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Bindegewebsschwäche: Wie man sie erkennt, was dagegen hilft

Frau massiert Oberschenkel für ein straffes Bindegewebe.

Wenn die Haut zu nachgiebig ist

Eine Bindegewebsschwäche ist für viele Frauen vor allem ein kosmetisches Übel, ist es doch für Cellulite, Dehnungsstreifen oder hubbelige Haut verantwortlich. Doch es ist auch ein medizinisches Problem, denn das Bindegewebe ist mehr als eine bloße Hülle, viel mehr liegt in ihm der Schlüssel für unsere Gesundheit. 

Von: Inge Behrens

Bindegewebsschwäche kompakt: Die wichtigsten Fakten

Jahrzehnte lang war das Bindegewebe für die Forschung von keinem besonderen Interesse. Dank der modernen Sportwissenschaft ist es erneut in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. Ihr Augenmerk galt aber nur einer ganz bestimmten Form oder einem ganz bestimmten Typ des Bindegewebes: den Faszien. Sie bilden die Muskelhülle und sorgen für die Gleitfähigkeit und Verschiebbarkeit der Muskeln. 

Nicht minder wichtig ist jedoch das darüber gelegene lockere und faserige Bindegewebe, das den allergrößten Anteil der Haut bildet. Es umhüllt nicht nur Knochen und Gelenke, sondern gibt auch inneren Organen Halt und Stabilität, weil es selbst die kleinsten Zwischenräume ausfüllt. 

Es ist das größte zusammenhängende Ganze im Körper und verbindet alles miteinander. In ihm verlaufen Nervenbahnen, Blut- und Lymphgefäße. Als wichtiges Regulationssystem spielt es eine wichtige Rolle im Stoffwechsel, ist es doch für die Versorgung der Zellen mit Nährstoffen und für den Abtransport der Schadstoffe zuständig. 

Nicht zuletzt sind im Bindegewebe auch viele Abwehrzellen enthalten. Es hat somit auch eine wichtige Funktion im Immunsystem. Eine Bindegewebsschwäche hat daher enorme Auswirkungen: Sie begünstigt nicht nur die Entstehung von Besenreisern, Krampfadern und Gebärmuttersenkung, sondern kann gravierende Gesundheitsprobleme wie den Durchbruch von Eingeweiden (Hernie) oder gar Aneurysmen nach sich ziehen. Unschöne Erscheinungsbilder wie Cellulite oder Schwangerschaftsstreifen sind dagegen nur ein kosmetisches Problem.

Was ist Bindegewebsschwäche?

Um das zu verstehen, ist ein Blick in den Aufbau des Bindegewebes nötig. Frauen haben von Natur aus ein lockereres Bindegewebe als Männer. Damit es sich in der Schwangerschaft stark dehnen kann, sind bei ihnen die kollagenen Fasern nur parallel angeordnet. Die Struktur des männlichen Bindegewebes ist anders: Deren Fasern verlaufen kreuz und quer, bilden also ein richtiges Netz. Frauen neigen daher eher zu Bindegewebsschwäche als Männer. 

Wie fest und straff ein Bindegewebe im Einzelfall ist, hängt auch von der Zahl der kollagenbildenden Zellen, den Fibroblasten ab. Das Eiweiß „Kollagen“ verleiht der Haut Struktur und Spannkraft. Je weniger Fibroblasten vorhanden sind desto weniger Kollagenfasern können gebildet werden und desto geringer ist die Stützfunktion des Bindegewebes. Auch kann der Abstand der Stränge relativ groß sein, so dass das Kollagengerüst insgesamt zu fragil oder „wacklig“ ist. Aufgrund falscher Ernährung und Alterung können die Fibroblasten auch langsamer arbeiten oder inaktiv werden.

Nicht zuletzt kann das lockere, faserige Gewebe zwischen den Strängen zu weich sein. Der Körper verliert dann nicht nur äußerlich seine Silhouette, sondern es kann auch zu Organverlagerungen kommen. Eine Bindegewebsschwäche kann genetisch bedingt und somit angeboren sein. Es ist aber auch eine Frage des Lebensstils: zu viel UV-Strahlung, falsche Ernährung und mangelnde Bewegung lassen das Bindegewebe erschlaffen.

Wie erkennt man Bindegewebsschwäche?

