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Arthrose

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Arthrose: Wer rastet, der rostet

Bausteine der Therapie sind Knorpelernährung, Behandlung der Entzündung und Entlastung der Gelenke durch Gewichtsabnahme und Muskelaufbau.

Von: PhytoDoc-Redaktion

Entzündung durch Abnutzung

Im alltäglichen Sprachgebrauch bezeichnet Arthrose die Abnutzung des Gelenkknorpels. Wenn sich diese, den Knochen schützende, Knorpelschicht verringert und dadurch dann Knochen auf Knochen reibt, sind heftige Schmerzen die Folge.

Wenn die Abnutzung ein gewisses Ausmaß erreicht hat, entsteht häufig zusätzlich eine Entzündung. Man spricht dann von einer aktivierten Arthrose.

Arthrose ist auch heute noch nicht heilbar, kann aber, frühzeitig angegangen, lange stabil bleiben – bei guter Lebensqualität. Lesen Sie hier alles über die Bausteine der Therapie: Knorpelernährung (Nahrungsergänzung), Behandlung der Entzündung (Heilpflanzen), Entlastung der Gelenke durch Gewichtsabnahme (Ernährungstherapie) und Bewegung, um den Muskelaufbau zu verbessern und so die Gelenke zu schonen.

Behandlung bei Arthrose: Naturheilkunde und Hausmittel

Therapieziele bei Arthrose sind zu allererst eine Schmerzlinderung und Verzögerung des Fortschreitens. Dazu muss man die Knorpelernährung verbessern, die Entzündung in Schach halten sowie anhaltend und regelmäßig Muskeln und Kondition trainieren. Ganz am Anfang der Arthrosebehandlung steht daher die Aktivierung des Patienten zu mehr Bewegung (Physiotherapie, Sport) und Gewichtsabnahme.

Erst wenn das nicht mehr fruchtet, kommen Medikamente, insbesondere Entzündungshemmstoffe und Schmerzmittel der Schulmedizin, zum Einsatz. Im schlimmsten Fall spritzt man sie bei aktivierter Arthrose direkt ins Gelenk.

Heilpflanzen bei Arthrose

Reizend und durchblutungsfördernd

Arnikatinktur (1 Esslöffel auf ½ Liter Wasser) wird als Umschlag auf das schmerzende Gelenk aufgelegt. Reizmittel wie Chilisalbe und Senfmehlauflagen lindern durch gezielte Reize Schmerzen, hemmen den Abbau von Knorpel durch Entzündung und fördern die Blutversorgung und Gelenkregeneration. Die lokale intrakutane Spritzen-Therapie mit Mistelextrakt kann gute Effekte gegen Schmerzen bringen. Cantharidenpflaster sind umstritten, denn sie verursachen mitunter erhebliche Beschwerden.

Achtung: Reiztherapie setzt man nur bei Arthrose, nicht bei aktivierter Arthrose (Arthritis) ein.

Kiefernnadelöl sowie Rosmarin, Arnika und Thymian als Kräuterkompressen oder ölige Einreibungen regen die Durchblutung an und lindern die Arthroseschmerzen.

Auch Beinwelltinktur kann bei äußerlicher Anwendung die Schmerzen lindern. Wegen der in der Pflanze enthaltenen Pyrrolizidinalkaloide sollte man aber nur käufliche Präparate verwenden.

Im Spätstadium der Arthrose kommt es ganz ähnlich wie bei Arthritis zu entzündlichen Schüben. Dann gilt:

Entzündungshemmend

Enzymtherapie (Bromelain, Phlogenzym) soll entzündliche Botenstoffe zersetzen und so die Schmerzursache abschalten. Weiden-, Pappel-, Eschenrinde wirken als natürliche Aspirinvarianten entzündungshemmend bei aktivierter Arthrose. Es braucht aber etwas Geduld, eine Wirkung tritt frühestens nach zwei Wochen ein. Auch Teufelskralle und Brennnessel bremsen die Entzündung bei aktivierter Arthrose und Rheuma.

