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Die Erkrankung verstehen: Chronisch entzündliche Darmerkrankungen

Wissenswertes zu CED

Die genauen Vorgänge im Darm sind immer noch nicht eindeutig geklärt, gemeinsam ist den Erkrankungen aber eine überaktive Immunantwort mit einer geschädigten Darmschleimhaut.

Definition

Das steckt dahinter

Die Schleimhautbarriere und ein ausgedehntes Immunsystem verhindern im Normalfall das Eindringen von Bakterien. Bei CED ist die Schleimhautbarriere erheblich gestört. Betroffen sind dabei entweder die obersten Schleimhautschichten (Colitis ulcerosa), oder auch die darunter liegenden Schichten der Darmwand (Morbus Crohn). Da die Entzündungen aus dem Ruder laufen und schwer abklingen, ergeben sich daraus zum Teil schwere Beschwerden. Hochentzündliche Bereiche sind nämlich schmerzhaft und Orte von Blutungen und Infektionen. Die defekte Darmoberfläche kann außerdem Stoffe nicht in dem Maße aufnehmen, wie es notwendig wäre. In der Folge droht neben Blutarmut auch Mangelernährung. Das gesamte Essverhalten ist durch Appetitlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen beeinträchtigt. Wie komplex die Krankheiten sind, zeigen auch die begleitenden Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Antikörper gegen natürliche Darmkeime oder eigenes Gewebe.

Oft entwickeln sich bei Morbus Crohn Abszesse oder Fisteln, die häufig operativ entfernt werden müssen. Bei etwa 10 % der Patienten kann keine genaue Diagnose getroffen werden, d.h. man kann nicht genau bestimmen, ob es sich um Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa handelt. In solchen Fällen bezeichnet man die Erkrankung als Colitis indeterminata.

Häufigkeit

Man geht davon aus, dass in Deutschland etwa 320.000 Menschen unter CED leiden. In den letzten Jahren wurde eine steigende Tendenz der Erkrankungsfälle beobachtet, vor 100 Jahren waren die Erkrankungen noch nicht bekannt.

  • Derzeit kommen 40-80 Erkrankungen von CU auf 100.000 Einwohner vor. Jährlich kommen 4-6 Neuerkrankungen dazu.
  • Bei Morbus Crohn handelt es sich um durchschnittlich 150 Erkrankte auf 100.000 Einwohner mit 6-7 Neuerkrankungen pro Jahr.

CED kommen in Industrieländern und im urbanen Raum häufiger vor als in Entwicklungsländern und im ländlichen Raum, was vermuten lässt, dass diese Erkrankungen stark mit Umweltfaktoren zusammenhängen. Männer und Frauen erkranken dabei gleich häufig. Vor allem jüngere Menschen erkranken an Morbus Crohn und Colitis ulcerosa. Ersterkrankungen werden meist zwischen dem 16. und 35. Lebensjahr diagnostiziert. Bei CU werden zudem auch ab dem 60. Lebensjahr viele Ersterkrankungen festgestellt.

Quellen/Weitere Informationen

Quellen