„Ich habe halt ein schwaches Bindegewebe“, diesen Satz hört man immer wieder von Freundinnen und Bekannten, wenn von bestimmten Hautproblemen wie Cellulite, Dehnungsstreifen, Besenreiser oder schlaffer Haut die Rede ist. Tatsächlich sind diese Symptome erste wichtige Hinweise auf eine Bindegewebsschwäche. Eine Neigung zu Couperose kann der Hautarzt diagnostizieren.

Bei Besenreisern und Krampfadern ist es ratsam, einen Gefäßspezialisten zu konsultieren. Per Ultraschall kann er überprüfen, ob davon auch tiefer liegende Venen und Arterien bzw. die Hauptschlagader (Aorta) betroffen sind. Denn auch Adern bestehen aus Bindegewebe. Sie gehören aber zu einem anderen Typ, dem straffen und elastischen Bindegewebe.

Mit der Methode der Irisdiagnose ist es Heilpraktikern wie Stefanie Möller-Peske, die in dieser Methode geschult sind, möglich, eine Neigung zur Bindegewebsschwäche zu erkennen. „In der Regenbogenhaut spiegeln sich die Organe sowie deren Bindegewebe in einer strengen und logischen Ordnung wider. Die Iris ist damit wie ein Fingerabdruck des Menschen“, erklärt die Expertin.

Die gesetzlichen Krankenkassen halten die Irisdiagnose für eine unzuverlässige Diagnoseform und zahlen diese Untersuchung nicht.

Die verschiedenen Formen von Bindegewebe

Während unsere äußere Hülle und das innen liegende „Polster- und Füllmaterial“, locker und faserig ist, bestehen Bänder und Sehnen aus straffem oder elastischem Bindegewebe. Letztere Bindegewebsarten enthalten deutlich mehr Kollagen und Elastin; sie sind daher je nach Funktion straffer oder flexibler. 

Die stark dehnbaren Organe wie die Harnblase oder die Gebärmutter sind von elastischem Bindegewebe umgeben. Die Hüllen anderer Organe wie das Gehirn enthalten aus guten Schutzgründen wiederum mehr stabilisierende Kollagenfasern und sind aus straffem Bindegewebe hergestellt. Übrigens besteht auch die Knochenhaut aus dieser Gewebsform.

Das Marfan-Syndrom – eine krankhafte Bindegewebsschwäche

Welche unzähligen Leiden eine krankhafte Bindegewebsschwäche verursacht, zeigt das Beschwerdebild des Marfan-Syndroms. Diese krankhafte Bindegewebsschwäche ist angeboren und wird infolge eines Gendefektes mit einer Wahrscheinlichkeit von 50 Prozent an die Nachkommen weitervererbt. Seltener, in nur einem Drittel aller Fälle, kommt es zu einer Spontanmutation in dem betreffenden Gen.

Betroffene sind meist überdurchschnittlich groß und schmal gebaut, ihre Bänder und Sehnen sind hyperflexibel und geben deshalb keinen Halt, so dass beispielsweise Gelenke leicht aus ihrer Pfanne rutschen. Erkrankungen der Augenlinse oder der Herzklappen machen Betroffenen im wahrsten Sinne das Leben schwer.

Auch die Wände der Aorta, der Hauptschlagader, sind bei einigen äußerst fragil. Daher schweben sie permanent in Lebensgefahr. Häufig leiden die Betroffenen an einem Aneurysma, einer lebensbedrohlichen Aussackung an der Aorta. Der Grund für all diese krankhaften Veränderungen ist ein fehlerhafter Aufbau des Fibrillins, einem weiteren wichtigen Bestandteil des elastischen Bindegewebes. Ein bis zwei von 10.000 Menschen leiden unter dieser Krankheit. 

Was verursacht Bindegewebsschwäche?

„Eine Bindegewebsschwäche kann jedoch nicht nur vererbt werden, sondern auch im Laufe des Lebens erworben werden“, erklärt Heilpraktikerin Stefanie Möller-Peske.

UV-Strahlung, falsche und ungesunde Ernährung sowie mangelnde Bewegung sind drei wichtige Faktoren, die den Abbau der Kollagenfasern bewirken können. Hier spielt also der persönliche Lebensstil eine große Rolle.

1. Sonnenlicht

Vor allem UV-A Strahlen schädigen das Bindegewebe. Denn sie können die Oberhaut (Epidermis) leicht durchdringen und die Stützfasern zerstören. Insbesondere im Gesicht, an Hals und Dekolleté fördert es die Faltenbildung, da die Hautpartien oft unbedeckt und somit der Sonne ausgesetzt sind. 

