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Diabetes

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Diabetes: So können Sie ihn verhindern

Wenn der Körper den Blutzucker nicht mehr kontrollieren kann, ist das umfangreiche Management der Zuckerkrankheit die wichtigste Maßnahme. Eine konsequente Lebensstiländerung mit Bewegung und gesunder Ernährung verhindert dagegen den Ausbruch von Diabetes Typ-2.

Von: PhytoDoc-Redaktion

Diabetes ist zur Volkskrankheit geworden

Haben Sie in den letzten Jahren ordentlich an Gewicht zugelegt? Der Blutdruck ist hoch und die Fettwerte sind auch nicht in Ordnung? Dann könnte es bald auch Sie treffen: Typ-2-Diabetes ist bei uns eine Volkskrankheit geworden. In den Industrienationen sind Zucker und Fett zu jeder Zeit verfügbar. Diese Sünden hinterlassen über Jahre Spuren im Stoffwechsel: Nach und nach erschöpft sich die Fähigkeit, den Blutzucker zu regulieren, da das zentrale Hormon Insulin nicht mehr ausreichend wirkt (Insulinresistenz). Spätestens dann muss man reagieren, da die Folgeerkrankungen durch Gefäßschäden fatal sein können. Im Anfangsstadium ist manches rückgängig zu machen und einige Heilpflanzen können den Stoffwechsel noch günstig beeinflussen. Die Hauptaufgabe bei Diabetes ist daher die Motivation des Betroffenen zu einer grundlegenden Änderung des Lebensstils (Ernährung, Bewegung). Später stellt die Bauchspeicheldrüse zunehmend ihre Tätigkeit ein. Dann bleibt nur noch ein Ausweg: das Hormon mit stetig höheren Dosen zu ersetzen. Darum zahlt sich frühe Eigenaktivität auf jeden Fall aus!

Behandlung bei Diabetes: Die ganzheitliche Strategie

Nur wenige Menschen haben bei Diabetes keine Wahl: bei Typ-1-Diabetikern wurde die Bauchspeicheldrüse durch das Immunsystem, Krankheit oder Gifte angegriffen und produziert daher kein Insulin mehr. Hier muss die Schulmedizin helfen. Bei Typ-2-Diabetes dagegen kann man selbst aktiv werden.

Meist vermeidbar: Diabetes Typ-2

Viele Jahre vor dem Auftreten der Krankheit meldet sich der Körper bereits mit Übergewicht, Bluthochdruck und entgleisten Fettwerten. Eine konsequente Lebensstiländerung mit Bewegung und gesunder Ernährung verhindert den Ausbruch von Diabetes Typ 2. Aufklärung über die Risiken und Motivation des Patienten ist in diesem Stadium am wichtigsten. Die Patienten neigen zur Verleugnung, da sie anfangs oft nicht viel merken (ein typisches Symptom ist allerdings starker Durst). Daher sind regelmäßige Kontrollen und Gespräche wichtig.

Diabetes-Therapie: eine Krankheit braucht ein umfangreiches Management

Wenn der Körper den Blutzucker nicht mehr kontrollieren kann, ist das Management der Krankheit die wichtigste Maßnahme. Dazu gehören die regelmäßige Blutzuckermessung und das Spritzen von Insulin. Oberstes Therapie-Ziel ist die konsequente Einstellung des Blutzuckers, ohne Unterzucker zu riskieren. Damit bekommt man auch Komplikationen und Folgeerkrankungen besser in den Griff. Eine falsche Handhabung der Medikamente kann lebensgefährlichen Unterzucker auslösen. Der Patient muss daher exakt darin geschult werden, wie er selbst reagieren muss und wann er umgehend professionelle Hilfe braucht. Disziplin beim Essen und Bewegung sind aber auch hier immer noch die Garanten für einen milden Verlauf.

Lebenswichtig: Verlauf kontrollieren

Ein Arzt überwacht bei Diabetes die Blutzuckereinstellung. Er berät und warnt, wenn Folgeerkrankungen drohen. Die Erfolgskontrolle durch den Arzt und das Feedback an den Patienten sind ebenso wichtig wie die Eigenverantwortung.

Heilpflanzen

Theoretisch: Reiches Angebot an Diabetes-Heilpflanzen

Die Ethnobotanik zählt ganze 800 Pflanzen, die von der traditionalen Heilkunde zur Behandlung von Diabetes genutzt werden. Untersuchungen nach modernen Maßstäben liegen aber nur wenige vor. In den gültigen Leitlinien finden Heilpflanzen derzeit keine Beachtung. Es sind im Moment keine Heilpflanzenzubereitungen als Arzneimittel für Diabetes zugelassen (gleichwohl gibt es Diätetische Lebensmittel und Nahrungsergänzungsmittel). Das bedeutet aber nicht, dass die Heilpflanzen unwirksam sind. Wenn man bereits von Insulingaben abhängig ist und Heilpflanzen nutzt, sollte man den Blutzucker besser engmaschig kontrollieren, um einen Unterzucker zu vermeiden.

