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Die Erkrankung verstehen: Bluthochdruck

Was versteht man unter Bluthochdruck?

Unter Bluthochdruck – oder Hypertonie – versteht man die krankhafte Erhöhung des Blutdrucks über 140/90 mm Hg in Ruhe.

Der Blutdruck wird normalerweise vom Körper ständig reguliert. Er steigt bei körperlicher oder seelischer Belastung und fällt in Ruhephasen und im Schlaf. Außerdem schwankt der Druck in Abhängigkeit des Herzschlags.

Definition

Das steckt dahinter

Bei der Blutdruckmessung werden zwei verschiedene Werte aufgenommen, die in der Einheit „mm Hg“ gemessen werden.

  1. der Druck bei der Kontraktion des Herzens (systolischer Druck), hierbei wird das Blut ausgestoßen, dieser Druck ist höher. Er sollte bei unter 140 mm Hg liegen.
  2. der Druck bei der Entspannung des Herzens (diastolischer Druck), der durch den Wiederstand der Gefäße (sog. „Windkesselfunktion“) entsteht, während das Herz neu gefüllt wird und keinen Beitrag zum Blutfluss liefert. Der diastolische Blutdruck ist geringer und sollte unter 90 mm Hg liegen.

Die Definition „Bluthochdruck“ ist umstritten

Pharmahersteller tendieren dazu, die „Normwerte“ in den letzten Jahrzehnten immer strenger zu definieren. Es ist aber damit zu rechnen, dass hier auch individuelle Abweichungen von der „Norm“ anzunehmen sind, d.h. der eine Patient braucht einen höheren Blutdruck für sein Wohlbefinden, der andere Patient einen niedrigeren. Zudem besteht eine Altersabhängigkeit.

Was wirksame Prävention wirklich bedeutet, ist in der Medizin bisher nur in Ansätzen geklärt. Erst Langzeitstudien mit „harten“ Endpunkten (Überlebenszeit, Auftreten schwerer Erkrankungen) und wichtigen „weichen“ Parametern (wie Lebensqualität) und die Langzeiterfahrung in der praktischen Medizin werden hier langsam Licht ins Dunkel bringen. Die Kontrolle des Blutdrucks ist dennoch sinnvoll, da er bei einer anhaltenden Höhe über 160/90 mm Hg ein bedeutender Risikofaktor für Erkrankungen des Herzens, Gehirns und der Nieren sein kann. Ein chronisch erhöhter Blutdruck kann fast alle Organe schädigen. Statistisch gesehen hängen zwischen 45 und 50% der Todesfälle mit Bluthochdruck zusammen.

Bei älteren Personen ist zu beachten, dass die Arterien durch Gefäßverhärtung (Arteriosklerose) nicht mehr im gleichen Maß wie bei Jüngeren komprimierbar sind. Dadurch fallen die Blutdruckmessungen oft zu hoch aus. Wird der vermeintliche „Bluthochdruck“ dann behandelt, können die Folgen Schwäche und Schwindel sein, gelegentlich kommt es durch den erniedrigten Blutdruck auch zu Ohnmachten.

Häufigkeit

Bluthochdruck ist eine typische Zivilisationskrankheit. Etwa 30 Prozent der Bevölkerung leidet darunter.

Ursachen

Die Medizin unterscheidet einen primären und einen sekundären Bluthochdruck.

Der primäre Bluthochdruck hat eine starke erbliche Komponente, jedoch spielen verschiedene Faktoren der modernen Lebensführung eine wichtige Rolle.

Risikofaktoren sind z.B.:

  • übermäßiger Alkoholgenuss (Alkoholabusus)
  • hohes Alter
  • bewegungsarme Lebensführung
  • Zuckerkrankheit und deren Vorform „metabolisches Syndrom“ mit reduzierter Insulinwirkung
  • Fettstoffwechselstörung (Hyperlipoproteinämie)
  • Übergewicht mit bauch-betonter Fettansammlung
  • hoher Salzkonsum (bei 50% der Patienten blutdruckerhöhend)
  • koffeinhaltige Getränke (z.B. Kaffee, Tee)
  • Rauchen
  • Fehlernährung
  • Herzerkrankungen
  • Schwangerschaft (Präeklampsie, Pfropfpräeklampsie, Eklampsie)
  • übermäßiger Stress (Dys-Stress)
  • regelmäßige Genuss größerer Mengen Lakritze

Das Gewicht der einzelnen Faktoren dürfte jedoch sehr unterschiedlich sein, je nach Geschlecht, Lebensalter und Erbe. Daher ist auch die Aufstellung fester Normwerte eher als Richtwerte als als fixe Grenzen zu verstehen.

Der sekundäre Bluthochdruck ist die seltenere Form und kommt nur in fünf bis zehn Prozent der Fälle vor. Hier entwickelt sich der Bluthochdruck durch eine andere Erkrankung (Grunderkrankung):

  • Nierenerkrankung (Nierenarterien-Verengung)
  • Störungen des Hormonhaushalts
    • Nebennierenrindenüberfunktion: Cushing-Syndrom mit Überproduktion von Kortison
    • Hyperaldosteronismus = Conn-Syndrom mit Ausschüttung von zuviel Aldosteron
    • Akromegalie mit einem zu hohen Blutspiegel von Wachstumshormon = STH
    • Schilddrüsenüberfunktion = Hyperthyreose,
  • Medikamente (Verhütungsmittel, Glukokortikoide, Antirheumatika)
  • Herzerkrankungen
  • Tumor des Nebennierenmark s mit Ausschüttung von zuviel Adrenalin, Noradrenalin, eventuell auch Dopamin = Phäochromozytom)
  • Verengung der Körperhauptschlagader, Aorteninsuffizienz (Aortenisthmusstenose, Aortenbogen- oder Takayashu-Syndrom)
  • Schlaf-Apnoe-Syndrom

Verlauf und Komplikationen

Verlauf

Bleibt der Bluthochdruck unerkannt oder unbehandelt, können Folgekrankheiten in verschiedenen Organen auftreten.

