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Borreliose

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Borreliose: viele Symptome – eine Krankheit

Wer Borreliose behandeln möchte, muss einiges darüber wissen. Neben der schulmedizinischen Therapie hat auch die Naturheilkunde ihren Stellenwert.

Von: PhytoDoc-Redaktion

Ein Winzling wird zum Problem

März bis Oktober ist Zeckenzeit! Dann machen sich die kleinen Milbentiere auf den Weg zu ihrer Blutmahlzeit. Problematisch daran, dass die Zecken im Laufe ihres Lebens gefährliche Krankheitserreger aufnehmen und dann auch weitergeben. Bei uns sind es meist die Erreger von Borreliose oder Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). Während man gegen FSME impfen kann, ist gegen die Bakterien aus der Gruppe der Borrelien trotz Forschungsaktivitäten kein Impfstoff verfügbar. Grund genug, für Vorbeugung zu sorgen. Bei richtigem Verhalten und schnellem Handeln werden die Erreger meist nicht übertragen: Die naturheilkundliche Optionen. Außerdem nutzt man antibiotische Heilpflanzen und Heilkräuter, die Ausscheidung sowie Ausleitung unterstützen.

Erste Hilfe bei Zeckenbissen

Wichtigster Punkt beim Schutz vor Borreliose ist die Vorbeugung vor einem Zeckenbiss

Sollte man eine Zecke an sich bemerken, zieht man diese unverzüglich mit der richtigen Technik heraus, das empfiehlt der Borreliose- und FSME-Bund Deutschland e.V. Selbst wenn die Zecke abreißt und der Rüssel in der Wunde bleibt, ist die Gefahr einer Borreliose-Infektion eingedämmt. Der Körper kann sich dessen selbst entledigen, auch ein Arzt hilft dabei. Beim Warten auf einen Arzttermin mit der saugenden Zecke vergeht dagegen wertvolle Zeit.

Aber selbst wenn Symptome auftreten und die Borreliose übertragen wird, hat die Schulmedizin wirksame Antibiotika. Bei der feststehenden Diagnose Lyme-Borreliose hat die Schulmedizin Vorrang. Naturheilkunde und Phytotherapie können begleitend zum Einsatz kommen. Am besten wirksam ist eine frühzeitige Therapie.

Heilpflanzen

Heilpflanzen, die nachweislich und gezielt bei Borreliose helfen, gibt es bisher nicht. Dazu fehlen die klinischen Studien. Doch immer wieder werden Heilpflanzen gegen Borreliose angeboten (wie im Colden Condensed Support Programm), ohne dass eine ausreichend sorgfältige Dokumentation vorliegt.

So bleiben nur allgemeine Empfehlungen:

Natürliche Antibiose

Die Natur kennt eine Reihe von antibiotischen Heilpflanzen, die selbstverständlich nicht gegen alle Bakterien gleichermaßen wirksam sind. Sinnvoll scheint es dennoch, in der Ernährung die eine oder andere Pflanze bei einer Borreliose-Infektion aufzunehmen. Gezielt getestet sind nur wenige Heilpflanzen gegen Borreliose, wie aus dem Colden Condensed Support Programm: Samento (Extrakt aus einer bestimmten Katzenkralle-Varietät (Uncaria tomentosa), die nur einen Teil der typischen Inhaltsstoffe enthält) und Otoba parvifolia (ein Muskatnussgewächs).

Laborversuche gibt es auch zur Karde (siehe unten). Beliebt ist des Weiteren Propolis (das Kittharz der Bienen) wegen des breiten antibiotischen Spektrums.

Stärkung der Abwehr

Der übliche Rat bei Infektionen sind pflanzliche Präparate zur Steigerung der Abwehr. Sicher ist: Die Abwehr spielt bei der Bekämpfung der Borreliose eine große Rolle – häufig besiegt das Immunsystem den Infekt vollständig, dennoch bleibt eine kleine Unsicherheit. In sehr seltenen Fällen (bei Personen mit entsprechender Neigung) entstehen bei diesem Prozess Antikörper, die körpereigene Strukturen angreifen (z.B. Autoimmun-Arthritis).

Zum Thema Abwehrsteigerung findet man Pflanzen, welche insbesondere auch die „unspezifische Immunantwort“ und Teile der zellulären Immunantwort stärken (Kapland-Pelargonie, Astragalus, pentacyclische Alkaloide (POAs) aus der Katzenkralle). Der Sonnenhut dagegen fördert die Immunantwort allgemein (d.h. auch die Bildung von Antikörpern).

Schmerzen und Entzündung

Neben der Einnahme von Karde empfehlen traditionelle Heiler auch Beinwellprodukte zur Schmerzlinderung bei Gelenkbeschwerden. Bei stumpfen Verletzungen beispielsweise belegen Studien die Wirksamkeit von Beinwell.

Gegen hartnäckige Schmerzstörungen geht man mit drastischen Maßnahmen vor: Capsaicin aus Chili erzeugt brennende Schmerzen auf der Haut. Damit möchte man die Gegenregulation des Körpers anregen.

Typische Heilmittel bei Gelenkschmerzen sind außerdem Weihrauch und Teufelskralle (siehe auch der Artikel Rheuma). Auch die Katzenkralle hat entzündungshemmende Wirkstoffe.

Karde – die Geheimwaffe?

