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Depressive Verstimmung

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Antriebslos, müde, traurig, mutlos?

Bei depressiven Verstimmungen kann die Pflanzenheilkunde eine lohnenswerte Alternative zu chemischen Antidepressiva sein.

Von: PhytoDoc-Redaktion

Wenn im Leben etwas schief läuft

Depressionen sind ein Zeichen dafür, dass grundsätzlich etwas schief läuft im Leben. Das können ganz verschiedene Dinge sein. Meist sieht der Betroffene selbst keinen Ausweg, die Lage scheint festgefahren und unumkehrbar. So kreisen die Gedanken nur um negative Themen und die Zukunft sieht schwarz aus. Wenn Niedergeschlagenheit, Traurigkeit oder Müdigkeit andauern, handelt es sich nicht mehr um ein vorübergehendes Stimmungstief. Dann steht eine Frage im Raum: „Habe ich eine Depression?“ Aktiv werden sollte man bereits bei einer anhaltenden depressiven Verstimmung, denn hier erreicht man noch vergleichsweise einfach eine Umstimmung.

Depression ist eine Krankheit mit vielen Gesichtern

Die Symptome sind bei Männern und Frauen oft ganz unterschiedlich. Männer würden eher sagen, dass sie unter Stress stehen, Druck haben oder zornig sind. Sie reagieren dann auch flapsig oder brüsk. Frauen benennen ihren Zustand eher mit „mutlos“ oder „deprimiert“, sie ziehen sich antriebslos zurück. Während Frauen meist ein einfühlsames Gespräch gut tut, brauchen Männer eher konkrete Hilfe ohne viele Worte. Alte Menschen haben wiederum ganz andere Bedürfnisse, sie müssen häufig aktiviert werden. Ein guter Therapeut wird sehr individuell behandeln. Am besten wirkt ein vielseitiger Behandlungsplan. Während eine schwere Depression in ärztliche Hände gehört, kann man eine depressive Verstimmung selbst angehen. Hilfreiche Therapievorschläge finden Sie hier, von A wie Arznei bis Z wie „sich Zeit nehmen“. Damit unterstützt man auch eine ärztliche Therapie.

Depression, depressive Verstimmung oder Winterdepression?

Man spricht von einer depressiven Verstimmung (Dysthymie), wenn ein Stimmungstief länger als 2 Wochen andauert. Die Ursachen für eine solche Lage sind meist nachvollziehbar (Stress, Sorgen, Konflikte) und die Betroffenen reagieren gut auf verschiedene Therapien. In dieser Phase können Phytotherapie oder Naturheilverfahren hilfreich sein. Eine Depression ist meist heftiger, sodass sie, wie oben erwähnt, von einem ausgebildeten Arzt behandelt werden sollte.
Gerade im Winter leiden viele vermehrt unter Antriebslosigkeit, Niedergeschlagenheit und Müdigkeit. Diese Symptome können auf eine "Winterdepression" hinweisen, die vor allem mit dem Mangel an Licht in Verbindung gebracht wird.

Behandlung bei depressiver Verstimmung: Naturheilkunde und Hausmittel

Wie behandelt man Depressionen?

Akut behandelt man Depressionen mit Antidepressiva. Doch keineswegs bei jedem Patienten wirken chemische Antidepressiva. Zudem werden diese teilweise auch von den Patienten wegen der Nebenwirkungen abgesetzt. Das Nutzen-Nebenwirkungsverhältnis bei leichten Depressionen sowie depressiven Verstimmungszuständen ist bei einigen pflanzlichen Präparaten sehr gut, dabei ist die Wirksamkeit mit den synthetischen Mitteln ebenbürtig und es kommt zu keiner Abhängigkeit. Für die meisten Verstimmungszustände ist Johanniskraut das Mittel der Wahl (mehr zur Phytotherapie).

Erst stabilisieren, dann handeln

In der akuten Phase braucht der Patient Schonung, erst wenn er sich stabilisiert hat, kann man eine Therapie beginnen. Bei einer depressiven Verstimmung kann der Patient meist selbst daran gehen Lebensumstände zu ändern oder Probleme zu lösen. Bei schwerwiegenderen Fällen unterstützt ein Therapeut mit Psychotherapie, Verhaltenstherapie oder Entspannungsverfahren. Keine Angst, Sie können den Therapeuten fünf Sitzungen testen, bevor Sie sich entscheiden. Leider sind im Augenblick die Wartelisten der zugelassenen Therapeuten oft sehr lang.