2. Ungesunde Ernährung

Das Bindegewebe hat nicht nur eine Stützfunktion, es reguliert auch die Versorgung des gesamten Organismus und somit aller Organe mit Nährstoffen. Das lockere Gewebe, in dem sich neben den Nerven- und Lymphbahnen auch die Blutgefäße befinden, besteht zum Großteil aus Wasser. Die aus den Kapillaren an die Zwischenzellflüssigkeit abgegebenen Nährstoffe können so auf dem Wasserweg überall hin transportiert werden, nicht zuletzt versorgen sie auch die Zellen des Bindegewebes selbst. 

Werden mit der Nahrung dem Organismus nicht ausreichend Mineralien und Vitamine zugeführt, können die unterversorgten Zellen ihrer Aufgabe das Bindegewebe zu regenerieren, nicht nachkommen. Die Folge: das Bindegewebe wird schlaffer.

3. Übersäuerung

Auch wenn dem Organismus mit der Nahrung zu viele Säuren zugeführt werden, kann dies einerseits das Stützgerüst und andererseits das lockere Gewebe gefährden. Alkohol, Nikotin, und der Verzehr zu vieler säurebildender Nahrungsmittel führen zur Übersäuerung, da der Organismus all die Säuren nicht ausreichend verstoffwechseln kann. 

„Das Bindegewebe gilt heute als Zwischenlager für Ausscheidungsprodukte des Stoffwechsels. Leider wird es oft zum Endlager und führt dann zu Übersäuerungszuständen“, erklärt der Allgemeinmediziner Dr.med. Michael Worlitschek, Experte für den Säure-Basenhaushalt. Das kann zu vielen Problemen führen: Dazu zählen Lymphstau, Celllulite, die berüchtigte Orangenhaut, sowie Muskelverspannungen in Schultern, Nacken und Oberarmen.

4. Mangelnde Bewegung

Die Kollagensynthese lässt im Laufe der Jahre ständig nach. Bewegung aktiviert aber nicht nur die kollagenbildenden Fibroblasten, sondern regt die Durchblutung an und unterstützt den Stoffwechsel der Haut, sprich die Versorgung der Zellen mit Nährstoffen und die Entsorgung von Schadstoffen. Außerdem bildet sich die Muskulatur zurück, wodurch die Haut noch schlaffer wird. In den letzten Jahren rückte die Sportwissenschaft die Faszien in den Fokus. Dieses Gewebe befindet sich zwischen Muskel und lockerem Bindegewebe. 

Elastische Faszien sind eine wichtige Voraussetzung für Beweglichkeit und sorgen dafür, dass man auch Spaß an der Bewegung hat. Die Mikrostruktur der faszialen Kollagenfasern weist bei jungen Menschen eine andere Struktur auf als bei älteren Menschen: Durch den Alterungsprozess aber vor allen durch den Bewegungsmangel verliert das Gewebe seine scherengitterartige Makro- und seine wellenförmige Mikrostruktur. Was dann passiert, erklärt das Autoren-Duo Divo G. Müller und Karin Hertzer anschaulich in ihrem Buch „Training für die Faszien“: „Die Kollagenfasern reagieren auf Zugspannung nicht länger wie eine elastische Sprungfeder, sondern eher wie ein sprödes Seil“. 

Alltägliche Bewegungen fallen darum schwer und sind mühsam. Schuld daran sind also weniger verkürzte Muskeln, sondern vor allem die faszialen Muskelhüllen. Deshalb ist auch Faszientraining wichtig. Aber dabei ist Geduld nötig: denn Faszien wachsen deutlich langsamer als Muskeln.

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Zu große körperliche Belastung vermeiden: Wer lange sportlich nicht aktiv war, sollte es mit dem Sport anfangs nicht übertreiben. Denn exzessives Training schadet den Faszien nur. Typische und häufige Sportverletzungen wie der Achillessehnen- oder Bänderriss sind Faszienschäden.

5. Medikamente

Nicht zuletzt kann die längere Einnahme von chemischen Medikamenten nicht nur die Leber belasten, sondern auch das Bindegewebe, denn sie führt ebenfalls zur Übersäuerung. Mit einer basenreichen Ernährung kann jeder dafür sorgen, dass sich Stoffwechselendprodukte nicht dauerhaft im Gewebe einlagern und somit der Bildung von Schlacken vorbeugen.

