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Bauchschmerzen

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Bauchschmerzen: Ein Symptom mit vielen Gesichtern

Welche Erkrankungen sich hinter Bauchschmerzen verbergen und wie Sie naturheilkundlich behandeln können.

Von: PhytoDoc-Redaktion

Es gibt einiges, das uns Bauchschmerzen bereiten kann

Bauchschmerzen können zahlreiche und ganz unterschiedliche Krankheiten anzeigen. Welche das im einzelnen sein können, möchten wir in diesem Übersichtsartikel darstellen. Auf der Unterseite Symptome finden Sie die möglichen Erkrankungen aufgeschlüsselt nach OberbauchschmerzenMittelbauchschmerzen und Unterbauchschmerzen. Im Kapitel über Heilpflanzen können Sie nachlesen, welche Heilpflanze bei welchem Leitsymptom am besten hilft.

Über den Magen-Darmtrakt kommt der Körper mit seiner Umwelt intensiv in Kontakt. Hier werden aber nicht nur Nährstoffe aufgenommen. Auch das Immunsystem wird dort vielfältig geprägt und trainiert. Trotzdem finden ständig Angriffe durch Bakterien und Viren statt, so dass der Körper 70 % seiner Abwehrkräfte in die Darmgesundheit investiert.

Früher hatten Menschen häufig Bauchschmerzen wegen Darminfektionen oder Darmparasiten, heute rücken andere Ursachen für Bauchschmerzen in den Blickpunkt, wie Lebensmittelunverträglichkeiten sowie Störungen des Immunsystems (Allergien, ZöliakieMorbus Crohn). Auch psychosomatische Bauchschmerzen zählen zu den moderneren Beschwerden.

Bauchschmerzen: Ursachen, Heilpflanzen, Hausmittel

Gerade die Bauchorgane sind eng mit der Psyche verbunden

Das dokumentieren auch Sprichworte wie: „Das macht mir Bauchweh“ oder „Das hat mir auf den Magen geschlagen“. Konflikte, Probleme und Stress führen zu einer Vielzahl von Beschwerden, nicht nur Bauchschmerzen, sondern auch Übelkeit, Erbrechen, Völlegefühl, Verstopfung, Durchfall oder Blähungen. Man beginnt erst seit Mitte des letzten Jahrhunderts Entspannungsverfahren sowie psychosomatische Methoden vermehrt in die Behandlungsstrategien zu integrieren.

Bauchschmerzen im Zweifelsfall abklären

Doch haben die genannten Symptome auch viele andere Auslöser und es bedarf einer sorgfältigen ärztlichen Untersuchung, um die Ursachen der Bauchschmerzen festzustellen. Schuld könnte auch eine mangelhafte Verdauung sein. Zahlreiche Erkrankungen von Durchblutungsstörungen, Geschwüren, bis zu entzündlichen Erkrankungen (Morbus Crohn) behindern die Verdauung. Krebserkrankungen (Speiseröhren-, Magen-, Darmkrebs) dagegen sind lange beschwerdefrei und werden daher oft spät diagnostiziert.

Aber nicht immer liegt die Ursache für Bauchschmerzen auch im Darm. Auch andere Organe verursachen Schmerzen im Bauchraum – wie etwa Erkrankungen von Galle, Herz, Blutgefäßsystem, Blase und Eierstock zum Beispiel. Daher:

Bei Bauchschmerzen rechzeitig zum Arzt

Bei hartnäckigen Bauchschmerzen sollten sie nicht zu lange selbst kurieren, sondern einen Arzt aufsuchen. Die gilt auch dann, wenn sehr starke Schmerzen plötzlich verschwinden. Im schlimmsten Fall ist ein Organ, zum Beispiel der Blinddarm, geplatzt.

Alarmsymptome sind auch Bauchschmerzen mit mehrere Tage anhaltendem Durchfall, Gewichtsverlust, blutigem Stuhl, Teerstuhl (schwarzer Stuhl), Fieber und mehrtägigem oder heftigem Erbrechen. Wenn man zu lange wartet, riskiert man einen Kreislaufkollaps wegen zu hohem Flüssigkeitsverlust. Bei harter und schmerzhaft gespannter Bauchdecke (sog. Abwehrspannung) und Schockzustand muss man sofort handeln. Ebenso wenn in der Familie häufig Darmerkrankungen auftreten, ist vermehrte Aufmerksamkeit notwendig.

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Psychosomatische Beschwerden sind auch hier eine häufige Erscheinung. Hier gilt die Faustregel: Je weiter weg die Bauchschmerzen vom Nabel sind, desto ernster die Situation. Plötzlich einsetzender oder nächtlicher Schmerz mit hartem Bauch und Abwehr beim Berühren sind Warnzeichen! Man sollte daneben auf Gedeih- und Wachstumsstörungen sowie Blässe und Haarausfall achten. Dies sind Anzeichen auf eine mangelhafte Verdauung.