Nachsorge ist Vorsorge

Nach der Akutbehandlung mit Medikamenten empfiehlt sich auch eine weiterführende ambulante Nachsorge für etwa sechs Monate. Da bei Depressions-Patienten eine hohe Rückfallquote besteht, ist es wichtig im Bedarfsfall – bei emotionellen Belastungen – prophylaktisch einzugreifen.

Heilpflanzen

Bei einer depressiven Verstimmung oder einer leichten Depressionen sind Heilpflanzen eine wirksame Option. Meist wirkt die Phytotherapie nicht sofort. Eine Wirkung stellt sich innerhalb von 3-5 Wochen ein.

Die Pflanze, deren Wirksamkeit durch Studien am besten belegt ist, ist der Trockenextrakt des Johanniskrauts, meist als Kapseln erhältlich (600-900 mg/Tag für 6 Monate; Nebenwirkungen beachten!). Besonders effektiv ist ein Kombiprodukt mit Baldrian, das bereits nach 10 Tagen Wirkung zeigt.

Die Antidepressiva-Liste der Natur ist aber deutlich länger und das optimale Produkt richtet sich nach den Begleitbeschwerden

Einer depressiven Verstimmung folgen manchmal Angstzustände

Eigentlich wäre hierfür der Kava-Kava-Wurzelstock bestens geeignet. Die vorhandenen Studien sprechen für die Anwendungsgebiete nervöse Angst-, Spannungs- und Unruhezustände. Er wurde jedoch wegen des Verdachts leberschädigend zu sein vom Markt genommen. Aber es gibt eine Reihe von Ersatzmöglichkeiten, Johanniskraut zum Beispiel.

Eine Reihe neuerer Studien bescheinigt auch dem Öl des Lavendels eine gute Wirksamkeit gegen depressive Verstimmung (80 mg Öl/Tag mindestens 6 Wochen) oder dem Extrakt der Passionsblume (1200 mg/Tag mindestens 4 Wochen), optimal auch die Kombination der beiden Wirkstoffe. Der Effekt ist bei Depressionen mit Angstzuständen durchaus mit synthetischen Medikamenten vergleichbar.

Empfehlenswert ist auch die Mischung von Hopfen-, Baldrian-, Passionsblumen- und Melissenextrakt. Immerhin schlug es bei 71% der Patienten die Angst und bei 55% die depressive Verstimmung in die Flucht. Die empfohlene Tagesdosis beträgt in den Mischpräparaten für Baldrianwurzel bis 1500 mg, für Hopfen bis 130 mg, für Passionsblume bis 1000 mg und für Melissenblätter bis 270 mg (bezogen auf Trockenextrakt).

Depression, die Schlafstörungen im Schlepptau

Kein Wunder, wer mit Problemen ins Bett geht, kann nicht schlafen. Sehr häufig ist bei depressiven und verstimmten Menschen der Schlaf gestört. Das Einschlafen kann durch eine ganze Reihe von Pflanzen gefördert werden, allen voran Baldrian und Hopfen. Besonders positiv: Die Wirkstoffe machen tagsüber nicht schläfrig. Was man sonst noch gegen Schlafstörungen tun kann, finden Sie hier.

Psychosomatische Beschwerden: wenn der Körper spricht

Bei einigen Menschen lässt sich die depressive Verstimmung nicht anhand ihrer Stimmung ablesen. Sie neigen eher zu körperlichen Symptomen, wie Herzklopfen, Schwächegefühl, Zittern, Schwindel, Atem- und Magen-Darmbeschwerden. Dafür ist ebenfalls Baldrian der Klassiker, gut auch in Kombination mit Johanniskraut.

Kalt erwischt: die Winterdepression

Depressive Verstimmung braucht nicht immer einen Grund. Schon der Lichtmangel im Winter schlägt bei vielen Menschen auf die Stimmung. Auch hier ist Johanniskraut ein Treffer: Eine Studie bestätigt, dass mit Johanniskraut die Beschwerden einer „saisonalen Depression“ gesenkt werden können.

Depressiv verstimmt in den Wechseljahren?

Bei Wechseljahrsbeschwerden war ein Johanniskrautpräparat einem synthetischen Beruhigungsmittel ebenfalls überlegen. Zweidrittel der Probandinnen sprachen nach Ärzte- und Patientinnenumfragen darauf an. Außerdem kann die Traubensilberkerze eingesetzt werden. Studien zur Folge hat auch der Rhapontikrhabarber, neben der Milderung klimakterisch bedingter Beschwerden, einen positiven Einfluss auf die depressive Neigung.