Bittermelone

Dieses tropische Kürbisgewächs bildet warzige gurkenförmige Früchte aus, die sehr bitter schmecken. In Deutschland sind Produkte mit Bittermelone als Nahrungsergänzungsmittel oder als „diätetisches Lebensmittel“ für Diabetiker deklariert (Bittermelonenkonzentrat, wässriger Trockenextrakt). Die Bittermelone kommt nur für leichte Vorformen in Betracht, später und vor allem als alleinige Maßnahme dürfte die Wirkung zu gering ausfallen.

Baumrinde mit medizinischer Wirkung

Ebenfalls bei leichten Diabeteszuständen wird die Rinde des Baumes Hintonia verwendet. Kocht man das Pulver, lösen sich die Wirkstoffe im Wasser (3 x täglich 1 Teelöffel). Einfacher handhabbar sind die fertigen Trockenextrakte in Kapselform.

Auch beim Zimt handelt es sich um ein Produkt aus Baumrinde. Es sind bereits fertige Extrakte aus der Zimtrinde verfügbar. Sie enthalten kaum schädlichen Zimtaldehyd. Achten sollte man noch darauf, dass die Cumarinmenge angegeben ist und unter dem Grenzwert liegt (6 mg Cumarin pro Tag für eine Person mit 60 kg). Am hochwertigsten gilt hier der Ceylon-Zimt. Man kann ihn pur als Pulver einnehmen, zum Beispiel mit Joghurt (etwa ½ Teelöffel/Tag)

Achtung: Oft wird Zimt nicht korrekt deklariert und der billigere China-Zimt beigemischt. Er enthält vergleichsweise viel Cumarin.

Interessante Begleitwirkungen: Mariendistel

In Frage kommt auch die Mariendistel. Gerade zur Mariendistel liegen ausreichend Untersuchungen zur Sicherheit vor, denn die Heilpflanze wurde für leberschützende Aktivitäten bekannt. Kürzlich wurde man auch auf die antidiabetische Wirkung aufmerksam. Doch auch die Begleitwirkung kann sich sehen lassen. Der alkoholische Extrakt der Pflanze senkt auch die Entzündungsaktivität und den oxidativen Stress, auch das sind belastende Reaktionen einer Zuckererkrankung. So kommt sie auch zur Behandlung von Folge- und Begleiterkrankungen in Frage.

Der Trick mit dem Schleim

Flohsamen nehmen sehr viel Wasser auf und quellen zu Schleimen auf. Diese Schleime fördern die Darmpassage und lassen auch die Zuckerwerte leicht fallen, weil sie die Zuckeraufnahme im Darm vermindern. Dabei haben sie erwünschte Nebeneffekte: so binden sie Cholesterin und Gallensäuren, das wirkt sich positiv auf die Fettwerte aus. Als Tagesdosis nimmt man 10-30 g der Samen. Jeweils vor den Mahlzeiten rührt man einen Teelöffel der Samen in eine Tasse mit Wasser. Etwa zehn Minuten quellen lassen und trinken. Besonders wichtig ist die begleitende Flüssigkeit, sonst entziehen die Samen dem Darminhalt Wasser. Das würde zu Verstopfung führen.

Acarbose wirkt ganz ähnlich. Dieser Zucker aus einem Bodenbakterium verlangsamt die Verdauung von Kohlenhydraten. Er hemmt schlicht das Enzym, das diese Stoffe abbaut und vermindert damit die Blutzuckerspitzen nach dem Essen. Daraus ist heute ein verschreibungspflichtiges Medikament geworden.

Achtung: Häufige Nebenwirkung sind Blähungen. Der Effekt auf den Blutzucker ist eher gering. Acarbose sollte nicht die alleinige Maßnahme gegen Diabetes sein.

Auch die Schleimstoffe aus Guarkernmehl und Bockshornklee gehören in diese Kategorie. Während aber Acarbose „nur“ den Kohlehydrataufschluss beeinflusst, wirkt der Bockshornklee über weitere Mechanismen. So unterstützt er die Insulinproduktion und die Regeneration der Bauchspeicheldrüse. Daneben bekämpft er begleitende Symptome wie die hohen Fettwerte und den oxidativen Stress.

