestandteil des Lebens werden. Die Ordnungstherapie beschäftigt sich mit den praktischen Aspekten der Umsetzung. Erst wenn gewisse Probleme beseitigt sind, gibt es eine Chance, dass der Patient aktiv mitarbeitet. Dabei ist zum Beispiel wichtig, dass die ganze Familie motiviert ist und die Änderungen mitträgt (wie etwa eine neue Ernährungsweise).

Bewegung und Training: Immer am Ball bleiben

Jede Form von Bewegung hält Herz und Gefäße fit. Der Körper aktiviert dabei seine Regenerationsmöglichkeiten: Wenn ein Gefäß nicht mehr durchgängig ist und Sauerstoffmangel entsteht, entwickelt er Umgehungsmöglichkeiten. Dabei vergrößert sich der Durchmesser andere Gefäße in der Umgebung. So kann die Versorgung von Herz und anderen Muskeln trotz Arteriosklerose wieder gebessert werden. Voraussetzung aber ist konsequentes tägliches leichtes Ausdauertraining (wie Walken, Steppen, Wandern, Fahrradfahren, Hometrainer). Es gibt auch einfache Beinübungen, die man während einer Schreibtischarbeit durchführen kann. Fragen Sie Ihren Physiotherapeuten. Wer ein Leben lang Sport treibt, hat außerdem das bessere Gefäß - „Straßennetz“.

Kontrollierte Studien bei Arteriosklerose mit koronaren Herzbeschwerden und auch PAVK zeigen, dass körperliches Training die Belastbarkeit erhöht und zu einer Verbesserung der Beschwerden (Angina pectoris = Herzenge) führt. Über fünf Jahre gemittelt, kommt es auch zu weniger Einweisungen und Todesfällen.

Achtung:

  • Erfolge sieht man bereits nach 3-6 Monaten.
  • Wenn das Training eingestellt wird, verschwinden die erreichten Fortschritte.

Entspannende Verfahren: den Stress entspannen bevor er stresst

Herz und Gefäße sind über die Nerven mit der Psyche verbunden. Daher verwundert es wenig, dass Dauerstress, auch zum Beispiel Lärm (Wohnsituation!) schädigt. Bei allen Herzkreislauferkrankungen kommt entspannenden Verfahren eine hohe Bedeutung zu.

Physikalische Therapie: Training für die Aderwände

Wechselwarme oder ansteigende Teilbäder verbessern die Durchblutung und regen den Gewebestoffwechsel an, vor allem in der Vorbeugung von Arteriosklerose oder bei der begleitenden Therapie bei leichten Formen (Hydro-, Kneipptherapie). Ein erfahrender Therapeut wird die physikalische Therapie wohl zu dosieren wissen und aus dem Angebot Sauna, Teilbäder, Waschungen, Wickel und Güsse das Richtige wählen.

Auch die Balneotherapie kennt durchblutungsfördernde, blutdrucksenkende Badezusätze (Kohlensäurebäder). Sinnvolle Ergänzungen zur Therapie sind Phytotherapie und Bewegung.

Achtung:

  • Einmalige Anwendungen sind bei Arteriosklerose wenig wirksam, Kuren dagegen bieten die Therapien über längere Zeiträume an.
  • Zu berücksichtigen aber ist bei steigender Beeinträchtigung durch die Arteriosklerose, dass die Reize nicht zu stark sind. Der Körper hat bei starken Reizen nur eingeschränkte Möglichkeiten, die Temperaturen auszugleichen. Insbesondere dürfen die Anwendungen nicht zu heiß oder kalt sein.

Eigenbluttherapie regt die Regulation an

Die Eigenbluttherapie ist ein typisches alternatives Verfahren zur Behandlung von Arteriosklerose. Dabei wird Blut aus der Ader entnommen und in den Muskel gespritzt. Als Reizkörpertherapie möchte sie dadurch eine Aktvierung der körperlichen Regulationsmechanismen anstoßen, zum Beispiel, um die entzündliche Neigung bei Arteriosklerose zu kontrollieren. Klinisch getestet ist das Verfahren allerdings nicht.