Oftmals kann bei Bauchschmerzen die Schulmedizin keine organischen Schäden feststellen. Aber das ist kein Grund aufzugeben, es gibt zahlreiche Ursachen und Hilfsmöglichkeiten. Gerade die Naturheilkunde und die alternative Medizin bieten viele Angebote, die Initiative muss man selbst ergreifen.

Heilpflanzen

Ganz klar: Wenn schwerwiegende Erkrankungen ausgeschlossen sind, helfen die grüne Apotheke und bewährte Hausmittel. Damit kann man Symptome wie Krämpfe, Durchfall, Verstopfung, psychosomatische Beschwerden und Verdauungsschwäche behandeln. Bei schweren Bauchschmerzen muss der Arzt die organischen Ursachen abklären.

Leitsymptom Appetitlosigkeit, Übelkeit

Begleitet werden diese Symptome oft von Verdauungsbeschwerden und Bauchschmerzen. Pflanzen mit Bitterstoffen regen die Verdauung an, sie stimulieren die Produktion von Speichel und Verdauungssäften, fördern den Gallenfluss und sind daher auch vorbeugend nach schweren und fettreichen Mahlzeiten empfehlenswert. Die Nahrung wird besser und effektiver verdaut. Auch die Muskelbewegungen im Verdauungstrakt werden verstärkt, so dass die Magenentleerung und die Darmpassage schneller erfolgen. Das vertreibt Übelkeit nach dem Essen und unangenehmes Völlegefühl. Ebenso sprechen psychosomatische Bauchschmerzen auf die Bitterstoffe an.

  • Pflanzen mit Bitterstoffen (Tausendgüldenkraut, Wegwartenwurzel, Enzianwurzel, Löwenzahnwurzel, Schafgarbenkraut)
  • Pflanzen mit ätherischen Ölen (Anis, Curcuma, Dillfrüchte, Fenchelfrüchte, Gewürznelken, Ingwerwurzel, Koriander, Kümmelfrüchte, Lavendelblüten, Melissenblätter, Pfefferminze, Rosmarinblätter, Thymiankraut, Wacholderbeeren, Zimtrinde, Kalmuswurzel)
  • Flavonoidhaltige Pflanzen: Mariendistelfrüchte, Pomeranzenschalen, Harongarinde,
  • scharfe Pflanzen: Rettich, Zwiebel, Ingwer
  • Enzyme: Bromelain aus Ananas, Papain

Mehr Informationen unter Verdauungsschwäche (Malassimilation), Verdauungsbeschwerden.

Leitsymptom: Gereizte Schleimhaut (Säure, Entzündung, Medikamente)

Wenn die Schleimhaut angegriffen ist, verursacht das schnell Bauchschmerzen. Hier sollte man zu Pflanzen mit Schleimstoffen greifen. Sie umhüllen den gereizten Darm mit einem Schutzfilm. Gleichzeitig puffern sie die Säurewirkung ab.

  • Schleimstoffe: Eibischwurzel oder -blätter, Malvenblätter und -blüten, Flohsamen und -schalen, Isländisch Moos, Leinsamen
  • Entzündungshemmend: Kamille, Salbei, Süßholzwurzel, Rathanhia, u.U. Lecithin, Weihrauch, Myrrhe, Heidelbeere, Tormentillwurzelstock (Blutwurz), andere Gerbstoff-haltige Drogen
  • Mikrobiologische Therapie (z. B. mit medizinischer Hefe, E. coli-Bakterien, Lactobazillen und Acidophilus)
  • Heilerde, Milch oder Bikarbonat neutralisieren überschießende Säurebildung.
  • Haferflocken, Kartoffelpresssaft beruhigen.

Mehr Informationen unter Sodbrennen und Magenschleimhautentzündung.

Leitsymptom: Krampfschmerzen

Bauchschmerzen sind ganz häufig eine Folge von Krämpfen in der Muskulatur von Magen, Darm aber auch vom Harnleiter oder Gallenwegen. Charakteristisch sind hierfür starke an- und abschwellende Schmerzen. Pflanzen mit Alkaloiden lösen die Muskelspannung. Doch Achtung: Alkaloide sind giftig und man muss sich genau an die Dosierungen der exakt auf den Wirkstoff eingestellten Präparate halten (Bilsenkrautblätter, Boldoblätter, Erdrauchkraut, Glockenbilsenkrautwurzelstock, Tollkirsche).

Unbedenklicher einzusetzen bei krampfhaften Bauchschmerzen sind folgende Pflanzen:

  • Angelikawurzel, Anisfrüchte, Dillfrüchte, Fenchelfrüchte, Galgantwurzelstock, Kalmuswurzelstock, Kümmelfrüchte, Pfefferminzblätter, Pomeranzenschalen, Wermutkraut oder Zimtrinde.
  • Flavonoidhaltige Pflanzen: Kamille (auch als Rollkur zusammen mit Leinsamenschleim), Süßholzwurzel
  • Schafgarbenkraut, Bittere Schleifenblume, Süßholzwurzel

Leitsymptom: Füllungsschmerzen, Spannungsgefühl, Völlegefühl, Aufgeblähtheit

1. Verstopfung und Darmträgheit

Bei stark gefülltem Darm und hartem Kot kommt es leicht zu Bauchschmerzen. Auch hier gibt es ein einfaches Mittel: Schleimhaltige Pflanzen erleichtern die Darmpassage (Flohsamen, -schalen und Leinsamen). Außerdem nehmen Schleime viel Wasser auf und quellen dabei. Die Volumenzunahme ist ein Reiz für die Nerven in der Darmwand, die daraufhin die Muskelbewegung in Gang setzen. Auch getrocknetes Obst bringt häufig die Sache in Bewegung. Gleichzeitig sind diese Mittel sehr sanft und gewebeschonend. Beachten Sie aber, dass Sie begleitend dazu viel trinken!