Weihrauchpräparate unterstützen die antientzündliche Therapie von außen, allerdings ist das mit dem typischen Duft verbunden. Es gibt auch wirksame Präparate zur innerlichen Anwendung. Bislang gibt es nur wenig kleine Studien zum Thema, allerdings mit positivem Ausgang.

Hagebuttenextrakt

Pulver aus der Hagebuttenfrucht (Rosa canina ssp. lito) enthält den antientzündlichen Wirkstoff Galaktolipid. Die Ansprechrate bei Arthrose soll bei über 80% liegen, bei den herkömmlichen Medikamenten aus der Gruppe der NSAR ist sie mit 40% vergleichsweise gering.

Basische Kräutertees zur Ausleitung

Nach traditionellen Vorstellungen bessern sich Entzündungen - wie aktivierte Arthrose - dadurch, dass Gift- und Schlackenstoffe durch Ausleitung aus dem Kreislauf entfernt werden. Man behandelt hier mit entzündungshemmenden Tees, welche die Harnbildung fördern und den Stuhlgang unterstützen.

  • Weidenrinde/ Holunderblüten/ Bittersüßstängel/ Wacholderbeeren/ Sandelholz
  • Brennnesselkraut/ Bittersüß/ Queckenwurzelstock/ Sennesblätter/ Fenchelfrüchte
  • Löwenzahnwurzel/ Wacholderbeeren/ Sennesblätter/ Faulbaumrinde/ Queckenwurzel

1 El Tee mit einer Tasse heißem Wasser übergießen und 10-15 Minuten ziehen lassen. 3 bis 4 x täglich eine Tasse trinken. Achtung: Sennesblätter dürfen nicht dauerhaft angewendet werden.

Die Phytotherapie kann also den Knorpelschaden an sich nicht beheben, behandelbar sind bei Arthrose nur die Schmerzen, bei Arthritis auch die Entzündung.

Homöopathische Mittel bei Arthrose

Zur innerlichen Anwendung setzt man bei Arthrose häufig ein:

Hedera helix (Efeu): Arthrose mit Gelenksteife und Taubheitsgefühl

Caulophyllum (Blauer Hahnenfuß): Finger- und Zehenarthrose, knackende Gelenke

Cimicifuga (Traubensilberkerze): Arthroseschmerzen vor allem bei Kälte und Nässe

Harpagophytum (Teufelskralle): Verspannungen, Gelenkschmerzen nach Belastung, geschwollene Gelenke

Äußerlich eignen sich:

Rhus toxicodendron (Giftsumach): bei Gelenkschmerzen von Verletzungen, Zerrungen, Sehnen- und Muskelschmerzen bis Rheuma. Charakteristikum der Schmerzen: bei Wärme besser, nach Ruhephasen und Abkühlung schlimmer.

Ledum palustre (Sumpfporst): gegen Stich- und Bisswunden, auch für Gelenkenzündungen (wie Rheuma, Arthritis, Gicht und Zeckenbissbeschwerden), vor allem, wenn Schwellungen nicht zurückgehen.

Nahrungsergänzung

Zur Verbesserung der Knorpelernährung bei Arthrose gibt es im Handel verschiedene Präparate, die Bestandteile des Knorpels beinhalten, beispielsweise Glucosamin, Kollagen (Gelatine), Kollagenhydrolysate (verdautes Kollagen) oder Chondroitinsulfat. Wegen der geringen Regenerationsfähigkeit des Knorpels sind die Effekte auf bereits vorhandene Symptome beschränkt. Einige Studien zeigen aber, bei langfristiger Einnahme, eine geringfügige Zunahme der Knorpeldicke bei verminderten Beschwerden. Nach Erfahrungen in Sportmedizinischen Ambulanzen bringen die genannten Stoffe meist einen gewissen Nutzen bei Arthrose.

Antioxidative Vitamine (Vitamine C und E) werden gezielt eingesetzt, um oxidative Schäden am Knorpel zu reduzieren:

Vitamin C ist außerdem für die Herstellung des Gelenksbestandteils Kollagen unabkömmlich.

Vitamin E hilft den Patienten zwar, wie sich in einzelnen kleinen Untersuchungen herausstellte, gilt in den offiziellen Leitlinien zur Hüftarthrose aber nicht als gesicherte Maßnahme. Wegen erhöhter Risiken bei Dauereinnahme ist die Dosis auch auf 400IE pro Tag zu beschränken. Für Raucher ist das Vitamin nicht geeignet.