6. Alterung

Abgesehen von all diesen lässlichen Sünden und Verhaltensfehlern, die dem Bindegewebe schaden können, ist vor allem der natürliche Alterungsprozess für die zunehmende Bindegewebsschwäche verantwortlich. Frauen trifft das Schicksal in diesem Fall härter als Männer. Das Absinken des weiblichen Hormons führt auch zur Rückbildung der parallel angeordneten Kollagenfasern, die dem Bindegewebe seine Struktur und Halt geben. So werden die Fibroblasten langsamer und produzieren deshalb deutlich weniger Kollagen. 

Wechseljahre: Das Absinken des Hormonspiegels schwächt das Bindegewebe

Mit Einsetzen der Menopause, die ein Jahr nach der letzten von den Eierstöcken regulär gesteuerten Menstruationsblutung beginnt, bemerken viele Frauen alsbald, dass ihre Haut an Oberschenkeln, dem Bauch und Po deutlich an Spannkraft verliert, sprich das Gewebe erschlafft. 

Traurig aber wahr: bereits zwei Jahre nach der Menopause ist durch den Hormonmangel an Östradiol und Progesteron bereits 40 Prozent des kollagenen Stützgewebes verschwunden. Dadurch kann sich das Fett, das sich in der untersten Hautschicht befindet, leicht nach oben durch die mittlere Hautschicht in die Oberhaut drücken. Orangenhaut an den Außenseiten der Oberschenkel und am Po sowie am Bauch ist die Folge.

Aufgrund der zunehmenden Bindegewebsschwäche kann auch der Bauch absacken und sich an dessen Unterseite eine kleine Schürze bilden. Je höher der Körperfettanteil ist, desto gravierender tritt das Problem zutage. Auch oberhalb der Knie kann sich die Haut wellen oder es können sich mehrere Hautfalten bilden. 

Ebenso zeigt sich der berühmt berüchtigte Winkearm nun deutlicher als zuvor. Ganz zu schweigen von dem Busen, der aufgrund des schwächelnden Bindegewebes der Schwerkraft mehr und mehr nachgibt.

Folgen von Bindegewebsschwäche

Bindegewebsschwäche ist weitaus mehr als nur ein ästhetisches oder kosmetisches Problem, sondern ein medizinisches. Denn sie verursacht zahlreiche, durchaus gravierende Beschwerden.

Besenreiser & Krampfadern

Weitere Symptome für ein schwaches Bindegewebe sind auch Besenreiser und Krampfadern (Varikosis, Varizen). Die hauchdünnen, bläulich oder dunkelrot schimmernden Besenreiser entstehen aufgrund von erhöhtem Druck in den Adern. Staut sich dann das Blut in den Venen und kommt noch eine Bindegewebsschwäche hinzu, dehnen sich die feinen Äderchen aus und Besenreiser werden sichtbar.

Gefäße kann man sich wie einen Schlauch vorstellen. Wenn das darum liegende Bindegewebe zu weich und nachgiebig ist, kann es leicht zur Aussackung kommen, da diese keinen Halt oder Stütze mehr finden. „Im weiteren Verlauf schließen die Venenklappen nicht mehr richtig, so dass das Blut nicht mehr vollständig und ausreichend weiter nach oben gedrückt wird“, erklärt Phytoexpertin Möller-Peske.

Ihr Tipp: Bei geschwollenen und schweren Beinen öfter die Venenpumpe aktivieren, indem man sich immer im Wechsel auf die Zehnspitzen stellt und die Füße wieder senkt. Diese kleine Übung aktiviert auch die Muskelpumpe in den Waden. „Durch die Kontraktion des Muskels wird das Blut leichter zum Herzen gepumpt“, erklärt die Heilpraktikerin.

Allerdings sei ein schwaches Stützgewebe nicht die alleinige Ursache für diese unschönen Gefäßerweiterungen und Aussackungen, allenfalls begünstige diese derartige Beschwerden, so die Hamburger Heilpraktikerin. Krampfadern sollten in jedem Fall von einem Spezialisten untersucht und beobachtet werden, da sie die Venenfunktion beeinträchtigen. Auch können sie die Entstehung von Ekzemen und offenen Beinen begünstigen.

Gebärmuttersenkung und Blasenschwäche

„Bedenklich ist eine Bindegewebsschwäche vor allem auch dann, wenn es zu Organsenkungen kommt“, so die Heilpraktikerin. Nach den Wechseljahren zählt die Gebärmuttersenkung zu einer der häufigsten Beschwerden. 