Sauerstofftherapien – gezielte Reize

Sauerstofftherapien - wie die (hyperbare Sauerstofftherapie, HBOT) - führen den Sauerstoff zu, der nur schlecht in die geschädigten Bereiche vordringt. Zusätzlich soll er die Adern weiten, die Durchblutung anregen. Es gibt Hinweise auf eine bessere Wundheilung mit HBOT bei Beingeschwüren durch Minderdurchblutung. Eine Anwendung auf breiter Basis muss noch aus ökonomischer Sicht beurteilt werden.

Eine Variante ist die Ozontherapie mit aktiviertem, hochreaktivem Sauerstoff (Ozon, O3). Das entnommene Blut wird außerhalb des Körpers mit Ozon versetzt und dann in die Vene zurückgegeben. Der oxidierende Sauerstoff soll die körpereigene antioxidative Abwehr ankurbeln, was nach ersten Studien tatsächlich in der Praxis funktioniert. Die Studien beschreiben Verbesserungen beim Schmerzlevel und der Gehstrecke. Die Patienten konnten schlicht weiter gehen. Für eine abschließende Bewertung liegen zu wenige Daten im Bereich Arteriosklerose vor.

Achtung: Ozon muss wohl dosiert werden, denn es hat eine hohe zerstörerische Kraft. Bei chronischer Ozon-Exposition mit der Atemluft steigen die Schäden und die Arteriosklerose schreitet schneller fort.

Ab- und Ausleitungsverfahren

Die alte Methode des Aderlasses setzt man heute hauptsächlich bei „vollblütigen“ Patienten mit Bluthochdruck, „dickem“ Blut (zu viele rote Blutkörperchen) und zu hohen Eisenwerten ein. Es werden etwa 150-250 ml Blut abgenommen und der Vorgang regelmäßig wiederholt. Dabei sollen der Blutdruck und die Fließeigenschaften des Blutes reguliert werden. Nach einer weiteren Theorie führt freies Eisen in den Adern zu vermehrten Schäden. Eisen ist zwar wichtig für die Bindung des Sauerstoffs an das Hämoglobin im Blut, doch muss es wohl verpackt werden, ungebunden ist es gefährlich. In ersten Studien konnte man aber das Konzept weder bestätigen noch verwerfen. Offensichtlich muss darauf geachtet werden, dass die „Eisenspeicher“ verringert werden, ohne dass es zu einer Anämie (Blutarmut) kommt.

Chelattherapie – Kampf dem Schwermetall

Ein ähnliches Ziel verfolgt die Chelattherapie, die seit etwa 50 Jahren in der alternativen Medizin eingesetzt wird. Ziel ist es, Schwermetalle (wie Cadmium und Blei) mit einem Komplexbildner (z.B. EDTA) aus dem Blut abzufangen und auszuleiten. Schwermetalle richten -- wie ungebundenes Eisen auch -- Schäden an, da sie unkontrollierte Oxidationen auslösen. Problematisch an der Therapie ist, dass neben unerwünschten Metallen auch lebenswichtiges Kalzium und Magnesium gebunden werden. Aussagekräftige Studien fehlen außerdem.

Enzymtherapie: Hindernisse verdauen

Das Verfahren verwendet eiweißspaltende Enzyme aus tierischen oder pflanzlichen Quellen. Sie werden geschluckt, ein Teil wird bei der Verdauung zerstört, ein weiterer kommt mit Verzögerung im Blut und den Geweben an. Eingesetzt wird diese alternative Methode bei diversen entzündlichen Zuständen, Schwellungen, Schmerzen und in der Krebstherapie zur Vorbeugung von Metastasen. Nach der vorgeschlagenen Theorie sollen die Enzyme entzündliche Botenstoffe, Antikörper und Immunkomplexe spalten und auf diese Weise eine Umstimmung einleiten sowie die Gerinnungsneigung des Blutes herabsetzen. Damit eingeschlossen wäre eine geringere Thromboseneigung. Erste Studien bestätigen eine antientzündliche Wirkung, auch lassen Vorversuche an Tieren ahnen, dass Enzyme bei Arteriosklerose wirksam sind. Ein Präparat mit der Kombination aus den Enzymen Trypsin und Bromelain (aus Ananas) plus Rutin (z.B. aus Buchweizen) begrenzte den Gewebeschaden bei Tieren nach einer experimentellen Unterbrechung der Blutzufuhr. Auch an Menschen in der Rehabilitation nach einem Myokardinfarkt, liegen vorläufig positive Berichte vor. Größere Anwendungen, welche die Nutzen – Nebenwirkungsrate abschätzen lassen, fehlen noch.