Geheimtipp Maulbeere

Die Maulbeere kennt man vor allem als Futter für die Seidenraupen, aber der Baum bringt auch sehr süße beerenartige Früchte hervor. Asiaten trinken den Tee aus den Blättern bei Diabetes, auch Maulbeerblattpulver (0,5–2,5 g) und Maulbeerextrakt sind gebräuchlich. Dabei wirken die wässrigen oder alkoholischen Extrakte durchaus, zumindest im Tierversuch. Die Wirkstoffe verhindern (unter anderem), dass Kohlenhydrate zu schnell abgebaut werden und so im Blut langsamer anfluten. Damit lassen sich Zuckerhöchstwerte nach dem Essen reduzieren. Bei uns ist die Pflanze zurzeit noch nicht gebräuchlich, das könnte sich vielleicht ändern, denn im Vergleich mit anderen Pflanzen schnitt die Maulbeere sehr gut ab.

Homöopathische Mittel

Diabetes ist eine schwerwiegende Erkrankung. Die schulmedizinische Therapie hat daher Vorrang, homöopathische Mittel kommen nur begleitend zu einem ganzheitlichen Therapiekonzept in Frage.

Bei Wunden greift man zu Kreosotum (Buchenholzteer) und Secale (Mutterkorn), zur Senkung des Blutzuckers soll Syzygium jambolanum hilfreich sein.

Ein erfahrener Homöopath sollte Sie hier beraten.

Nahrungsergänzung

Studienlage zur Nahrungsergänzung bei Diabetes: unbefriedigend

Die Wirkung von Nahrungsergänzungsmitteln bei Diabetes ist zu wenig gesichert. Häufig empfohlen wird bei Diabetes Chrom(III), Zink, Jod und Selen.

Chrom(III) verstärkt zwar die Wirkung oraler Antidiabetika, ungeklärt ist jedoch derzeit die Sicherheit des Metalls. Während Chrom(III) als ungiftig gilt, sind andere Oxidationsstufen von Chrom krebserregend. Im Grunde müsste vorher geklärt werden, ob der Körper Chrom(III) in Chrom(V oder VI) umwandeln kann.

Magnesium hilft gegen die Muskelkrämpfe, die bei Mineralverlust durch die gesteigerte Urinproduktion bei Diabetikern auftreten können. Es ist daneben für die Umwandlung von Fett in Energie durch die Zellkraftwerke (Mitochondrien) notwendig. Für den „Energieverbrauch“ allerdings muss man selber sorgen: Bewegen ist hier gefragt.

Da Diabetes die Nerven bedroht, möchte man über die Versorgung mit Vitaminen der B-Gruppe einen Ausgleich schaffen (Vitamin B1, 6, 12 und Niacin B3). Gegen die Neuropathie setzt man α-Liponsäure ein.

Den verstärkten oxidativen Stress bei Diabetes sollen antioxidative Vitamine wie Vitamin C oder Vitamin E abfangen.

Beste Voraussetzung für die Wundheilung bei Diabetes ist eine ausreichende Versorgung mit Zink und Vitamin C.

Hausmittel und Tipps für den Alltag

Was Sie selbst tun können

Richtig verhalten bei Typ-2-Diabetes

  • Wichtigste Maßnahmel ist regelmäßige Bewegung. Dabei zählt auch, wenn man im Alltag jede Stunde einmal aufsteht und sich die Beine vertritt.
  • Essen sollte man nur zu den Mahlzeiten. Bei leichten Formen sind drei Mahlzeiten angebracht, in schwereren Fällen wird die Nahrung auf fünf feste Zeiten aufgeteilt.
  • Es zählt dabei eine naturnahe Ernährung mit geringer Kaloriendichte.
  • Wer langsam isst und gründlich kaut, isst in der Regel auch weniger. Dieses Hausmittel ruft zum Genuss auf: Nehmen Sie sich Zeit und kosten Sie Ihr Essen aus.
  • Auf den Nachschlag beim Essen verzichtet man besser.
  • Wer diese Regeln umsetzt, bekämpft die überschüssigen Pfunde: Denn Achtung: Übergewicht ist einer der wichtigsten Risikofaktoren für Diabetes.
  • Viel Alkohol schadet der Bauchspeicheldrüse und kann mit Diabetesmedikamenten zu gefährlicher Unterzuckerung führen. Gegen 1/8 l Wein oder einen 1/2 l Bier ist nichts einzuwenden.
  • Rauchen verschlimmert die Gefäßerkrankungen. Rauchverzicht gehört zu den wichtigsten Maßnahmen im Vorfeld.
  • Schlafen Sie ausreichend. Chronischer Schlafmangel vermindert die Insulinwirkung.
  • Achten Sie auf eine ausreichende Erholung. Stress erhöht das Diabetesrisiko.

Weitere Therapien

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