Im schlimmsten Fall kann es zu einem Gebärmuttervorfall, von Medizinern als Uterusprolaps bezeichnet, kommen. Vor allem Frauen, die ein oder mehrere Male ein Kind ausgetragen haben, sind davon häufiger betroffen. Schwangerschaften seien im Bereich des Beckens eine große Belastung für das Bindegewebe, weiß Möller-Peske.

Zu dem Internisten und Gastroenterologen Markus Soltau kommen nicht selten Patientinnen, die über unwillkürlichen Urinabgang klagen. Ursache dafür kann auch eine gesenkte Gebärmutter sein, die auf die Harnblase drückt. In der Regel empfiehlt der Internist Frauen Beckenbodenübungen. Sofern mit einem effektiven Training keine Linderung der Beschwerden zu erzielen sei, müsse schlimmstenfalls mittels einer OP eine Bänderraffung vorgenommen werden, so Soltau. 

Mit einem Beckenbodentraining kann man auch einem weiteren Leiden, dem Enddarmvorfall gezielt vorbeugen. Denn auch in diesem Fall bedingt eine erschlaffte Muskulatur die Bindegewebsschwäche und führt zu den schmerzhaften Ausstülpungen im Enddarm. 

Heilpflanzen bei Gebärmuttersenkung

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Heilpraktikerin Stefanie Möller-Peske behandelt die Senkungsbeschwerden ihrer Patientinnen auch mit pflanzlichen Mitteln. So könnten Patientinnen verschiedene Heilpflanzentees trinken oder diese auch als Tinktur einnehmen. Besonders bewährt bei Bindegewebsschwäche und Venenleiden haben sich Ackerschachtelhalm und Rosskastanie

Der Phytodoc-Tipp: die getrockneten Pflanzenbestandteile mindestens 20 Minuten lang kochen, damit die Kieselsäure aus der pflanzlichen Droge heraustreten kann. Kieselsäure (Silicium) festigt das Bindegewebe, indem es der Haut hilft, mehr Feuchtigkeit zu binden.

Hernie: Wenn Eingeweide austreten

Schwaches Bindegewebe kann auch den Durchbruch von Eingeweiden, medizinisch Hernie, von lateinisch hernia, „Bruch", begünstigen. Organe wie der Magen und der Darm werden vom Bindegewebe fixiert und gestützt. 

Wenn das Gewebe zu schwach und nachgiebig ist, kann es sich durch eine Lücke durchdrücken. Auch wenn das Bindegewebe der Männer naturgemäß einen höheren Anteil strukturgebender Kollagenfasern besitzt, kann auch deren Bindegewebe mit zunehmendem Alter zu schwächeln beginnen. Ab dem mittleren Alter sind Nabel- und Leistenbruch bei Männern daher keine Seltenheit.

Bei einem Leistenbruch, der sogenannten Leistenhernie, zwängen sich im Bereich des Leistenkanals Eingeweide durch eine Lücke in der Bauchwand hindurch. Zuerst tritt das Bauchfell aus und danach können auch Teile des Darms folgen. Dadurch entsteht eine Aussackung, die als Bruchsack bezeichnet wird. 

Leistenhernien treten bei Männern deutlich öfter als bei Frauen auf. 70 bis 80 Prozent der Fälle betreffen Männer. Eine Operation ist meist nicht zu umgehen. Die Leistenbruch-Operation wird heute meist minimal-invasiv durchgeführt.

Der Zwerchfellbruch kann lebensgefährlich sein

Wenn Menschen stark übergewichtig sind und zugleich schwaches Bindegewebe haben, kann es leicht zu einem Zwerchfelldurchbruch kommen.

„Wird der Magen nicht mehr ausreichend vom umgebenden Gewebe gehalten, wird der vordere Magenabschnitt durch die natürliche kleine Öffnung im Zwerchfell nach oben Richtung Speiseröhre gedrückt. Und dann kann Magensäure in die Speiseröhre zurücklaufen. Die Beschwerden sind aufgrund des Säurereflux in die Speiseröhre häufig sehr unangenehm“, erklärt der Gastroenterologe. 