Falls Vitamin-D- und/oder Calcium-Mangel mit Osteoporose vorliegen, sollte man mit entsprechenden Präparaten weiteren Knochenabbau verhindern. Sie könnten darüber hinaus den Verlauf verlangsamen und auch schmerzlindernd sein. Analysen jedenfalls zeigen, dass Schmerzpatienten häufig Vitamin D-Mangel haben.

Hausmittel und Tipps für den Alltag

Was Sie selbst tun können

Auflagen

In der Volksheilkunde behandelt man Arthrose mit Wickeln – kalte bei Entzündung, warme bei chronischen Schmerzen. Dazu trägt man Heilerde etwa 1cm dick auf das Gelenk auf. Die Masse wird mit einem feuchten Tuch bedeckt und alles in ein trockenes Tuch eingeschlagen. Man belässt es auf dem Gelenk, bis die Masse trocken und bröckelig geworden ist (1 ½ bis 2 Stunden).

Daneben kann man gegen Arthose auch kalten Quark einsetzen (Auflagezeit 20 Minuten) oder Kohl (Auflagezeit 2h). Für den Kohlwickel werden die Blätter mit dem Nudelholz gequetscht, bis der Zellsaft austritt. Dann wickelt man die Blätter auf das Gelenk und fixiert sie mit einem Tuch oder Baumwollbinde.

Bettgymnastik: Menschen mit Arthrose haben gerade morgens bei Aufstehen Gelenkschmerzen. Wenn man im Bett noch im Liegen - ohne Belastung - die Gelenke bewegt, sind die Anlaufschmerzen weniger heftig. Auch warmes Duschen erleichtert den Tagesbeginn bei Arthrose.

Entlastende Körperhaltung: Vermieden werden sollten ständig monotone Körperhaltungen. Beim Sitzen und Stehen sollte man zur Vorbeugung von Arthrose die Haltung regelmäßig ändern, denn wird Knorpel direkt auf Knorpel gedrückt weicht die Schmierflüssigkeit an die Ränder des Gelenks aus und erfüllt ihren Zweck nicht mehr. Beseitigen kann man den Zustand, indem man das Gelenk belastungsfrei für einige Minuten bewegt. Also nach dem Stehen zum Beispiel mindestens 5-10 Minuten sitzen und die Beine pendeln lassen.

Neuer Dreh: Erarbeiten Sie mit einem Physiotherapeuten ein Konzept, wie sie Alltagsbewegungen trotz Arthrose durchführen können. Nehmen Sie beispielsweise beim Treppensteigen das Geländer zu Hilfe. Steigungen kann man bei Kniearthrose auch rückwärtsgehend bewältigen.

Flotte Sohle: Sorgen Sie bei Arthrose für bequemes Schuhwerk: Sie brauchen guten Halt und eventuell Stützen (Einlagen). Ganz flach sollte der Schuh nicht sein, ein kleiner Absatz ist in der Regel sinnvoll (fragen Sie dazu Ihren Therapeuten). Für Knieschmerzen kann es auch eine „runde Sohle“ sein - mit einem Absatz der niedriger als die Sohle ist. Luftgepolsterte Sohlen tragen zur Stoßdämpfung bei. Tragen Sie bei Arthrose keine Schuhe mit abgelaufener, schiefer Sohle.

Richtige Unterstützung: Bandagen, vom Arzt verordnet, können, besonders bei Belastungen wie längere Gänge und Sport das Gelenk gut stabilisieren und Arthrose-Schäden vorbeugen. Auch bei bestehender Arthrose kann dadurch die Belastbarkeit verbessert werden. Bandagen sollten nicht andauernd getragen werden, um die Muskulatur nicht durch Dauerstützung im Gelenk abzuschwächen.

Kuschelig warm: Viele Patienten leiden bei kalter Nässe vermehrt unter den Beschwerden. Warme Kleidung wie Angoraunterwäsche schützt bei Arthrose vor Kälteschmerz.

Weitere Therapien

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