Lesen Sie weiter unter Verstopfung

2. Blähbauch, Blähschmerzen, Blähungen und Meteorismus

Bestimmte Lebensmittel bilden im Darm große Gasmengen, die nicht nur den Bauch blähen sondern auch Bauchschmerzen verursachen. Während das Abgehen der Winde Erleichterung bringt, ist die Luft beim Meteorismus gefangen. Hier nutzt man ätherische Öle oder Pflanzen mit Bitterstoffen. Auch sammeln sich bei bestimmten Personen mit Lebensmittel-Unverträglichkeiten große Mengen Flüssigkeit im Darm oder um den Darm an. Das bereitet durch den Spannungszustand Bauchschmerzen.

Lesen Sie weiter unter Blähungen, Lactoseintoleranz.

Leitsymptom: Durchfall

Wichtig hier sind Heilpflanzen mit einer keimhemmenden, entkrampfenden, abschließenden (adstringierenden) und schleimhautschützenden Komponente:

Lesen Sie weiter unter Durchfall.

Leitsymptom: Appetitlosigkeit, Nervosität, Schlaflosigkeit

Sehr belastend sind auch psychosomatische Bauchschmerzen. Abhilfe schaffen Heilpflanzen, die eine beruhigende und entspannende Eigenschaft vereinen, wie Baldrian, Hopfenzapfen, Lavendelblüten, Melissenblätter und Kamillenblüten.

Lesen Sie weiter unter Schlaflosigkeit.

Heilpflanzen und Vitalstoffe, die bei Bauchschmerzen helfen können

Hausmittel und Tipps für den Alltag

Was Sie selbst tun können

Bei Bauchschmerzen und Koliken ist häufig Wärme, insbesondere feuchte Wärme wohltuend. Ein warmes Bad, aber auch eine Wärmflasche oder Heizdecke kann gute Dienste leisten. Besonders bei Blasenentzündung sollten auch die Füße warm sein.

Treten Bauchschmerzen bei therapeutischem Fasten auf, greift man manchmal zu einem kalten Wickel. Dabei darf man aber nicht frieren. Der Wickel wärmt sich in der Regel schnell auf und wird dann angenehm erleichternd empfunden. Andere bevorzugen beim Fasten Wärme, z.B. in Form eines feuchtwarmen Leberwickels.

Machen Sie es sich bequem bei Bauchschmerzen: lockern Sie enge Kleidung oder legen Sie sich zur Entspannung ins Bett. Bei Abgeschlagenheit sollten Sie sich körperlich schonen. Bewegung ist aber bei Darmträgheit, Verdauungsschwäche, Blähungen und Stress die bessere Variante.

Überdenken Sie bei chronischen Bauchschmerzen auch Ihre Lebensführung: Haben Sie zu viel Stress? Nehmen Sie sich Zeit zum Essen? Konsumieren Sie zu viele Reiz- und Genussmittel? Kaffee, ein Übermaß an Zucker, Nikotin, Alkohol und kohlensäurehaltige Getränke sind nicht für jede Verdauung geeignet.

Wenn Babys Bauchschmerzen haben, ist das nicht immer leicht zu erraten. Dann kann man den Bauch mit Kümmelöl massieren. Leichte Massagen regen den Darm an und sollen Blähungen austreiben. Auch Umschläge mit warmem Kamillentee oder warmen gequollenen Leinsamen können helfen.

Weißkohlsaft oder Kartoffelpresssaft sind Oma´s Geheimrezept gegen entzündliche Magen- und Darmreizungen. Auch eine warme Hühnersuppe kann wohltuende Wirkung bei Bauchschmerzen entfalten. Ein geriebener Apfel hilft sowohl bei Übersäuerung als auch bei zu wenig Säure und Milch kann überschüssige Säure binden.

Bei unspezifischen und psychosomatischen Bauchschmerzen und anderen Beschwerden sollte man für Entspannung sorgen. Überdenken Sie ihr Leben und arbeiten Sie aktiv an einem neuen Lebenskonzept. Ein Entspannungsverfahren oder Atemtherapie kann Sie dabei unterstützen.

Pfefferminzöl in Kapseln oder Kamille als Tee sind bei Bauchschmerzen milde Krampflöser und auch für Kinder geeignet. Pfefferminz auf Würfelzucker kann man auch Kindern schmackhaft machen.

Weitere Therapien

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