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Symptome und Diagnose bei Colitis ulcerosa

Durchfall und Bauchschmerzen

Die belastendsten Beschwerden bei Colitis ulcerosa sind Bauchschmerzen und in den meisten Fällen der Durchfall.

Symptome

Der Patient hat bei Colitis ulcerosa einen schmerzhaften Stuhldrang und muss häufig die Toilette aufsuchen, nicht nur tagsüber, sondern auch in der Nacht, bei leichteren Formen weniger als 3-mal am Tag, in extremen Fällen zehn bis 30-mal. Dabei kommt es mitunter zur Inkontinenz.

Der Stuhl ist von Krämpfen und rektalen Beschwerden begleitet. Sie bessern sich nach der Entleerung. Dabei hat der Betroffene jedoch das Gefühl, dass die Stuhlentleerung unvollständig verläuft. Üblicherweise ist der Stuhl flüssig bis schleimig. Erschreckend ist für den Patienten, wenn neben Schleim auch Blut im Stuhl ist. In schlimmen Fällen besteht der Stuhl nur aus Blut und Eiter. Mehr als 6 blutige Durchfälle pro Tag sind ein Symptom für eine schwere Erkrankung.

Falls nur die letzten beiden Darmabschnitte betroffen sind, kann der Stuhl fest sein und trotzdem Schleim und Blut enthalten oder zwischen den Entleerungen abgehen. Je heftiger der Durchfall, umso längere Bereiche des Darms sind von der Entzündung betroffen.

Erhebliche Beschwerden bereiten auch die Bauchschmerzen, sie treten bevorzugt im linken Unterbauch auf. Allgemeine Symptome wie Fieber, Müdigkeit und körperliche Schwäche können, müssen aber nicht auftreten. In heftigen Fällen kommt es auch zu Gewichtsverlust und Abbau von Muskelmasse. Durch die Mangelernährung können aber Wassereinlagerungen (Ödeme) auftreten.

Typisch und tückisch bei Colitis ulcerosa ist das Übergreifen der Entzündungen auf andere Organe (Mund, Haut, Augen und im Afterbereich). Manchmal sind auch die Gelenke schmerzhaft betroffen.

Wann zum Arzt

Bei dauerhaften Beschwerden und Durchfällen, die länger als drei Tage andauern, ist immer eine ärztliche Kontrolle notwendig. Auch Blut im Stuhl sollte ein Anlass sein, unverzüglich eine/n Arzt/Ärztin aufzusuchen.

Wenn Sie bereits wissen, dass Sie an Colitis ulcerosa erkrankt sind, reagieren Sie sofort, wenn sich der Schub ankündigt.

Eine schwere Form liegt vor, wenn mehr als 6 blutige Stühle pro Tag auftreten, bei mehr als 10 blutigen Stühlen mit Fieber und Herzrasen wird ein stationärer Aufenthalt notwendig.

Colitis ulcerosa wird meist vom hausärztlichen Internisten oder Facharzt für Allgemeinmedizin behandelt. Für eine kompetente Beratung empfehlen die Fachgesellschaften außerdem eine Anbindung an einen Gastroenterologen oder an eine auf Darmerkrankungen spezialisierte Klinikambulanz, denn nur dort liegen ausreichende Erfahrungen vor.

Diagnostik

Was Sie vom Arzt erwarten können

Allgemeine Fakten:

Die Symptome liefern einen ersten Verdacht, worum es sich handeln könnte. Bis zur Diagnose ist es oft ein langer Weg. Die Erkrankung beginnt häufig unklar und wegen der großen Bandbreite an Symptomen ist es nicht einfach, zu einer schnellen Diagnose zu kommen. Andere Erkrankungen können zu ähnlichen Erscheinungen führen. Darum ist die Befragung des Patienten hier sehr wichtig. Relevant sind insbesondere folgende Fakten:

  • kürzlich unternommene Reisen, Kontakte mit infektiösen Durchfallerkrankungen (infektiöse Ursachen: Bakterien, Viren, Parasiten)
  • Nahrungsunverträglichkeiten und Allergien
  • eingenommene Medikamente (z.B. die Pille, Blutverdünner)
  • Krankheiten in der Familie (inkl. Depressionen, Thrombosen, Autoimmunerkrankungen)

Ein Beschwerdetagebuch kann dem Arzt die Arbeit erleichtern. Darin aufgezeichnet sind die Art der Beschwerden, der Zeitpunkt der Beschwerden (unabhängig oder vor/begleitend zur Stuhlentleerung), ein eventueller Zusammenhang mit bestimmten Lebensmitteln.

Ärztliche Voruntersuchung

Kontrolliert werden der Zustand von Mund, Augen, Haut, Gelenken und die Afterregion.

Eine Blutkontrolle gibt Auskunft über die Entzündungsaktivität im Körper (CRP) und eventuell Blutarmut. Bei Verdacht erfasst man hier auch Vitamin- und Mineralstoffmangel (Eisen). Standardmäßig werden die Nierenfunktion (Kreatinin) sowie Leber- und Gallenwerte (Transaminasen, gamma-GT und alkalische Phosphatase) überprüft.

Die Stuhlkontrolle klärt zusätzlich Infektionen oder Parasitenbefall (Amöben) ab. Getestet wird auch auf bakterielles Gift (Clostridium-difficile-Toxin) und bestimmte Viren (Noro-Virus, Cytomegalievirus).

Auch Reizdarm führt zu ähnlichen Beschwerden, hier ist aber nur die Darmbewegung gestört. Bereits eine Ultraschalluntersuchung lässt eine erste Abschätzung zu. Auch zur Verlaufskontrolle (Komplikationen) kann das Verfahren eingesetzt werden.

Die Erhärtung des Verdachts

Es gibt verschiedene Enddarmerkrankungen (Divertikulitis, Hämorrhoiden). Als eindeutigster Beweis gilt aber die Darmspiegelung (Koloskopie) mit der Entnahme von Gewebeproben. Hier kann der Fachmann erkennen, wie ausgedehnt der entzündliche Befall ist. Danach richten sich auch die Therapie und die Überwachungsstrategie. Die Spiegelung ist aber eine aufwändige Untersuchung, welche bereits 24 h vorher Vorbereitungen erfordert. Dazu wird mit 2 l einer Mineralienlösung ein künstlicher Durchfall ausgelöst. Es dürfen begleitend nur flüssige und klare Lebensmittel (Kamillentee und Hühnerbrühe) getrunken werden (2-3 l). Erst dadurch ist der Darm ausreichend sauber für eine gute Sicht.

Differenzialdiagnose

Bei der Darmspiegelung werden Gewebeproben entnommen, die eine genauere Analyse erlauben (Histologie). Hiermit kann Colitis ulcerosa auch von einer kollagenen Colitis unterschieden werden, bei der Narbengewebe (Kollagen) aufgelagert ist.

Eine Speiseröhren-Magen- Darmspiegelung oder (im Ausnahmefall) die Magnetresonanztomographie (MRT), lässt oft eine Abgrenzung zwischen Morbus Crohn und Colitis ulcerosa zu.

Bei älteren Patienten kann auch eine Unterbindung der Blutzufuhr (Thrombosen in den Darmvenen oder Embolien in den Darmarterien) ähnliche Beschwerden auslösen.