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Die Erkrankung verstehen: Divertikulitis

Was ist eine Divertikulitis?

Definition

Das steckt dahinter

Divertikulitis ist eine schmerzhafte, gelegentlich sogar bedrohliche entzündliche Darmerkrankung. Sie entwickelt sich ganz harmlos aus sackförmigen Ausstülpungen des Darms. Man nennt sie Divertikel. Die an sich symptomlose Erscheinung („Divertikulose“) verursacht oft keine oder nur geringe Beschwerden und wird meist zufällig entdeckt. Erst wenn sich die Aussackungen entzünden, kommt es zu ernsthaften Symptomen, der Fachmann spricht dann von Divertikulitis.

Divertikulitis eine Folge der Lebensweise?

Nach allem was man weiß, sieht es so aus. Bei Personen mit ursprünglicher ballaststoffreicher Ernährung, bei Vegetariern und in Bevölkerungen aus armen Ländern mit ursprünglicher Lebensweise kommt es nur sehr selten zu dem Krankheitsbild. Sind bei uns 80 % der Personen über 70 vor Divertikulitis betroffen, kennen in Asien und Afrika nur 10 % der älteren Menschen die Beschwerden. Bei Migranten, die unsere Ernährung übernehmen, stellt sich zunehmend auch die Divertikulose/Divertikulitis ein. Man nimmt daher an, dass die Krankheit stark mit den Ess- und Lebensgewohnheiten zusammenhängt.

Aber das Leiden entwickelt sich nicht sofort, sondern erst mit steigendem Lebensalter, dann nämlich lässt die Elastizität des Bindegewebes nach. So wirkt bei der Entstehung der Divertikulitis eine Kombination aus verschiedenen Faktoren zusammen.

Häufigkeit

Divertikulose ist ein Altersleiden. Bei unter 40-Jährigen ist sie selten, bei 60-Jährigen findet man sie zu ca. 40 Prozent (30 Prozent haben Symptome) und bei 85-Jährigen zu ca. 65 Prozent. Die Divertikel treten in 90 % der Fälle in den vorletzten beiden Darmbereichen – dem absteigenden Dickdarm oder dem Sigma – auf.

Wie oft Divertikelträger eine Divertikulitis entwickeln, darüber schwanken die Angaben zwischen einem Drittel bis zu zwei Drittel. Zum Glück sind aber schwere Komplikationen relativ selten (5-10 %).

Ursachen

Bei Personen, die für Divertikulose anfällig sind, wurde ein sehr hoher Druck im Kolon gemessen. Dadurch wird die Darmwand an „Schwachstellen“ gedehnt, bis schließlich ein kleiner Blindsack entsteht. Gefährdet sind also Narben oder Orte, wo die Blutgefäße durch die Muskelschicht des Darms treten. Im Alter wird das Bindegewebe insgesamt schwächer, so dass auch dadurch das Risiko steigt.

Begünstigend wirken weitere Zivilisationsfaktoren wie Bewegungsarmut, Übergewicht, Rauchen, Alkohol, Verstopfung und Flüssigkeitsmangel. Medikamente aus der Gruppe der „nicht steroidalen Antirheumatika“ (NSAR, Beispiel Aspirin/ASS) erhöhen außerdem das Blutungsrisiko.

Neuerdings gibt es Hinweise auf genetische Faktoren. Es liegt bei den Betroffenen als Risikofaktor wohl häufig eine Störung in der Koordination der Darmbewegungen vor mit einer möglichen Fehlfunktion lokaler Nerven. Es besteht dann im Dickdarm eine gesteigerte Empfindlichkeit sensibler Nerven, so dass die Beschwerden in die „Reizdarmsymptomatik“ mit hineinspielen.

Prävention

Die altersbedingte Abnahme der Bindegewebsfestigkeit kann man nicht verhindern, was man aber in der Hand hat, ist die Ernährung und körperliche Bewegung. Das sind die beiden wichtigsten Faktoren, nicht nur in der Bekämpfung der Divertikulitis, sondern auch bei der Vorbeugung.

Verlauf und Komplikationen

Verlauf

Divertikulose an sich ist relativ harmlos. Häufig besteht eine unkomplizierte Divertikulitis, die auch von selbst unter konservativer Therapie mit Ernährungsmaßnahmen, Optimierung der Risikofaktoren und eventuell einer Antibiotikagabe wieder abklingt.

Wenn Darminhalt in den Divertikeln gefangen ist, verhärtet er sich und es bilden sich so genannte Kotsteine. Die dauerhaft druckbelastete Schleimhaut wird schlechter ernährt und durchblutet und es entsteht oft eine Entzündung, unter Umständen kommt es zu Blutungen. Mitunter sammeln sich auch Krankheitserreger in den Divertikeln und es bildet sich Eiter.

Nach einem Anfall folgt eine beschwerdefreie Zeit. Bei entsprechender Lebensweise können die Betroffenen dauerhaft gesund sein. Nach Untersuchungen setzen die meisten Betroffenen die Empfehlungen nur ungenügend um. Im Durchschnitt bekommen 30 % der Personen einem Rückfall.

Komplikationen

Seltener kommt es zu Komplikationen. Gelegentlich ist die Entzündung so schlimm, dass es zu einer Darmverengung kommt oder der Darm im Extremfall reißt. Dann kann Kot in die Bauchhöhle gelangen. Auch Vernarbungen der verheilten Schübe verengen manchmal den Darm. Dann muss sofort operiert werden, um den Darmverschluss (Ileus) zu beheben. Im schlimmsten Fall legt man vorübergehend einen künstlichen Darmausgang.

Da Divertikel meist mit einem größeren Blutgefäß vorkommen, drohen wiederholte Blutungen. Auch das kann ein Grund für eine operative Versorgung sein.

Eine gefürchtete Komplikation sind Darmvereiterungen (Phlegmone) oder Fistelbildung. Dann verbindet die Entzündung benachbarte Organe – andere Darmschlingen oder die Blase, die Entzündung erfasst damit weitere Organe. Bei geschwächten Personen oder unter immunsupprimierenden Medikamenten kann sich das auch zu einer Bauchfellentzündung (Peritonitis) ausweiten.

Formen

Je nach dem Entzündungsgrad teilt man die Divertikulitis in verschiedene Kategorien ein:

Grad 0: nur Ausstülpungen (Divertikulose)

Grad 1: Divertikulitis, Schmerzen, eventuell Fieber

Grad 2: akute, komplizierte Divertikulitis: Entzündung der Aussackung und des umgebenden Gewebes, eventuell eitrig, eventuell Durchbruch (Perforation)

Grad 3: chronisch: immer wieder auftretende Entzündungen

Nach der Entstehung unterscheidet man

  • echte Divertikel: Sie sind angeborenen. Beteiligt sind alle Schichten, auch die Muskelschicht des Darms.
  • unechte Divertikel: Sie entstehen im Laufe des Lebens. An der Aussackung aber sind nicht alle Schichten des Darms beteiligt: Durch eine Lücke in den Muskeln stülpt sich nur die Darmschleimhaut nach außen durch. Deswegen kann der Sack auch reißen, weil dem Divertikel die festigende Muskelschicht fehlt. Ist Kot im Divertikel gefangen, gibt es keine Muskeln, die ihn zurück in den Darm bewegen könnten.

Quellen/Weitere Informationen

Quellen