Eine Gewichtsabnahme, Veränderung der Ernährungsgewohnheiten und manchmal eine spezielle Darmsanierung können die Beschwerden deutlich verbessern. „Nützt dies alles nichts kann in der Regel nur ein chirurgischer Eingriff helfen“, so der Fachmediziner. In mehr als 90 Prozent aller Fälle ist eine Operation erfolgreich. Von diesem Leiden sind Frauen und Männer gleichermaßen betroffen.

Was hilft bei Bindegewebsschwäche?

Experten wie der Internist Marco Soltau sind überzeugt, dass Ausdauersport und Ernährung das A & O, also die beiden besten und effektivsten Mittel sind, um eine Bindegewebsschwäche nicht zu verstärken beziehungsweise dem Stützgewebe mehr Halt zu geben.

Welcher Sport? Wie häufig trainieren?

Damit das Bindegewebe weiterhin Kollagen produziert, benötigt es entsprechende Bewegungsimpulse. Außerdem verbessert Bewegung die Durchblutung und den Hautstoffwechsel. Experten raten, drei Mal in der Woche Ausdauersport zu treiben. 

Ob Radfahren, Nordic Walking oder Schwimmen, alle Sportarten tun dem Bindegewebe gut, da sie die Durchblutung fördern und die Muskelkraft trainieren. Eine halbe Stunde sollte man sich mindestens bewegen. Denn das Bindegewebe profitiert von starken und trainierten Muskeln, helfen diese ihm doch seinen vielen Verteileraufgaben (Verteilungsfunktion) nachzukommen.

Was Sie essen sollten bei Bindegewebsschwäche

Auf die Zufuhr wichtiger Nährstoffe achten

Damit die Haut straff bleibt, müssen die Kollagene mit Vitamin A, C und E versorgt werden. Zudem sind diese Vitamine wichtige Antioxidantien, die Kollagen vor freien Radikalen schützen. Auch Vitamin B3 ist an der Kollagenbildung beteiligt. Es reguliert auch die Feuchtigkeitsversorgung des Bindegewebes. Und Zink schützt die Haut vor UV-Strahlen.

Den Wasserspeicher auffüllen

Damit die Nährstoffe zu den Zellen gelangen und verteilt werden können, benötigt das Bindegewebe viel Flüssigkeit. Außerdem können die Stoffwechselprodukte besser abtransportiert werden, wenn der Wasserstand quasi hoch ist. Sofern man auf Kaffee und schwarzen Tee nicht verzichten möchte, ist es ratsam mindestens anderthalb Liter stilles Wasser oder Kräutertee zu trinken. Am besten jede Stunde mindestens 100 ml Flüssigkeit trinken.

Wechselduschen und Wassertreten nach Kneipp

Die Heilpraktikerin Stefanie Möller-Peske setzt nicht allein auf die Kraft der Pflanzen, sondern auch auf Pfarrer Kneipp, Vater der Hydrotherapie. „Meist ist es die Kombination mehrere Maßnahmen und Therapien, die zum Erfolg einer Behandlung führt“, weiß sie aus ihrer Praxis-Erfahrung.

Bei Orangenhaut, Besenreiser und Venenleiden wie Krampfadern können Wechselduschen helfen. Wer die Behandlung mit kaltem Wasser und Güssen scheut, beginnt am besten unten an den Füßen und wandert dann über die Waden weiter nach oben zu Oberschenkeln und Po. Danach wieder mit warmem Wasser abduschen. Die Selbstbehandlung endet immer mit einer kalten Dusche. 

Wenn man sich an das kalte Wasser gewöhnt hat, sollten auch Bauch, Arme und sogar das Gesicht kalt abgeduscht werden. Kalte Güsse und Duschen verbessern den Lymphfluss und trainieren die Kapillargefäße.

Wassertreten in einem kalten Gewässer oder Becken hat einen ähnlich positiven Effekt. Abgesehen davon stärken diese Hydrobehandlungen auch das Immunsystem. Warum das so ist? Im Bindegewebe sind auch viele Abwehrzellen vorhanden, die Entzündungen schnell und effektiv bekämpfen.

Kombination mit Bürstenmassagen

Eine prima Ergänzung sind Bürstenmassagen, die für eine extra Durchblutung sorgen und somit den Stoffwechsel der Haut anregen. Mit kreisenden Bewegungen der Bürste und leichtem Druck werden die Problemzonen massiert. Ein empfehlenswertes Öl zur weiteren Verschönerung des Hautbildes ist das Birke-Cellulite-Öl von Weleda.