Niedergeschlagen wegen Erschöpfung

Stress, Alter und Krankheit hinterlassen ihre Spuren. Müdigkeit und Erschöpfung führen dann häufig zu Niedergeschlagenheit. Dann fehlen einfach die Kräfte, dringende Probleme anzupacken. Hier kann eine Stärkung des Körpers die entscheidende Wende einleiten. Ein bekanntes Stärkungsmittel ist zum Beispiel der Ginseng. Auch Rosenwurz ist eine Option. Damiana zählt zu den traditionellen, mexikanischen Heilpflanzen. Ihr Schwerpunkt sind "sexuelle Störungen", welche der depressiven Verstimmung schon mal folgen. Das afrikanische Pendant dazu ist die antidepressiv wirkende Schwarzbohne Griffonia mit ebenfalls überwiegend traditionellen Empfehlungen.

Heilpflanzen und Vitalstoffe, die bei depressiver Verstimmung helfen können

Homöopathische Mittel bei depressiver Verstimmung

Die klassische Homöopathie hält für die individuellen Beschwerden einer Depression zahlreiche Konstitutionsmittel bereit. Welche Mittel für den einzelnen Patienten geeignet sind, sollte ein erfahrener Homöopath festlegen.

Komplexmittel gegen depressive Verstimmung enthalten folgende Komponenten:

  • Aurum metallicum gegen Schwermut, Angst, Selbstmordgedanken bei vollblütigen Patienten
  • Acidum phosphoricum gegen Erschöpfung mit Schlaflosigkeit, Gedächtnisschwäche und Teilnahmslosigkeit
  • Hypericum bei Verletzungen/ Operationen mit Depression

Die Wirkung der Homöopathie bei depressiver Verstimmung ist nicht nach konventionellen Maßstäben überprüft. Für die Auswahl der Mittel ist der Homöopath der beste Ansprechpartner.

Schüßler Salze

Nach Schüssler sollen folgende Salze bei längerfristiger Einnahme die depressive Verstimmung lindern:

  • als Tonikum: Kalium phosphoricum, Ferrum phosphoricum
  • bei Mattigkeit und Antriebslosigkeit: Natrium chloratum
  • bei Blutfülle und Überfülle: Natrium sulfuricum

Die Wirkung von Schüssler-Salzen ist wissenschaftliche nicht belegt.

Nahrungsergänzung

Wenn der Stoffwechsel entgleist, kann es auch zu psychischen Symptomen kommen. Besonders bei therapieresistenten Zuständen sollte man auf eine ausreichende Versorgung an Vitaminen und Mineralien sorgen.

Vitamin B-Komplex: die Nervennahrung

Depressive Verstimmungen werden unter Umständen auch durch Mangel an Vitaminen ausgelöst: Für einen Mangel an Vitamin B12 sind psychische Erscheinungen wie depressive Verstimmungen, Altersdemenz und Psychosen beschrieben worden. Ein niedriger Folsäure- und Vitamin-B12-Spiegel vermindert außerdem das Ansprechen auf Antidepressiva. Darüber hinaus könnte auch ein Mangel an Vitamin B6 möglicher Risikofaktor für Depressionserkrankungen angesehen werden.

Achtung: Vitamin B12 Mangel droht vor allem Veganern, da es überwiegend in tierischen Produkten, Milch und Ei vorkommt.

Tabletten statt Licht?

Eine schwedische Studie überprüfte den Vitamin D Spiegel von depressiven Jugendlichen und stellte sehr niedrige Werte fest, ein Ausgleich wiederum besserte den Zustand. Da dieses Vitamin in der Haut durch Licht gebildet wird, geht das Defizit vermutlich auf das Konto der dunklen Jahreszeit. Noch aber ist der Zusammenhang Depression und Vitamin D-Mangel nicht ausreichend abgesichert.

