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Blutzuckerwerte: Was sie bedeuten, wie man richtig misst!

Der Blutstropfen wird auf den Teststreifen des Blutzucker-Messgerätes gebracht.

Blutzuckerwerte sind das wichtigste Kriterium bei der Diagnose von Diabetes

Was sind Normalwerte? Wie entstehen zu hohe Blutzuckerwerte? Und wann und wie sollte man messen?

Von: Benjamin Honda

Was ist der Blutzuckerwert?

Mit dem Blutzuckerwert misst man den Glukoseanteil im Blut. Damit ist er ein wichtiges Mittel zur Diagnose und bei der Therapie von Diabetes mellitus. Unterschieden wird zwischen dem Langzeitzucker (HbA1c) und dem Kurzzeitzucker. Der Langzeitblutzucker wird in einem Laborverfahren ermittelt. Diabetiker sollten ihn alle drei Monate messen lassen. Der Langzeitwert zeigt an, wie viele Zuckermoleküle sich in den vergangenen acht bis zwölf Wochen an die roten Blutkörperchen angelagert haben. Den Kurzzeitwert kann jeder mit modernen Messgeräten selbst feststellen. Ein Arzt kann außerdem den oralen Glukosetoleranztest machen. Der Patient trinkt dafür eine Zuckerlösung und nach bestimmten Zeiträumen wird gemessen, wie sich der Blutzuckerspiegel entwickelt.

Was beeinflusst Blutzuckerwerte?

Ernährung und Sport beziehungsweise Bewegung sind die wichtigsten Faktoren für den Blutzuckerspiegel. Nach dem Essen steigt der Glukoseanteil im Blut stark an. Die Bauchspeicheldrüse schüttet dann das Hormon Insulin aus, mit deren Hilfe die Zellen die Glukose aufnehmen, die ihnen als Energielieferant dient. Der Blutzucker sinkt wieder auf einen Normalwert. Leidet ein Mensch an Diabetes Typ 1 produziert die Bauchspeicheldrüse wenig oder kein Insulin. Bei Typ 2 haben die Zellen eine Insulinresistenz gebildet, weshalb sie nicht mehr so stark auf das Hormon reagieren. 

So entstehen zu hohe Blutzuckerwerte

Der Körper kann die Blutzuckerwerte bei Diabetes also nicht mehr selbst auf die Normalwerte bringen – es entsteht Überzucker. Diabetiker müssen ihren Zuckerhaushalt daher dauerhaft zum Beispiel durch Insulinspritzen regulieren, um mit dem Arzt individuell festgelegte Zielwerte zu erreichen.

Wie hoch sind die Normalwerte?

Blutzuckerwerte werden in mg/dl (Milligramm pro Deziliter) oder in mmol/l (Millimol pro Liter) gemessen. Der Wert für den Langzeitzucker wird in Prozent angegeben. Die Werte stammen aus den Leitlinien der Deutschen Diabetes Gesellschaft.

Blutzuckerwerte-Tabelle für Erwachsene

Erwachsene

Kein Diabetes

Verdacht

Diabetes

Nüchtern

mg/dl

mmol/l

<100

<5,6

100-126

5,6-7

>126

>7

2 h nach d. Essen

mg/dl

mmol/l

<140

<7,8

140-200

7,8-11,1

>200

>11,1

HbA1c

<6,5%

6,5%-7,5%

>7,5%

Bei einer Unterzuckerung liegen die Blutzuckerwerte unter 3,3 mmol/l (60 mg/dl).

Blutzuckerwerte-Tabelle für Kinder

Kinder

Gesund

Gut

Mäßig (Maßnahmen empfohlen)

Schlecht (Maßnahmen erforderlich)

Nüchtern

mg/dl

mmol/l


65 – 100

3,6 - 5,6


90 – 145

5-8


>145

>8


>162

>9

2h nach d. Essen

mg/dl

mmol/l


80 - 126

4,5 – 7


90 - 180

5 -10


180 - 250

10 – 14


>250

>14

HbA1c

<6,05%

<7,5%

7,5 – 9 %

>9%


Zielwerte bei bestehendem Diabetes sind von Patient zu Patient verschieden und hängen von vielen Faktoren wie dem Alter, anderen Erkrankungen oder dem Lebensstil ab. Patienten sollten ihre individuellen Zielwerte daher genau mit ihrem Arzt abklären.

Wann wird der Blutzuckerwert gemessen?

