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Chronisch entzündliche Darmerkrankungen

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Darmerkrankungen erkennen und behandeln

Zu den CED gehören unter anderem Morbus Crohn und Colitis ulcerosa. Lesen Sie hier mehr!

Von: PhytoDoc-Redaktion

Beschwerdefreie Phasen verlängern – Symptome lindern

CED – das ist die Abkürzung für chronisch entzündliche Darmerkrankungen. Jeder Mensch hat sich schon einmal den Magen verdorben oder eine Magen-Darm-Grippe gehabt. Die Symptome sind Bauchschmerzen und Durchfall bis hin zu Erbrechen und Übelkeit. Man kann sich vorstellen, wie groß der Leidensdruck bei Patienten mit CED sein muss, die regelmäßig über diese Beschwerden klagen. Morbus Crohn und Colitis ulcerosa gehören zu den bekanntesten CED. Sie unterscheiden sich vor allem durch die Lokalisation der Entzündung. Bei Morbus Crohn kann der gesamte Magen-Darm-Trakt befallen sein, während sich die Entzündung bei CU lediglich auf den Dickdarm beschränkt. Die beiden Erkrankungen verlaufen schubweise und sind nicht heilbar, allerdings behandelbar. In der akuten Zeit sollten sich die Betroffenen auf die Therapie der Schulmedizin stützen. Eine begleitende Therapie mit Heilpflanzen und Naturheilverfahren hat sich sowohl in der akuten als auch in der beschwerdefreien Phase bei vielen Patienten gut bewährt. Im folgenden Artikel erläutern wir die unterschiedlichen Beschwerdebilder der beiden Krankheiten und zeigen kurz die Therapiemöglichkeiten auf. Wenn Sie sich detailliert über Morbus Crohn und Colitis ulcerosa informieren möchten, empfehlen wir Ihnen die speziellen Erkrankungsseiten!

CED: Welche Therapie hilft?

Mit einigen pflanzlichen Präparaten wurden bereits erfolgreiche Studien durchgeführt. Eine Behandlung mit Heilpflanzen sollte allerdings nur begleitend zur Schulmedizin erfolgen. Insbesondere in den akuten Phasen ist eine Behandlung mit der herkömmlichen Standardtherapie notwendig. Jedoch haben Studien gezeigt, dass die beschwerdefreien Phasen durch die Einnahme von Phytopharmaka eindeutig verlängert werden konnten.

Heilpflanzen

Über Präparate mit Weihrauch, Myrrhe und Kamille sind einige Daten vorhanden. Sie haben eine entzündungshemmende Wirkung.

Das Präparat mit dem Weihrauch-Extrakt soll bei Morbus Crohn ähnliche Ergebnisse wie das Medikament Mesalazin (bei Morbus Crohn nur beschränkt wirksam) erzielt haben. Die typischen Beschwerden wie Bauchkrämpfe, Durchfall, Gelenkbeschwerden, etc. konnten bei Zweidrittel der Patienten gebessert werden. Eine Studie aus dem Jahr 2011 konnte diese Ergebnisse jedoch nicht bestätigen. Dennoch könnte Weihrauch zur Verlängerung der beschwerdefreien Zeit nützlich sein. Vergleichbare Versuche gibt es beim Krankheitsbild CU.

Mit einem weiteren Baumharz haben sich die neuesten Studien beschäftigt: der Myrrhe. Sowohl Weihrauch als auch Myrrhe enthalten Triterpensäuren, die für die entzündungshemmenden Effekte bei CU verantwortlich sind. Myrrhe wirkt zudem krampflindernd, da sie die Vehemenz der Darmkontraktionen verringert und die Darmmuskulatur entspannt. Im Besonderen hat sich die Zusammensetzung aus Myrrhe, Kamille und Kaffeekohle bewährt. Die beschwerdefreie Phase konnte in einer kleinen Studie mithilfe des Präparats aus Myrrhe, Kamille und Kaffeekohle genauso gut erhalten werden wie mit dem pharmazeutischen Standardmedikament Mesalazin. Zudem ist die pflanzliche Variante mit weniger Nebenwirkungen verbunden als die Standardtherapie. Insgesamt sind die Ergebnisse sehr ermutigend, weitere Studien wären wünschenswert.

An der Uni-Klinik Zürich wurde auch die Wirkung von Heidelbeeren bei Colitis ulcerosa, Lecithin bei Colitis ulcerosa und Wurmeiern bei Morbus Crohn getestet. Aktuell läuft ebenfalls eine Studie in Deutschland zu Wurmeiern bei CU. Jedoch wird die eigenständige Anwendung bisher nicht empfohlen. Präparate mit Wurmeiern sind in Deutschland nicht zugelassen.