Die Karde ist eine heftig diskutierte Heilpflanze, die als Tipp durch die Laienpresse verbreitet wird. Ursprünglich kommt die Zuweisung zur Borreliose aus der Signaturenlehre: Da die Karde an der Blüte einen kreisförmigen Blütenkranz aufweist, dachte man, sie sei das richtige Heilmittel gegen die kreisförmige Hauterscheinung bei der Wanderröte.

Zwar fehlen auch hier Studien am Menschen, in der traditionellen Heilkunde steht die Pflanze im Ruf, eine schmerzlindernde sowie anti-entzündliche Eigenschaft zu haben und Knochenerkrankungen zu heilen. Eine chinesische Arbeitsgruppe untersuchte auf diesen Hinweis hin den wässrigen Extrakt aus der Wurzel gegen Arthritis bei der Maus. In diesem Versuch war der Gelenkschmerz durch eine Autoimmunreaktion gegen Kollagen künstlich ausgelöst worden. Der Extrakt aus der Karde linderte die Gelenkentzündung.

Eine Untersuchung der Universität Leipzig weist ebenfalls auf einen Effekt der Karde hin: Hier wurden die fettlöslichen Bestandteile auf eine antibakterielle Wirkung direkt an einer Borrelien-Kultur getestet. In der Tat wurde ihr Wachstum gehemmt. Betont sei aber, dass nur ein Extrakt mit fettigen Lösungsmitteln (Ethylacetat oder Dichlormethan) die nötigen Bestandteile enthält, nicht aber ein Extrakt mit einem wasserlöslichen Lösungsmittel (Alkohol).

Mehr zur Karde: Welche Inhaltsstoffe bei Borreliose helfen könnten >

Nervensymptome

Das Gehirn ist ein Gewebe, das sich in besonderer Weise abschirmt, auch vom eigenen Immunsystem. Bei unkontrollierten Infektionen mit Borrelien dringen die Bakterien manchmal bis dahin vor. Daher wurde vorgeschlagen, Heilpflanzen mit abdichtender Wirkung auf die Bluthirnschranke gegen Borrelien einzusetzen (Ginkgo). Praktisch getestet wurde die Hypothese bisher nicht.

Wenn Schlaflosigkeit oder Angst aufkommen sollten, wird Baldrian als natürliches Sedierungsmittel vorgeschlagen.

Homöopathische Mittel

Begleitend zu einer schulmedizinischen Behandlung spricht nichts gegen eine homöopathische Zusatztherapie der Beschwerden.

Seidelbast (Mezereum): Nervenschmerzen nach einer Borrelieninfektion.

Sumpfporst (Ledum): rheumaartige Beschwerden, verbunden mit Schmerzen und Steifheit. Besserung bei Kälte. Anhaltende Hautverfärbungen nach Verletzungen.

Ätzkalk (Causticum): Borreliose mit Lähmungen, steife Gelenke und Muskeln, Taubheitsgefühle im Gesicht, rheumatische Beschwerden, Blasenschwäche, Neuralgien.

Johanniskraut (Hypericum): Anhaltende Schmerzen mit stechendem Charakter, Taubheitsgefühl mit Missempfindungen, Gangunsicherheit und Schwindel.

Darüber hinaus gibt es zahlreiche Homöopathika gegen den Beschwerdekreis „Rheuma und Gelenkschmerzen“. Ihr Homöopath berät Sie gerne.

Achtung: Als alleinige Therapie ist die Homöopathie bei Borreliose nicht empfehlenswert.

Nahrungsergänzung

Vitamin C und E sollten ausreichend vorhanden sein. Der Körper nutzt die Vitamine zur Schadensregulation bei Entzündungen. Des Weiteren ist Vitamin D nicht nur gegen Knochenentkalkung eine wichtige Komponente, einige Laborversuche sprechen auch für eine Stärkung der Immunfunktion sowie eine verbesserte Barrierefunktion der Abschlussgewebe.

Fischöl und andere Omega-3-Fettsäuren können die Entzündung hemmen. Schwarzkümmelöl wird wegen seiner immunmodulierenden und schmerzlindernden Wirkung geschätzt.

Spezielle Studien zu Borreliose gibt es aber nicht.

Hausmittel und Tipps für den Alltag

Was Sie selbst tun können

Wer sich auf den Weg in Wald und Wiesen macht, sollte vorbereitet sein. Ein Insektenspray und die richtige Kleidung sind schon ein Schutz vor einem Zeckenbiss und somit auch vor Borreliose. Nach dem Ausflug heißt es: „Körperkontrolle“ (siehe Vorbeugen).

Ist man bereits an Borreliose erkrankt, ist Schonung angesagt. Der Körper braucht jetzt seine Kraft für den Aufbau seiner Abwehr. Ausreichend Schlaf, gesunde Ernährung, vernünftiger Sport und Bewegung im Freien sollten selbstverständlich sein, sofern kein ausgeprägtes Krankheitsgefühl vorherrscht. Bewegung fördert die Gewebedurchblutung und den Lymphfluss und damit die Überwachungsfunktion des Immunsystems.

Wenn Gelenkbeschwerden plagen, sind große körperliche Leistungen zwar nicht möglich, ganz inaktiv zu sein, schädigt aber die Beweglichkeit und Kondition. Man sollte sich daher zu etwas Bewegung überwinden.

Weitere Therapien

Auf dieser Seite ging es um Heilpflanzen, Homöopathie und Nahrungsergänzungsmittel. Die folgende Seite informiert Sie über Ernährung, Naturheilverfahren und Schulmedizin bei Borreliose.