Gemessen wird entweder nüchtern (12 Stunde nach der letzten Mahlzeit), vor dem Essen oder zwei Stunden nach dem Essen. Wer erhöhte Zuckerwerte hat, muss diese auf jeden Fall von einem Arzt abklären lassen. Diabetes Typ 1 entsteht meist innerhalb weniger Wochen. Symptome sind starker Durst, häufiger Harndrang, ständige Müdigkeit, Gewichtsabnahme. Diabetes Typ 2 ist deutlich schwieriger zu erkennen, da er sich meist schleichend entwickelt und erst nach Jahren entdeckt wird. 

Blutzuckerwerte werden gemessen bei:

  • Verdacht auf Diabetes mellitus, bei Menschen mit Diabetesrisiko
  • zur Kontrolle bei Zuckerkrankheit
  • in der Schwangerschaft, bei Neugeborenen
  • Vorsorgeuntersuchungen
  • Bewusstlosigkeit ohne erklärbare Ursache
  • Störungen des Kohlenhydratstoffwechsels
  • Erkrankung der Bauchspeicheldrüse

Wie oft sollte man den Blutzuckerwert messen?

Wer zuckerkrank ist, muss seinen Blutzucker oft mehrmals am Tag messen: zum Beispiel vor den Mahlzeiten, dem Schlafengehen oder bevor man Auto fährt. Durch die regelmäßige Kontrolle soll eine dauerhafte Überzuckerung oder gar eine Ketoazidose, aber auch eine Unterzuckerung (Hypoglykämie) etwa durch eine zu hohe Insulindosis vermieden werden.

Achten Patienten darauf, Überzucker und Unterzucker zu vermeiden, können sie das Risiko für Folgeerkrankungen deutlich senken. Wichtig ist daher auch ein Messtagebuch, in dem der Verlauf der Blutzuckerwerte protokolliert wird. Neben den Blutzuckerwerten selbst sollte man auch Blutdruck, Ernährung und Sport bzw. Bewegung notieren. Das gibt zusätzlichen Aufschluss über das Zustandekommen des Blutzuckerspiegels und motiviert zu einer gesunden Lebensführung.

Wie werden Blutzuckerwerte gemessen?

  1. Hände mit Seife waschen und gut abtrocknen
  2. Lanzette einsetzen
  3. Teststreifen aus der Verpackung nehmen und in das Messgerät einführen
  4. Wer die Fingerkuppe vor dem Stich massiert, fördert die Durchblutung
  5. Seitlich in die Fingerkuppe stechen (Zeigefinger und Daumen braucht man im Alltag am meisten, diese daher schonen)
  6. Wenn zu wenig Blut kommt: Sanft die Fingerkuppe drücken oder leicht vom Finger zur Kuppe streichen
  7. Blut zügig auf den Teststreifen geben

Die richtige Messung der Blutzuckerwerte ist sehr wichtig. Bei Fragen oder Unsicherheiten sollte man nicht zögern und sich Hilfe bei einem Arzt oder in der Apotheke holen.

Was kann die Messung der Blutzuckerwerte verfälschen?

Moderne Messgeräte sind sehr zuverlässig, durch Fehler bei der Messung kann trotzdem ein falscher Wert des Blutzuckers angezeigt werden. Mit ein paar Maßnahmen kann man die häufigsten Fehler vermeiden:

  • Vor dem Messen die Hände gut mit Seife waschen und abtrocknen, da schmutzige oder feuchte Hände das Ergebnis leicht beeinflussen können.
  • Teststreifen erst direkt vor der Messung aus der Originalverpackung nehmen.
  • Runtergefallene oder abgelaufene Teststreifen nicht verwenden.
  • Teststreifen nicht in Hitze, Sonnenlicht oder im Kühlschrank lagern.
  • Sofort messen, wenn das Blut an die Oberfläche tritt, ansonsten können chemische Reaktionen das Ergebnis beeinflussen.
  • Drückt man die Fingerkuppe zu stark, um mehr Blut an die Oberfläche zu befördern, kann auch das den Wert verfälschen.
  • Auch Medikamente können Einfluss auf die Messergebnisse haben. Hier empfiehlt sich eine Rücksprache mit dem Arzt.

Was kann man gegen zu hohe Blutzuckerwerte tun?

Zu hohe Blutzuckerwerte gehören grundsätzlich in die Hand eines erfahrenen Arztes. Einen großen Einfluss auf den Blutzuckerspiegel hat der eigene Lebensstil. Insbesondere eine gesunde Ernährung, Sport und  Bewegung sind Maßnahmen, die der Zuckerkrankheit entgegenwirken.