US-amerikanische Wissenschaftler haben sich auch mit der antientzündlichen Wirkung der Gelbwurz – auch als Curcuma bekannt – beschäftigt. In einer vorläufigen Studie wurde Kindern, die an Morbus Crohn und Colitis ulcerosa leiden, Curcumin-Extrakt in Kapseln verabreicht. Eine Dosis von 4 g wurde von den meisten Kindern gut vertragen und die Beschwerden der CED konnten gebessert werden. Eine Anwendung bei Erwachsenen wird in den AWMF-Leitlinien bei CU als sinnvoll erachtet.

Heilpflanzen und Vitalstoffe, die bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen helfen können

Nahrungsergänzung

Bei CED sind Mangelerscheinungen keine Seltenheit. Gelegentlich ist somit die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln sinnvoll.

Auf den Erkrankungsseiten Morbus Crohn und Colitis ulcerosa erhalten Sie mehr Informationen zur Therapie mit Nahrungsergänzung.

Hausmittel und Tipps für den Alltag

Was Sie selbst tun können

Die Diagnose CED bedeutet für Patienten eine große Umstellung in ihrem Leben. Sie müssen lernen, die Krankheit zu akzeptieren und ihren bisherigen Lebensstil dementsprechend zu ändern. Im Folgenden geben wir Ihnen Tipps, wie Sie Ihre Erkrankung gut in den Griff bekommen und was Sie beachten müssen:

  • Die genaue Ursache für CED ist bisher nicht bekannt. Ein wichtiger Faktor für das Ausbrechen der Schübe ist dennoch das seelische Befinden. Stress kann einen erneuten Schub auslösen. Wichtig ist es deshalb, genügend Ruhephasen und Entspannungsverfahren in den Tag zu integrieren.
  • Die Diagnose kann einen Menschen aus dem seelischen Gleichgewicht bringen. Die Krankheit zu akzeptieren, ist daher ein wichtiger Schritt. Wenden Sie sich an eine Selbsthilfegruppe: Ein Austausch mit Leidensgenossen ist immer hilfreich.
  • Nehmen Sie nach spätestens 15 Jahren Krankheitsdauer regelmäßig an Darmkrebsvorsorgeuntersuchungen teil. Bei den Erkrankungen ist mit einem erhöhten Darmkrebsrisiko zu rechnen.
  • In der beschwerdefreien Zeit wirkt Bewegung nachweislich positiv. Sport steigert das allgemeine Wohlbefinden, senkt die Entzündungsaktivität und man kann seinen Körper auf diese Weise besser kennen lernen. Leichte Sportarten wie Walken, Schwimmen oder Gymnastik sind hierbei empfehlenswert. Patienten, die bereits im Bauchraum operiert worden sind, sollten auf Kraftsportarten verzichten, die die Bauchmuskulatur beanspruchen, um Narbenbrüche zu vermeiden.
  • Wenn Sie in der akuten Phase mit Immunsuppressiva behandelt werden, sollten Sie einen ausreichenden Impfschutz haben. Wichtig ist hierbei, wann und wie Sie sich impfen lassen. Lebendimpfstoffe sollten nur in der beschwerdefreien Zeit injiziert werden. Impfungen mit abgetöteten Erregern können immer verabreicht werden, allerdings sollte man den erreichten Schutz durch einen Bluttest überprüfen, da der Impferfolg bei CED-Patienten oft schwächer ausfällt als bei gesunden Menschen.
  • Alkohol schädigt die Darmschleimhaut und sollte gemieden werden.
  • Ein offensichtlicher Unterschied zwischen den Erkrankungen MC und CU betrifft das Rauchen: Bei Morbus Crohn verdoppelt sich die Schubrate bei Rauchern. Verzichten Sie am besten komplett auf den Glimmstängel. Anders sieht es bei Colitis ulcerosa aus. Bei Patienten, die das Rauchen aufgeben, verschlimmert sich das akute Krankheitsbild sogar. Auch durch Nikotin-Pflaster konnten in ersten Vorversuchen die Beschwerden verbessert werden. Warum das so ist, konnte bisher noch nicht genau geklärt werden. Aufgrund der Erkrankung mit dem Rauchen anzufangen ist wegen der zahlreichen negativen Wirkungen und Komplikationen nicht zu empfehlen.

Weitere Therapien

Mit den oben genannten Heilpflanzen und den Hausmitteln können Sie die beschwerdefreie Zeit verlängern. Welche Ernährung bei CED geeignet ist und wie die Schulmedizin behandelt, finden Sie auf der nächsten Seite!