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Borreliose: Symptome und Diagnostik

Woran erkennt man eine Borreliose?

Ein Zeckenbiss ist schmerzlos und wird häufig nicht bemerkt. Ein weiteres großes Problem bei Borreliose: die Symptome entwickeln sich Tage bis zu vier Wochen nach dem Biss, meist hat der Patient den Vorfall vergessen – und: Es gibt nicht nur ein klassisches Bild, die individuellen Erscheinungen sind mitunter sehr verschieden. In 40 % der Fälle ist die Hautrötung einziges Symptom nach der Übertragung des Erregers. Die meisten Patienten kommen wegen der Symptome auf der Haut zum Arzt. Aber 60 % der Infizierten zeigen diese Erscheinung nicht.

Symptome

Stadium I


  • Lokalisierte Reaktion: Tage bis Wochen nach dem Biss erscheint auf der Haut zunächst eine gerötete Einstichstelle und eine Pustel. Die Rötung breitet sich über Wochen und Monate nach und nach an den Rändern aus, dabei kann die Rötung im Zentrum selbst wieder zurückgehen. Diese auf der Haut wandernde Rötung nennt der Fachmann auch Erythema migrans („Wanderröte“). Alternativ erscheint mitunter ein Lymphozytom: dabei verfärbt sich die Haut blaurot und es tritt eine Schwellung auf (bevorzugt bei Kindern, an Ohrläppchen, Nase, Brustwarzen und Genitalregion).
  • Disseminierte Reaktion: Vermutlich wenn die Zecke direkt in die Lymphe sticht, breitet sich die Infektion sehr bald aus, auch ohne die Hautrötung. Dann kommt es bei den Betroffenen zu grippeartigen Symptomen wie Kopf-, Muskel- und Gliederschmerzen, Schweißausbrüchen, Abgeschlagenheit und Fieber. Möglicherweise treten auch Gelenkschmerzen und Lymphknotenschwellungen auf.

Stadium II

In den meisten Fällen kommt es erst Wochen bis Monate nach der Infektion zu einer Streuung über das Blut und Lymphsystem in den Körper mit den genannten Allgemeinsymptomen. Ebenso kommt es unter Umständen zu Müdigkeit, Konzentrationsproblemen, Schwindel, Herzrasen, Gewichtsabnahme, Haarausfall. Wenn der Erreger dieses Stadium erreicht hat, folgen häufig ganz unterschiedliche organische Beschwerden:

Nerven (Neuroborreliose):

  • schmerzhafte Nervenentzündung (Meningo-Radikulo-Neuritis Bannwarth): starke (nächtliche) Nervenschmerzen, oft in Bezug zur Bissstelle, oft an Armen und Beinen. Der Ort der Schmerzen kann wechseln. Es folgen unter Umständen weitere Symptome:
  • Hirnnervenausfälle (Hirnnervenparesen) mit schlaffen Lähmungen, Gesichtslähmungen, Mimikveränderungen, Sensibilitätsstörungen (Hitze-, Kältegefühl, Kribbeln). Beeinträchtigungen der Augen, des Gehörs und Riechvermögens werden ebenfalls berichtet.
  • Gehirnentzündung (lymphozytäre Meningitis)

Hauterscheinungen:

  • Viele wandernde Hautrötungen (multiple Erythemata migrantia) mit und ohne Allgemeinsymptomen.
  • Lymphozytome an vielen Orten

Herzentzündungen (Myokarditis), anfallsartige Herzrhythmusstörungen.

Gelenkbeschwerden „Lyme Arthritis“ mit Gelenkschwellungen. Betroffen ist anfangs das nächstliegende Gelenk.

Lymphknotenschwellungen oder knotige Hauterscheinungen.

Stadium III

Monate bis Jahre nach dem Biss tritt das chronische Stadium ein, falls einige Erreger versteckt im Körper überlebt haben. Die Infektion kann dann immer wieder aufflammen. Es folgen diverse Entzündungen:

Gelenke: Gelenkentzündungen sind schmerzhafte Erscheinungen, die bei den Krankheitsepisoden in verschiedenen Gelenken auftreten (Lyme Arthritis). Alternativ betroffen sind auch die Muskeln (Myositis) und Weichteile.

Gefäßentzündungen: Auch Gefäßentzündungen sind die Folge (Vaskulitiden). Wenn sich dabei die kleinen Gefäße verschließen, steht die Gewebeversorgung oder Nervenversorgung auf dem Spiel, auch das unterhält Schmerzen und eine Anfälligkeit der Bereiche für diverse Schäden.