Mehr Botenstoffe produzieren

Das körpereigene „Glücks- und Beruhigungshormon“ Serotonin wird im Stoffwechsel aus der Aminosäure Tryptophan hergestellt. Man setzt Tryptophan oder 5-Hydroxytryptophan (beispielsweise aus der Schwarzbohne Griffonia) daher versuchsweise in der Therapie gegen depressive Verstimmungen ein. Der Ansatz ist nicht unumstritten und nur unzureichend durch Studien gedeckt. In der Praxis zeigt sich in bestimmten Einzelfällen aber eine ausgezeichnete Wirkung. Besonders gut sprechen Patienten mit einer gestörten Schlafarchitektur an. Sie sind typischer Weise morgens müde und schlecht gelaunt, abends wach und aufgedreht. Der Grund dafür ist ganz einfach: Ist mehr Serotonin verfügbar, kann auch mehr "Wachhormon" Melatonin produziert werden. Damit normalisiert sich oft der Tag/Nacht-Rhythmus.

Mehr Energie für die Nerven

Kreatin ist eine wichtige Verbindung im Energiestoffwechsel des Körpers, vor allem Sportler nehmen sie zur Förderung der Muskelkraft. Da sich Depressive oft müde und kraftlos fühlen liegt eine Zufuhr nahe. Eine koreanische Studie hat übrigens Kreatin in Kombination mit einem Antidepressivum getestet und festgestellt, dass die Probanden damit schneller auf den Wirkstoff ansprachen.

Eine mögliche Wirkung von Omega-3-Fettsäuren gegen Depressionen durch Stabilisierung der Nervenzellmembranen, durch eine antioxidative Wirkung wird diskutiert, ist aber bisher nicht bewiesen.

Entkrampfen

Magnesium wirkt allgemein entkrampfend und wird von der orthomolekularen Medizin auch zur Aufhellung der Stimmung eingesetzt.

Hausmittel und Tipps für den Alltag

Was Sie selbst tun können

Das Leben ordnen: Zeit für Entspannung

Eine feste Ordnung im Tagesrhythmus mit konstanten Ruhe-, Ess- und Aktivitätszeiten schafft oft den äußeren Rahmen für eine Besserung der Depression, frei nach dem Motto: "Ordnung verleiht Stabilität". Patienten mit depressiven Verstimmungen sollten ihren Lebensstiel darauf einstellen und beispielsweise Stressbewältigungsmaßnahmen in den Alltag einbauen. Und: Grübeln sollte man vermeiden, das ist der Einstieg in die Depressions-Falle. Wichtig ist auch die Abwechslung. Ein bisschen Nervenkitzel und ein wenig Stress sind durchaus gut, wenn man davon zu wenig hat. Andere müssen sich bei Depressionen aktiv Stressentlastung organisieren.

Schluss mit dem grauen Alltag

Oft sehnt man sich nach einem Ausstieg aus der bisherigen Lebenssituation. Selbst bei einer depressiven Verstimmung hat man vieles davon selbst in der Hand. Eine interessante Studie zum Thema wurde an der Universität Zürich durchgeführt: Hier lies man die Probanden täglich bestimmte Gefühle trainieren: Neugier, Dankbarkeit, Optimismus, Humor und Enthusiasmus. Nach der Studie waren die Probanden mit ihrem Leben zufriedener und optimistischer gestimmt, als die inaktive Kontrollgruppe. Ist dieses Ergebnis wirklich erstaunlich? Glück passiert nicht nur, man kann es herbeiführen, wenn man regelmäßig etwas Zeit investiert.

Was löst bei Ihnen Glücksgefühle aus?

Harte Maßnahmen: Schlafentzug

Bei einer Depression oder depressiven Verstimmung ist man häufig antriebslos und müde. Schlafen aber sollte man nicht: Gerade für den Schlafentzug ist ein stimmungshebender Effekt beschrieben. Nach einer durchwachten Nacht sieht die Welt ganz anders aus. Mindestens die zweite Hälfte der Nacht sollte man aufbleiben und dann allmählich zum normalen Schlafmaß zurückkehren. Vor allem Patienten mit Morgentief können rasch davon profitieren. Einziger Nachteil: Effekt vergeht nach eine Weile.

Auch bei einer Winterdepression ist die Therapie vergleichsweise einfach: warm anziehen und sich an der frischen Luft bewegen; optimalerweise die Sonne genießen.

Weitere Therapieformen

Leichte Depressionen sind durch Phytotherapie und Naturheilkunde zugänglich. Bei schweren endogenen Depressionen sollte mit Psychopharmaka behandelt werden. Die Therapie wird in diesem Fall von einem Psychiater begleitet. Lesen Sie auf der folgenden Seite mehr zu Therapiemaßnahmen bei depressiver Verstimmung.