Algen- und Meersalzbäder fördern die Entsäuerung bzw. die Mineralisierung des Körpers. Daneben gibt es spezielle Basenbäder, die das Bindegewebe mineralisieren (u.a. von P. Jentschura).

Was einnehmen bei Bindegewebsschwäche?

Seit kurzem gibt es zwei rezeptfreie Arzneimittel aus dem Reich der Naturheilkunde, die als Tabletten eingenommen werden und so von innen stärkend auf das schwache Bindegewebe einwirken sollen.

Revoten ist ein homöopathisches Produkt mit den Wirkstoffen Acidum silicicum Trit. D4 und Calcium carbonicum Hahnemanni Trit. D4. Letzteres wird aus der mittleren Schicht der Austernschale gewonnen, Acidum silicicum ist der wissenschaftliche Name für Kieselsäure (synonym wird auch Silicea verwendet). Die Abkürzung Trit. steht für Trituration, was Verreibung bedeutet und darauf hinweist, dass die Ausgangsstoffe mit Milchzucker verrieben wurden und zwar in der Potenz D4. Dies entspricht einer Verdünnung von 1:10 000.

Hier können Sie Revoten bestellen und die Erfahrungsberichte der Nutzerinnen studieren

Schüßler-Salze können Orangenhaut und Schwangerschaftsstreifen lindern

DHU Silicea Pentarkan ist ebenfalls ein homöopathisches Arzneimittel, basiert aber auf der Lehre des Arztes Dr. Wilhelm Heinrich Schüßler (1821-1898). Das Kombi-Präparat beinhaltet die zwei Wirkstoffe als Schüßler-Salze, Calcium fluoratum (Calciumfluorid) und Silicea (Kieselsäure), in der Potenz D5. 

Laut Schüßlers Lehre beruhen Funktionsstörungen und Organerkrankungen auf einem Mangel an lebensnotwendigen Mineralsalzen. Er klassifizierte zwölf Mineralsalze, denen er verschiedene, wichtige Funktionen zuschrieb.

Das Salz Nr. 1 Calcium fluoratum ist der Klassiker für ein straffes Binde- und Stützgewebe und Silicea (das Salz Nr. 11) ist zuständig für Elastizität und Festigkeit von Geweben wie Schleimhäute, Haare und Nägel, Knochen, Knorpel, Bindegewebe und Aderwände.

Ziel der Behandlung ist ein Ausgleich eines Mineralien-Defizits und somit eine Stärkung der Organleistung beziehungsweise der Zellfunktion. Dabei soll die homöopathische Verdünnung für die optimale Aufnahme in die Zellen sorgen. Diese „homöopathische Kraft“ (Potenzierung) ist daher das eigentliche Wirkprinzip der Schüßler-Salze.

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Was hilft bei Bindegewebsschwäche im Gesicht?

Eine gute Nachricht: im Gesicht bildet sich keine Orangenhaut. Die schlechte Nachricht: das Bindegewebe wird im Laufe der Jahre immer schwächer und schlaffer. Falten können sich leichter bilden. Vor allem verliert das Gesicht seine Konturen, weil das Gewebe weiter nach unten sackt, wodurch sich die Gesichtsform verändert. So kann beispielsweise ein ovales Gesicht im Laufe vieler Jahre etwas quadratischer werden.

Auch wenn die Kosmetikhersteller versprechen, dass ihre Cremes die Haut glätten und liften, so können in Wahrheit selbst die teuersten und exklusivsten Anti-Aging Cremes wenig gegen diese degenerativen Alterungserscheinungen ausrichten. Was hilft denn dann? 

Tatsächlich können auch hier Wechselduschen das schlaffe Bindegewebe wieder ein wenig festigen. Allerdings sollte die kalt/warme Wechseldusche regelmäßig angewendet werden. Am besten beim Wechselduschen das Gesicht gleich mitabduschen. Das kostet beim ersten Mal Überwindung, aber nach und nach gewöhnt man sich daran.

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Die Zupfmassage: Ergänzend kann eine regelmäßige leichte Zupfmassage den Stoffwechsel im Bindegewebe anregen. Beginnen Sie unterhalb eines Ohres am äußeren Kiefergelenk. Nehmen Sie etwas Haut zwischen Daumen und Zeigefinger, so als ob sie jemanden kneifen wollten. Mit kurzen Kneif- und Zupfbewegungen bearbeiten Sie von einem bis zum anderen Ohr die untere Gesichtskontur. Wiederholen Sie die Massage einige Male. Die Zupfmassage fördert die Durchblutung und regt den Abtransport von Schlacken an.