Haut: An der Haut können unterschiedliche Symptome auftreten. Bereiche schwellen an, erwärmen sich und nehmen eine blaurote Färbung an, sind dabei aber schmerzlos (chronische plasmazelluläre Borrelien- Dermatitis). Die Haut wird bei Mangelversorgung zunehmend haarlos, dünn und transparent (Acrodermatitis chronica atrophicans). Dazu treten nervliche Erscheinungen auf (Polyneuropathie: nächtliche Schmerzen, Prickeln).

Knochen: Borreliose kann zu Osteoporose führen, vermutlich ebenfalls eine Folge der gestörten Versorgungssituation.

Herz: Auch im Herzmuskel können die Erreger siedeln. Das führt zu einer Lyme-Karditis mit Schädigung des Herzmuskels.

Nerven: Selten kommt es zu einer chronischen Neuroborreliose mit diversen Nervensymptomen:

  • Rückenmarksentzündung Myelitis mit Störungen der Blasenentleerung und dem Gang.
  • Gehirnentzündung (Encephalitis) mit Kopf- und Nackenschmerzen, Verwirrung, Sprachstörungen, Halluzinationen, Lähmungen oder Koordinationsstörungen, epileptische Anfälle.
  • Hirnhautentzündung (Meningitis): Müdigkeit, Übelkeit, Erbrechen, Lichtscheu, Kopfschmerzen, Gesichtslähmung.
  • periphere Polyneuritis zusammen mit den Hautschäden (Acrodermatitis chronica atrophicans).
  • mitunter auch unspezifische psychiatrische Symptome wie Depressionen, Angstzustände und Schlaflosigkeit.

Insgesamt ist Borreliose eine Krankheit mit vielen Gesichtern. Es liegt auf der Hand, dass diese Infektion schwer festzustellen ist.

Wann zum Arzt

Wenn Sie nach einem Zeckenbiss eine ausgedehnte Hautrötung haben oder gar grippeartige Symptome bemerken, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Besondere Vorsicht gilt für Schwangere.

Diagnostik

Was Sie vom Arzt erwarten können

Es gibt im Prinzip drei Nachweismethoden für Borreliose:

  1. Kultur der Erreger: Dabei wird eine Biopsie entnommen und im Labor kultiviert. Das Verfahren ist invasiv, aufwändig und langwierig.
  2. Nachweis der Antikörper gegen Borrelien im Blut: dabei unterscheidet man IgM-Antikörper (die eine Erstinfektion anzeigen, etwa 2 Wochen nach dem Biss) und eine IgG-Antwort (nach vier bis 6 Wochen, die eine länger vergangene Antwort anzeigt. Der Antikörpernachweis ist das meist genutzte Verfahren.
  3. Ein genetischer Nachweis von Borrelien-DNA (PCR): Relativ sensibel in der frühen Phase, wenn noch viele Erreger am Infektionsort sind. Später ist das Verfahren weniger aussagekräftig. Der PCR-Nachweis im Urin ist hochspezifisch, fällt aber selten positiv aus.

Speziell bei Verdacht auf Neuroborreliose bestimmt man nicht nur die Antikörper im Blut, sondern auch im Nervenwasser (Liquor).

Antikörper positiv und negativ: Aussagekraft begrenzt

Leider sind die Ergebnisse nicht so eindeutig, wie man das wünschen würde. Weder ein positives noch ein negatives Ergebnis hat Beweiskraft für die Diagnose Borreliose. Antikörper bedeuten nur, dass sich der Körper früher oder später im Leben mit Borrelien auseinandergesetzt hat. Nur eine mindestens dreifache Erhöhung der Antikörper im Krankheitsverlauf sichert eine akute Infektion relativ gut.

Aber auch wenn der Test negativ ausfällt, ist dies nicht überraschend:

  • Selbst wenn ein Erythema migrans besteht, ist der Antikörpernachweis in diesem Stadium bei fast der Hälfte der Probanden noch negativ.
  • Im Fall einer Neuroborreliose sind nur 60-80 % der Patienten positiv, oder besser gesagt: Borrelien sind mit dem jeweils angewendeten Test nicht immer nachweisbar. Erst bei chronischer Borreliose im Stadium II haben fast alle Betroffenen aufspürbare Antikörper gebildet.
  • Aber auch andere Krankheitskeime können einen Borrelien-Antikörper „vortäuschen“ (Herpes, Epstein-Barr-Virus, Lues). Ein positiver Test bedeutet daher nicht zwangsläufig eine Borrelieninfektion.

Daneben gibt es große Unterschiede zwischen den verfügbaren Tests durch die jeweils verwendeten Testproteine. Ganz wesentlich sind daher auch die Symptome und die ärztliche Beurteilung der Situation sowie die Krankengeschichte. Dabei hilft es auch viel weiter, wenn der Betroffene den Zeckenbiss dokumentiert hat.