Herz: Das Herz muss umso mehr leisten, je höher der Blutdruck ist. Dadurch vergrößert sich der linke Herzmuskel (Hypertrophie). Er wird aber mit zunehmender Größe weniger gut versorgt. Mit der Zeit bildet sich eine Herzinsuffizienz aus und das Herz ist der Beanspruchung nicht mehr gewachsen. Insgesamt spricht man von Herzschaden durch Bluthochdruck (Hypertensive Kardiomyopathie). Dadurch steigt auch das Risiko eines Herzinfarkts (Myokardinfarkts).

Adern: Durch den erhöhten Druck in den Adern bilden sich Verhärtungen und Verengungen. An der Aorta entsteht unter Umständen eine Aussackung (Aortaaneurysma). Das Gefäß kann reißen und zu lebensbedrohlichen Blutungen führen. Platzen die Adern im Gehirn, entsteht eine Hirnblutung, die meist bleibende Schäden hinterlässt oder tödlich endet.

Durch Bluthochdruck steigt auch das Risiko einer Verstopfung der Hirngefäße mit schweren Folgen (Hirninfarkt, Schlaganfall, Apoplektischer Insult, Apoplex).

Es besteht außerdem die Gefahr einer Arteriosklerose, die alle Körperregionen betreffen kann und zu Durchblutungsstörungen führt. Dadurch können das Gehirn sowie die Netzhaut der Augen (hypertensive Retionopathie) geschädigt werden. Bei nicht auseichender Durchblutung der Muskeln treten Schmerzen in den Beinen bei Bewegung auf. Die volkstümlichen Namen für diese Erkrankung sind Schaufensterkrankheit oder Raucherbein, der Mediziner spricht hier von einer peripheren arteriellen Verschlusskrankheit, kurz PAVK.

Niere: Die Niere wird durch den erhöhten Druck in den Arterien und Arteriolen in Mitleidenschaft gezogen. Es entwickelt sich unter Umständen eine Niereninsuffizienz. Bei Diabetikern ist der Zustand der Gefäße in der Niere einer der wichtigsten Faktoren für das Langzeitüberleben.

Hypertensive Krise: Hierbei steigt der Blutdruck kurzzeitig auf Werte über 230/130 mm Hg. Es besteht akute Gefahr für alle Organe. Neben Schmerzen in der Brust, Atemnot können Krampfanfälle, Bewußtseinsstörungen oder Koma auftreten.

Maligne Hypertonie: hier liegt der Blutdruck chronisch konstant bei Werten über 180 mm Hg. Auch nachts sinkt der Druck nicht mehr ab. Dies führt zu Schlafstörungen.

Komplikationen

Es gibt behandlungsresistente Formen von Bluthochdruck. Sie werden durch Begleiterkrankungen sowie die Lebensführung ausgelöst.

Krankheiten mit Risiko für eine therapieresistente Hypertonie sind:

Nierenerkrankungen, Nierenarterienstenose, Hyperaldosteronismus, Schlaf-Apnoe-Syndrom und Begleitkrankheiten wie Diabetes mellitus, Fettsucht sowie das metabolische Syndrom mit reduzierter Insulinempfindlichkeit.

Zu den Lebensumständen, die die Krankheit schwer behandelbar machen, zählt man zum Beispiel eine Schwangerschaft, zu viel Kochsalzkonsum, Alkohol, Antirheumatika und andere blutdrucksteigernde Pharmaka.

Formen

Je nach der Höhe des Überdrucks teilt man in verschiedene Klassen ein.

  • Grad I, leicht: 140-159 zu 90-99 mm Hg
  • Grad II, mittel: 160-179 zu 100-109 mm Hg
  • Grad III, schwer: >180 zu >110 mm Hg

Leichte Formen werden meist nicht behandelt. Steigen die Werte dauerhaft über systolisch 160 mm Hg und diastolisch 100 mm Hg, greift man immer medikamentös ein. Liegen mehrere Risikofaktoren (Rauchen, hohes Alter, etc.) vor, wird auch Grad I medikamentös behandelt. Außerdem sollte man sich die Basistherapie – egal, um welchen Schweregrad es sich handelt – zu Herzen nehmen, d.h. das Leben mit Ernährung und Bewegung gesünder gestalten, mit dem Rauchen aufhören, das Körpergewicht reduzieren.

Prognose

Die Prognose hängt vom Alter und den Begleiterkrankungen ab. Bei konsequenter Behandlung des Bluthochdrucks lassen sich die Todesfälle durch die Komplikationen signifikant senken.

Ist das Risiko hoch, also ab dem Schweregrad III oder Grad II mit Begleit- und Folgeerkrankungen, steigt das Risiko innerhalb von 10 Jahren zu versterben auf 20-30%.

Quellen/Weitere Informationen

Quellen