Übrigens: Enzyme werden in der Medizin ganz gezielt zur Thrombusauflösung eingesetzt. Diese hochreinen Medikamente werden jedoch gespritzt und sind daher in kontrollierten Konzentrationen vor Ort aktiv.

Schulmedizin

Die Schulmedizin kann Arteriosklerose deutlich verzögern, entstandene Schäden lindern und die drohenden Risiken vermindern. Eingetretene Arteriosklerose aber kann nicht mehr beseitigt werden.

Begleiterkrankungen der Arteriosklerose behandeln

Am Wichtigsten ist das Eingreifen bei Stoffwechselkrankheiten wie Diabetes und Hypercholesterinämie. Lipidsenker werden eingesetzt, um die Cholesterinspiegel im Blut zu senken. Dadurch kann der Zustand der Gefäße stabilisiert werden. Hier haben besonders Statine eine wichtige Bedeutung.

Thrombosen verhindern

An den rauen Gefäßwänden verklumpt das Blut: Es bilden sich Blutklumpen, die ganze Gefäße verschließen können. Daher hemmt man die Blutgerinnung mit sogenannten Thrombozytenaggregationshemmern. Sie reduzieren die Gefahr von Thrombosen sowie Herzinfarkten oder Schlaganfällen bei Arteriosklerose. Diese Mittel zur Hemmung der Blutgerinnung können selten auch unkontrollierte Blutungen auslösen, weswegen man sie nur einsetzt, wenn der Patient bereits einen Herzinfarkt oder eine Embolie hatte oder wenn ein hohes Risiko besteht. Am meisten Erfahrung hat man mit Cumarinen, niedermolekularen Heparinen und niedrig dosierter Acetylsalicylsäure (100 mg/Tag).

In den neuen aktuellen internationalen Leitlinien wird bei Arteriosklerose Cilostazol empfohlen. Es wirkt über mehrere Mechanismen positiv auf die geschädigten Gefäße und wird nach Komplikationen (Schlaganfall, Herzinfarkt, PAVK) gegeben.

Thromben auflösen

Frisch gebildete Thromben lassen sich medikamentös auflösen, sofern sie schnell entdeckt werden (Thrombolyse durch Fibrinolytika). Alte Thromben kann diese Methode aber nicht beseitigen. Dann operiert man besser:

Schäden beseitigen

Sofern die Gefäße einen großen Durchmesser aufweisen, werden sie geweitet. Das Verfahren nennt sich Perkutane Transluminale Angioplastie (PTA) oder Ballondilatation: Ein aufblasbarer Ballonkatheter wird in die Arterien bis zur Verengung vorgeschoben. Durch das Aufblasen des Ballons wird die Verengung geweitet. Oftmals aber verschließen sich die Stellen erneut. Daher bringt man häufig so genannte Stents ein. Stents sind feine Metallgitter, die die Ader dauerhaft offen halten sollen. Ein dauerhafte Lösung ist diese Methode jedoch oft nicht: Die Zellen der Aderwände wuchern häufig und verschließen die Ader erneut.

Gefäßoperationen bei Arteriosklerose haben ein für den Patienten hohes Risiko. Sie werden nur in bestimmten Situationen (Herzinfarkt, Gefäßverschluss, kritischer Sauerstoffmangel) angewendet. Hierbei werden die Adern mit einem Katheter geweitet. Große Arterien können auch aufgeschnitten und die Verengung herausgeschält werden. Auch ein Ersatz ist möglich: Ein Bypass überbrückt einen geschädigten Abschnitt mit einer Arterie des Patienten oder einem Teflonschlauch.