Übungen für ein straffes Bindegewebe an Bauch, Beinen, Po und Armen

Was hilft bei Bindegewebsschwäche an Bauch, Beinen und Po?

Mit einem gezielten Übungsprogramm kann man die Muskeln und Faszien in den Problemzonen trainieren. Die Faszien umhüllen die einzelnen Muskelfasern und -stränge und sorgen dafür, dass die Muskeln locker hin- und hergleiten können und das drüber liegende Gewebe elastisch und gut verschiebbar ist.

Das Sitzen in der Luft ohne Stuhl ist immer noch eine der effektivsten Bauch-Beine-Po Übungen, sie dehnt die Faszien und kräftigt die Bauch-, Po- und Oberschenkel-Muskulatur.

  1. Nach dem Aufwärmen gerade hinstellen.
  2. Die Beine anwinkeln, so als ob man sich auf einen Stuhl setzen möchte.
  3. Halten und dabei langsam bis 20 zählen. Regelmäßig ein- und ausatmen. Wer mag, kann dabei die Handflächen vor der Brust kräftig zusammendrücken. So werden zugleich die Arme gekräftigt.
  4. Langsam wieder aufrichten und locker lassen.

Was bei der Ausführung weiterhin zu beachten ist

Was hilft bei Bindegewebsschwäche an den Armen?

Bindegewebsschwäche macht manches Mal leider auch vor den Oberarmen nicht Halt. Der allseits von Frauen beklagte Winkearm zeugt davon. Und gelegentlich bildet sich sogar Orangenhaut an den seitlichen Partien der Oberarme. 

In diesem Fall hilft nur eines: Tüchtig Bizeps und Trizeps trainieren! Mit einigen einfachen Übungen lässt sich das schlaffe Gewebe in schlanke und definierte Oberarme verwandeln. Liegestütze sind eine probate und altbewährte Übung, um die Muskulatur der Oberarme zu kräftigen.

Der Stuhl-Dip ist ebenfalls eine gute Übung, um die beiden Oberarmmuskeln zu kräftigen und damit zugleich die Fettzellen in der Unterschicht der Haut zu reduzieren. Stellen Sie dazu einen Stuhl an die Wand, so dass dieser nicht wegrutschen kann. 

  1. Setzen Sie sich auf die äußere Stuhlkante und setzen Sie die Hände dicht neben dem Körper auf. Finger zeigen nach vorn und umfassen fest die Stuhlkante. 
  2. Rutschen Sie nun weiter nach vorn, bis der Po in der Luft schwebt. Dabei mit den Füßen auch einen Schritt nach vorn wandern, so dass die Unter- und Oberschenkel einen rechten Winkel bilden. Den Po noch etwas senken. Arme durchstrecken und dabei mit der Kraft der Arme den Oberkörper wieder nach oben stemmen. Der Po wird dabei wieder bis zur Stuhlkante hoch gehoben.
  3. 10 bis 20 Mal wieder holen. Eine Minute pausieren. Und im zweiten Durchlauf die Übung wiederholen.

Video, Triceps-Dips, Level 1

Wie kann man Bindegewebsschwäche vorbeugen?

Alle oben aufgeführten Maßnahmen, die gegen Bindegewebsschwäche helfen, sind auch vorbeugend zu empfehlen.

Dazu gehören:

  1. eine Ernährung, die reich an Vitaminen und Mineralien und die basenbetont ist
  2. Auch der Verzicht auf Alkohol und Nikotin kann schon viel bewirken und beugt einer Schlackenbildung durch starke Übersäuerung im Bindegewebe vor.
  3. Ist Übergewicht ein Thema für Sie? Überschüssige Pfunde verlieren Sie durch eine dauerhafte Ernährungsumstellung und mehr Bewegung
  4. Ausdauersportarten wie Radfahren, Laufen oder Schwimmen lassen Kilos schmelzen und tun dem Bindegewebe gut, da sie die Durchblutung fördern und mehr Muskeln aufbauen.

Crash-Diäten mit anschließendem Jo-Jo-Effekt sind unbedingt zu vermeiden. Solche starken Gewichtsschwankungen nimmt die Haut ziemlich übel und führt dazu, dass das Bindegewebe die Spannkraft verliert und ausleiert.


Quellen/Weitere Informationen

Quellen und weiterführende Links